Pflege von Spalierobst - Spalierobstbäume pflanzen

saeulenapfel-hoch-hg-flWer in seinem Garten nur über eine kleine Nutzfläche verfügt, aber dennoch nicht auf frisches Obst aus eigenem Anbau verzichten möchte, für den ist Spalierobst genau richtig. Neben ausgewähltem Kauf beim Fachhändler braucht es dann nur mehr regelmäßige Pflege und etwas Aufwand, um schon bald di erste eigene Ernte von Äpfeln und Birnen einzufahren.

Die Baumauswahl ist entscheidend

Spalierobst gibt es in den unterschiedlichsten Obstsorten, wobei vor allem Äpfel und Birnen beliebt sind. Sie benötigen im Unterschied zu tatsächlichen Obstbäumen nur wenig

Platz, sodass sie nicht nur auf einer kleinen Rasenfläche, sondern sogar auf dem Balkon gezüchtet werden können. Wer sich in einer Gartenbaumschule umsieht, der wird die unterschiedlichsten Formen entdecken. Zu den bekanntesten Sorten, die hierzulande gut gedeihen, gehört
  • der einarmige Spalierbarum
  • der zweiarmige Spalierbaum und
  • das U-Spalier 
Selbstverständlich kann das Spalierobst in weitere zahlreiche individuelle Formen gebracht werden, wobei zu beachten ist, dass es jeweils auf schwachwachsenden Unterlagen gesetzt und veredelt wird.

Anpflanzen und Düngen ist wichtig

Wer sich in der Gärtnerei für eine Spalierpflanze entschieden hat, der sollte ihn unmittelbar vor das Spalier pflanzen. Dabei gilt es einen Abstand zur Hausmauer von knapp dreißig Zentimeter einzuhalten, damit die Pflanze später auch von hinten belüftet wird. Am besten erfolgt das Einsetzen in der laublosen Zeit, also von Oktober bis März, wobei darauf zu achten ist, dass die Außentemperaturen über Null Grad liegen. Der Pflanzvorgang selbst ist relativ einfach, nämlich einfach ein Pflanzlos ausheben, das die doppelte Größe und Breite des Wurzelwerks hat. Dies erleichtert das Anwachsen der Pflanze, da ja der Boden rundherum gut aufgelockert ist. Wer dafür sorgen möchte, dass sein Spalierobst möglichst schnell wächst, kann Dünger oder Kompost in das Pflanzlos geben, um die Erde mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Eine ausgiebige Wässerung setzt den Schlusspunkt beim Einsetzen, wobei die Erde rund um den Stamm noch etwas festgetreten werden kann.

Spalierobstbaum pflanzenZüchtung von Spalierobst ist aufwändig

Es ist unbedingt ratsam, dass der Baum für das Spalierobst in
einer Gartenbaumschule gekauft wird. Hier gilt es darauf zu achten, dass die Seitenäste paarig am Leittrieb entspringen. Für das Spalier gibt es unterschiedliche Materialien, wobei meist Holz oder robustes Metall verwendet wird. Der Abstand zwischen den Stäben bzw. Drähten sollte sich auf knapp vierzig Zentimeter belaufen, so können die Äste ohne zu Knicken durchgebogen werden. Hier kommt es allerdings auf den richtigen Zeitpunkt an, der zwischen Mai und Juli liegt. Denn nur unausgereifte Äste lassen sich gut biegen und in die gewünschte Spalierform bringen. Alle Triebe, die aus den Seitenknospen wachsen, müssen stark gekürzt werden um die spätere Entwicklung der Äste nicht zu gefährden. Denn erst wenn diese mehrmalig entsprechend gekürzt wurden, entwickelt sich der stabile Grundstück für das Spalierobst. Dieses macht seinen Besitzern durch viele Blüten und reiches Fruchtwachstum so richtig Freude und entschädigt für die aufwändige Pflege.

Sommerschnitt ist wichtig

Um seine Spalierobstbäume nach klassischer Art und Weise zu züchten, sollte in jedem Fall ein Sommerschnitt durchgeführt werden. Nur so ist gewährleistet, dass das Wachstum des Stockes eingeschränkt und dafür die Blütenpracht gefördert wird. Wenn man

davon ausgeht, dass gerade in der warmen Jahreszeit mehr Triebe ausgebildet werden, als zur Frucht- und Kronenbildung notwendig sind, so ist es logisch, dass diese zur Wachstumsförderung entfernt werden müssen. Da ein Winterschnitt oft nicht möglich ist oder durch Abreißen der Triebe die Pflanze beschädigt, sollte diese Pflegemaßnahme während der Sommermonate durchgeführt werden. Denn ein Entfernen der Triebe, solange diese noch nicht verholzt sind, ist schonender für die Pflanze, deren Wunden im Sommer ebenfalls schneller heilen.

Ein Sommerschnitt hat aber auch den Vorteil, dass die Krone besser belichtet wird und sich die Blütenknospen besser entfalten können. Vor allem bei Süßkirschen hat dies eine Qualitätssteigerung bei den Früchten zur Folge. Doch auch beim Sommerschnitt kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an, da sonst am Ende die Triebe mehrmals gekürzt werden müssen. Experten raten, vor allem bei Äpfel- und Birnenspalieren im Juni die Seitentriebe auf vier bis sechs Pflanzenblätter zu reduzieren.
 
Schneiden von SpalierobstTipps zum Pflanzen

Zunächst müssen die Triebe am Formgerüst befestigt werden. Die Äste müssen ständig am Formgerüst, auch Spalier oder Rankgitter genannt, angebunden sein, damit die feinen Äste nicht unter dem Gewicht der zukünftigen Früchte abbrechen. Je nach Modellierung des Formgerüst kann eine Dreiecks-, U- oder die klassische Säulenform geschaffen werden.

Um einen ganz normalen Obstbusch wachsen zu lassen, muss der Leittrieb des Spalierobstes in einer Höhe von ca. 80 cm angeschnitten werden. Um eine Obstsäule zu formieren, muss der Leittrieb wachsen. Nur die Seitenäste müssen leicht gekürzt werden. Um die Säulenform zu erhalten, bedarf es zeitintensiver Pflege, da regelmäßig nachgeschnitten werden muss.

Im Sommer ist darauf zu achten, dass von allen Seiten der Zugang zum Spalierobst möglich ist, da gerade die Sommerpflege der Bäume die wichtigste Pflege des Jahres ist. Die Sommerpflege dient der effizienteren Kontrolle des Triebwachstums und erhöht gleichzeitig die Fruchtbarkeit des Spalierobstes.