Sträucher schneiden - Anleitung und Zeitpunkt


SchneidenErfahrene Gartenbesitzer werden vielleicht wissen, wie sie das Sträucher schneiden durchführen müssen. Gartenneulinge oder Besitzer neu gepflanzter Arten können hier einige Tipps zum Thema finden:

Werkzeuge zum Sträucher schneiden

Abhängig davon, ob man einen Baum oder einen Strauch zurückschneiden möchte, gibt es unterschiedliche Werkzeuge. Zunächst sollte auch die Ausstattung des Gärtners stimmig sein, ein Paar Handschuhe für die Gartenarbeit, ebenso schützende Kleidung und feste Schuhe sollten getragen werden. Solange man nicht mit einer Kettensäge hantiert, ist kein Helm mit Sicht- und Gehörschutz erforderlich. Diese Schneidewerkzeuge können benutzt werden:
  • Säge mit geraden

    Zähnen
  • Astschere
  • manuelle Heckenschere
  • elektrische Heckenschere
Auch wenn man Sträucher nicht unbedingt mit einer Heckenschere zurückschneiden muss, kann sie in bestimmten Situationen hilfreich sein. Normalerweise nimmt man dazu eine gut schneidende Schere, die die einzelnen Zweige sauber durchtrennt.

Die verschiedenen Schnittarten

Unabhängig vom jeweiligen Zeitpunkt für den zu schneidenden Strauch gibt es verschiedene Schnittarten, die beachtet werden sollten. Grundsätzlich sollten Sträucher so wenig wie möglich geschnitten werden bzw. nur soviel wie nötig. Erst die naturgegebene Form des Strauches macht ihn zu einem natürlich aussehenden Strauch. Eckig geschnittene Sträucher oder radikal zurückgeschnittene Exemplare mögen den persönlichen Geschmack des Gärtners widerspiegeln, ein natürliches Aussehen verleihen sie der Pflanze jedoch nicht. Dort wo Äste stören, können sie natürlich eingekürzt werden, vor allem, bevor sie Schaden anrichten könnten.
  1. Der Erziehungsschnitt, wird bei jungen Gehölzen angelegt, um die Form festzulegen, die später dann nur noch durch den ...
  2. Erhaltungsschnitt beigehalten wird. Dieser sorgt dafür, dass die Form des Strauches bleibt und entfernt gleichzeitig störende oder beschädigte Äste.
  3. Der Verjüngungsschnitt ist ein radikaler Rückschnitt, der dann durchgeführt wird, wenn der Strauch lange nicht zurückgeschnitten wurde und er deshalb verholzt ist und wenige Blüten hervorbringt.

Zeitpunkt für den Schnitt

Die beste Zeit für den Schnitt von Sträuchern ist das zeitige Frühjahr im Februar oder März, bevor der Neuaustrieb beginnt. Dadurch wird so mancher Strauch zu Wachstum angeregt und es wird durch den Schnitt Platz für neue Triebe geschaffen. Tipp: Radikale Schnitte von Sträuchern und Hecken sind nur von Oktober bis Februar erlaubt.
Magnolie Magnolia
Das Wetter sollte frostfrei sein und es sollte nur sowenig wie möglich zurückgeschnitten werden. Je nachdem, welcher Gruppe die zu schneidenden Sträucher angehören, ist auch die Art des Schnitts unterschiedlich. Wenn der Strauch schon sehr starke Triebe oder Äste hat, die nach innen gewachsen sind, sollte er auch innen geschnitten werden, damit mehr Luft hineinkommt.

Der geeignete Zeitpunkt des Schnitts hängt davon ab, um welchen Strauch es sich handelt bzw. zu welcher Jahreszeit er blüht. Durch die große Vielzahl an unterschiedlichen Sträuchern teilt man sie am besten in drei Gruppen ein:

Frühjahrsblüher werden ihre Knospen bereits im Vorjahr ausbilden, sie sollten deshalb nach der Blüte in Form gebracht werden. Dabei werden die abgeblühten Teile entfernt, die Triebe werden gekürzt.
  • Magnolie
  • Forsythie
  • Scheinhasel
  • Felsenbirne
  • Zierquitte
Sommerblüher können nach den Wintermonaten zurückgeschnitten werden, sie legen ihre Blüten an den frischen Trieben an. Wenn sie im Sommer nach der Blüte geschnitten werden, kann ein Neuaustrieb angeregt werden.
  • Spierstrauch
  • Weigelie
  • Sommerflieder (Strandflieder)
  • Flieder
  • Fingerstrauch
Immergrüne Sträucher werden nur dann geschnitten, wenn sich auffällige Stellen zeigen. Kranke oder abgestorbene Äste werden dann abgeschnitten, wenn das Innere der Zweige braun ist. Besonders die immergrünen
Sträucher

wie:
  • Kirschlorbeer
  • Feuerdorn
  • Rhododendron
  • Ilex
  • Liguster
Können auf dieses Weise gepflegt werden, haben sie grüne Knospen, besteht allerdings keine Notwendigkeit, sie zu schneiden. Nach der Frostperiode im März kann beurteilt werden, ob diese Sträucher abgestorbene Triebe zeigen. Diese werden dann bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten, also soweit, bis der Zweig im Inneren wieder grün ist. Es gibt auch einige Sträucher, die möchten gar nicht zurückgeschnitten werden. Dazu gehören:
  • Hartriegel
  • Zaubernuss
  • Seidelbast
  • Rhododendron, Gartenazaleen

Wie werden Sträucher richtig geschnitten?

Jeder Strauch, Baum oder Pflanze wird auf eine für ihn spezielle Art und Weise zurückgeschnitten. Man kann aber das Schneiden von Sträuchern grundsätzlich in feste Arbeitsschritte einteilen, auch wenn Zeitpunkt und Intensität abweichend sein können. Es sollte geschnitten werden, wenn:
  • Abgestorbene, dürre oder erfrorene Äste vorhanden sind.
  • Kranke Äste oder Strauchteile, die z. B. Mehltau zeigen.
  • Nach innen wachsende Triebe das Gesamtbild stören.
  • Eine bestimmte Form erreicht werden soll.
  • Zu dichte Sträucher ausgelichtet werden müssen.
  • Zu stark gewachsene Sträucher verkleinert werden müssen.
  • Schnittgut von kranken Ästen oder Sträuchern vernichten.

Beerensträucher schneiden

Immer mehr Gartenbesitzer möchten nicht nur Ziergehölze in ihren Garten pflanzen, sondern auch Sträuchern, die Früchte zum Genießen anbieten. Gleichzeitig stellen sie auch einen natürlichen Lebensraum für Tiere dar, sie blühen im Frühling oder Frühsommer sehr schön und bilden auch einen Sichtschutz für den Garten. Warum also nicht Brombeeren, Himbeeren und Co. pflanzen? Beerensträucher müssen jedoch zurückgeschnitten werden und jeder von ihnen hat eine bestimmte Vorliebe, wie das geschehen soll. Das steigert die Ernte im nächsten Jahr und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Strauch gesund bleibt.

Johannisbeeren
JohannisbeereDer beste Zeitpunkt, um den Johannisbeerstrauch zu schneiden, ist der März. Dann trägt der Strauch noch keine Blätter, sodass der gesamte Aufbau des Strauches gut zu erkennen ist. Tipp: rote und weiße Johannisbeeren fruchten am mehrjährigen Holz, schwarze am einjährigen Holz. Wenn die Standortbedingungen und das Klima optimal sind, kann ein Johannisbeerstrauch bis zu 40 neue Triebe ausbilden. Davon werden 5 der kräftigsten ausgesucht, alle anderen werden abgeschnitten.

Stachelbeeren
Stachelbeersträucher bekommen ähnlich wie die roten/weißen Johannisbeeren einen jährlichen Rückschnitt. Bei dieser Strauchsorte werden alle Äste, die bereits vier oder fünf Jahre alt sind, entfernt. Diese erkennt man daran, dass ihr Holz dunkel ist. Bei der Stachelbeere bleiben ebenfalls vier bis fünf Neutriebe stehen, sodass ein guter Strauch 8 bis 12 Triebe hat, die nicht älter als vier Jahre sind.

Himbeeren
Himbeeren werden nach Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren unterschieden. Himbeeren werden am besten zwischen Stützdrähten aufrecht gehalten, so lässt sich auch erkennen, welcher Zweig davon entfernt werden muss. Bei den Sommerhimbeeren sind das die abgeernteten Ruten. Von den nebeneinanderwachsenden Ruten wird alle 10 cm eine ausgewählt, die im nächsten Jahr tragen soll. Die dazwischen stehenden jungen Ruten werden entfernt. Die Herbsthimbeeren bekommen den Rückschnitt an den diesjährigen Fruchtruten, die am Boden abgeschnitten werden. Im nächsten Jahr gibt es Himbeeren an den neuen Trieben.

Brombeeren
Brombeere - Rubus sectioBrombeersträucher müssen regelmäßig jedes Jahr geschnitten werden. Die Früchte bilden sich an den Seitentrieben der Ranken des letzten Jahres aus. Die alten fruchttragenden Ruten sterben im Winter ab und werden im nächsten Frühling direkt am Boden abgeschnitten. Die frisch-grünen jungen Ruten bleiben stehen, ihre Seitentriebe werden bis auf 3-4 Zentimeter gekürzt.

Wenn man einen Garten angelegt und gestaltet hat, muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieser Garten auch ständiger Pflege bedarf, damit die Sträucher und Pflanzen wachsen und gedeihen können. Insbesondere Sträucher brauchen neben einem guten nährstoffreichen Boden und einer ausreichenden Bewässerung auch einen weiteren Faktor, der zum richtigen Gedeihen von Sträuchern, das heißt für deren Gesundheit und Kräftigung sehr wichtig ist - der richtige Rückschnitt.

Wissenswertes in Kürze

Die meisten Sträucher müssen erst einmal zurück geschnitten werden, damit ihre Pracht auch voll zur Geltung kommen kann. Die Natur hat zwar Form und Wuchs von Sträuchern schon sinnvoll abgestimmt, aber wenn zum Beispiel ein Strauch, der essbare Beeren trägt, zurück geschnitten wird, kann dieser bereits schon im zweiten Jahr nach der Pflanzung erstmals bzw. viel mehr Früchte tragen.
  • Es gilt die Faustregel, dass Sträucher, die im Sommer blühen, im März ziemlich tief zurück geschnitten werden.
  • Sträucher, die im Frühjahr blühen, sollten am besten gleich nach der Blüte geschnitten werden.
  • So genannte starkwüchsige Sträucher werden durch einen Wurzelschnitt im Wachstum gebremst. Die Blüte wird damit angeregt.
  • Alte Sträucher kann man manchmal durch starkes Ausschneiden sogar verjüngen.
  • Einjährige Sträucher erhalten durch den ersten Rückschnitt in der Regel ein ausgewogenes Gerüst. Die Hauptäste kann man dabei festbinden.
  • Im darauf folgenden Jahr werden die nach innen oder außen wachsende Sprossen zurück geschnitten und abgestorbene oder dünne Triebe ganz entfernt.
  • Durch das Zurückschneiden bei ausgereiften Pflanzen soll durch einen Rückschnitt die Harmonie des gesamten Astgerüstes erhalten werden.
  • Bei beerentragenden Sträuchern sollte man durch Rückschnitt die Beeren frei legen. So ist gewährleistet, dass die Beeren mehr Sonne zum Reifen haben.