Pflege von Farn im Garten - Pflanzen, Schneiden und Entfernen

FarnFarne wachsen seit rund 400 Millionen Jahren auf der Erde. In Feuchtgebieten und Wäldern beheimatet stellten sie den Übergang von den Grünpflanzen zu den blühenden Pflanzen dar. Von den vielen urgeschichtlichen Farnen existieren heute noch rund 200 Gattungen mit rund 10.000 Arten in kleinerer Form. Anstatt mit Blättern sind Farne mit Wedeln ausgestattet. Von einer Mittelrippe gehen die paarweise angeordneten Fiederblättchen ab. Einige Arten besitzen feste Blätter, wie der Geweihfarn.

Bekannte Arten für den Garten


  • Adiantum venustum

    D. Don hat eine zarte hellgrüne Farbe. Die kleinen Blätter an den Wedeln sind wie Perlen aufgereiht. Die Wedel haben eine dreieckige Form. Der Farn für den Außenbereich ist immergrün. Er wird rund 30 cm hoch und benötigt einen halbschattigen Standort. Er begrünt Kronen und Mauerfugen und ist auch für Moorbeete geeignet.
  • Adiantum aleuticum (Rupr.) ist auch als Fünffingerfarn bekannt. Seine Blattstiele sind bis zu den Spitzen der Wedel schwarz. Seine Wedel mit dichten doppelt gefiederten grünen eiförmigen Blättern erinnern in ihrer Form an Finger. Der Farn wächst horstartig und benötigt einen halbschattigen Standort. Das Substrat sollte sandig-lehmig sein.
  • Adiantum pedatum L. ist der Pfauenradfarn. Seine filigranen hellgrünen bis blaugrünen Wedel breiten sich herzförmig über dem Boden aus. Er ist langlebig und wächst sehr wuchtig. Der Farn benötigt einen Standort im Halbschatten auf einem kalkarmen locker humosen Boden. Die dekorative Solitärpflanze wird 40 cm bis 50 cm hoch.
AHA! Einige Bodendecker wie Rippenfarn, Streifenfarn oder Tüpfelfarn bilden schnell große Bestände und sind für kleine Gärten nicht geeignet. Als Solitärgewächs eignet sich der imposante Königsfarn. Er wird bis zu 1,50 Meter hoch. Der Adlerfarn wächst zwei Meter hoch. Er vermehrt sich sehr stark und muss mit einer Wurzelsperre gepflanzt werden. Der Adlerfarn kommt auch mit einem sonnigen Standort zurecht. Als "mittelgroß" gelten die Wuchsformen mit einer Höhe von unter einem Meter. Dazu zählen der Wurmfarn und Straußenfarn.

Standort/Boden/Pflanzpartner


FarnWenn Farne im Garten gepflanzt werden, dann in erster Linie wegen ihren grazil wirkenden Blättern. Sie fühlen sich in der Regel an feuchten schattigen Plätzen wohl. Als Schattenspender kommen Laub- oder Nadelbäume, Sträucher und Gebäude infrage. Einige Farne fühlen sich in Mauerritzen besonders wohl. Farne können in Pflanzkübeln gepflanzt werden, sind Bodendecker und lassen sich mit verschiedenen Pflanzenpartnern kombinieren. Verträgliche Nachbarn sind Schattenstauden wie die Funkie oder das Tafelblatt. Der grüne Blattschmuck von Farnen wird durch die filigranen Blüten von Schneeglöckchen und Märzenbecher oder unterm Jahr von Lilien, der Elfenblume oder der Herbstzeitlose aufgewertet. Andersfarbige Blattschmuckpflanzen wie das Purpurglöckchen bilden einen schönen Kontrast zum frischen Grün des Farns. Farne gedeihen dann besonders gut, wenn der Boden eine waldähnliche Struktur hat. Schwere Böden lassen sich mit Humus oder Torfersatz aus Kokosfasern
verbessern. Verrottetes Laub oder zerkleinerte Äste liefern Nährstoffe und lockern den Boden auf.

Pflanzen


Junge Pflanzen werden von Gärtnereien angeboten. Sie können immer, außer im Winter und bei Frost, gepflanzt werden. Empfindliche Arten sollten im Frühjahr gepflanzt werden, damit genügend Zeit für die Bildung der Wurzeln übrig bleibt. Eine Drainageschicht im Pflanzloch sorgt dafür, dass das Wasser gut abfließen kann. Das Pflanzloch

sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein.

Tipp: Farne nicht zu hoch setzen, da die Wurzelstöcke nach oben wachsen. Farne aber trotzdem etwas tiefer einpflanzen als im Pflanztopf.

Gießen

Farne werden nach dem Einpflanzen und später leicht feucht gehalten. Bei trockener Witterung werden sie regelmäßig gegossen. Sonst benötigen sie keine Pflege.

Düngen


Farne sind sehr anspruchslos. Sie benötigen keinen Dünger.

Schneiden

FarnDer Umfang von Farnen kann durch das Abtrennen der Farnwedel reduziert werden. Sie werden kurz über dem Boden abgeschnitten. Auch vertrocknete Wedel werden auf diese Weise von der Pflanze entfernt. Farne treiben schnell wieder aus, was durch eine Gabe Hornspäne unterstützt wird. Die vertrockneten Wedel von sommergrünen Farnen werden über den Winter stehen gelassen. Sie sind ein dekorativer Schmuck bei Raureif. Gleichzeitig sind sie ein Hort für die Triebknospen für das nächste Jahr.

Überwintern


Die Flachwurzler sind gegen Frost empfindlich. Eine Schicht aus Laub vom Herbst oder einige Tannenzweige, wie an ihren natürlichen Standorten, schützen die Wurzeln bei Frost. Die neuen Wedel für den Frühling werden schon im Herbst gebildet. Sie überdauern den Winter zusammengerollt, geschützt durch ihre braunen Spreuschuppen.

Vermehren


Kriechfarne vermehren sich durch im Boden nach allen Richtungen kriechende Rhizome selbst. Wer das nicht möchte, sollte eine Wurzelsperre rund um das Pflanzloch legen. Viele Farne vermehren sich durch Sporen. Die kleinen braunen Sporenkapseln sitzen auf der Unterseite der Blätter. Sind sie reif, zeigt sich ein brauner Staub, der dann auf sterile Anzuchterde gegeben werden kann. Die Vermehrung auf diese Weise zieht sich über ein ganzes Jahr hin und führt nicht immer zum Erfolg. Vermehrt sich der Farn durch Brutknöllchen, die auf der Unterseite der Blätter sitzen, dann wird die Unterseite des Blattes auf dem Erdboden fixiert. Die Jungpflanzen erscheinen auf der Oberseite des Blattes. Sind die Jungpflanzen groß genug, dann wird das Blatt von der Mutterpflanze getrennt. Ein ausgewachsener Farn lässt sich durch Teilung vermehren.

So geht's:
  • Farn im Frühjahr vor dem Austrieb ausgraben
  • Wurzelstock teilen
  • die geteilten Wurzelstöcke wieder einpflanzen
  • gut wässern
Tipp: Bei einer Teilung im Herbst die Pflanzen im Gewächshaus überwintern.

Entfernen

Wenn sich der Farn im Garten zu sehr ausbreitet, dann hilft nur ein Rückschnitt oder eine totale Entfernung. Dazu muss der komplette Wurzelstock ausgegraben werden. Farne sind Flachwurzler. Die Entfernung ist nicht schwierig. Vermehrt sich der Farn durch kriechende Rhizome, dann werden auch diese ausgegraben, bevor sie wieder neue Ausläufer treiben. Alternativ kann der Farn der Sonne ausgesetzt werden: Er vertrocknet dann.

Tipp: Die meisten Farne vertragen keinen Kalk. Durch regelmäßige Kalkgaben geht der Farn ein.

Krankheiten und Schädlinge

FarnGegen den Dickmaulrüssler im Garten, der auch Farne schädigen kann, werden Nematoden eingesetzt. Die Fadenwürmer vertilgen die Larven des Käfers. Farne sind resistent gegen Schnecken und Krankheiten, wenn der Standort stimmt

Häufig gestellte Fragen


Welcher Farn eignet sich für sonnige Lagen?

Der kleine Schildfarn verträgt Sonne gut. Er muss dafür häufig gegossen werden.

Gibt es einen speziellen Farn für den Steingarten?

Der Hirschzungenfarn besitzt schmale lederartige Wedel, die nach oben wachsen. Sie sind am oberen Ende eingerollt.

Welche Farne wachsen am Gartenteich gut?

Am schattigen Teichrand gedeihen der einheimische Sumpffarn oder der Kleefarn, der auch vollständig im flachen Wasser wachsen kann.