Rainfarn (Chrysanthemum vulgare): Steckbrief, Blütezeit, Anwendung
Wer schon mal am Wald oder auf natürlichen Wiesen unterwegs war, hat sicher schon Rainfarn gesehen.
Er wächst gern an Wegen, Waldrändern und auf Brachland. Die auch ... als Wurmkraut bekannte Pflanze erkennt man an ihren doldenrispigen Blütenköpfchen ohne Randblüten in leuchtendem gelb und an ihrem Geruch. Die Pflanze enthält ätherische Öle und Bitterstoffe. Der Geruch (kampferartig) wird von vielen nicht als sehr angenehm empfunden.
Steckbrief
- Der Rainfarn ist eine ziemlich wuchernde, sehr ausdauernde krautige Pflanze.
- Typisch ist, dass sich die Blätter der Sonne zuneigen, weshalb der Rainfarn zu den Kompasspflanzen zählt.
- Die Pflanze wurzelt fast einen Meter tief und bildet Rhizome.
- Sie kann 60 bis 130 cm hoch werden.
- Die Blüten sind strahlenlose Körbchenblumen. Alle sind zwittrig.
- Die Fruchtreife liegt zwischen August und Oktober.
- Der Rainfarn mag sommerwarmen, nicht zu trockenen, nährstoffreichen, schwach basischen bis basischen, humosen Boden und viel Licht.
- Der Rainfarn blüht ab Juni, bis weit in den September hinein.
- Die ...
Blütenkörbchen erinnern an „Güldene Knöpfe“.
Der Rainfarm ist nicht ungefährlich. Er enthält das Nervengift Thujon. Man sollte also nicht experimentieren und die Pflanze nur äußerlich anwenden!!! Vergiftungen zeigen sich durch Erbrechen, Entzündungen von Magen und Darm, einer Rötung des Gesichts und Pupillenerweiterung.
- Der Rainfarm enthält insektenabweisende Wirkstoffe. Wenn man sich also einen Strauß trocknet und im Raum aufhängt, hat man wenig Ärger mit den lästigen Plagegeistern. Auch Flöhe lassen sich so vertreiben. Einfach etwas Rainfarn in das Hundekissen einnähen, das hilft.
- So können auch Schädlinge von Pflanzen vertrieben werden. Man gießt einfach mit einem Sud aus Rainfarn. Dafür 500 Gramm frisch gepflückte, blühende Pflanzen. Diese in 10 Liter Wasser aufkochen.
- Imker verwenden getrocknete Rainfarnblätter, um die Bienen zu beruhigen.
- Früher nutzte man die Pflanze bei Wurmerkrankungen. Wenn man das Mittel aber zu hoch dosiert, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Auch kann die Pflanze Allergien auslösen.
- Man nutzte die Pflanze auch für Abtreibungen. Das sollte man aber auf keinem Fall nachmachen!!!
- Rainfarm ist außerdem en Färbemittel. Zusammen mit dem Beizmittel Alaun ergeben die Blütenköpfe einen dunkelbraunen Naturfarbstoff, mit dem man Wolle färben kann.
- Das aus Rainfarn hergestellte Öl ist gut bei Rheuma.
- Vorsicht, bei Kontakt mit Rainfarm kann es zu Hautreizungen kommen!
Rainfarm sieht man im Sommer überall, wenn man in der Natur spazieren geht. Oft landen ein paar Stängel in einem bunten Wiesenblumenstrauß. Experimentieren sollte man mit der Pflanze nicht. Schon der bloße Kontakt kann Vergiftungserscheinungen auslösen. Als Flohmittel und zur Schädlingsbekämpung bei Pflanzen ist Rainfarn gut geeignet. Ansonsten sollte man als Unkundiger die Finger von dem Gewächs lassen!
Bildquelle: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885.
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