Zimmerfarne - Standort, Pflege und Vermehren

ZimmerfarnFarne muten nicht bloß urzeitlich an, sondern sind ist es sogar. Immerhin gedeihen sie nun schon seit gut 300 bis 400 Millionen Jahren hier auf der Erde. Dennoch erweisen sich vor allem die sogenannten Zimmerfarne als weit weniger robust, als gemeinhin angenommen wird. Trotzdem kann ein Zimmerfarn bei angemessener Pflege mehrere Jahrzehnte alt werden. Wie diese Pflege aussieht, erfahren sie hier.

Wie sich anhand von Fossilien nachweisen lässt, muss es in prähistorischer ganze Wälder aus baumhohen Farnen gegeben haben. Und auch heute

noch sind an Waldwegen und auf schattigen Feldern oder Wiesen viele verschiedene Farnarten anzutreffen. In Hinblick auf die Artenvielfalt wäre auch gleich zu erwähnen, dass im viktorianischen Zeitalter spezielle Farnhybriden für den Gartenbau sowie die Gestaltung von Parkanlagen gezüchtet wurden. Über diese Züchtungen hinaus gibt es seit geraumer Zeit auch sogenannte Zimmerfarne, von denen die meisten eigens für die Verwendung im Haus gezüchtet wurden.

Vorwort

Wenngleich sich Zimmerfarne dadurch auszeichnen, dass sie allesamt bestens in Zimmern gedeihen können, bleibt festzuhalten, dass es in Hinblick an die Ansprüche, die die jeweiligen Farnsorten an den Standort, den Boden oder die Pflege im Allgemeinen stellen, gravierende Unterschiede geben kann. Demzufolge ist es ratsam, schon direkt beim Kauf diesbezügliche Informationen einzuholen. Wer den Zimmerfarn nun aber schon zu Hause hat und nicht mit unumstößlicher Sicherheit sagen kann, um welche Farnsorte es sich dabei genau handelt, sollte zumindest die folgenden Empfehlungen und Tipps beherzigen.

Tipp: Wer eine Zimmerfarnsorte bestimmen möchte, kann einfach einige der beliebtesten Sorten in die favorisierte Internetsuchmaschine eingeben und die daraufhin gefundenen Bilder mit dem betreffenden Farn abgleichen.

Beliebte Sorten
  • Frauenhaarfarn
  • Knopffarn
  • Geweihfarn
  • Hasenfußfarn
  • Hängender Schwertfarn
  • Goldtüpfelfarn
  • Nestfarn
  • Streifenfarn
  • Säumfarn
Boden

frauenhaarfarnDie meisten Zimmerfarne bevorzugen leicht feuchte Böden mit mittlerem bis hohem Humusanteil, die möglichst kalkarm sind. Zudem darf der Boden auch etwas lehmig sein. Wichtig ist bloß, dass er gut durchlässig ist, damit überschüssige Flüssigkeit optimal ablaufen kann und die Farnwurzeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Um die Durchlässigkeit des Bodens zu verbessern, kann der Farnerde etwas Tongranulat beigemischt werden. Besondere Empfehlung verdient hierbei der sogenannte Blähton, der Wasser deutlich besser als andere Tone speichern kann, ohne den Boden dadurch zu sehr auszutrocknen. Tatsächlich wirkt sich Blähton eher regulierend auf den Feuchtigkeitsgrad der Pflanzenerde aus, da er die aufgesaugte Feuchtigkeit nach und nach wieder abgibt, sobald der Boden zu sehr auszutrocknen droht.

Standort

Im Gegensatz zu den hierzulande in freier Natur wachsenden Farnarten, die vor allem an absonnigen bis halbschattigen Plätzen zu finden sind, bevorzugen Zimmerfarne zumeist eher sonnig helle Standorte. Wobei anzumerken ist, dass selbst die sonnenhungrigeren Sorten unter den Zimmerfarnen dem Sonnenlicht nie direkt ausgesetzt werden dürfen. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass Zimmerfarne in der Regel sehr empfindlich auf Zugluft und größere Temperaturfluktuationen reagieren. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Zimmerfarne eine recht hohe Luftfeuchtigkeit brauchen, um bestmöglich zu gedeihen, weshalb sie sich der Erfahrung nach auch in Badezimmern besonders wohl fühlen.

Tipp: Wenn an einem geeigneten Standort nicht genügend Platz ist, um einen ausreichend großen Blumentopf respektive Pflanzenkübel aufzustellen, kann der Zimmerfarn auch einfach in eine sogenannte Ampel gepflanzt werden.
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Allerdings sollte hierbei nach Möglichkeit zu epiphytisch wachsenden Farnen, wie zum Beispiel dem Geweihfarn, dem Hasenfußfarn oder dem Goldtüpfelfarn, tendiert werden.

Gießen

Zimmerfarne brauchen zumeist recht viel Wasser. Dennoch ist von einem übermäßigen Gießen klar abzuraten, zumal Farne keine stehende Nässe vertragen. Somit sollten Farne ausschließlich in Pflanzgefäßen mit Wasser durchlässigen Böden gehalten werden. Trotz der Gefahr von Staunässe darf aber unter keinen Umständen zu selten gegossen werden, da die Farnwurzeln sonst auszutrocknen drohen, wodurch der Farn im schlimmsten Fall sogar irreparable Schäden davon tragen könnte. Demzufolge empfiehlt es sich, den Farn spätestens dann zu gießen, wenn die obere Schicht seiner Erde trocken ist. Alternativ zum herkömmlichen Gießen kann der Farn aber auch einfach zusammen mit seinem Gefäß über den Topf- respektive Kübelrand hinaus so lange in Wasser getaucht werden, bis keine Luftbläschen mehr aus der Erde aufsteigen. Darüber hinaus mögen es die meisten Zimmerfarnarten, wenn sie ab und an in der Dusche mit handwarmen Wasser gründlich "abgebraust" werden. Allerdings darf der Wasserdruck dabei nicht allzu hoch sein. Außerdem ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass ausschließlich kalkarmes Wasser zum Gießen, Tauchbaden oder Duschen von Zimmerfarnen verwendet werden darf.

Tipp: Um den Kalkgehalt des eigenen Leitungswassers in Erfahrung zubringen, reicht zumeist schon ein kurzer Blick auf die offizielle Homepage des zuständigen Wasseranbieters. Zudem gibt es in jedem guten Fachgeschäft für Pflanzen und Gartenzubehör Teststreifen, mit denen man den genauen Kalkgehalt von Wasser denkbar einfach selber bestimmen kann.

Pflege

schwertfarnAn sich beschränkt sich die Pflege von Zimmerfarnen auf ein regelmäßiges Gießen und ein gelegentliches Umtopfen, das in einem Abstand von einem bis zwei Jahren erfolgen sollte. Außerdem ist es schon aus Gründen der Ästhetik ratsam, vertrocknete Farnwedel abzuschneiden. Ein weitreichender Rückschnitt ist hingegen bloß bei den wenigsten Sorten wirklich notwendig. Zu erwähnen wäre hierbei, dass der Rückschnitt je nach Farnsorte entweder im Frühjahr oder im Herbst zu erfolgen hat.

Pflegetipp: Farne lieben es geradezu, wenn ihre Wedel hin und wieder mit etwas Wasser besprüht werden.

Umtopfen

Das Umtopfen dient zum einen dazu, den Farn fortlaufend mit frischen Nährstoffen zu versorgen. Zum anderen nimmt die Gefahr von Krankheiten oder Schädlingen dadurch signifikant. Ungeachtet dessen brauchen Jungfarne, die sich noch im Wachstum befinden, irgendwann einen größeren Topf, um ungehindert weiter wachsen können.

Tipp: Da einige Farnarten mehr oder minder giftig sind, sollten beim Umtopfen und beim Rückschneiden im Zweifelsfall immer Handschuhe getragen werden.

Vermehren

Wenngleich sich Farne in der Natur einfach über ihre Sporen vermehren, ist im Fall von Zimmerfarnen zu einer gezielten Vermehrung durch sachgemäße Wurzelteilung zu raten.

Überwintern

Da Zimmerfarne den Winter hindurch ohnehin im Haus stehen, müssen keine speziellen Winterschutzvorkehrungen getroffen werden. Wichtig ist bloß, dass die Umgebungstemperatur nicht unter 12 °C fällt und der Farn an seinem Standort genügend Tageslicht abbekommt. Außerdem kann es sein, dass die Raumluft durch den Einsatz der Heizung ein wenig zu trocken wird, weshalb die Farnwedel unter Umständen etwas häufiger mit Wasser besprüht werden sollten.

Schädlinge

schwertfarn zimmerAn sich ist die Gefahr eines Schädlingsbefalls im Haus oder in der Wohnung verhältnismäßig gering. Dennoch sollten die Farnwedel gelegentlich nach Schildläusen, Blattläusen oder Spinnenmilben abgesucht werden. Sollten sich besagte Schädlinge zeigen, reicht es zumeist schon völlig aus, die betroffenen Farnwedel gründlich abzuwaschen. Sollte hingegen die Farnerde mit Schädlingen oder Schimmel befallen sein, muss diese komplett gegen frische Erde ausgetauscht werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Zimmerfarn in den Garten pflanzen?

Zimmerfarne sind bis auf wenige Ausnahmen zu empfindlich, um die Wintermonate über ungeschützt im Freien zu bleiben. Allerdings können Sie Ihren Zimmerfarn gerne auf die Terrasse oder den Balkon stellen, sofern die Außentemperaturen auch über Nacht warm genug dafür sind und der Standort zuverlässigen Windschutz bietet.

Müssen Zimmerfarne gedüngt werden?

Farne müssen entgegen gängigen Empfehlungen nicht extra gedüngt werden, sofern sie ausreichend Wasser und frische Erde bekommen. Es sei denn, dass sie eindeutige Mangelerscheinungen zeigen und/oder durchgehend in reinem Tongranulat stehen, obgleich selbst dann die Hälfte der Herstellerangaben bezüglich der empfohlenen Düngermenge der Erfahrung nach mehr als ausreichend sein dürfte.

Was sind das für dunkle "Häufchen", die sich an den Wedeln meines Farns gebildet haben, und was kann ich gegen sie tun?

Der Beschreibung nach dürfte es sich hierbei lediglich um Sporen handeln, die der Vermehrung dienen und somit nach einer gewissen Zeit einfach von selbst verschwinden.