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Kakteen pfropfen
Pflanzen im Garten - Kakteen & Sukkulenten

Kakteen pfropfen – so geht es

Viele Kakteenarten wachsen nur sehr zögerlich und können erst ab einer bestimmten Größe die hübschen Blüten treiben. Um diesen Zeitraum möglichst kurz zu halten, werden sie oft verpfropft. Dabei werden zwei Kakteen durchgeschnitten und mit den Leitbündeln direkt aufeinander gesetzt. Eine Fixierung erfolgt häufig mit Gummiringen u. ä. Besonders, wenn neue Arten gezüchtet werden sollen, ist die Pfropfung das Mittel der Wahl, da so schneller die voraussichtlichen Blüten gesehen werden. Man unterscheidet dabei verschiedene Pfropfungsarten, wie die Flachpfropfung, die Sämlingspfropfung, die Anplattpfropfung, die Spalt- und die Schlitzpfropfung. Wichtig ist aber bei allen Methoden, dass ...
möglichst stark wachsende Pflanzen, die sehr gut im Trieb stehen, als Unterlage genutzt werden, um auch das Wachstum des Pfropfes zu beschleunigen. Wichtig dabei ist, dass die Pfropfung vorrangig in der Wachstumsphase, also etwa zwischen Mai und August erfolgen sollte. Außerdem benötigt man die passenden Utensilien, zu denen u. a. ein sehr scharfes Messer gehört. Dieses darf die Kakteen nicht quetschen, sondern muss sie sehr sauber durchtrennen. Nach jedem Schnitt muss das Messer in Alkohol wieder gesäubert werden, um evtl. Rückstände mit dem nächsten Schnitt nicht in die Pflanze einzubringen.

Einige interessante Kakteen und Sukkulenten:
Aasblume
Aloe Vera
Bischofsmütze
Feigenkaktus
Weihnachtskaktus

ImageBei der Flachpfropfung werden die Triebe etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Spitze abgeschnitten. Die Schnittkante wird insbesondere bei großen Exemplaren zusätzlich von der Mitte nach außen hin leicht abgeschrägt. Der Pfröpfling selbst wird ebenfalls waagerecht durchgeschnitten und falls nötig abgeschrägt. Durch die Abschrägung beider Teile, also Unterlage und Pfröpfling verstärkt sich der Druck, den sie später aufeinander ausüben. So wird ein festerer Halt gewährleistet. Die Schnittflächen dürfen während dieses Vorganges weder verschmutzt werden, noch austrocknen, weshalb ein extrem zügiges Arbeiten unbedingt Voraussetzung für eine erfolgreiche Pfropfung ist. Dann muss der Pfröpfling so auf die Unterlage aufgebracht werden, dass die Leitbündel nach Möglichkeit direkt übereinander liegen. Mit leichten Drehungen und Schieben des Pfröpflings auf der Unterlage lässt sich die Stellung nochmals korrigieren. Die Fixierung des Pfröpflings erfolgt hierbei mittels dünner Gummiringen.
Mindestens zwei Stück sollten dabei kreuzweise über den Pfröpfling gezogen werden. Das weitere Ziehen unter den Topf ermöglicht einen noch besseren Druck. Nach dem Pfropfen ist dann darauf zu achten, die Pflanze zwar warm und hell zu stellen, aber sie keinesfalls direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen. Ein Gießen der neu verpfropften Pflanze ist ebenfalls Tabu, allenfalls das Substrat darf leicht feucht gehalten werden.

Nach etwa zwei Wochen sollte man die Gummiringe entfernen, da die zusätzlich Fixierung nun nicht mehr nötig ist. Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen sollte die Pflanze zeigen, ob die Pfropfung gelungen ist, indem sie wieder Wachstum aufweist.

Bei der Spaltpfropfung, die sich insbesondere für Arten mit sehr dünnen Trieben eignet, wird in die Unterlage ein etwa ein Zentimeter tiefer, keilförmiger Spalt geschnitten. Den dabei entstehenden Keil lässt man noch in dem Spalt stehen. So kann dieser nicht austrocknen, während man den Pfröpfling ebenfalls waagerecht durchschneidet. Dieser wird nun so lange mit dem Messer angepasst, bis er in den zuvor gesetzten Spalt hinein passt. Erst dann darf der Keil entnommen und der Pfröpfling eingesetzt werden. Wichtig ist es auch hier, dass die Leitbündel sich direkt berühren. Ansonsten wird die Pfropfung kaum gelingen können. Die Fixierung erfolgt bei dieser Methode entweder mit einer Wäscheklammer oder aber mit einem äußerst sauberen Dorn eines Kaktus. Diese kann dann auch in die entstehende Pflanze direkt mit einweichen und muss nicht mehr entfernt werden.
 


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