Mandarinenbaum - Pflege, Schneiden und Überwintern

Mandarinen gehören zu den Zitrusfrüchten und der Mandarinenbaum ist ein Mitglied der Familie der Rautengewächse. Die Mandarine wurde schon in China im 12. Jahrhundert vor Christus erstmals erwähnt, es handelt sich also um eine sehr alte Pflanze. Sie stammt auch vermutlich aus dem chinesischen Raum oder aus dem Nordosten von Indien.
Mandarinenbäume gedeihen hierzulande nicht so groß wie in ihrer südlichen Heimat
Die heutige Mandarine hat ihren Ursprung jedoch im Mittelmeerraum. Ihr wird nachgesagt, ein Nachfolger der ursprünglichen Mandarinen-Sorte zu sein.

Die "neuen" Sorten kommen mittlerweile jedoch in allen warmen Regionen der Erde vor und nicht mehr auf die Ursprungsländer beschränkt. Ihre äußeren  Merkmale:
  • dunkelgrüne, lanzettenförmige Blätter
  • kräftige orangefarbene Früchte
  • weiße Blüten
Die meisten der im Handel erhältlichen Mandarinenbäumchen sind veredelte Pflanzen, sie wurden durch künstliche Vermehrung herangezogen. Die Früchte dieser Mandarinenbäume sind nicht essbar. Diese Zierbäume können in normale Pflanzenerde eingesetzt werden, der dann während des ganzen Jahres regelmäßig Dünger zugesetzt wird. Dieser ist als spezieller Zitrusdünger im Handel erhältlich, der den richtigen Nährstoffcocktail beinhaltet.

Der Standort für den Mandarinenbaum

Wer ein schönes sonniges Plätzchen als Standort für seinen Mandarinenbaum ausgewählt hat, ist damit gut beraten. Er braucht nicht nur ausreichend Licht und Sonne, sondern auch genügend Platz, denn er wird ca. 120 cm hoch und kann sehr breit werden. Wegen seiner Herkunft im Mittelmeerraum benötigt er viel Sonne und Wärme, die zwischen 20°C und 27°C betragen sollte. Der Mandarinenbaum ist nicht winterhart, deshalb wird er am besten in einen Kübel gepflanzt und kann dann bevor die Temperaturen kühler werden, ins Haus geholt werden. Falls es im April oder Mai noch recht kalt ist und Nachtfröste drohen, sollte der Mandarinenbaum erst später ins Freie gesetzt werden. Tipp: Ein Wintergarten ist für das ganze Jahr als Standort geeignet.

Pflege des Mandarinenbaums und mögliche Pflegefehler

Ein Mandarinenbaum mag nicht schwierig in der Haltung sein, aber Fehler können trotzdem auftreten. In den meisten Fällen treten sie auf, wenn zu viel Wasser gegeben wird, oder eine schlechte Dränage das Wasser im Erdreich zu lange festhält. Davon sterben die Wurzeln ab und die feinen Faserwurzeln verfaulen. Als Folge dessen treten zunächst Aufhellungen der Blätter auf, dann rollen sich Blätter zusammen oder wachsen nicht. Der Verlust der schönen grünen Blätter ist die nächste Stufe und dann schaltet der Mandarinenbaum auf Notfall um. Er verliert auch die Früchte oder entwickelt sie nicht weiter. In diesem Fall ist umtopfen die Erste Hilfe.

Bei Frostschäden werden einzelne Blätter braun bzw. bronzefarben. Wenn die Zweige nicht betroffen sind, kann sich der Baum noch einmal erholen. Sind die Früchte befroren, platzen sie auf oder reißen ein. Bei der Dürre wird die Erde viel zu trocken und fühlt sich staubig an. Dann sieht man der Pflanze an, dass sie „vertrocknet“ ist. Bei dieser Trockenheit kann versucht werden, durch schubweises Tränken der Pflanze noch etwas zu retten.

Mandarinenbäume können problemlos im Wintergarten überwinternStandort im Winter

Bevor man einen Mandarinenbaum kauft, sollte man den Standort für den Winter planen. Während dieser Zeit benötigt er Temperaturen zwischen 12°C und 14°C. Besonders wenn der Stellplatz der Wintergarten ist, sollte auf die Einhaltung der Temperaturen geachtet werden. Ein nicht

heizbarer Wintergarten kann schnell zu kalt werden, dann wirft der Mandarinenbaum die Blätter und Früchte ab. Im schlimmsten Fall kann er von dem ständigen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht auch eingehen. Besser ist es, ihn an einen Ort zu stellen, wo eine niedrige Temperatur konstant eingehalten werden kann.

Wichtig: Vor dem ersten Temperatursturz sollte der Mandarinenbaum im Winterquartier stehen! Würde man ihn zu starken
Temperaturunterschieden aussetzen, reagiert er ebenso mit dem Abwurf der Blätter. Im Winterquartier wird er regelmäßig mit Wasser versorgt, in dieser Zeit sollten auch die Früchte abgenommen werden. Übrigens mag der Mandarinenbaum keinen ständigen Standortwechsel, auch das kann zum Verlust der Blätter führen. Idealerweise wird er mit Regenwasser gegossen, kleine Portionen Wasser sorgen dafür, dass die Erde nie ganz austrocknet. Sie sollte allerdings auch nicht richtig durchnässt sein, die Wurzeln benötigen eine leichte Feuchtigkeit.

Variante 1: Helle und warme Überwinterung

Bei dieser Methode wird der Mandarinenbaum in den Wohnbereich geholt, wo er bei warmen Temperaturen und möglichst nahe am Fenster den Winter über stehen bleibt. Notfalls kann auch eine Pflanzenlampe darüber gehängt werden, die ihn dann 10 Stunden am Tag anleuchtet. Tipp: Je heller das Licht, desto höher die Raumtemperatur.

Bei der Überwinterung im Zimmer sollte auf jeden Fall auch geprüft werden, ob der Topf des Mandarinenbaums ebenso warm steht. In vielen Räumen ist der Bereich über dem Fußboden kälter als der obere Bereich, was ja ganz normal ist. Umgekehrt ist Fußbodenheizung nicht geeignet, dass der Topf sofort auf dem Boden aufsteht. Er sollte in diesem Fall auf einem Hocker stehen. Außerdem ist mangelnde Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen ein Problem. Hierzu kann ein Untersetzer mit nassem Blähton gefüllt werden, worauf dann der Blumentopf mit dem Mandarinenbaum gestellt wird.

Variante 2: Dunkle und kühle Überwinterung

Wenn der Mandarinenbaum in einem kühlen Raum überwintern soll, muss dieser nicht hell sein. Die Temperaturen können dann rund 10°C betragen. In diesem Fall benötigt der Mandarinenbaum weniger Wasser als bei der warmen Überwinterung. Es sollte aber sehr gut darauf geachtet werden, dass der Topf nicht zu kalt steht. Notfalls kann eine Noppenfolie darum gelegt werden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Pflanze beobachtet wird. So kann man schnell bemerken, wenn ihr etwas fehlt und Maßnahmen ergreifen.

Rückschnitt des Mandarinenbaums

Ein Mandarinenbaum muss nicht zwingend zurückgeschnitten werden, um einen kräftigeren Wuchs oder die Ausbildung von mehr Blüten bzw. Früchten zu provozieren. Wenn man ein solches Bäumchen zurückschneiden möchte, dann eher deshalb, damit die Krone schön rund wachsen kann. Die beste Zeit dafür ist nach der Winterruhe. Vielleicht ist dann auch ein Umtopfen notwendig, aber nur, wenn der Wurzelballen komplett den Topf ausfüllt. Würde er rigoros zurückgeschnitten, könnte der Baum dadurch leiden. Ein gesunder Mandarinenbaum sollte nur soweit gestutzt werden, um eine leichte Form hineinzubringen oder abgestorbene bzw. kranke Triebe zu entfernen. Nur wenn er von Schädlingen befallen ist, kann er umfangreicher zurückgeschnitten werden.

Mandarinen sind ein Zitrusgewächs - die Fruchtform lässt es erkennenWissenswertes zum Mandarinenbaum in Kürze
  • Höhe bis zu 120 cm
  • Breite bis zu 60 cm
  • Temperatur 20 bis 27°C
  • direkte Sonne
  • Strauchgewächs
Pflege
Zitrusbäume lieben direkte Sonne und Temperaturen von 20 bis 27°C. Beim warmen Wetter besprüht man sie täglich mit Wasser. Gegossen wird, wenn die Substratoberfläche trocken ist. Der Standort sollte gut belüftet sein, doch vermeiden Sie Zugluft. An warmen Sommertagen fühlen sich Zitrusbäume auch im Freien wohl. In der Ruheperiode im Winter ist eine Temperatur von etwa 13"C empfehlenswert. Halten Sie das Substrat gerade so feucht, dass es nicht austrocknet.

Vermehrung
Im Sommer werden Stecklinge abgenommen und gepflanzt. Es können auch Samen ausgesät werden.

Schädlinge und Krankheiten
Wollläuse überziehen die Blätter und Stängel mit weißer Wachswolle. An der Blattunterseite siedeln sich gern Schildläuse.

Gattung
Die Vertreter der Gattung Citrus sind nur Lieferanten von schmackhaftem Obst wie Orangen, Zitronen (Zitronenbaum) oder Grapefruit, sondern bereichern mit insgesamt 16 Arten, die sich durch duftende Blüten und farbenprächtige Früchte auszeichnen, das breite Spektrum der Zierpflanzen.
Die ovalen Blätter sind dunkelgrün, die Blüten besitzen fünf Kronblätter. Die Früchte, die bereits an 30 cm hohen Pflanzen reifen, sind anfangs grün, später gelb oder orange. Blüten und heranreifende Früchte sind mitunter gleichzeitig zu bewundern. Zitrusgewächse entwickeln sich im Haus nur langsam und erreichen eine maximale Höhe von 120 cm. In der Natur wachsen sie zu kleinen Bäumen heran. Die Früchte von Pflanzen, die in Zimmerkultur oder als Kübelpflanze gezogen werden, sind nicht zum Verzehr geeignet.

In unseren Breiten werden die Bäumchen wie Mandarinenbaum, Zitronenbaum und Orangenbaum meist in Kübeln gepflanzt, verbringen den Sommer auf Balkon und Terrasse und werden im Winter in Kellern und Garagen überwintert.

Beliebte Arten und Hybride des Mandarinenbaums
  • Citrus limon (Zitrone): Treibt im Frühsommer weiße, rötlich überhauchte Blüten. Ihre Früchte sind zunächst dunkelgrün und färben sich nach monatelanger Reifezeit gelb. Im Handel werden verschiedene Formen angeboten, die bereits als Jungpflanzen Früchte ansetzen.
  • Citrus reticulata x Fortunella margaritaa (Citrofortunella mitis): Fruchtet bereits als junge Pflanze. Sie trägt das gesamte Jahr hindurch Büschel weißer Blüten, denen runde, bis zu 4cm breite, leuchtend orangegelbe Früchte folgen.
  • Citrus sinensis (Orange): Ist stellenweise bedornt und öffnet im Spätfrühling ihre duftenden weißen, bis zu 2,5cm breiten Blüten. Daraus entwickeln sich glatte, orangerote Früchte mit einem Durchmesser von mehr als 5cm.