Orchideen umtopfen - das ist beim Umpflanzen zu beachten

OrchideeMindestens alle drei Jahre sollte eine Orchidee mit frischem Substrat versorgt werden. Substrate aus Rindenstücken zersetzen sich mit der Zeit. Es kommt zu Ablagerungen an den Wurzeln. Sie bekommen dann nicht mehr genügend Nährstoffe. Die Wurzeln verfilzen und faulen. Falls erforderlich, wird die Orchidee bei dieser Gelegenheit gleich in ein etwas größeres Gefäß, gesetzt. Beim Umpflanzen gilt es einiges zu beachten, damit die Orchidee diese Ruhestörung möglichst ohne Schäden übersteht.

Gründe

Es gibt mehrere Gründe für das

Umtopfen einer Orchidee:
  • weil sich das Substrat aus Rindenstücken mit der Zeit zersetzt
  • weil sich mit der Zeit Salze aus dem Gießwasser im Substrat ansammeln
  • weil der Topf zu klein für das Wurzelwerk geworden ist
  • weil Teile der Wurzeln verfault sind
  • weil die Pflanze Krankheiten oder Schädlingsbefall aufweist
Zeitpunkt und wie oft

Jedes Umpflanzen der Orchidee bedeutet Stress für die Pflanze. Für einige Zeit hört sie dann auf zu wachsen. Daher sollten Orchideen auf jeden Fall nur so oft wie nötig umgetopft werden. In der Regel passiert das alle drei Jahre, denn nur solange behält das Rinden-Substrat die benötigte, lockere Konsistenz. In Notfällen, wie Krankheiten und Schädlingsbefall heißt es natürlich, sofort handeln.

Das Umtopfen sollte nicht während der Blütezeit vorgenommen werden. Gleichzeitiges Blühen und Anwurzeln überfordert die Orchidee. Kann man das Umtopfen, trotz Blüte, nicht verschieben, müssen zuvor die Blütenstiele abgeschnitten werden. Nur so kann die Pflanze genügend Kraft für das Anwurzeln aufbringen. Auch bei ständig blühenden Orchideen-Sorten, wie der Phalaenopsis-Orchidee, kann diese Aktion nötig werden.

Die beste Jahreszeit ist das Frühjahr, sobald sich die ersten Triebe und neuen Blätter zeigen. Einige Sorten bilden auch im Frühherbst neue Triebe. Von Oktober bis Januar sollte jedoch nicht umgetopft werden. In diesen Monaten bekommen die frisch umgetopften Pflanzen zu wenig Licht.

Vorbereitung

Orchidee im TopfDas Umtopfen von Orchideen gleicht einer kleinen Operation. Was liegt also näher, sich vor der Aktion auch alle benötigten Materialien bereit zu legen:
  • ein neues Gefäß (Durchmesser max. 2 cm größer als das alte Gefäß)
  • oder das alte Gefäß, desinfiziert
  • scharfes Messer, scharfe Gartenschere
  • 70% Alkohollösung
  • einige Pflanzstäbe
  • Orchideen-Substrat
  • Blähton, Kieselsteine oder Styroporkugeln
  • Schüssel und Sprühflasche mit Wasser
  • Holzstab oder Bambusstab
Zwei oder drei Tage vor der Umtopfaktion wird die Orchidee noch einmal gedüngt. Kurz vor dem Umtopfen ist es ratsam, die Orchidee noch einmal in einem Tauchbad durchdringen zu wässern. Durch diese Maßnahme werden die Wurzeln weicher und brechen beim Umsetzen nicht so leicht.

Substrat

Für die epiphytisch wachsenden Orchideen Arten (Aufsitzerpflanzen) kommen als Basis Substrat meistens Rindenstücke zum Einsatz. Je nach dem Alter der Pflanzen wird der Feinheitsgrad ausgewählt: junge Pflanzen feine, kleine Rindenstücke, ältere Pflanzen gröbere Stücke. Dieses Substrat kann, je nach Anforderung noch angereicht werden. Zum Beispiel mit:
  • Holzkohle zur Desinfektion
  • Kokosfasern zum Schutz
    für junge Wurzeln, stabile Struktur
  • Kork für mehr Luftdurchlässigkeit
  • Perlite für erhöhte Luftdurchlässigkeit, besonders für junge Pflanzen
  • Holzfasern für gute Durchlüftung, zersetzen sich langsam
Arbeitsschritte

Orchidee aus dem alten Topf lösen

Wohl fast unnötig zu erwähnen: Die Orchidee muss möglichst umsichtig aus dem Topf gelöst werden. Dazu kann man den Topf mehrmals leicht zusammendrücken, um die Wurzeln

zu lösen. Wenn das nicht hilft, fährt man mit einem Messer am Topfrand längs, ohne die Wurzeln zu beschädigen. In hartnäckigen Fällen schneidet man lieber den Plastiktopf auseinander.

Wurzeln säubern

Jetzt müssen die Wurzeln möglichst vollständig vom alten Substrat befreit werden. Das gelingt am besten mit den Händen und durch leichtes Schütteln. Restliche Substratanhaftungen können mit lauwarmen Wasser abgespült werden.
Jetzt kann man die Wurzeln genauer untersuchen. Faule und vertrocknete Wurzeln werden mit einer scharfen Schere oder einem Messer abgeschnitten. Das Werkzeug wird zuvor sicherheitshalber mit einer Alkohollösung desinfiziert. Jetzt ist die Orchidee bereit für ihren neuen Topf und kann erst einmal in einer Schüssel mit Wasser "zwischengeparkt" werden.
Bei dieser Gelegenheit können auch Verjüngungs- oder Vermehrungsmaßnahmen durchgeführt werden. Bei mehr als fünf Bulben kann man den ältesten entfernen. Eine Orchidee mit mehr als acht Bulben und mehreren Neuaustrieben kann man teilen. Bei einer Teilung sollte jedes Pflanzenteil mindestens vier Bulben und einen Neuaustrieb besitzen. Der Schnitt muss jeweils mit einem sauberen, desinfizierten Messer durchgeführt werden. Um die Pflanze vor Krankheiten und Fäulnis zu schützen, kann man die Schnittstellen mit Kohle- oder Schwefelpulver einpudern.

Tipp: Niemals gesunde Wurzeln kürzen oder entfernen. Dadurch kommt es zu Minderwuchs und einer mickrigen Ausbildung der Neutriebe.

Der neue Topf

OrchideeAls Gefäße für die epiphytisch wachsenden Orchideen (die meisten Arten sind Aufsitzerpflanzen) eigenen sich am besten leichte, durchsichtige Plastiktöpfe. Sie sind stabil, lassen Licht an die Wurzeln und besitzen viele Ablauflöcher.
Auch Lattenkörbe aus Holz sind gut geeignet, weil sie viel Luft an die Wurzeln lassen. Wer die Plastiktöpfe in einen Übertopf setzt, sollte darauf achten, dass sie für Orchideen geeignet sind. Das heißt, sie sind groß und hoch genug, mit ausreichendem Raum für den Wasserablauf.

Bevor das neue Gefäß zu einem Viertel mit dem frischen Substrat angefüllt wird, gibt man einige Blähtonkugeln, Kieselsteine oder Styroporkugeln hinein. So lässt sich unerwünschte Staunässe verhindern. Danach kommt das Substrat hinein.

Orchidee einsetzen

Auf diese erste, bis zu einem Viertel hoch angefüllten, Substratschicht wird nun die Orchidee gesetzt. Die Wurzeln leicht eindrehen und die Pflanze gerade halten. Jetzt weiteres Substrat auffüllen. Zum Schluss gilt es, sämtliche Lücken zwischen den Wurzeln zu füllen. Leichtes Schütteln und Aufsetzen des Topfes helfen dabei. Mit einem Bambus- oder Holzstab lassen sich Lücken gezielt füllen. Das geschieht durch sanftes Andrücken des Substrates in die Wurzelzwischenräume hinein. Zum Schluss sollte das Substrat bis zu ca. 1 cm unter dem Topfrand aufgefüllt sein. Die Pflanze darf nicht zu tief eingesetzt werden. Stammansatz und Bulben müssen oberhalb des Substrates sitzen.

Tipp: Wurzeln die zuvor in die Luft ragten oder aus dem Topf lugten, mögen es nicht, mit in den Topf hineingezwängt zu werden. Sie sollten in ihrem neuen Zuhause weiterhin an der freien Luft bleiben.

Ausrichten

Wenn die Orchidee perfekt im Topf sitzt, kann man vorhandene Triebe an Stäben ausrichten. Am besten geeignet sind Stäbe aus Naturmaterialien. Zur Befestigung eigenen sich Klammern mit einem Plastik oder Gummiüberzug oder die speziell zu diesem Zweck angebotenen Orchideenklammern.

Nachbehandlung

Nun muss die Orchidee in ihrer neuen Umgebung so schnell wie möglich einwurzeln. Dafür muss sie hell stehen, darf aber nicht der prallen Sonne oder Heizungswärme ausgesetzt sein. Die ersten Wassergaben erfolgen erst fünf Tage nach dem Umtopfen, um die frischen Schnittstellen nicht zu infizieren. Tauchbäder erst nach zwei Wochen durchführen. Für genügend Feuchtigkeit müssen die oberen Teile der Orchidee in dieser Zeit regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Gedüngt wird erst nach vier Wochen wieder.

Fazit

Auch wenn es zunächst recht aufwendig klingen mag, mit der richtigen Vorbereitung ist eine Orchidee schnell umgetopft. Am wichtigsten sind saubere Materialien und der sorgsame Umgang mit den Wurzeln. Immerhin fallen diese Maßnahmen nur alle drei Jahre an und sorgen dafür, dass die Pflanze gesund bleibt und viele Blüten austreibt.