Bonsai-Samen: Keimen, Anzucht & Pflege

Bonsai-Samen: Keimen, Anzucht & Pflege Bonsai pflegenSpezielle Bonsai-Samen gibt es nicht. Bonsais sind „normale“ Pflanzen, die durch die Haltung in kleinen Gefäßen und regelmäßigen Schnitt, nicht nur der Triebe sondern auch der Wurzeln, klein bleiben. In den ersten zwei bis drei Jahren ist der kleine Bonsai eine „normale“ Pflanze. Erst danach beginnt seine Umformung. Die typische Bonsai-Form kann noch zusätzlich durch Drahten unterstützt werden. Für die erfolgreiche Aufzucht und Pflege eines Bonsais braucht man daher spezielles Werkzeug.

Zucht aus Samen

Je nach

dem welche Pflanze als Bonsai gezogen werden soll, kann man die Samen von einem Herbstspaziergang selber mitbringen (einheimische Bäume) oder sie bei einem Samenhändler kaufen. Einige Pflanzen, z.B. Nadelbäume, benötigen eine Stratifikation damit die Samen keimen. Darunter versteht man die kühle Lagerung bei ca. 1 – 4° C während des Winters. Dies kann entweder durch Lagerung der Samen im Kühlschrank geschehen oder man sät sie im Herbst schon aus und stellt das Pflanzgefäß nach draußen an einen hellen, frostgeschützten Platz.

BonsaiVor dem Aussäen im Frühjahr sollten die Samen über Nacht in eine Schale mit Wasser gelegt werden. Dies verkürzt die Keimzeit. Dann werden sie in eine Schale mit Anzuchterde ausgesät und mit Erde bedeckt. Die Erde sollte immer feucht gehalten werden. Nach ca. einem halben Jahr können die Keimlinge dann in kleine Töpfe vereinzelt werden. Während des Sommers kann man sie vorsichtig düngen. Besser zu wenig als zu viel. Wenn sie zwei bis drei Jahre als sind, werden sie zum ersten Mal in eine Bonsai-Schale umgepflanzt und beschnitten (s. Umtopfen).

Standort

Alle Bonsais mögen hellen Plätze ohne direkte Mittagssonne.
Arten mit dünnen Blättern sollten eher einen halbschattigen, Arten mit harten Blättern einen sonnigen Platz haben. Im Sommer kann man Bonsais auch gut nach draußen stellen.

Überwinterung

Auch im Winter braucht der Bonsai viel Licht. Eventuell muss man eine Pflanzenleuchte installieren. Die richtige Temperatur ist davon abhängig um welche Pflanze es sich bei dem Bonsai handelt. Subtropische Pflanzen brauchen Temperaturen zwischen 5° C und 12° C, tropische zwischen 20° C am Tag und 15° C nachts. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 50% sinken.

Gießen und Düngen

Der Bonsai sollte nicht mit frischen Leitungswasser gegossen werden. Besser ist Wasser, das 24 h abgestanden ist oder Regenwasser. Gegossen wird, wenn die Oberfläche der Erde leicht angetrocknet ist.
Gedüngt wird der Bonsai mit einem speziellen Bonsai-Flüssigdünger alle zwei Wochen vom Frühjahr bis zum Herbst. Nicht gedüngt werden sollte der Bonsai direkt nach dem Umtipfen und während der Blüte.
An heißen, trockenen Tagen kann man den Bonsai mit Wasser besprühen. Dies sollte aber nicht in der prallen Sonne geschehen. Die Blätter können sich sonst Verbrennungen zuziehen.

Umtopfen

BonsaibaumUmgetopft wird alle zwei bis drei Jahre.

Nachdem der Bonsai vorsichtig aus dem Gefäß heraus geholt wurde, wird mit einem Holzstäbchen ein Drittel der Wurzeln vorsichtig ausgekämmt, vom Stamm nach außen, von der Obrfläche in die Tiefe. Wurzeln, die vertrocknet oder matschig sind, werden mit der

Schere abgeschnitten. Die Schere muss scharf und sauber sein, damit die Wurzeln nicht gequetscht oder verunreinigt werden. Das würde Wurzelinfektionen fördern. Von den nun noch vorhandenen Wurzeln wird ein Drittel weggeschnitten.

Der verbleibende Wurzelballen sollte unten gerade sein. Die Schale wird nun gründlich gereinigt. Anschließend wird eine ca. 1 cm dicken Drainage-Schicht aus Kies oder Tonkügelchen eingefüllt. Hierauf kommt etwas Bonsai-Substrat. Jetzt wird der Bonsai in die Schale gesetzt, wobei die Wurzeln gleichmäßig verteilt werden. Nun wird weiteres Substrat eingefüllt und mit einem Holzstäbchen dafür gesorgt, dass hinreichend Erde zwischen den Wurzeln ist. Schließlich wird die Erde angedrückt und ein kleiner Gießrand gelassen.

Schneiden des Bonsais

Der Bonsai wird im Sommer geschnitten. Um einen starken Ast am Stamm zu schneiden, benutzt man die Konkavzange. Hierdurch wird die Wundheilung gefördert. Trockene, quer wachsende oder zu lang gewordene Triebe werden entfernt. Alle 2 Jahre wird ein Formschnitt vorgenommen. Hierbei werden Blätter und Äste so zurückgeschnitten, dass die gewünschte Form des Bonsais zu Tage tritt.