Akelei - Standort, Aussaat, Pflege und Schneiden

Akeleibeete werden bei wild aufgehenden Samen sehr buntAkelei, Narrenkappe oder Elfenhandschuh hinter all diesen Namen verbirgt sich eine wunderschön blühende, vielseitige und pflegeleichte Pflanze. Wer bei ihrer Kultur auf einige Punkte achtet, holt sich eine dekorative Bereicherung in den Garten.
 
Den richtigen Standort wählen

Die Akelei bevorzugt einen sonnigen Standort mit wanderndem Schatten. Ideal sind also Bereiche direkt am Haus oder in der unmittelbaren Nähe von höheren Gehölzen und Bäumen. Dabei ist aber etwas Vorsicht geboten, denn so einfach

die Ansprüche der Narrenkappe an den Standort auch sein mögen - Konkurrenz von umliegenden Wurlen verträgt sie nur schlecht. Daher gedeiht sie besser an Rasenkantensteinen oder Beet-Begrenzungen, als umrundet von weiteren Pflanzen.

Substrat

Um richtig gedeihen und die typischen, optisch bedornten Blüten ausbilden zu können, benötigt die Akelei einige Nährstoffe und einen gleichmäßigen Feuchtigkeitsgehalt. Das Substrat sollte daher locker und einigermaßen durchlässig gegenüber Wasser sein und einen hohen Nährstoffgehalt aufweisen. Frische Gartenerde, die mit etwas Kompost und Kokosfasern oder Sand gemischt wird, ist sehr gut eignet.

Aussaat

Die Aussaat gestaltet sich durch die winzige Größe der Samen etwas kompliziert. Und erfordert zumindest ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl. Sie ist dennoch auf zwei Wegen möglich. Zum einen können die Samen direkt in das Beet ausgesät werden. Zum anderen ist ein Vorziehen im Topf möglich.

Aussäen im Freien
  • Die ältere Akelei zeigt sich von Frost unbeeindruckt, anders die Samen und jungen Pflanzen.
  • Die Aussaat im Freien darf daher erst erfolgen, wenn der letzte Spätfrost vorüber ist.
  • Je höher die Bodentemperatur bereits ist, desto besser. Mindestens 15 °C sollten es aber schon sein.
  • Dazu gilt es, die Triebe in den ersten Monaten gleichmäßig feucht zu halten und bei Bedarf auszudünnen.
  • Auch das kann sich im Beet schwieriger gestalten, als bei vorgezogenen Akelei-Pflänzchen.
Das Vorziehen auf der Fensterbank
Wer sich für das Vorziehen entscheidet, hat beim Ausbringen der Samen leichteres Spiel. Denn dieses ist im Zimmer jederzeit möglich:
  • Normale Raumtemperaturen, ein heller Standort und etwas Anzuchterde - mehr benötigt die Akelei nicht um schnell auszutreiben.
  • Einzig auf die Feuchtigkeit muss auch hier sorgsam geachtet werden. Die Pflanzen dürfen zu keiner Zeit austrocknen.
  • Sind die Jungpflanzen bereits einige Zentimeter hoch, sollten sie aussortiert werden. Dabei sind alle offensichtlich schwachen Triebe zu entfernen.
  • Nach dem Aussortieren haben die starken Triebe mehr Platz und erhalten mehr Nährstoffe.
  • Nach dem letzten Frost im Frühjahr, können die vorgezogenen Narrenkappen ins Bett gesetzt werden.
  • Am besten direkt mit der Anzuchterde. Denn die Triebe sind sehr zart und brechen schon bei der kleinsten Berührung ab.
Die Blütenfarben der Akelei reichen von Weiß über Rosa ins BläulicheWer die Akelei einmal ausgesät und in das Beet gepflanzt hat, kann aufatmen. In der Folge samen sich die Pflanzen selbst aus.
 
Pflege

Die junge Akelei benötigt viel Wasser. Sobald sie ihre volle Größe erreicht hat, reichen Wassergaben in Trockenzeiten und normale Regenfälle aber aus. Als zweiter Punkt der Pflege steht nur eine jährliche Düngung an. Optimaler Weise erfolgt diese Düngung nach der ersten Blütephase des Jahres. Geeignet sind Hornspäne und Kompost. Zeigt die Pflanze Schwäche, darf auch ruhig öfter gedüngt werden. Vorzuziehen sind biologische und organische Dünger. Abhängig von der Beschaffenheit der Erde

kann nach einer Untersuchung auch eine Gabe von mineralischen Mitteln erfolgen.

Schneiden

Der Verschnitt der Akelei fällt ein bis zwei Mal jährlich an. Das hängt davon ab, wie oft sie blühen soll. Wird sie direkt nach der ersten Blütephase verschnitten und gedüngt, wird sie ein weiteres Mal im Herbst aufblühen. Werden die Blüten direkt an ihr belassen, samt sich die Akelei zwar aus, welkt aber bis zum Winter vor sich hin. Empfehlenswert ist
es, sie nach der ersten Blüte zu verschneiden, den zweiten Blütenstand aber bis zum nächsten Frühjahr an ihr zu belassen. Nach dem Winter und vor dem ersten Austrieb kann die Akelei radikal bis knapp über dem Boden zurückgeschnitten werden. Das verkraftet die Narrenkappe in der Regel sehr gut und treibt umso kräftiger und dichter wieder aus.

Überwintern

Wurde die Akelei im Frühjahr frei ins Bett gepflanzt, hatte sie während der warmen Monate ausreichend Gelegenheit, ein weitreichendes Wurzelnetz auszubilden. Dieses hilft ihr über den Winter. Ein zusätzlicher Schutz ist also in der Regel nicht von Nöten. Einzig, wenn der Standort sehr ungeschützt liegt oder ein langer Winter mit extremen Minustemperaturen zu erwarten ist, sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Sinnvoll ist es, die Pflanze mit einer dichten Auflage aus Mulch, Stroh und Reisig zu bedecken. Da sie im Herbst ohnehin welkt und sich in die Wurzeln zurückzieht, kann auch zusätzlich ein Eimer über sie gestülpt werden. Das Ausgraben im Herbst und erneute Auspflanzen im Frühjahr ist wenig empfehlenswert, weil dabei ein Gutteil der Wurzeln verletzt oder gar abgetrennt wird. Eine Alternative kann es aber sein, die Akelei im Kübel zu kultivieren und während des Winters an einen ungeheizten aber dennoch frostfreien Standort im Haus zu verbringen. Licht benötigt die Pflanze während dieser Ruhephase nicht.

Ist die Akelei giftig?

So schön die Blüten und blaugrün gefärbten Blätter der Akelei auch sind, sie sollten nicht über deren Giftigkeit hinwegtäuschen. Bereits geringe Mengen rufen schwere Beschwerden und Vergiftungserscheinungen hervor. Dazu gehören:
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Benommenheit und Schwindel
  • Beschwerden beim Atmen
  • Herzprobleme
Akelei sieht harmlos aus, ist aber eine GiftpflanzeDie Narrenkappe gehört also weder in die Nähe von Kräuter- und Gemüsebeeten, wo junge Triebe versehentlich im Salat oder Topf landen könnten. Noch sollten sie für Kinder und Haustiere zugänglich sein, die die farbigen Blüten abreißen oder beim Spielen Teile der Pflanze aufnehmen könnten.

Wissenswertes zu Akelei in Kürze

Die Akelei ist eine reich und interessant blühende Pflanze, die in zahlreichen Größen und Farben erhältlich ist. Einmal ausgesät kann sie zum ständigen Begleiter im Garten werden, der nur wenig Pflege erwartet und dennoch ein schöner Blickfang ist. Dadurch ist sie ideal für Bauerngärten und alle, die weder viel Zeit noch Aufwand in Gartenarbeit investieren möchten und sich dennoch an Blütenpracht erfreuen wollen.
  • Akelei gehört zu den Giftpflanzen, wurde in den alten Zeiten jedoch als Medizin gegen Nieren- und Leberkrankheiten verwendet.
  • Die Pflanze war schon im 17. Jahrhundert für ihre Heilkraft bekannt. Der Akelei (ihren Samen) wurde sogar eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.
  • Die Blüten enthalten das Gift Blausäure.
  • Die Blütenfarben und -formen der Akelei reichen von Weiß, Gelb über Rosa, Blau, Zweifarbig bis hin zu einer faszinierenden fast schwarzen Blütenfarbe (Akelei 'William Guinness').
  • Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
  • Die Vermehrung kann durch Aussaat März bis Juni erfolgen. Nur flach aussäen und etwas schattieren.
  • Farbecht fallen nur gekaufte, gezüchtete Samen aus. Selbstgesammelte Samen können ein buntes Durcheinander ergeben.
  • Wer Selbstaussaat verhindern möchte, schneidet die verblühten Stiele ab. So wird auch eine zweite Blüte im Herbst gefördert.
  • Die Akelei fühlt sich wohl in Gesellschaft mit Tränendem Herz, Astilben, Farne, Taglilien, Phlox und anderen Stauden, die im Halbschatten oder in der Sonne gedeihen.
Die Akelei ist zwar eine äußerst anspruchslose Pflanze, doch dem Befall durch die Akelei-Gallmücke kann man nicht immer entgehen. Dieser Schädling befällt die Knospen der Akelei. Befallene Knospen unbedingt vernichten. Nicht auf den Kompost werfen. Ein weiterer Schädling, sind die Wollläuse. Hierbei werden die Triebe mit einem watteähnlichen Material umhüllt, und an der Pflanze sieht man glänzende, klebrige Stellen. Die Läuse darunter saugen an den Blättern und Trieben und scheiden, genau so wie Blattläuse, schädliche Stoffe aus. Gegen die Wollläuse hilft oftmals eine kräftige Dusche mit dem Gartenschlauch und, wie bei Blattläusen, eine Mischung aus Wasser, Schmierseife und einem Spritzer Spiritus. Akeleien in der Nähe von Rosen, und Phlox werden leider auch vom Mehltau befallen. In diesem Fall hilft eine 1:1 Mischung aus Wasser und frischer Vollmilch (3,6% Fett, keine H-Milch). Diese Mischung ist auch sehr hilfreich bei von Mehltau befallenen Rosen, Monarda und Phlox. Pflanzen mit dieser Mischung tropfnass besprühen, bei Bedarf die Behandlung in Intervallen von 2-4 Tagen 3-5 mal wiederholen.

Beliebte Arten
  • Akelei akitensis: Zwergakelei. Die Sorte Ministar blüht Mai bis Juni, wird nur ca. 15 cm hoch, hat dunkelblau Blüten und weiße Kelchspitzen. Idealer Standort: Steingärten in Sonne und Halbschatten. Eignet sich gut auch als Schnittblume für kleine Sträuße. (ähnlich wie Duftveilchen)
  • Akelei buergeriana: Zwergakelei. Die Sorte Calimero blüht Mai bis Juni und wird ca. 20 cm hoch. Die Blüte außen auberginenfarbig, die inneren Glocken haben eine zartgelbe Farbe. Idealer Standort wie Ministar.
  • Akelei superba: Bildet sehr große Blüten, blüht vom Mai bis Juni. Erreicht eine Höhe von etwa 40-45 cm. Wird mit großer Vorliebe in Steingärten gepflanzt, wo sie sich auch sehr wohl fühlt. Wird gerne als Schnittblume verwendet, für Wildblumensträuße oder zu anderen Frühsommerblühern zusammen. (Freesia, Anemonen usw.)