Bodendeckende Gehölze für schattige Standorte

Schattenbereiche im Garten müssen nicht langweilig sein, sondern bieten gerade an heißen Sommertagen einen attraktiven Rückzugsort, sofern sie mit geeigneten Pflanzen versehen wurden. Ganzjährig schön werden Schattenplätze durch immergrüne sowie blühende Bodendecker, die durch Leitstauden, Gräser und Zwiebelblüher ergänzt werden.Efeu ist ein klassischer Bodendecker - auch für schattige Standorte

 

Bei der Gestaltung mit Bodendeckern sollten nicht mehr als zwei oder drei Sorten großflächig miteinander kombiniert werden, sonst wirkt die Fläche schnell unruhig. Ideal ist die Kombination aus sommer- und immergrünen Bodendeckern. Immergrüne

verleihen dem Garten auch im Winter Struktur, wohingegen viele sommergrüne Bodendecker mit attraktiven Blüten sowie interessanter Herbstfärbung punkten. Um schnell einen flächigen Effekt zu erreichen, sollten pro Quadratmeter etwa 15 Pflanzen gesetzt werden.

Efeu


Mit Efeu lassen sich auch große Flächen begrünen. Es ist anspruchslos und hält auch dem größten Wurzeldruck stand. Efeu breitet sich kriechend und kletternd aus, es lässt sich über Stecklinge und durch Teilung leicht vermehren. Panaschierte Arten bevorzugen etwas mehr Sonne, sollten also nicht unter großen Bäumen gepflanzt werden, sondern eher an halbschattigen Plätzen.

Ysander (Pachysandra terminalis)


Ysander zählt zu den Halbsträuchern und behält auch im Winter seine grünen Blätter. Das Gewächs breitet sich über Ausläufer aus und bildet dadurch recht schnell einen dichten Teppich. In den Monaten April und Mai erscheinen weiße, ährenförmige Blüten. Ysander bevorzugt leicht saure Böden und eignet sich deshalb sehr gut als Partner zu Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen wie Rhododendron oder Hortensie. Zum Verjüngen älterer Bestände lassen sich die maximal 30 Zentimeter hohen Pflanzen mit dem Rasentrimmer zurückschneiden.

Immergrün (Vinca)


Das Immergrün wird je nach Art und Sorte zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch und blüht lila, weiß, blauviolett oder purpurrot. Die Blütezeit liegt in den Monaten April und Mai. Die Triebe des wintergrünen Halbstrauches liegen nieder und breiten sich mattenförmig aus. Die aufgerichteten, blühenden Zweige stehen aus der Pflanzung heraus. Das Immergrün ist anspruchslos und pflegeleicht, lediglich unerwünschte Triebe müssen hin und wieder zurückgeschnitten werden. Ideale Partner sind Ysander, Silberkerze, Nieswurz und Lungenkraut.

Ein anspruchsloser, aber blühfreudiger Bodendecker: ImmergrünStorchschnabel (Geranium)


Je nach Art und Sorte werden die Pflanzen zwischen 25 und 60 Zentimeter hoch. Für Schattenbereiche eignen sich besonders der Wald-Storchschnabel, der Balkan-Storchschnabel und der Rosa Storchschnabel. Storchschnäbel lassen sich gut durch Teilung vermehren. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und August, ein Rückschnitt nach der Blüte fördert eine Nachblüte. Im Herbst begeistern die Pflanzen durch eine attraktive Herbstfärbung. Gute Partner sind Königsfarn, Funkie, Astilbe, Herzblume und Waldrebe.

Elfenblume (Epimedium)


Elfenblumen erreichen eine Höhe zwischen 15 und 35 Zentimeter und sind teilweise wintergrün. Die Pflanzen breiten

sich durch Ausläufer aus und bilden schnell einen dichten Teppich. Lediglich im Jahr der Pflanzung ist auf ausreichende Wassergaben und eine Abdeckung im Winter zu achten. Die Elfenblumen bevorzugen frische, humose und feuchte Böden. Die dunkelgrünen Blätter sind im Austrieb bronzefarben. Die Blütenfarbe variiert je nach Art und Sorte zwischen weiß, lila, gelb und rosa. Gute Partner für Elfenblumen sind Funkie, Segge, Waldsteinie und Schaumblüte.

Lungenkraut (Pulmonaria)


Je nach Art und Sorte sind die Blätter des Lungenkrauts grün

oder gefleckt. Die 20 bis 40 Zentimeter hohen Pflanzen blühen in den Monaten März bis Mai in Blau, Rot, Violett oder Weiß. Die Blüten stehen in endständigen Trauben. Das Lungenkraut breitet sich kriechend aus und sorgt zudem durch Selbstaussaat für zahlreichen Nachwuchs. Gute Partner für die anspruchslosen Pflanzen sind Waldsteinie, Nieswurz, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Herzblume und Primel.

Schaumblüte (Tiarella)


Die Schaumblüte bevorzugt humose Böden und wird je nach Art 15 bis 35 Zentimeter hoch. In den Monaten April bis Juni stehen über den lindgrünen Blättern zahlreiche, weiße Blütenkerzen. Attraktiv ist auch die rötliche Herbstfärbung der Blätter. Die Pflanzen breiten sich nur langsam über Ausläufer aus, sollten bei der Pflanzung also dichter gesetzt werden, wenn sie den Boden schnell bedecken sollen. Gute Partner sind Herzblume, Bergenie, Lungenkraut und Waldsteinie.

Waldsteinie (Waldsteinia)


Waldsteinien sind die ideale Besetzung unter Bäumen, denn sie vertragen nicht nur Wurzeldruck, sondern gelten als sehr gute Laubschlucker und verdrängen aufkommendes Unkraut. Die Pflanzen besitzen wintergrüne Blätter und blühen in den Monaten April und Mai gelb. Im Herbst punkten sie noch einmal mit einer attraktiven Laubfärbung. Waldsteinien breiten sich nur langsam über Ausläufer aus, bilden dann aber dichte Teppiche. Ideale Nachbarn sind Lungenkraut, Astilbe und Leberblümchen.

Bergenien gehören zu den verbreitetsten BodendeckernNeben Bodendeckern, einigen höheren Stauden und Farnen bringen Gräser Leben in die Pflanzung, denn sie fangen das Spiel von Schatten und Licht wunderbar ein. Geeignete Gräser für Schattenbereiche sind unter anderem:

  • Waldschmiele
  • Japanwaldgras
  • Segge
  • Bärenfellgras

Weitere Bodendecker-Gehölze mit botanischen Anmerkungen

    • Berberis buxifolia `Nana` (buchsbaumblättrige Berberitze) bis zu 50 cm hoch, immergrün, keine besonderen Ansprüche, auch für trockene Sandböden, industriefest, verträgt auch sommerliche Trockenperioden schadlos; geeignet für niedrige Einfassungen, freiwachsende Hecken, Pflanztröge und Dachgärten.
    • Chaenomeles japonica (Zierquitte) bis zu 100 cm hoch, toleriert die meisten Bodenarten, bevorzugt auf frischen bis feuchten Substraten, gut frosthart, sehr lange Blütezeit ab März; Unterpflanzung von Straßenbäumen und Solitärgehölzen, Böschungsbegrünung; in Lettland dienen Zierquitten der Saftherstellung und Bonbonproduktion.

    • Deutzia gracilis (Maiblumenstrauch) bis zu 80 cm hoch, keine besonderen Ansprüche, gut frosthart, anpassungsfähig an den pH-Wert;
    • Hypericum androsaemum (Mannsblut) bis zu 100 cm hoch, keine besonderen Ansprüche, bevorzugt nicht zu trockene Standorte; Kombination mit anderen Sträuchern wie Potentilla, Spirea, ebenso wie Stauden.

    • Lonicera pileata (Heckenkirsche) bis zu 80 cm hoch, recht anspruchslos, stadtklimafest, Trockenheit, Hitze, Schatten, und Wurzeldruck vertragend, schnittfest; zur Bepflanzung von Böschungen und als Unterpflanzung von Gehölzen.
    • Spirea betulifolia (Spierstrauch) bis zu 100 cm hoch, sehr frosthart, optimal auf gleich bleibend frischen Substraten; geeignet zur Flächenbegrünung und zur Unterpflanzung von Bäumen; neben der guten Blüte weist dieser Bodendecker eine prächtige Herbstfärbung auf.

    • Stephanandra incisa `Crispa` (Zwerg-Kranzspiere) bis zu 80 cm hoch, feuchte, aber durchlässige Böden, insgesamt anspruchslos, frosthart, robust.
    • Vaccinium vitis-idaea (Heidelbeere) bis zu 30 cm hoch, unterirdisch, wurzelnde Kriechtriebe, sandig-humose oder torfige, frische bis nasse, saure Substrate, frosthart, geeignet für Heidegärten und Rhododendren-Anlagen, gedeiht auch unter Wurzeldruck von Birke und Kiefer; Kombination mit Gaultheria procumbens (Scheinbeere), Cornus canadensis (Teppich-Hartriegel), Pernettya (Torfmyrte), Festuca (Schwingel) zu empfehlen.

  • Vinca major (großblättriges Immergrün) bis zu 35 cm hoch, toleriert alle kultivierten Gartenböden.
  • Vinca minor (kleinblättriges Immergrün, Singrün) bis zu 30 cm hoch, stadtklimaresistent, empfindlich gegen Bodenverdichtung, geeignet zur flächigen Einfassung von Kleinstauden- und Gehölzrabatten; Vinca Flächen können sehr gut mit Krokussen bepflanzt werden.