BodendeckerSonnenliebende Bodendecker sind in der freien Natur nur an Orten zu finden, an denen keine Großgehölze oder Bäume wachsen. Diese Arten sind im Gegensatz zu ihren schattenverträglichen Gegenspielern konkurrenzschwach und vertragen keinen Laubfall - sie würden ersticken. Sie weichen der Konkurrenz aus indem sie Extremstandorte besiedeln. Bodendecker für sonnige Standorte weisen Eigenschaften auf, die auch Pioniergehölze auszeichnen:
- anspruchslos gegenüber Nährstoffen - ertragen Temperaturextreme einer Freifläche - ertragen Trockenheit und Nässe. Beispiele heimischer Pflanzen für extreme Standorte:
- Calluna vulgaris (Besenheide) geeignet für Rekultivierungsmaßnahmen in der freien Landschaft, Pioniergehölz für nährstoffarme, starksaure Standorte, Sandböschungen, Felshänge. Flächige Bepflanzungen
in Heideanlagen, Rhododendron- und Azaleengärten. Zahlreiche Kulturformen dieser Arte stehen heute für den heimischen Garten zur Auswahl.
- Juniperus- Arten (Wacholder) alle Wacholder-Arten sind lichthungrig, dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden. In der Gesellschaft mit Callunen und Eriken gedeihen sie ebenso hervorragend wie zusammen mit Rosen, Stauden und Gräsern.
- Erika-Arten (Glockenheide) die Heide-Arten sind mit 500 Arten eine der vielfältigsten Pflanzengattungen, von denen 10 Arten in unseren Breiten von Portugal bis Skandinavien beheimatet sind.
- Empetrum nigrum (Krähenbeere/Rauschbeere);("empetrum" = griechisch für "auf Felsen wachsend"); sehr frosthart, feuchtigkeitsliebend aber dennoch sehr trockenresistent. Staudenpflanzungen aus einer Art in sonniger Lage sind in unseren Breiten nicht zu finden, zudem sind sie sehr pflegeaufwendig. Unser Klima erfüllt nicht die notwendigen Standortbedingungen, es spricht eine große Bandbreite von Gattungen an und somit unterliegt eine Pflanzung mit einer Art extremen Einwanderungsdruck, es entstehen vielartige Gemeinschaften, die in sich dynamisch sind, da sie sich je nach Bedingung den Gegebenheiten anpassen.
Zu Empfehlen ist daher bei der Planung für sonnige Standorte auf eine ausgewogene gemischte Pflanzung zu achten.
Ausnahmen für sonnige Flächen sind z.B. Hypericum calycinum (Johanniskraut) und Geranium macrorrhizum (Storchschnabel), diese sind extrem konkurrenzfähig und bedürfen nur geringer Pflege um dauerhaft geschlossene Flächen zu bilden. von Kirstin Bargmann
|