Lampionblume - Pflege, Vermehren und Überwintern

Die Lampionblume ist in vielen Gärten zu finden, hier besticht sie den Blick vor allem mit ihren leuchtend orange-roten Kelchblättern. Die auch unter der Bezeichnung Physalis bekannte Pflanze ist in unseren Breiten eine Zierpflanze, auch wenn die in den roten Blüten sitzenden Beeren der essbaren Physalis ähnlich sieht.

Lampionblumen werden in erster Linie zur Zierde in den Garten gepflanzt. Abgeschnittene Zweige werden gerne in Trockengestecken oder in Blumensträußen arrangiert. Weltweit sind in der Familie der Physalis mehr als 90 Sorten bekannt, in Europa ist die Lampionblume am meisten vertreten. Sie gehört zur Familie

der Physalis alkekengi und wird auch unter der Bezeichnung:Unverwechselbar: Lampionblumen erkennt man an ihren Blüten - es gibt aber viele Sorten
  • Blasenkirsche
  • Judenkirsche
  • Andenbeere
  • Kapstachelbeere
erwähnt. Die Lampionblume ist entweder als einjährige oder als mehrjährige Pflanze erhältlich. Letztere ist besonders ausdauernd und wächst zu einem schönen Busch heran. Dabei können Höhe von mehr als einem Meter erreicht werden. Die herzförmigen Blätter sind weit verzweigt und sitzen paarweise am Stiel. Ein Blatt kann eine Länge von 10 cm erreichen.

Anzucht der Lampionblume

Die Lampionblume kann aus Samen, die in den Beeren zu finden sind, erfolgen oder durch Kauf einer Portion Samen im Fachhandel. Schon im zeitigen Jahr im Februar kann die Anzucht im Zimmer vorgenommen werden. Werden sie aus Samen aus der Frucht herangezogen, blühen die Pflanzen bereits im ersten Jahr und tragen dann auch schon Früchte. Die Auspflanzung ins Freiland sollte auf jeden Fall nach dem 15. Mai, den sogenannten Eisheiligen, erfolgen. Ist zu dieser Zeit noch mit Nachtfrost zu rechnen, lieber noch etwas warten.
  • Lampionblumen bilden Ausläufer.
  • Sie vermehren sich dadurch schnell.
  • Die Blüten kommen im Juli/September.
  • Die Früchte reifen im Oktober.
Die Blütezeit der Lampionblume

Je nach Sorte zeigen sich bereits im Mai die ersten Blüten, die entweder gelb oder rot aussehen können. Aus diesen Blüten entsteht später die eigentliche Frucht, die zunächst in den kräftig farbigen Kelchblättern verborgen sitzt. Wenn diese Kelchblätter langsam blasser werden und schließlich braun sind, ist die Frucht in ihrem Inneren reif und kann geerntet werden. Sie ist sehr Vitamin-C-haltig und entsprechend sauer. Hierbei sollte jedoch auf die Sorte geachtet werden, nicht alle Früchte sind genießbar.

Passend zur Lampionzeit tragen die Lampionblumen ihre eigentümlichen Blüten zur SchauDie Lampionblume sieht sehr schön in einem Gartenbeet aus, wo sie gerne auch die Hauptrolle übernehmen kann. Durch ihre farbenfrohen Früchte bzw. die Fruchthüllen bilde sie einen Blickfang, je nach Sorte können die darin sitzenden Beeren auch verzehrt werden. Im Spätsommer bzw. Herbst sieht diese Blume besonders schön zu Astern und anderen Herbstblühern aus. Tipp: Die Beeren der Lampionblume „Physalis peruviana (Andenbeere)“ sind essbar.

Geeigneter Standort für Lampionblumen

Lampionblumen stellen eine schöne Verzierung für den herbstlichen Garten dar. Ihre leuchtend roten oder orangenen Blütenkelche sind ein reizvoller Kontrast zu einem sonst einheitlichen grünen Garten im Spätsommer oder Herbst. Sie sieht besonders schön zwischen den anderen Herbstblühern Chrysanthemen, Astern oder Gräsern aus. Der
richtige Standort für die Lampionblume ist ein sonniger Standplatz. Beim Pflanzen sollte die Wuchsgröße beachtet werden, die Hälfte dieser Breite ist der Pflanzabstand zu

anderen Blumen. Der Boden für die Lampionblume sollte mäßig feucht sein, sie kann durchaus einen sauren, kalkhaltigen oder mageren Boden vertragen.

Tipp: Die Lampionblume ist bestens für einen wilden Garten geeignet, hier darf sie wuchern.

Alternativ kann die Lampionblume auch als Kübelpflanze gehalten werden. Wenn der Kübel ausreichend groß ist, bekommt die Blume ausreichend Nährstoffe und Wasser. Auch als Kübelpflanze benötigt sie keine Düngergaben, weil diese auch hier den Blattwuchs vermehren und die Fruchtbildung zurücksetzen würde. Als Kübelpflanze benötigt die Lampionblume mehr Aufmerksamkeit wegen der ausreichenden Bewässerung. Wenn die Lampionblume in einer trockenen Erde steht, kann sie sich sehr gut und krautartig ausbilden. Wenn der Boden sehr nährstoffreich ist, bildet sie weniger Früchte und mehr Blätter aus.

Pflege der Lampionblume

Wenn die Lampionblume gepflanzt wird, sollte neben dem richtigen Standort und einem gut regulierten Wasserhaushalt auch eine Mulchschicht nicht vergessen werden. Düngergaben sind hingegen nicht unbedingt erforderlich. Dadurch wird nur der Blattwuchs angeregt, die Früchte bleiben dabei aber aus. Wenn die Pflanzen zu groß und umfangreich werden, sollten die Ausläufer, durch die sie sich vermehrt, mit dem Spaten abgestochen werden. Ein Zerteilen der Ausläufer produziert viele neue Jungpflanzen!

Tipp: Im Frühling den Boden um die Lampionblume mit Kalk versehen und auflockern. Wenn man der Lampionblume Dünger geben möchte, was besonders der Fall ist, wenn sie im Kübel steht, kann ein Rhododendrondünger eingesetzt werden. Dünger sorgt auch dafür, dass die Blätter im Herbst besonders farbenprächtig werden.

Überwinterung der Lampionblume

Für die Überwinterung der Physalis müssen keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Da die Blume über Rhizome – also die Wurzeln unter der Erde – am Leben bleibt, kann der Winter diesen nichts anhaben. Die überirdischen Pflanzenteile können entweder im Herbst oder im Frühling zurückgeschnitten werden. Die Pflanze treibt aus den Rhizomen neu aus und bildet dann wieder einen neuen Busch. Da die Rhizome sich als Ausläufer weiter vermehren, wird aus einer Lampionblume schnell eine zweite oder auch eine dritte. Tipp: Durch den Rückschnitt ergeben sich schöne Zweige für die Dekoration.

Physalis ist nicht gleich Physalis: Die Früchte können giftig sein!Giftigkeit der Physalis

Die meisten Lampionblumen werden durch Überlassung von Nachbar zu Nachbar in den Garten gesetzt. Hier ist niemals eindeutig geklärt, um welche Sorte der Lampionblume es sich handelt. Deshalb sollte auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Blume essbare Früchte enthält, auch wenn diese der Physalis aus dem Supermarkt sehr ähnlich sehen. Besonders wenn Kinder im Haushalt leben, sollte dafür gesorgt werden, dass diese die Blume nicht berühren und vor allem nicht die Früchte in den Lampions essen.

Wissenswertes zur Lampionblume in Kürze
  • Die Lampionblume gehört zu den Nachtschattengewächsen. Sie sind beliebte Stauden, da sie im Herbst und Winter den Garten mit ihren leuchtend orangefarbenen Lampions schmücken.
  • Gerne wird sie in verwilderten Ecken des Gartens gepflanzt, da sie sehr stark wuchert. Damit sie aber nicht über alle Strenge schießt, sollte man Wurzelsperren in den Boden einlassen.
  • In kleinen Gärten kann man sie auch - um nicht gänzlich auf sie verzichten zu müssen - auch in Maurerkübel pflanzen und den Kübel bis zum oberen Rand in die Erde eingraben. So bleibt die Lampionblume an einer Stelle.
  • Anders als die als Andenbeere bezeichnete Physalis-Art, ist die Lampionblume (Früchte, wie andere Pflanzenteile) giftig! Wer kleine Kinder hat, sollte für den Anfang vielleicht auf die Pflanze verzichten.
  • Im zeitigen Frühjahr, oder wenn die Stängel unansehnlich geworden sind, kann man die Pflanzen bodennah abschneiden. Im Frühjahr treiben sie fröhlich wieder aus.
  • An Boden und Standort stellt die Pflanze kaum Ansprüche. In etwas kalkhaltigem Boden wächst und gedeiht sie allerdings besser, als in anderen Böden.
  • Sie wächst einfach überall, wo sie Platz zum Wachsen findet. Die Blüten sind weiß, relativ klein und unscheinbar und erscheinen an der Pflanze von Mai bis Juli.
  • Die Fruchtreife beginnt im August/September. Das ist auch die Zeit, wo sich die Lampions in ein kräftiges Orange umfärben. Die Lampions eignen sich sehr gut für Trockensträuße im Herbst oder für die Vase, allerdings ohne Wasser.
  • Will man die Lampionblumen aus dem Garten verbannen, weil sie alles überwuchert hat, so muss man darauf achten, dass man alle Wurzel- und Pflanzenreste entfernt und ausgräbt. Aus der kleinsten Wurzel treibt die Pflanze erneut willig wieder aus.