Staudenpflege - Pflanzen, Pflege und Schneiden

Staudenpflege - Pflanzen, Pflege und Schneiden RitterspornStauden sind mehrjährige Pflanzen, deren Stängel nicht verholzen. Der Fachmann spricht von krautigen Pflanzen. Stauden treiben im Frühjahr aus, blühen je nach Sorte vom Frühsommer bis zum Herbst und ziehen sich im Winter auf die unterirdischen Bestandteile zurück. Der oberirdische Teil stirbt ab. Die Pflanzen brauchen eine ausreichende Nährstoffversorgung um Kraft für den Winter zu sammeln.

Staudenarten in deutschen Gärten

Neben einheimischen Stauden finden sich in deutschen Gärten viele Pflanzen aus dem Mittelmeerraum und sogar

aus Afrika, Asien und Amerika. Die Überwinterung ist daher bei den Stauden nicht einheitlich. Manche Sorten benötigen keinen Schutz, andere müssen ausgegraben werden. Stockrosen und Rittersporn sind als einheimische Stauden winterhart und benötigen keinen Schutz vor Frost. Die Knollen, der aus Mexiko stammenden Dahlie, müssen ausgegraben und frostfrei gelagert werden. Es gibt einige Tausend Sorten an Stauden, die sich in der Größe, dem Aussehen, der Blüte und der Winterfestigkeit erheblich unterschieden. Das kleine Maiglöckchen gehört genauso zu den Stauden, wie Riesenknöterich, der es leicht auf 4 m bringen kann. Auch Mohn, Iris, Frühlingsmargerite und Glockenblumen gehören zu den Stauden. Bei aller Vielfalt gibt es bei der Pflege viele Gemeinsamkeiten.

Die Pflanzen in den Garten setzen

Alle Stauden werden üblicherweise erst nach dem Frost gesetzt. Die meisten Sorten werden in Töpfen mit Wurzelballen angeboten, andere als Knollen. Um den Pflanzen den Start zu erleichtern, wässern Sie die Knollen oder Wurzelballen vor dem Einpflanzen. Mischen Sie an der Pflanzstelle Kompost in den Boden, um ihn locker und durchlässig zumachen. Zusätzlich sorgen Sie so für eine ausreichende Nährstoffversorgung der rasch wachsenden Stauden. Die optimale Pflanztiefe ist, je nach Sorte, verschieden. Bei Topfware sollte nach dem Eingraben die Oberkante des Erdreichs im Topf mit der Gartenerde bündig abschließen. Für hochwachsende Sorten wird eine Stütze benötigt, besonders da Zuchtsorten oft große und schwere Blüten bilden. Damit die austreibenden Wurzeln nicht beschädigt werden, stecken Sie die Stütze direkt nach dem Pflanzen in den Boden. Nehmen Sie zu diesem Zweck verzweigte Äste von Ulmen und Erlen, um den Pflanzen eine natürlich wirkende Stütze zu geben. Winterharte Stauden können Sie auch im Herbst pflanzen, dies ist bei manchen Arten, wie der Iris von Vorteil, denn diese werden immer als Knollen gesetzt. Bei Topfware ist die beste Pflanzzeit dagegen das Frühjahr.

Für günstige Startbedingungen bei Stauden sorgen

Nun benötigen die Stauden lediglich genügend Wasser, um zu wachsen. Als Dünger eignet sich Blühpflanzendünger, sofern Sie keinen Kompost verwendet haben. Stauden treiben meist nach wenigen Tagen aus. Da das frische Grün Schnecken anlockt, kann es geschehen, dass dieser Austrieb unbemerkt bleibt. Schnecken fressen schneller, als die Pflanzen wachsen können. Ein Schutz gegen diesen Fraß ist unbedingt notwendig, ohne geeignete Maßnahmen schaffen es die Schnecken sogar kräftige Stauden zu vernichten. Streuen Sie reichlich Schneckenkorn in dem Pflanzbereich. Da Kompost Schneckeneier enthalten kann, sollte er vor der Verwendung einige Stunden bei 100 ° Celsius in einem Backofen erhitzt werden.

Pflegemaßnahmen während der Blüte

FetthenneStauden bilden wie andere Blumen nach der Blüte Samen. Dies ist aber in den Gärten meist nicht erwünscht, weil die Pflanzen kräftige unterirdische Teile ausbilden sollen, aus denen sie im nächsten Jahr austreiben.

Samenbildung kostet die Pflanze unnötige Kraft. Hinzu kommt, dass Stauden das Blühen mit der Bildung des Samens einstellen. Die oberirdischen Teile sterben ab, sobald der Samen reif
ist. Sofern die Pflanze ihre Blüte verliert, bevor es zur Samenbildung kommt, setzen die meisten Arten zu einer weiteren Blüte an. Daher ist es wichtig, die abgeblühten Blüten sofort abzuschneiden. Eine Stockrose blüht nicht bis zur Spitze des Triebs, wenn die unteren Blüten Samenstände entwickeln. Achten Sie daher darauf, Abgeblühtes sofort auszuschneiden. Die meisten Stauden setzen auch zu einer kräftigen Nachblüte an, wenn Stängel mit Blüten für die Vase herausgeschnitten werden. In diesem Punkt reagieren die Stauden aber unterschiedlich. Rittersporn wird nach einem kräftigen Rückschnitt nach der Blüte, eine zweite Vegetationsphase beginnen, während Iris und Mohn nicht zu einer erneuten Blüte neigen. Dafür sind die Samenstände schön, es wäre schade auf diese zu verzichten.

Rückschnitt im Herbst

Die oberirdischen Pflanzenteile sterben bei allen Stauden im Herbst ab. Die Teile können, je nach Art, stehend trocknen oder auf dem Erdreich liegen und bei Nässe faulen. Als Faustformel gilt, alles was faulen kann, wird entfernt, der Rest auf 10 Zentimeter zurückgeschnitten. Lassen Sie eine dünne Schicht Laub auf dem Boden, er dient als Frostschutz. Außerdem bieten Laub und verbliebene Stängel Kleintieren Unterschlupf. Schneiden Sie diese Pflanzenteile erst nach dem Winter knapp über dem Boden ab. Nun brauchen die Stauden noch mal Dünger. Geben Sie im Herbst und zeitig im Frühjahr reichlich Kompost auf die Erde. Diese darf nicht untergegraben werden, weil sie sonst die Wurzeln der Stauden beschädigen. Empfindliche Stauden, wie die Dahlien müssen natürlich vor dem Einsetzen des Bodenfrosts ausgegraben werden. Diese Knollen verbringen den Winter am Besten in einem kühlen und trockenen Raum in einer Kiste mit Sand.

Langjährige Pflege von Stauden

Auch bei bester Pflege werden die Pflanzen nach einigen Jahren weniger blühen, dies geschieht bei manchen Arten erst nach 10 Jahren. Nun ist es an der Zeit, die Pflanze komplett auszugraben und mit einem scharfen Messer zu teilen. Setzen Sie die Teile an verschiedene Plätze. Nach dieser Verjüngungskur wachsen die Stauden wieder kräftig und blühen auch wieder verstärkt. Es macht den meisten Stauden nichts aus, wenn diese Teilung schon früher erfolgt, weil die Ableger benötigt werden. Viele der Pflanzen sind in der Lage, sich aus einem kleinen Teil der unterirdischen Triebe in wenigen Jahren zu einer großen Staude zu entwickeln.

Wissenswertes zur Pflege

KapkörbchenStauden müssen regelmäßig gedüngt werden, wobei ab Mitte Juli kein Dünger mehr gegeben werden sollte. Ist das Pflanzbeet gut vorbereitet, ist eine jährliche Oberflächendüngung im Vorfrühling nach einem Regen ausreichend. Der Dünger sollte gut in den Boden eingearbeitet werden, wobei die Blätter dabei nicht mit dem Dünger in Berührung kommen sollten, damit eine Verbrennung vermieden werden kann. Wird der Boden mit Kompost oder anderem organischen Dünger versorgt, kann auf einen Mineraldünger verzichtet werden.

Bei Trockenheit müssen Stauden, wie alle anderen Pflanzen auch, ausreichend bewässert werden. Die Menge hängt hierbei vom Standort und vom Klima ab. Auch die Staudenart spielt eine entscheidende Rolle. In jedem Fall sollte mit dem Gießen nicht so lange gewartet werden, bis die gewachsenen Blüten und Blatter erschlaffen.

Jungpflanzen benötigen wesentlich mehr Wasser, wobei nach dem Anwachsen das Wasser reduziert werden sollte und dann eine Bewässerung nur noch bei Trockenheit erfolgen sollte. Die Bewässerung erfolgt im Idealfall in den Morgen- oder Abendstunden und nicht in der Mittagssonne.

Besonders ist auf die Entfernung von Unkraut zu achten, denn dies entzieht den Pflanzen Feuchtigkeit und Nährstoffe. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wurzeln der Kulturpflanze nicht beschädigt werden. Grundsätzlich darf um die Stauden herum nicht gehackt sondern nur flach gearbeitet werden. Die Lücken zwischen den Stauden sollten, besonders bei frisch angelegten Beeten und Rabatten mit einer Mulchdecke geschlossen werden. Als Mulchmaterial empfiehlt sich besonders Rindenhumus, Rasen-Schnittgut und halb verrotteter Kompost. Das Mulchen verhindert den Unkrautwuchs und verbessert die Bodenstruktur.

Stauden verlangen nicht nur im Sommer eine ausreichende Pflege, sondern fordern auch im Winter einen Schutz. Ist es notwendig, eine Staude umzusetzen, sollte dies im Spätherbst erfolgen. Ein Winterschutz kann auch in Form von trockenem Laub und Fichtenreisig erfolgen.

In der Regel sind Stauden gegen Schädlinge und Krankheiten nicht besonders anfällig, sofern die Bodenverhältnisse gut sind. Möglich sind Fraßschäden durch Schnecken und ein Blattläusebefall. Die Stauden sollten besonders in der Wachstumsphase entsprechend kontrolliert und ggf. behandelt werden.