Diptam, Dictamnus albus - Pflege und Vermehrung

Diptam, welches auch "Brennender Busch" und botanisch Dictamnus albus genannt wird, ist in unseren Breitengraden nur sehr selten in der freien Natur anzutreffen. Deshalb wird er von Gärtnern und Pflanzenliebhabern immer wieder angepflanzt, um dieser Pflanzenart auch in Mitteleuropa ein Zuhause zu geben. Der Anbau wird aber auch deshalb betrieben, weil Diptam nicht nur schön anzusehen ist, sondern weil die Pflanze auch ätherische Öle enthält, die unter anderem in der chinesischen Medizin genutzt werden. Trotz alledem muss recht vorsichtig mit der Pflanze umgegangen werden, denn so heilsam die ätherischen Öle auch sein mögen, die

Pflanze selbst ist durch ihre Beborstung recht gefährlich. Die starken Borsten können bei einer Berührung nämlich zu Verletzungen führen, die sich wie Verbrennungen äußern. Zudem wurde die Rinde der Wurzel dieser Pflanze zu früheren Zeiten als Droge eingesetzt.

Hinweis: Der Name "Brennender Busch" rührt nicht nur daher, dass die Pflanze bei einer Berührung verbrennungsähnliche Verletzungen hervorrufen kann. Diptam kann sich auch selbst entzünden und somit brennen. Dies geschieht hauptsächlich an sehr heißen Tagen. Schuld daran sind die enthaltenen ätherischen Öle.

Pflege

Diptam ist eine der schönsten Pflanzen, die unsere heimische Wildpflanzenpracht zu bieten hat. Damit sie ihre Pracht auch in vollem Umfang entfalten kann, ist die richtige Pflege unerlässlich. Diese Grundvoraussetzungen sollten Sie schaffen:
  • ein sonniger Standort
  • ein wasserdurchlässiges und einfaches Pflanzensubstrat, welches möglichst kalkhaltig ist
  • nur wenig Wasser durch gießen
  • nur wenig Düngung und wenn dann nur mit einfachem Kompost
  • beim Zurückschneiden tief am Stängel ansetzen und nicht direkt nach der Blüte
  • erst im zweiten Jahr mit dem Zurückschneiden beginnen
Im besten Falle geben Sie dem Dictamnus albus aber erst einmal Zeit zum Wachsen. Geben Sie ihr ihren bevorzugten sonnigen Platz, gießen Sie nur wenig und legen Sie auch keinen allzu großen Wert auf nährstoffreichen Boden. Diptam ist so anspruchslos, da reicht ein wenig Kalk im Boden vollkommen aus. Düngen Sie die Pflanze maximal einmal pro Jahr. Und dies im besten Falle im Frühjahr, bevor sie wieder neu austreibt.

Wenn Sie die Pflanze beschneiden wollen, dann achten Sie bitte darauf, dass Sie dies frühestens im zweiten Jahr tun. Dann bitte auch nur im Frühjahr und vor den ersten neuen Trieben. Beginnen die neuen Triebe zu wachsen, dann behalten Sie diese gut im Auge. Schnecken lieben diese Pflanze nämlich und knabbern die neuen Triebe gerne an. Versuchen Sie auch nicht, die Pflanze immer wieder umzusetzen. Dies mag sie überhaupt nicht. Tipp: Achten Sie bei der Pflege darauf, dass Sie der Pflanze nicht zu nahe kommen! Die Schmerzen, die dabei entstehen könnten, sind sehr unangenehm. Setzen Sie daher immer Handschuhe auf und schützen Sie auch ihre Arme. Ähnliches gilt für kleine Kinder. Auch diesen sollte frühzeitig gesagt werden, dass Diptam zwar sehr schön aussieht, aber auch fürchterlich wehtun kann.

Vermehrung

Möchten Sie den Dictamnus albus in ihrem Garten anbauen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten dafür. Einerseits können Sie mit dem Samen der Pflanze arbeiten. Möchten Sie selbst aussäen, dann stellen Sie sich jedoch auf einen etwas längeren Weg ein. Entscheiden Sie sich hingegen, Diptam bereits als Pflanze zu kaufen, geht es etwas schneller.

Möchten Sie selbst aussäen, dann müssen Sie den Samen, den Sie von einer anderen Pflanze genommen haben, erst einmal stratifizieren. Dies geht am besten im Kühlschrank. Legen Sie den Samen gemeinsam mit etwas feuchtem Sand in eine

Plastiktüte, verschließen Sie diese und legen Sie alles bei Raumtemperatur (um die 20 Grad) für etwa vier Wochen an einen ruhigen Ort. Achten Sie immer darauf, dass der Sand feucht bleibt. Nach den vier Wochen zieht der Samen samt Sand und Tüte in den kalten Kühlschrank um. Dort sollte er für vier bis maximal sechs Wochen lagern. Im Anschluss nehmen Sie den Samen aus dem Beutel und tun diesen in Töpfe.
Arbeiten Sie nicht mit herkömmlicher Erde. In den Topf muss als erstes eine kleine Schicht Kies, die als Drainage dient, dann kommt etwas Blumenerde darauf, im Anschluss eine Schicht Sand, dann die Samen und zum Schluss
noch einmal Sand, der den Samen abdeckt. Stellen Sie alles an einen kühlen Ort (8 bis 12 °C) und gießen Sie regelmäßig. Die Keimzeit beträgt nun etwa 180 Tage.

Tipp: Möchten Sie verhindern, dass der Samen durch das Gießen aus dem Sand gespült wird, dann geben Sie noch einmal eine dünne Schicht Kies auf den Sand. Entscheiden Sie sich jedoch für Pflanzen, die Sie bereits nach dem Kauf in den Garten pflanzen können, dann geht alles ein wenig schneller. Die Keimung fällt weg und Sie können die Blütenpracht eher genießen.

Tipp: Einige Gärtner versuchen den Diptam durch Teilung zu vermehren. Dies sollte im Frühjahr geschehen. Allerdings kann es passieren, dass er dann eingeht, weil er kein Freund von Stellungswechseln ist. Nehmen Sie die Teilung nur dann in Angriff, wenn Sie keine Pflanzen bekommen haben und Sie auch nicht mit Samen arbeiten wollen.

Geduld ist alles

Wie schon bei der Vermehrung, so ist der Diptam auch beim Wachsen nicht unbedingt der Schnellste. Haben Sie daher etwas Geduld mit den kleinen Pflanzen. Es dauert nämlich rund fünf bis sechs Jahre, bis diese die ersten Blüten ausbilden. Dafür ist er aber eine sehr anspruchslose Pflanze, die mit wenig Pflege auskommt.

Häufige Fragen
  • Welche Teile der Pflanze sind giftig? - Giftig sind die unteren Teile der Stängel, die durch ihre "Borsten" bei Berührung zu verbrennungsähnlichen Verletzungen führen können. Achten Sie daher immer auf einen guten Schutz ihrer Haut, wenn Sie in die Nähe des Diptams kommen.
  • Wo sind die ätherischen Öle? - Die ätherischen Öle befinden sich in den Blüten. Sie sollten diese aber nicht selbst verarbeiten. Erfreuen Sie sich lieber am schönen Geruch, wenn die Blüten noch an der Pflanze sind. Erfolgt eine Überdosierung, kann es nämlich zu einer verstärkten Lichtempfindlichkeit kommen.
  • Warum brennt die Pflanze? - Die ätherischen Öle sorgen für die Brände. Sind die Temperaturen sehr hoch, können sich die Dämpfe der Öle entfachen. Dabei steht aber nicht die gesamte Pflanze in Flammen, sondern es lassen sich lediglich kleine Flammen an den Blüten erkennen.
Wissenswertes zu Diptam in Kürze

Steckbrief

  • Der Name ’Brennender Busch’ stammt daher, dass sich die Pflanze selbst entzünden kann.
  • Sie erzeugt so viel ätherisches Öl, das sie sich an extrem heißen Tagen von allein entzündet.
  • Dafür sorgt die Brennglaswirkung bei der Tröpfchenbildung.
  • Sehen kann man die Entzündung in der Dämmerung, bei Windstille und großer Hitze. Zu sehen sind kleine bläuliche Flammen.
  • Diptam gehört zu den schönsten, aber auch seltensten und geschützten einheimischen Wildpflanzen. Sie ist in allen Teilen leicht giftig.
Pflege
  • Ideal ist ein sonniger Standort.
  • Das Pflanzsubstrat sollte eher karg, wasserdurchlässig, kalkhaltig und trocken sein.
  • Gegossen wird nur mäßig.
  • Düngen nur wenig, am besten mit etwas Kompost. Einmal jährlich.
  • Nicht nach der Blüte zurückschneiden. Auch die Fruchtstände sind sehr schön.
  • Am besten wachsen lassen. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Störungen.
  • Erst im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb zurückschneiden!
  • Bei Austriebsbeginn auf Schnecken achten, die mögen die jungen Triebe.
  • Für Schnecken ist Diptam eine Delikatesse, der sie nicht widerstehen können.
  • Die Pflanze mag es nicht, umgesetzt zu werden.
Vermehrung
  • Vermehrung durch Teilung zu Frühjahrsbeginn.
  • Die Pflanze ist eine gruppenbildende Staude, die ziemlich schnell große Umfänge erreicht.
Anzucht
  • Die Anzucht der Pflanze ist eine langwierige Angelegenheit.
  • Selbst gezogene Pflanzen wachsen oft deutlich besser als gekaufte.
  • Diptam ist ein Kaltkeimer. Der Samen ist nicht lange Schnellkeimer - also bald nach der Samenreife aussäen!
  • Sät man später aus, dauert die Keimung deutlich länger.
  • Die Aussaaterde sollte in etwa der Erde entsprechen, in welche die Pflanze ausgesetzt wird (liebt keine Veränderungen).
  • Man kann in Töpfe, aber auch direkt in Beet aussäen. Muss nicht abgedeckt werden.
  • Außer Kalt- ist es auch ein Lichtkeimer. Die Samen also nur ganz wenig mit Erde bedecken.
  • Wenn man die Samen da auslegt, wo später die Pflanze stehen soll, muss man nicht umpflanzen.
Fazit

Diptam ist eine wunderschöne Staudenpflanze mit tollen Blüten. In einigen Jahren erreicht sie eine imposante Größe. Bis zu 40 Blütenstängel wachsen aus einer so großen Pflanze. Wichtig ist ein kalkhaltiger Boden, sonst wird es nichts mit der Pracht. Auch sollte man die Pflanze nicht an den Zaum pflanzen, damit es bei eventuellen Berührungen Unwissender nicht zu Verletzungen kommen kann. Ansonsten ist Diptam eine dankbare Pflanze, die nicht viel Pflege benötigt und die froh ist, wenn man sie in Ruhe lässt.