Seifenkraut, Saponaria officinalis - Pflanzen & Pflege

Das Seifenkraut oder auch Saponaria officinalis, wie der botanische Name lautet, ist eine Staude. Die Pflanze kann eine Höhe von 70 cm erreichen und verfügt über wundervoll weiße bis rosafarbene Blüten. Im Frühjahr und Sommer die Hauptwachstumszeit der Pflanze. Der Name wurde der Pflanze verliehen, da die Wurzeln beim Zerstoßen einen seifenartigen Geruch aufbringen und in Verbindung mit Wasser ebenso schäumen.

Herkunft

Das Seifenkraut kommt in Europa vor und wurde zudem auch in Kleinasien, Zentralasien, Japan sowie Sibirien entdeckt. In Nordamerika wurde die Saponaria officinalis irgendwann eingeschleppt und wächst seitdem ebenfalls in

diesen Gefilden.

Aussehen

Die Saponaria officinalis wird oft auch als Nelkengewächs bezeichnet, da die Grundachse stark verzweigt, kriechend und ausläuferartige Eigenschaften vorweisen kann. Der Stängel ist eher feinflaumig und kann eine Höhe von 70 cm erreichen. Die Stängel werden im oberen Bereich schon mehr ästig. Die Blätter befinden sich gegenständig gekreuzt. Zudem können die Blätter als länglich sowie lanzettlich beschreiben werden. Die Blüten befinden sich direkt in den Achseln der Blätter und kommen in dreier bis fünfer Gruppen vor. Die Blüte selbst verfügt über 10 Staubgefäße sowie einen Fruchtknoten. Besonders am Abend geht von den Blüten ein herrlicher angenehmer Duft aus, was zur Folge hat, dass die Saponaria officinalis von vielen Schmetterlingen heimgesucht wird. Die Blütezeit für das Seifenkraut ist der Juni bis hinein in den September. Die Farben können von Rose bis Hellviolett beschrieben werden.

Aussaat

Die Saponaria officinalis wird mittel Samen ausgesät oder kann durch Teilung vermehrt werden. Wenn Sie die Saponaria officinalis mittels den Samen anpflanzen möchten, sollten Sie dabei einen Pflanzabstand von 40 cm beachten. Die beste Wirkung entfalten die Pflanzen, wenn diese in Gruppen von 5 bis 10 Stück angepflanzt werden. Da es sich bei der Pflanze um eine Staude handelt, kann diese auch herrlich zur Dachbegrünung eingesetzt werden.

Standort

Damit die Saponaria officinalis ihre volle Pracht entfalten kann, ist es ratsam, einen sonnigen und hellen Platz für die Pflanze zu wählen. Der Boden sollte durchlässig und frisch sein. Vorzugsweise ist Lehm-Kies-Boden optimal. Der pH-Wert liegt idealerweise bei 5 bis 7. Die Saponaria officinalis ist sehr winterhart und kann Temperaturen bis -35 °C unbeschadet überleben. Allerdings benötigt sie unbedingt eine frostfreie Zeit von mindestens 19 Wochen. Perfekte Standorte sind Freiflächen, wo sogenannte Bienenwiesen angelegt werden können oder auch Gehölzränder. Eine hohe Toleranz bietet die Pflanze, wenn der Boden zeitweise etwas trocken liegt.

Pflanzen

Aufgrund der Wuchseigenschaft ist das Anpflanzen in einem Topf eher zu vermeiden. Wenn Sie die Saponaria officinalis anpflanzen, dann sollte es schon im Garten oder auf einem Freiland sein.

Gießen

Die Saponaria officinalis benötigt aufgrund der Herkunft viel aber nicht zu viel Wasser. Meist wächst die Pflanze optimal, wenn sie sich am Ufer von Gewässern befindet. Wenn Sie folglich über einen Teich im Garten verfügen, können Sie das Seifenkraut direkt am Ufer anpflanzen. Aber der Standort kann auch an Mauern und Zäunen erfolgen, wo Sie allerdings darauf achten, sollten die Pflanze ausreichend viel mit Wasser zu versorgen.

Düngen

Zum Düngen können Sie einen Volldünger verwenden. Sie sollten die Saponaria officinalis allerdings nur einmal im Jahr Düngen, da zu viel Nährstoffe der Pflanze Schaden. Tipp: Wenn Sie keinen chemischen Dünger einsetzen möchten, können Sie

einfach mittels Brennnesseln und Wassergemisch eine Jauche herstellen, die optimal als Düngemittel sowie als Schädlingsvernichter eingesetzt werden kann.


Schneiden

Das Seifenkraut kommt als mehrjährige Pflanze optimal in Gärten zum Einsatz. Auch wenn
die Pflanze sehr robust und pflegeunbedürftig erscheint, sollten Sie die Saponaria officinalis im Herbst zurückschneiden. Sobald die Blütezeit vorbei ist, wird die Pflanze noch etwas in Ruhe gelassen, bevor Sie sie auf eine Handbreit über den Boden zurückschneiden können.

Überwintern

Beim Überwintern müssen Sie keine besonderen Hinweise beachten. Die Saponaria officinalis verträgt Temperaturen bis zu -35 °C und kann den Winter in Deutschland ohne Schwierigkeiten einfach überleben.

Vermehren

Wenn Sie die Saponaria officinalis vermehren möchten, ist eine erneute Aussaat eine Wurzelteilung nötig. Lassen Sie die Pflanze einfach vor sich hin wachsen, wird sich diese durch ein vegetatives System vermehren. Ungewollte Vermehrung lässt sich also einfach verhindern, indem Sie die Wurzeln mindestens einmal im Jahr aus der Erde entfernen.

Krankheiten und Schädlinge

Vereinzelt kann es vorkommen, dass die Saponaria officinalis mit einem Pilz infiziert wird. Sollten Sie eine Pilzerkrankung entdecken, dann sind die betroffenen Bereiche sofort zu entfernen. Pilze erkennen Sie an den runden braunen Flecken, die sich meist auf den Blättern befinden. Sie sollten zudem die Saponaria officinalis mit einem Fungizid behandeln, um die anderen Pflanzen im Garten vor einem Befall zu schützen.

Zusammenfassung

Das Seifenkraut verzaubert jeden Garten mit einer wundervollen Blütenpracht. Besonders auffallend ist der wohlriechende Duft, der besonders in den Abendstunden wahrzunehmen ist. Sie finden nachfolgend noch einmal alle Eigenschaften der Saponaria officinalis im Überblick:
  • Wuchshöhe bis 70 cm
  • winterhart bis -35 °C
  • einfache Pflege
  • optimaler Standort sonnig und in Ufernähe
  • auch für Mauern geeignet, in diesem Fall aber ausreichendes Gießen nicht vergessen
Häufig gestellte Fragen
  • Kann die Saponaria officinalis mit anderen Pflanzen angepflanzt werden? - Um die einzigartige Schönheit der Pflanze zu bewahren, ist es ratsam, dass die Saponaria officinalis nur allein bzw. in der Gruppe von 5 bis 10 Pflanzen angepflanzt wird. Eine Alternative bildet es, wenn Sie verschiedene Arten der Saponaria officinalis Familie anpflanzen. Von einer Mischung mit anderen Pflanzenarten ist allerdings eher abzuraten.
  • Kann die Saponaria officinalis auch in einem Topf angepflanzt werden? - Grundsätzlich können Sie alle Pflanzen als Topfpflanze kultivieren. Sie müssen lediglich darauf achten, dass die Wurzeln ausreichend viel Platz bekommen um sich gut auszubreiten. Im Falle der Saponaria officinalis ist ein Top mit einem Durchmesser von 30 bis 40 cm sinnvoll. Allerdings ist der Pflegeaufwand bei einer Topfpflanze wesentlich höher. Das dichte Gewächs der Saponaria officinalis wird eine Haltung im Topf erschweren. Sinnvoller ist es daher die Saponaria officinalis nur auf Freiland oder im Garten zu kultivieren.
  • Was tun bei Staunässe? - Oft kommt es vor, dass in unserem Breitengrad sehr viel Regen fällt. Damit die Staunässe von Beginn an verhindert werden kann, sollten Sie sich genau an die Vorgaben des optimalen Standorts halten. Sollte doch einmal Staunässe vorkommen, sollten Sie sofort dafür sorgen, dass das überschüssige Wasser in andere Bereiche gelangen kann. Bearbeiten Sie den Boden und reichern diesen mit Kies an, damit der Boden durchlässiger wird.
Wissenswertes zum Seifenkraut in Kürze
  • Das Echte oder Gewöhnliche Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde schon im Altertum als Waschmittel verwendet und hierbei vor allem für Wolle und Kleidung mit einer empfindlichen Farbe.
  • Es wird auch Seifenwurz oder Wachwurz genannt. Heutzutage spielt diese Pflanze jedoch vor allem in der Naturmedizin eine große Rolle und wird deshalb in einigen Ländern gezielt angebaut.
  • Von dieser Pflanze werden die Wurzeln und ihre Rhizome verwendet, die Saponine enthalten. Mit kleinen Stücken dieser Wurzel können Wäschestücke eingeseift werden, um sie leichter reinigen zu können.
  • Auch in der Medizin werden hauptsächlich die Wurzeln, manchmal jedoch auch das Kraut verwendet. Es wird vor allem bei Bronchialleiden eingesetzt, um den Schleim zu lösen.
Tipp: Hierzu kann ein Tee aus den Wurzeln des Seifenkrauts getrunken werden. Es gibt inzwischen aber auch einige fertige Präparate auf dem Markt. Als Hausmittel wird das Echte Seifenkraut auch bei Hautproblemen oder als harntreibendes Mittel eingesetzt. Eine Überdosierung ist jedoch unbedingt zu vermeiden, weil Seifenkraut leicht giftig ist und in höheren Dosen zu Erbrechen und Problemen mit dem Verdauungstrakt führen kann.