Strauchpäonien - Pflanzen, Pflege, Schneiden

strauchpfingstrose2 flBlühende Bäume im Garten? Die Strauchpäonie hat eine erstaunliche Wuchskraft, sie kann sogar zu Bäumen gezogen werden und als Hecke zurechtgeschnitten werden. Dazu bringt sie jede Menge wunderschöne Blüten hervor, ist ausgesprochen robust und pflegeleicht - warum steht diese fabelhafte Pflanze eigentlich noch nicht in jedem Garten?

Steckbrief der Strauchpäonie

Ihre Heimat hat die Strauchpäonie in Chinas Hochgebirge, da ist der Boden nicht gerade üppig, und besonders warm ist es auch nicht. Ein guter Standort in unseren Gärten bietet der Strauchpäonie also eine

geradezu luxuriöse Versorgung, durch die sie sich gerne und reich entwickelt.

Mehrere Arten der Strauchpäonien sind bei uns erhältlich. Beliebt ist die gelb blühende Paeonia lutea, die die Ausgangsform vieler amerikanischer Päonien ist und die rot blühende Paeonia delavayi. Diese Sorten werden in Europa und den USA gezüchtet, hier gibt es viele spannende Weiterentwicklungen und Hybriden zu entdecken. Auch alte Sorten werden wieder entdeckt, unter der Sammelbezeichnung Paeonia suffruticosa verbergen sich außergewöhnliche Kultursorten, die auf Päonien zurückgehen, die in China vor rund 1000 bekannt und berühmt waren. Auch in China und Japan gibt es eine rege Zuchttätigkeit, die Päonien mit so klangvollen Namen wie “Flug der Kraniche”, “Tanzender Grüner Löwe” oder “Rot der Morgenwolke” hervorbringen.

Eine besonders empfehlenswerte Zuchtform ist die Paeonia rockii, deren Wildform heute noch in China blüht. Diese Gruppe der Päonien bringt Pflanzen hervor, die außergewöhnliche Schönheit mit erfreulicher Robustheit vereinen, eine tolle Pflanze für den pflegeleichten Garten. Die Rockii Päonien verbreiten sehr angenehmen Duft im Garten, beeindrucken mit ihrer prägnanten inneren   Blütenzeichnung, repräsentieren aber ansonsten in Wuchs und Benehmen absolut den natürlich robusten Wildcharakter ihrer Vorfahren.

Strauchpäonien pflanzen

Die Vielfalt der angebotenen Strauchpäonien-Sorten reizt sehr, aber leider gibt es eine Schwierigkeit: Nicht alle der angebotenen Sorten werden bei uns gezogen, viele werden “wurzelnackt” aus fernen Ländern importiert. Wurzelnackt bedeutet, dass sämtliche Erde und jede feine Wurzel bis auf die Hauptwurzeln entfernt wurde, damit haben die Pflanzen nach dem Einpflanzen zu kämpfen. Denn Päonien werden im Herbst gepflanzt und müssen es in der Zeit bis zur Winterruhe schaffen, so viele neue Feinwurzeln zu bilden, dass die Versorgung der Pflanze beim Austrieb im Frühjahr gesichert ist. Wurzelnackte Exemplare schaffen das sehr häufig nicht, sie leben noch eine Zeit lang aus der Hauptwurzel und gehen dann im nächsten Sommer oft ein. Sie sollten also entweder versuchen, hier gezogene Pflanzen mit kräftigen

Wurzelballen zu bekommen, oder sich auf eine erhebliche Verlustquote einstellen, wenn exotische Neulinge zu verlockend waren. Sie können übrigens auch versuchen, Päonien aus Samen zu ziehen, das braucht bei einer Keimdauer von bis zu drei Jahren allerdings etwas Geduld.

Die Jungpflanze wird dann an einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit gut wasserdurchlässigem Boden gesetzt. Päonien können auch auf kleine Wälle gepflanzt werden, wenn der eigentliche Boden das Wasser nicht gut genug durchlässt.

Der Boden sollte normal nährstoffreich sein, wenn die Päonie einen großen Wurzelballen hat, ist sie in der Regel sogar mit einem kargen Boden zufrieden. Solche Pflanzen können Sie bis Mitte Oktober pflanzen, wenn es noch warm genug ist. Wurzelnackte Päonien sollten jedoch so früh wie möglich im Herbst (ab Ende August) gesetzt werden, so haben sie bessere Chancen, noch Feinwurzeln zu bilden. Bitte nicht

bei voller Sonne pflanzen, lieber im Nieselregen. Die Wurzelteile und die Veredelungsstellen müssen drei bis vier cm mit Erde bedeckt werden. Damit die Pflanze gut anwachsen kann, können Sie etwas gut verrotteten Humus einbringen und mit Hornspänen oder Naturkalk düngen.

Gut angewachsene Päonien sind anspruchslos, magerer Boden ohne Dünger regt sie sogar zu besonderen Anstrengungen bei der Wurzelbildung an. Neu gepflanzte Päonien bekommen im ersten Jahr einen Winterschutz im Wurzelbereich, die Wurzel wird also mit Erde oder Mulch bedeckt.

strauchpfingstrose flPflege der Strauchpäonien

Wenn die Päonie im Frühjahr mit dem Austrieb zögert, könnte der Gartenboden zu feucht sein, manchmal hilft die Einbringung einer Drainage noch. Unkraut sollte ohne tiefes Hacken angegangen werden, Sie könnten sonst schnell die Wurzeln der Päonien erwischen.

Wenn die Strauchpäonie dann austreibt, sind die ganz frischen Triebe noch ziemlich empfindlich. Jetzt heißt es aufpassen, ob sich Pilze zeigen, das kommt aber selten vor und liegt dann meist an zu saurem Boden. Der Boden bekommt dann ein wenig Kalk, die pilzigen Triebe werden großzügig ausgeschnitten und ohne Berührung mit anderen Pflanzen entsorgt. Mehr kann eigentlich nicht passieren, Päonien sind leicht giftig, was Insekten, Wühlmäusen und Schnecken den Appetit verdirbt.

Die Blütenzweige sind dann schon sehr robust, mehr als gelegentlich Gießen brauchen Sie jetzt nicht mehr tun. Die Blütenstände dürfen an der Pflanze bleiben und Fruchtstände bilden. Sie können aus den Früchten Samen für die eigene Vermehrung ernten oder die dekorativen Stängel für floristische Kunstwerke verwenden. 

Strauchpäonien bilden mit der Zeit mächtige Sträucher, die wunschgemäß zurechtgeschnitten werden können, wenn Sie die Fruchtstände abnehmen. Bei sehr radikalem Rückschnitt bei schon recht kaltem Wetter sollten Sie dann ein Wundverschlussmittel einsetzen.

Je älter die Strauchpäonie wird, desto weniger Pflege braucht sie, nach einigen Jahren braucht sie auch in trockenen Jahren kein Wasser aus Menschenhand. Auch Unkraut verdrängen kräftige Päonien sehr stark. 

Strauchpfingstrosen machen ihrem Namen übrigens alle Ehre: Sie ergeben zu Pfingsten einen wundervollen Schmuck für die Pfingsttafel. Es gibt einige Tricks, die man anwenden kann, damit Pfingstrosen in der Vase lange halten.