Waldrebe, Clematis 'Montana Rubens' - Pflege & Schneiden


Clematis Montana RubensEine Gartengestaltung benötigt eine durchdachte Planung. In einem exquisit angelegten Garten ist die Bepflanzung für jedes Beet und für jeden Winkel des Gartens durchdacht. Denn der Garten lebt von dem harmonischen Zusammenspiel der verschiedensten Gehölze, Kletterpflanzen, Blumenstauden, einjährigen Pflanzen, Gräsern, Farnen, Grün- und Freiflächen. Dem Anspruch jeder Pflanze an Standort und Boden wird Rechnung getragen. Wege, Grün- und Freiflächen sorgen für die optische Weite. So entsteht nach und nach eine (fast) perfekte Gartenanlage. Herausragender Blickfang an Mauern und

Zäunen sind Kletterpflanzen, wie die Clematis 'Montana Rubens'.

Die Clematis 'Montana Rubens' gehört zu den Waldreben. Waldreben sind eine Wildform der Clematis. Die 'Montana Rubens' ist sehr wüchsig und deshalb dankbar für Kletterhilfen wie Bäume, Gerüste oder Spaliere vor Hauswänden. Diese Waldrebe kann im Alter bis zu 8 Meter hochranken. Im Frühjahr verwandelt 'Montana Rubens' jeden Standort in ein Blütenmeer voller kleiner rosa Blüten. Die Blütezeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Zu beachten ist, dass alle Clematis Montana Sorten sehr empfindlich auf Bodenverdichtung und Staunässe reagieren. Die Pflanzgrube muss tief aufgelockert sein. Ist der Boden zu nass, kann eine Drainageschicht aus Kieselsteinen Abhilfe schaffen.

Steckbrief der Clematis 'Montana Rubens'
  • Besonderheiten: besonders stark wachsend, Frühjahrsblüher, Massenblüher
  • Blatt: grün
  • Blüte: einfach
  • Blütenfarbe: hellrosa
  • Blütenform: schalenförmig
  • Blütengröße: klein
  • Blütezeit: Mai - Juni
  • Boden: durchlässiger, sandig-humoser und nährstoffreicher Gartenboden
  • Clematisgruppe: Montana-Gruppe
  • Duft: -
  • Laub: Laubabwerfend
  • Kübelbepflanzung: wegen der Starkwüchsigkeit nur bedingt geeignet
  • Pflanzabstand: etwa 0,8 bis 1 Meter
  • Pflanzempfehlung: einzeln oder mit anderen Kletter- oder Clematis-Arten, an Pergola, Spalier oder Rankgerüst
  • Rückschnitt: nicht notwendig, bei Bedarf jedoch nach der Blüte möglich
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Verwendung: Palisaden, Flechtzaun, Mauern, Terrasse im Kübel
  • Winterhärte: gut
  • Wuchs: kletternd
  • Wuchshöhe: 5 bis 8 Meter
  • Wurzel: fleischige Wurzeln, die einen schattigen Wurzelfuß benötigen
  • Zuwachs pro Jahr: 30 bis 75 Zentimeter
Standort und Boden

Die Clematis 'Montana Rubens' ist recht anspruchslos. Sie gedeiht am besten in einem durchlässigen und humosen Boden. Standorte mit Staunässe sind genauso zu meiden, wie sehr trockene. An sonnigen bis halbschattigen und warmen Standorten fühlt sich diese Kletterpflanze wohl. Der Wurzelbereich dieser Waldrebe benötigt in trockenen Sommern gezielt und ausreichend Wasser. Für eine Beschattung des Wurzelbereiches ist eine Unterpflanzung mit dem kleinen Vergissmeinnicht zu empfehlen. Zumal bei Arten zur selben Zeit mit ihren Blüten erfreuen. Schatten spendet dem Wurzelbereich der Waldrebe auch eine etwa 10 Zentimeter dicke Mulchschicht. Eine Schicht Mulch dieser Stärke schützt die Wurzeln der Clematis das ganze Jahr hindurch.

Wird eine junge Clematis gepflanzt, wird sie eine Handbreit tiefer gepflanzt, als der Pflanztopf beim Kauf hoch gewesen ist. Das ist wichtig, weil dann die Veredelungsstellen unter der Erde liegen. Ist die Waldrebe in einem ungewöhnlich kalten Winter stark zurückgefroren, kann sie nach der Winterpause aus den schlafenden Augen unter der Erde herauswachsen.

Pflege und Gießen

Diese starkwüchsige Waldrebe benötigt regelmäßig Nährstoffe und Wasser. Gegossen wird die 'Montana Rubens', wenn die obere Erdschicht
trocken ist. In der Blütezeit von Mai bis Juni benötigt die Pflanze viel Wasser, weil sie über die vielen Blüten viel Wasser verdunstet. Staunässe kann der Pflanze nachhaltig schaden. Das gilt auch für verdichtete Böden. Sie müssen vor der Pflanzung aufgelockert werden.

Bei Pflanzung vor einer Wand benötigt die starkwüchsige Clematis 'Montana Rubens' ein Spalier,

an dem sie hochranken kann. Zwischen der Mauer und dem Spalier beträgt der Abstand idealerweise 10 bis 15 Zentimeter. Das ist wichtig, damit die Luft zirkulieren und die Feuchtigkeit zügig abtrocknen kann.

Tipp: Wird bereits bei der Pflanzung der Clematis 'Montana Rubens' die Pflanzgrube so gut aufgelockert, dass sich kein Stauwasser bilden kann, wird der Hobbygärtner viele Jahre lang Freude an seiner Waldrebe haben.

Düngen

Die 'Montana Rubens' ist starkwüchsig und auf regelmäßige Nährstoffgaben angewiesen. Wurde die Pflanze an Standort mit wüchsigem Boden gesetzt, benötigt sie keine zusätzliche Düngung. An allen anderen Standorten gilt:
  • Düngung möglichst mit organischem Dünger (Hornmehl, Kompost)
  • Düngung mit anorganischem Flüssigdünger in der Gießkanne nach Vorschrift
  • Nicht vor dem Austrieb düngen
  • Bester Zeitpunkt ist das Frühjahr
  • Nicht während der Blütezeit düngen
  • Anorganische Düngerkörner nicht an die Wurzeln und nicht an nasse Pflanzenteile kommen lassen
  • Regelmäßiges Mulchen macht eine Düngung überflüssig und hält die Feuchtigkeit in der Erde
Schnitt

Die Clematis 'Montana Rubens' benötigt nicht unbedingt einen Schnitt. Meist reicht es aus, nur die kranken, abgestorbenen Teile zu entfernen. Wurde sie aber zu mächtig, erfolgt der Schnitt erst nach der Blüte. Jetzt werden Seitentriebe bis auf wenige Knospen eingekürzt.

Ein Radikalschnitt nach 4 bis 5 Jahren dient der Verjüngung der Kletterpflanze. Wenn notwendig, kann der Rückschnitt bis in das alte Holz gehen. Auch ein 'auf den Stock setzen' ist möglich. Dabei wird die ganze Pflanze auf 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten (auf den Stock gesetzt). Aus den 'schlafenden Augen' des verbliebenen alten Holzes treibt die Waldrebe wieder sehr kraftvoll aus.

Vermehrung

Die Clematis 'Montana Rubens' lässt sich, wie alle Clematis-Pflanzen, durch Ableger leicht vermehren. Der beste Zeitpunkt sind die Monate März bis August. Benötigt wird eine Mutterpflanze, ein Bambusstab, ein scharfes Messer, ein Spaten und selbstverständlich Geduld.

Ein nicht zu alter Trieb wird von der Rankhilfe gelöst. Einen Blumentopf mit Anzuchterde in der Nähe des Triebes in die Erde senken. Den Trieb flach in die Anzuchterde eingraben und mit einem Metallhaken fixieren. Der eingegrabene Trieb darf keine Blätter haben, sie würden bei Erdberührung schnell faulen und den Trieb unbrauchbar machen.

Jetzt kommt der Bambusstab zum Einsatz. Damit die junge Pflanze später gerade nach oben wächst, wird das Ende des Triebes mit dem dünnen Bambusstab fixiert. Er gibt jetzt die Wuchsrichtung vor.

Es ist wichtig, nach dem Ablegen des Triebes die Anzuchterde nicht austrocknen zu lassen!

Im kommenden Frühjahr den Erdballen vorsichtig aus der Anzuchterde nehmen. Ist der kleine Ballen gut durchwurzelt, mit der Gartenschere den Trieb von der Mutterpflanze trennen. Jetzt kann die Jungpflanze entweder noch ein Jahr lang im Topf wachsen oder sie kann direkt an einen neuen Standort gepflanzt werden. In den ersten Wochen gut feucht halten. Die Spitzen kappen, um für eine gute Verzweigung von unten heraus zu sorgen.

Überwintern

Steht die Waldrebe an einem geschützten Standort und hat als Winterschutz eine etwa kniehohe Schicht Laub erhalten, übersteht die Pflanze den Winter ohne Probleme. An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen, denn sonst vertrocknet die Waldrebe.

Ist der Winter sehr streng, frieren die oberirdischen Triebe der Clematis zurück. Im Frühjahr treibt sie von unten heraus wieder kraftvoll aus.

Pflanzpartnerschaften

Besonders ansprechend wirkt eine Pflanzpartnerschaft zwischen Clematis und Kletterrosen. Ob an Rosenbögen oder an den Stämmen von Bäumen wie der Tamariske, das Bild wirkt malerisch. Auch eine Vorpflanzung mit farblich passenden Rosen oder Stauden ist empfehlenswert.

Häufige Fragen

Meine Clematis 'Montana Rubens' sieht nicht gut aus. Es heißt, sie leidet unter der Clematiswelke. Was kann ich jetzt tun?

Bei der Clematiswelke hilft nur noch das radikale Zurückschneiden der 'Montana Rubens' bis in das gesunde Holz. Notfalls geht der Schnitt bis unter die Erdoberfläche. Diesen kranken Schnitt unbedingt im Müll entsorgen, nicht im Kompost.

Vorbeugung: Verletzungen vermeiden und für optimale Kultur-Bedingungen sorgen.