Bambus schneiden - Anleitung für Bambuspflanzen

Ohne Rückschnitt droht Bambus zu wuchernUm einen Bambus über lange Zeit genießen zu können, sind für das Pflegen einige wenige Kenntnisse notwendig. Wer sich einen zierlichen Bambusstrauch für die Innenräume oder eine hübsche Bambushecke für seinen Garten wünscht, dem sollten Begriffe wie Pflegeschnitt, Rückschnitt, Formschnitt und Rhizomsperre vor dem Kauf vertraut sein.

Hält man sich beim Schnitt an die richtigen Zeiten, gibt es aber kaum einen Grund zur Sorge: Bambus ist eine sehr starke Pflanze mit einer hohen Fähigkeit zur

Selbsterneuerung. Mit etwas Planung und Hilfe durch den Hobbygärtner kann ein Bambus ein Juwel für das Zimmer, den Balkon oder den Garten sein.

Pflegeschnitt bei Bambus

Der allgemeine Schnitt, um zum Beispiel Hecken in Proportionen zu halten, wird als Pflegeschnitt bezeichnet. Bei schnell wachsenden Bambusarten wird dieser Schnitt zweimal im Jahr durchgeführt; zu Beginn der warmen Jahreszeit, im März und dann, im August, um der Hecke Gelegenheit zu bieten vor dem Winter noch einmal Kraft aufzubauen.
  • Bei diesem Schnitt gilt es Seitentriebe und zu weit heraushängende Zweige zu schneiden sowie die Höhe etwas zu kürzen.
  • Dies gibt dem Bambus Licht und Luft für neue Triebe und dient natürlich auch der Optik.
  • Als Werkzeuge kommen die Heckenschere und die Astschere für sehr dicke Bambusstangen zum Einsatz.
Wer nur wenige Bambushalme schneidet, bei Büschen im Garten oder im Pflanzenkübel auf dem Balkon, kann auch darauf achten dicht oberhalb der Knoten am Halm, den Nodien, zu schneiden umso der Pflanze bei der Regeneration noch besser zu helfen. Auch können dürre, alte Halme ganzjährig mit einer Rosenschere entfernt werden um der Hecke freien Raum zu geben. Durch den Pflegeschnitt wird der Bambus dichter, buschiger und kräftiger.

Rückschnitt bei Bambus

Ein kompletter Rückschnitt gibt der Pflanze die Möglichkeit zur Verjüngung. Er sollte alle 4 bis 5 Jahre vor oder zu Beginn der Wachstumsphase im März durchgeführt werden:
  • Dabei wird der Strauch oder die Hecke dicht über dem Boden abgeschnitten; bis max. 20 cm.
  • Auch wenn die abgeschnittene Hecke zunächst sehr traurig aussehen mag dankt es der Bambus durch stärkeres, kräftigeres Wachstum.
  • Für diesen Verjüngungsschnitt braucht es bei Hecken und dicken Halmen die Hecken- und die Astschere.
  • Um sicherzugehen in welchen Abständen ein Rückschnitt geplant werden sollte, ist ein Blick in die Empfehlungen zur jeweiligen Bambusart hilfreich.
Formschnitt

Ein Minidschungel in der Bonsaischale im Wohnzimmer oder ein mehrere Meter hoher Turm mit Spitze im Garten? Bambus bietet für viele kunstvolle Ideen eine gute Grundlage. Etwas abgebunden und mit der Schere nachgearbeitet können die abenteuerlichsten Formen entstehen. Wichtig ist aber, dass das schnelle Wachstum jede auch noch so schöne Form bald wieder schwinden lässt. Sorgen, dem Bambus beim Schneiden Schaden zuzufügen, sind unnötig, da der Bambus dankbar nachwächst.
 
Gewöhnliche Ast- und Heckenscheren reichen beim Bambusschnitt aus - so hoch wie in Asien wächst er hierzulande nichtZur Pflege feiner Formen nimmt man im Allgemeinen die Rosenschere. Bevor man
besondere Formen im Pflanzenkübel im Zimmer verwirklicht, sollte man sich sehr genau informieren, welche Arten nicht zu schnell und nicht zu hoch wachsen. Unter den ca. 1.500 Bambusarten die

Richtige zu finden, bleibt natürlich dem Schönheitsempfinden überlassen; Zeit lassen sollten man sich bei der Suche aber in jedem Fall um keine zu holzige Art zu nehmen oder sogar eine ähnlich aussehende Pflanze mit anderen Eigenschaften zu erhalten. Gerade bei Zimmerpflanzen gilt: Nicht immer wo das Wort "Bambus" steht ist auch einen Bambus erhältlich. Das Wort Bambus kann zum Beispiel auch als Teil eines Firmennamens erscheinen.

Bambus schneiden nach Frostschäden

In Deutschland können die Temperaturen im Februar (bis -20 °C) starke Schäden an den Bambuspflanzen anrichten. Betroffen sind vor allem niedrige, ungeschützt stehende Pflanzen. Durch eine starke Braunfärbung der Halme und Blätter darf man sich aber nicht gleich täuschen lassen.

Zunächst gilt es bis Juni zu warten, um zu sehen welche Bambushalme neue Wurzeln bilden und wieder zu wachsen beginnen. Erst jetzt ist es Zeit für einen Rückschnitt. Wirklich auf Bodenhöhe geschnitten werden muss der Bambus nur, nachdem er einen tödlichen Frostschaden erlitten hat, also auch im Juni noch keine grünen Blätter zu sehen sind. Sollten einzelne Bereiche des Bambus braun bleiben, obwohl an anderen Stellen der Pflanze aber grüne Blätter wachsen, sollten die braunen Bereiche möglichst spät, im August, entfernt werden, da in den Halmen noch Nährstoffe gespeichert sind, die zum Wiederaufbau der Pflanze verwendet werden können.

Wurzelsperren - vor dem Schneiden planen!

Unumgänglich, wenn man über den Schnitt von Bambus spricht, ist auch das Thema der Wurzelsperre. Die meisten Bambusarten, insbesondere die sich in Europa halten, wachsen durch Wurzelausläufer in die Breite. Hier ist das Begrenzen dieses Wachstums durch eine Bambus-Rhizomsperre eine große Hilfe. Aus den Wurzeln bilden sich Wurzelausläufer, die Rhizome, welche sich dann zu neuen Halmen weiterentwickeln. Somit wächst die Bambushecke schnell in die Breite. Mit einer stabilen Folie, entlang den Grenzen der Bambushecke, kann dieses Ausbreiten verhindert werden.  Hierfür gibt es Rhizomsperren; sehr stabile Folien, die bis 60 cm tief um den Bambus eingegraben werden. Wenn die Anschaffung dieser Folien auch kostenintensiv sein mag; ersparen Rhizomsperren viel Schneidarbeit.

So viel zum Schneiden?

Bambus ist eine dankbare, immergrüne und wunderschöne Pflanze für drinnen und draußen. Wenn Sie also zweimal jährlich, im März und August, einen Pflegeschnitt sowie alle 4 bis 5 Jahre einen Rückschnitt machen ist das Wichtigste getan. Mit dieser Anleitung für das Schneiden von Bambus sollten nun die Grundlagen vermittelt worden sein und dem ersten Anpflanzen steht nichts mehr im Wege. Viel Freude mit der Pflanze.

Wissenswertes zum Bambus-Schnitt in Kürze

  • Verjüngungsschnitt
Bei älteren Pflanzen wird ein Verjüngungsschnitt vorgenommen: Alte und dünne Triebe werden herausgeschnitten. So bekommen neue und starke Triebe mehr Licht und haben mehr Platz für ihre Entwicklung. Man schneidet immer den einzelnen Trieb mit einer Rosenschere an der gewünschten Stelle ab. Bei ganz dünnen Trieben verwendet man eine Heckenschere, bei sehr dicken eine Astschere. Man schneidet nicht mehr als ein Drittel der Pflanze heraus. Alte Halme übernehmen eine Stützfunktion für die neuen, weichen Triebe. Sind keine alten Halme mehr da, können auch keine neuen hinzukommen. Durch einen regelmäßigen Schnitt werden die Bambuspflanzen dichter und buschiger.
  • Pflegeschnitt
Besonders wichtig ist das Verschneiden von Bambushecken. Das sollte regelmäßig im Frühjahr gemacht werden. Man schneidet ein wenig oberhalb der Nodie oder Knoten. Das sind die leicht verdickten Stellen am Halm. So sind später die trockenen Halmabschnitte nicht sichtbar. Will man ein Höhenwachstum erreichen, müssen die einzelnen Halme in der gewünschten Höhe abgeschnitten werden.
  • Zierschnitt
Einige Bambusarten haben besonders dekorative Halme, so z.B. sind die von Phyllostachys nigra. Damit sie gut zur Geltung kommen, entfernt man die unteren Zweige. Am besten geht das in der Zeit des frühen Wachstums.
  • Formschnitt
Bambus in Pflanzkübeln erhalten einen Formschnitt. So können die großen Pflanzen auch in Kübeln kultiviert werden. Besonders gut geeignet sind Bambus multiplex und Bambus tuldoides Ventricosa Kimmei. Selbst als Bonsai ist Bambus geeignet. Allerdings ist er dann nicht winterhart.