Engelshaar-Federgras - Pflege & Schneiden

federgras-breit-hg-flDas filigrane, haarförmige Engelshaar-Federgras erinnert an die Worte des deutschen Gärtners und Garten-Philosphen Karl Foerster: "Gras ist das Haar der Mutter Erde." Es ist ein zauberhafter wie auch beruhigender Anblick, wenn sich fedrige, weiße Grannen sanft zu dem steten Atem des Windes wiegen.

Um das faszinierende Engelshaargras (Stipa tenuissima) in einer Gartenanlage zu beheimaten, sollte ein sonniger, vor Winternässe geschützter Standort mit gut durchlässigem Erdboden vorhanden sein.

Die Eigenschaften vom Engelshaar-Federgras

Die federartigen, weißen Blütenrispen sowie überhängende, haarfeine Grannen sind das

besondere Merkmal des Federgrases (Stipa), welches auch unter der Bezeichnung Büschelhaargras oder Pfriemengras, Alfagras und Espartogras sowie Pferdeschweif bekannt ist. Es ist ursprünglich in China beheimatet und ist zudem als äußerst ästhetische Pflanze ist in jedem Outdoorbereich ein beeindruckender Blickfang. Es existieren ungefähr zwanzig unterschiedliche Federgras-Arten von denen zwei sich ganz besonders hervorheben:
  • einerseits das im mitteleuropäischen Bereich beheimatete 'Echte Federgras' (Stipa pennata)
  • es wird auch als Mädchenhaargras oder Flausch-Federgras bezeichnet und wächst wild an Waldrändern, sonnigen Böschungen sowie auf Trockenmager-Rasen
  • da es nur noch sehr selten auftritt, steht es heutzutage unter Naturschutz
  • andererseits wird das ursprünglich in Argentinien und Mexiko beheimatete 'Engelshaar-Federgras' (Stipa tenuissima) als Zierpflanze für hiesige Gärten kultiviert
  • dieses Gras bildet Büschel von fast 90 Zentimeter Größe oder Horste
  • die nickenden Engelshaar-Federgras Rispen sind weich und schmal, sie tragen Grannen von einer etwa 5 Zentimeter Länge
  • diese leuchten speziell im Sonnenlicht auffällig weiß, wodurch größere Gruppen im wehenden Wind einem wogenden Meer ähneln.
Die faszinierende eigenständige Aussaat des Engelshaar-Federgrases

Die Körner vom Engelshaar-Federgras besitzen zudem eine ganz spezielle Verbreitungsmethode:
  • aufgrund der immensen Spannung werden sie etliche Meter von der Mutterpflanze fortgeschleudert
  • dank der spiralförmig gedrehten Grannen sowie ihres Schwunges können sie sich am Tierfell oder an menschlicher Kleidung festhaken und weitertransportieren lassen.
Einige Tipps zur Aussaat vom pflegeleichten wie auch eleganten Engelshaar-Federgras:
  • Federgras ist relativ einfach mittels Aussaat zu vermehren
  • dafür wird in dem Zeitraum Februar bis zum Juni entweder direkt im Freiland oder innerhalb von Saatschalen im Frühbeet, Gewächshaus oder auf einer
    freien Fensterbank ausgesät
  • das Saatgut wird äußerst dünn durch Erde bedeckt, leicht angedrückt und danach gleichmäßig leicht feucht gehalten
  • die Keimung der Saat erfolgt bei etwa 10 bis 20 Grad Celsius langsam sowie unregelmäßig in einem Zeitraum von ungefähr 8 Wochen
  • ist die Saat aufgegangen, wird empfohlen, stets einige Jungpflanzen als Bündel zusammenzupflanzen. Geeignetes Saatgut kann für Engelshaar-Federgras zudem auch im Gartenfachhandel erworben werden.
Der ideale Standort und optimale Schnitt

Bei den Federgräsern handelt es sich um mehrjährige Staudenpflanzen, welche innerhalb von Mitteleuropa völlig winterhart sind. Es bevorzugt aufgrund seiner Herkunft kalkhaltigen, durchlässigen sowie sandigen und nährstoffarmen Erdboden. Trotz des langsamen Wuchses bilden sich im Lauf der Zeit recht kräftige Horste (buschiger Wuchs). Federgräser sind zudem im Allgemeinen sehr pflegeleicht und robust. Sie vertragen des Weiteren auch große Trockenheit und benötigen keine Düngung oder regelmäßige Bewässerung (nur mäßig, bei extremer lang anhaltender Trockenheit). Der Rückschnitt kann im Frühjahr bis etwa handbreit (ungefähr 10 Zentimeter) über dem Boden erfolgen. Während des Überwinterns ist darauf zu achten, dass Engelshaar-Federgras Stauden vor anhaltendem Regen und Feuchtigkeit geschützt werden.

Die optisch idealen Standorte für das Engelshaar-Federgras

Das Engelshaar-Federgras ist speziell in Heidegärten sowie naturbelassenen Gärten, innerhalb von Steingärten

sowie Steppen- und Wildstaudenpflanzungen ein absoluter Blickfang. Als locker eingestreute Staude zwischen anderen Gräsersorten verleiht es jedem Outdoorbereich einen faszinierenden Charme. Werden die reizvollen Rispen getrocknet, bereichern sie auf attraktive Art geschmackvolle Trockengestecke beziehungsweise Trockensträuße. Um hierbei eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten, sollten sie stets geschnitten werden, bevor der erste Frost einsetzt.

Steckbrief
  • Art/Familie: Ziergras. Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)
  • Pflegeaufwand: Gering
  • Blütezeit: Juli bis August mit federartigen Rispen bestehend aus grün-weißen Ähren mit langen Grannen geschmückt
  • Belaubung: Schmale, lange und eingerollte Blätter in hellem grün
  • Wuchs: Locker horstig mit bogig überhängenden Blütenhalmen
  • Höhe: Je nach Sorte 40 bis 60cm
  • Standort: Sonnig trocken und regengeschützt. Nährstoffarmer, kalkhaltiger und sandigern Boden
  • Pflanzzeit: Kann im Herbst auch ausgesät werden
  • Schnitt: Im Frühjahr bodennah
  • Partner: Kommt am besten als Solitär zur Geltung
  • Vermehrung: Teilung im Frühjahr bei Wachstumsbeginn
  • Pflege: Bei Trockenheit wässern. Nicht düngen
  • Überwinterung: Sollte vor allem im Winter vor Regen geschützt werden. Sonst winterhart
Besonderheiten
  • Wird auch Pfriemengras, Pferdeschweif, Alfagras oder Espartogras genannt
  • Ist in China heimisch
  • Passt in den Wildblumengarten und in den steinharten
  • Blütenstände werten und lockern Blumensträuße auf, sind allerdings in der Vase nicht sehr lange haltbar
  • Blütenhalme bewegen sich bereits bei schwachem Windzug anmutig
Sorten

`Angel Hair: Höhe 40cm.
`Ponytails: Engel-Federgras. Höhe 50-60cm. Bogig überhängender Wuchs mit filigranen gelb-grünen Ähren. Winterhart. Verträgt gelegentliches Auslichten gut

Verwendung

Bekleidungsbranche - Die Blätter dienen zur Herstellung eines textilen Faserstoffes (Hartfaser)