Heiligenkraut - Pflege, Schneiden & Vermehren

steingarten-mit-dekoration-300-flDas Heiligenkraut (botanischer Name: Santolina chamaecyparissus) ist in unserer Gegend eine sehr seltene Pflanze. Im Mittelmeerraum, zum Beispiel in Griechenland, Italien, der Türkei und in Nordafrika, ist die Pflanze jedoch weit verbreitet. Das Heiligenkraut gehört zur Familie der Korbblütler.

Weltweit wurden nur 2 bis 3 Arten als Zierpflanzen kultiviert, deshalb gilt die Pflanze als Rarität. Der lateinische Name Santolina geht auf “sanctus” = “heilig” sowie “linum” = “Flachs” zurück. Heiligenkraut ist ziemlich frosthart. Die Pflanze eignet sich hervorragend zur Bepflanzung von Steingärten oder zur

Bepflanzung von Dachgärten. Auch als Kübelpflanze kann Heiligenkraut gut kultiviert werden. Das ungewöhnliche Laub dieser pflegeleichten Pflanze setzt überall wunderbare Akzente. Ideale Begleitpflanzen sind Rote Wildtulpen, Purpurglöckchen oder Blaue Polsterglockenblumen. Aber auch Rosen oder Lavendel eigenen sich als Begleiter für Heiligenkraut hervorragend.

Kurzer Überblick
  • Wuchs: immergrüner Halbstrauch
  • Blüten: gelb
  • Standort: warm und sonnig
  • Schnitt: sehr gut schnittverträglich
  • Gießen: nicht notwendig
  • Düngen: nicht notwendig
  • Überwintern: ziemlich frosthart
  • Vermehrung: Stecklinge oder Samen
  • Krankheiten und Schädlinge: nicht anfällig
  • Verwendung: frisch oder getrocknet
Wuchs

Heiligenkraut wächst bei uns als immergrüner Halbstrauch mit einer Höhe zwischen 10 und 60 cm. Die Pflanze ist verzweigt und kann sowohl aufrecht als auch als niederliegender Strauch wachsen. Die fein zerteilten Blätter sind behaart und für uns Menschen wohlriechend. Auf Insekten wirkt der Geruch abwehrend. Die Farbe der Blätter ist frischgrün oder graufilzig. Oft wird die Pflanze als Zypressenkraut bezeichnet, was an ihrem nadelartigen Laub liegt.

Blüten

Die Blütezeit ist von Juni bis August. In dieser Zeit zeigen sich kleine kugelige Blüten. Sie leuchten gelb.

Standort

Heiligenkraut gedeiht am besten an einem warmen und sonnigen Standort. Der Boden sollte trocken, durchlässig, kalkhaltig und nährstoffarm sein. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte etwa 30 cm betragen.

Schnitt

Heiligenkraut ist sehr schnittverträglich und übersteht auch kräftige Rückschnitte. Der Rückschnitt sollte jedoch unmittelbar nach der Blütezeit vorgenommen werden. Dadurch wächst der Strauch buschig und verkahlt von untern her nicht. Heiligenkraut kann gut in Form geschnitten werden.

/>Gießen

Heiligenkraut liebt es trocken. In der Regel reicht der Regen aus und es sind keine weiteren Wassergaben nötig. Nur in sehr langen Trockenphasen sollte etwas gegossen werden. Staunässe muss auf jeden Fall vermieden werden.

Düngen

Da Heiligenkraut sehr anspruchslos ist, ist eine Gabe von Dünger nicht notwendig.

Überwintern

Heiligenkraut ist mehrjährig und ziemlich frosthart. Ein Winterschutz aus Reisig schützt die Pflanze vor großem Frost. Auch vor winterlicher Nässe sollte die Pflanze sicher geschützt werden.

Vermehrung

Heiligenkraut kann leicht durch Stecklinge vermehrt werden. Dazu schneidet man vom Frühjahr bis zum Sommer 15 bis 20 cm lange Triebspitzen ab. Diese werden von ihrem Laub befreit und in Erde gesetzt. An einem hellen, halbschattigen Platz wachsen die Stecklinge recht schnell. Bis sie angewachsen sind, sollten sie regelmäßig gewässert werden. Im nächsten Frühjahr können die jungen Pflanzen an einen sonnigen Ort umgesetzt werden. Auch eine Aussaat mit Samen ist möglich.

Krankheiten und Schädlinge

Heiligenkraut ist nicht anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Nur zu feucht oder zu dunkle Standorte können der Pflanze schaden und sie kann verkümmern oder eingehen. Deshalb sollte man auf eine ausreichende Entwässerung achten, damit keine Wurzelfäule entsteht.

Verwendung


/>Heiligenkraut kann vielseitig verwendet werden. Im getrockneten Zustand wirkt es gegen Obstfliegen und Motten. Eine Schale gefüllt mit frischem Heiligenkraut hält Mücken vom Sitz- oder Schlafplatz fern. In der Küche können frische, klein gehackte Blätter verwendet werden. Sie würzen Fleisch-, Fisch- und Nudelgerichte und geben Salatsoßen das gewisse Etwas.

Steckbrief
  • Art/Familie: Verholzender Halbstrauch. Gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae)
  • Pflegeaufwand: Gering
  • Blütezeit: Juli bis August  mit kleinen runden gefüllten Blütenköpfchen in gelb oder weiß
  • Belaubung: Immergrün. Fein gefiederte, silbergraue filzig behaarte Blätter die aromatisch duften. Blätter schützen die Pflanze durch Behaarung vor starker Verdunstung
  • Wuchs: Bodendecker. Buschig verzweigter Wuchs, bildet rundliche Polster, verholzt an der Basis
  • Höhe: 30 bis 50cm
  • Standort: Sonnig warm, gerne auch an hellen Südwänden. Nährstoffarmer, kalkhaltiger, durchlässiger und eher trockener Boden
  • Pflanzzeit: Jederzeit solange der Boden nicht gefroren ist
  • Schnitt: Schnittverträglich. Jährlicher kräftiger Rückschnitt direkt nach der Blüte, damit die Pflanze buschiger wächst. Lässt sich gut in Form schneiden
  • Partner: Dunkellaubige Pflanzen
  • Vermehrung: Stecklinge von Frühjahr bis Sommer schneiden; wachsen rasch und willig
  • Pflege: Regen reicht in der Regel aus, keine weiteren Wassergaben notwendig. Nicht düngen
  • Überwinterung: Ziemlich frosthart. Bei lang anhaltenden Frösten ohne Schnee (Barfröste) und kalten Wintern für Winterschutz dankbar. Sollte vor winterlicher Nässe geschützt werden
  • Krankheiten/Probleme: Problemlos
Besonderheiten
  • wird auch Graue Heiligenblume genannt
  • kommt aus dem Mittelmeerraum
  • passt gut in den Steingarten oder in den mediterranen Garten
  • kann gut als kleine Hecke geschnitten werden
  • lässt sich auch gut in Kübeln kultivieren
Art
  • Grünes Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia): blüht mit schwefelgelben Blüten, lindgrüne Blätter
Sorte
  • 'Edward Bowles': Höhe 40cm. Zeichnet sich durch cremeweiße Blüten über grau-grünen Blättern aus