Japanwaldgras, Hakonechloa - Pflege und Schneiden

japanischer-garten2 flDas Japanwaldgras gehört zu den Süßgräsern (Poaceae). Wie die deutsche Bezeichnung schon sagt, stammt es aus Japan, wo es in lichten Wäldern, an feuchten Waldsäumen und auch Felsklippen auf der Hauptinsel Honshu anzutreffen ist. Der botanische Name lautet Hakonechloa macra.

Tatsächlich ist das Japanwaldgras die einzige Art der Gattung Hakonechloa. Allerdings gibt es zahlreiche Varianten, die sich in Farbe und Wuchs unterscheiden. Das Japanwaldgras ist besonders attraktiv und zudem recht pflegeleicht.

Aussehen und Eigenschaften des Japanwaldgrases

Die Wildform mit ihren satten grünen

Blättern ist hierzulande selten. Umso häufiger sind die verschiedenen Zuchtformen in hiesigen Gärten anzutreffen. Die Wuchshöhe dieses krautigen Ziergrases beträgt 30 bis 70 cm, meist werden Sorten von etwa 40 cm Wuchshöhe gepflanzt. Die langen, dünnen Blätter sind lanzettlich geformt. Sie wachsen leicht nach oben und neigen sich dann im Bogen nach unten, was einem Wasserfall ähnlich sieht. Dieser Überhang ist sehr dekorativ und elegant und macht sich auch in einem Blumentrog sehr schön. Dabei wächst Hakonechloa nur sehr langsam und es besteht keine Gefahr, dass diese Pflanze den Garten überwuchert. Im späten Frühjahr treibt sie aus und kann dann durch einfache Teilung des Wurzelstocks vermehrt werden. In der Zeit von August bis Oktober blüht das Japanwaldgras. Es bilden sich unscheinbare Ähren (Rispen) mit drei bis fünf Blüten.

Ansprüche an Licht und Boden

Das Japanwaldgras liebt es halbschattig bis absonnig. Sowohl zu viel Sonne als auch zu viel Schatten lassen die ausgeprägten Farben verblassen. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze an einem Standort, wo sie von der Morgen- oder Abendsonne bestrahlt wird. Der Boden sollte frisch bis feucht und nährstoff- und humusreich sein. Sandig-lehmiger Boden ist ideal, auch feiner Kiesboden wird vertragen, wenn dieser aufgelockert ist. Auch wenn das Japanwaldgras sehr anpassungsfähig ist, sollte man Staunässe vermeiden. Kalkhaltige Böden mag die Pflanze nicht, sondern bevorzugt leicht saure Böden. Die Pflanze wächst im Gehölz oder am Gehölzrand, eignet sich aber auch für Steinanlagen und Freiflächen. Wichtig ist, dass sie nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird, da sie dort nicht gut gedeiht.

Da sie feuchte Böden liebt, sollte sie regelmäßig gegossen werden. Dies empfiehlt sich insbesondere im ersten Jahr. Thematisch passt das Japanwaldgras natürlich in japanische oder asiatische Ziergärten, ist aber auch als Bodendecker für Bäume und Sträucher gut geeignet. Es macht sich gut in Kombination mit Farnen und Herzblattlilien (Funkien) und eignet sich auch zur Besäumung von Wegen.
Besonders in halbschattigen Ecken des Gartens setzt das Japanwaldgras dekorative Akzente.

Japanwaldgras pflanzen und pflegen

Es empfiehlt sich, die Pflanzen im Abstand von 40 bis 60 cm voneinander zu pflanzen. Pro Quadratmeter sollte man vier, höchstens sechs Pflanzen setzen. Gruppen von fünf bis zehn Pflanzen ergeben eine hübsche Bodendeckung, aber auch einzeln ist die Pflanze ein Blickfang, wenn sie erst einmal voll ausgewachsen ist. Gepflanzt werden sollte das Japanwaldgras möglichst im Frühjahr. Da sie mit kalten Temperaturen nicht gut klar kommt hat sie so Zeit, kräftig zu werden. Aus demselben Grund sollte man auch die Blätter im Herbst nicht zurückschneiden, da sie einen gewissen Winterschutz bieten. In unseren Breiten erweist sich das Japanwaldgras als

winterfest, bei jungen Pflanzen und bei Frost empfiehlt sich aber ein Winterschutz aus Reisig, Laub oder Vlies. Ansonsten ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Zurückgeschnitten werden die Blätter im Frühjahr. Es empfiehlt sich auch, zur gleichen Zeit einmal jährlich Volldünger hinzuzugeben.

Bekannte Sorten der Hakonechloa und ihre Besonderheiten
  1. Die bekannteste Sorte ist die Hakonechloa macra 'Aureola'. Diese Sorte hat leuchtend grüne Blätter mit einer schmalen grünen Umrandung und einem grünen Strich in der Blattmitte. Sie wächst buschig bis etwa 35 cm Höhe und hat im Austrieb attraktive rötliche Stängel. Bei zu viel Sonnenlicht verschwindet die attraktive Färbung allerdings. Der Durchmesser beträgt 40 bis 50 cm.
  2. Besonders dekorativ sind die "goldenen" Sorten. Die Hakonechloa macra 'All Gold' wächst aufrechter und ist spitzblättriger als andere Sorten. Die Färbung ist eigentlich grün-gelb, was aber als golden empfunden wird. Auch der Austrieb ist leuchtend grün-gelb und weist rote Blattscheiden auf. Die Halme werden etwa 30 cm hoch. Insgesamt hat die Pflanze eine sehr frische Ausstrahlung. Auch hier ist direktes Sonnenlicht zu vermeiden, da es die Blätter angreift.
  3. Sonnentoleranter als andere Sorten ist die Hakonechloa macra 'Albo Striata'. Sie hat grüne Blätter mit weißen Streifen, auch die Halme haben einen weißen Rand. Sie wächst etwas schneller als andere Sorten, braucht aber dennoch zwei Jahre, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet.
  4. Hakonechloa macra 'Beni Kaze' entfaltet in der warmen Jahreszeit ein sattes Grün. Im Herbst werden die Blätter teils rötlich.
Pflege des Japanwaldgrases in Kürze
  • Pflanzzeit: Frühjahr (empfohlen)
  • Standort: halbschattig bis absonnig
  • Wuchs: langsam wachsender, rasenartiger Bodendecker, bogig überhängend
  • Belaubung: lange schmale frischgrüne Blätter, sehr schöne bronzefarbene Herbstfärbung
  • Gruppierung: einzeln oder vier bis sechs pro Quadratmeter
  • Boden: frischer, feuchter Boden, leicht sauer, nährstoffreich
  • Bewässerung: regelmäßig (zumindest im 1. Jahr empfohlen)
  • Düngung: einmal jährlich im Frühjahr
  • Blütezeit: August bis Oktober mit unauffälligen Ähren
  • Schnitt: bodennah im Frühjahr
  • Überwinterung: Kübelpflanzen können mit geschütztem Kübel draußen bleiben, auch ausgepflanzte Japanwaldgräser lieber schützen
  • Vermehrung: Teilung der Horste im Frühjahr
Fazit: Viele Namen, eine Pflanze

Das Japanwaldgras wird auch Japan-Berggras oder Japanisches Berggras, Japanisches Waldgras oder einfach Japangras genannt. Auch mit den Bezeichnungen Japan-Zwergschilf und Goldbandgras ist Hakonechloa macra gemeint. Die pflegeleichte Pflanze ist sowohl einzeln als auch als Bodendecker ein wunderschöner Anblick, insbesondere wenn eine leichte Brise die Blätter zum Wogen bringt und die verschiedenen Farben zur vollen Wirkung kommen. Besonders die halbschattigen Stellen im Garten gewinnen hierdurch an Pracht.