Reitgras - Pflege, Standort & Schneiden

grasherbst2 flOb in Einzelstellung, im Stauden- oder im Kiesgarten - Ziergräser sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit die neuen Gartenstars. Von Liebhabern wurden sie schon immer gepflanzt, doch inzwischen tauchen die filigranen Gräser vermehrt in den Gärten auf. Mit der Blütenpracht der Stauden können sie es zwar nicht aufnehmen, aber der elegante Wuchs und ihre Struktur bringen Leichtigkeit und Ästhetik ins Blumenbeet. Außerdem sind sie pflegeleicht und haben selbst im winterlichen Garten ihren Reiz.

Reitgras - Standort

Das Reitgras mit der botanischen Bezeichnung

"Calamagrostis x acutiflora" wird auch als Garten-Reitgras bezeichnet. Es wächst straff aufrecht und gedeiht an trockenen und feuchten Stellen, doch sollte der Standort immer sonnig sein. Im Schatten wachsen die Halme schwächer und knicken daher leicht um. Ein gut durchlässiger Boden, nicht zu stark gedüngt, ist ideal. Reitgras ist mit seinen weizenfarbenen Blütenrispen und einer Höhe bis zu 150 cm ein dekoratives Ziergras, das durch seinen aufrechten Wuchs auch in Einzelstellung attraktiv wirkt. Akzente setzt es in großen Staudenbeeten in Gruppen gepflanzt oder als Solitärpflanze. Auch in einem schön gestalteten Kiesgarten oder vor dunklen Gehölzen kommt das Reitgras gut zur Wirkung. Und in Pflanzgefäßen auf der Terrasse kann es als leichter Sichtschutz dienen. Durch seinen frühen Austrieb und dem Blütenbeginn im Juni ist es den ganzen Sommer über ein interessanter Blickfang. Zu Beginn der Blüte sind die gelben Rispen weit gefächert. Später verwandeln sie sich dann in schmale, bräunliche Ähren, die den ganzen Winter über erhalten bleiben. Die Blüten des Garten-Reitgrases sind steril, das bedeutet, es sät sich nicht aus wie andere Ziergräser.

Reitgras - weitere Sorten
  • Blauknoten-Reitgras, Blütenstände verzweigt und purpurfarben, später bräunlich, gedeiht auch im Schatten. Dieses Gras verbreitet sich über Rhizome
  • Nepal-Reitgras, dichte überhängende Blütenrispen, Farbe silbrig-rosa, wächst horstig.
  • Berg-Reitgras, wird nur bis 100 cm hoch, sehr anpassungsfähig, Blütenähre gelbgrün, wächst auch im lichten Schatten.
  • Gestreiftes Reitgras, hat weiß gestreifte Blätter und ist sehr standfest, gelbbraune Blütenrispen, die sich stark versamen, wächst etwas niedriger als andere
    Arten.
  • Garten-Reitgras "Waldenbuch", weiter gezüchtete Sorte des Garten-Reitgrases, sehr standfest und gesund, gedeiht auch im lichten Schatten.
Die Blütezeit beginnt bei allen Reitgräsern im Juni und dauert bis August/September. Die Blütenrispe verfärbt sich dann, bleibt aber den ganzen Winter über stehen.

Reitgras - Pflege und Schneiden

Wie alle Ziergräser erfordert auch das Reitgras wenig Pflege. Im Frühjahr beim Neuaustrieb erhält das Reitgras eine Gabe Kompost oder Naturdünger. Bei Blühbeginn dann nochmals eine kleinere Gabe. Bei zu viel Dünger werden die Halme weich und knicken um. Auf gut durchlässigem Boden muss das Reitgras nur bei extremer Trockenheit gegossen werden. Ein Schädlingsbefall oder Krankheiten kommen bei diesen Gräsern so gut wie nie vor. Auch von Schnecken werden sie verschont. Die straff aufrechten und standfesten Halme mit den Blütenrispen bleiben den Winter über stehen und sorgen mit ihren Formen im Raureif oder unter dem Schnee für einen besonderen Reiz. Erst im zeitigen Frühjahr, wenn das Reitgras anfängt, neu auszutreiben, darf es geschnitten werden. Dabei vorsichtig schneiden, damit man die frischen Triebspitzen nicht verletzt. Bei einem Rückschnitt schon im Herbst dringt Feuchtigkeit durch die Grashalme in den Wurzelstock, der dann faulen kann. Da sich das Garten-Reitgras nicht selbst aussät, geschieht

die Vermehrung im Frühjahr nach dem Rückschnitt durch Teilung des horstigen Wurzelstockes. Dazu wird dieser ausgegraben und mit einem scharfen Spaten geteilt. Nach dem Einpflanzen wird das Reitgras mit Kompost oder Dünger versorgt und gut angegossen.

Steckbrief
  • Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)
  • Pflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
  • Blütezeit: Juli bis August mit gelben oder bronzefarbenen schmalen Rispen. Sind auch verblüht im Winter sehr dekorativ
  • Belaubung: Schmal linealförmige, steife und leicht überhängende gelbe oder grüne Blätter
  • Wuchs: Aufrecht buschiger Wuchs. Ausbreitung erfolgt wuchernd durch Rhizome
  • Höhe/Breite: 60 bis 80cm ohne, 120 bis 150cm mit Blütenstände
  • Standort: Sonnig, verträgt auch lichten Schatten, gerne am Teichrand. Nährstoffreicher und feuchter Boden
  • Pflanzzeit: Jederzeit solange der Boden nicht gefroren ist
  • Schnitt: Blütenstände im Frühjahr entfernen
  • Partner: Mittelhohe Stauden
  • Vermehrung: Teilung vom späten Frühjahr bis in den Sommer hinein möglich
  • Pflege: Boden sollte nicht austrocknen
  • Überwinterung: Winterhart
  • Krankheiten/Probleme: Problemlos
  • Besonderheiten: Wird auch Diamantgras oder Sandrohr genannt, ist in Europa heimisch, passt gut in den naturnahen Garten
Sorten
  • `Karl Foerster: Höhe 150 cm. Grünes breites Laub mit bronzefarbenen Blütenständen, wuchert nicht
  • `Overdam: Höhe 120 cm. Grüne Blätter gelblich-weiß gerandet