Winterharte Ziergräser und Gräser für Balkon und Garten

Ziergräser im Kübel, wie hier Zyperngras, benötigen guten FrostschutzZiergräser gehören als krautige Pflanzen zu den Stauden, die sowohl im Garten als auch auf Balkon und Terrasse gepflanzt werden können. Insbesondere die mehrjährigen, winterharten Ziergräser sind äußerst dankbare Pfleglinge, mit denen Sie im Freien auch in der kalten Jahreszeit reizvolle Akzente setzen können.

Manche Gräser wirken gerade unter einem kühlen Mantel aus Raureif besonders schön und entfalten ihre volle Pracht, wenn ihre farbigen Blätter kontrastreich aus der Schneedecke ragen. Um ungetrübte

Freude an Ziergräsern zu haben, sollte man sich vor deren Auswahl mit ihren familiären Eigenarten vertraut machen.

Die Familien der Gräser

Gräser, die als Ziergräser bezeichnet werden, zählen zu den einkeimblättrigen Pflanzen. Sie weisen einen Halm mit langen, schmalen Blättern und Blütenständen in der Form von Rispen oder Ähren auf. Die Gattung der Gräser wird in drei Familien unterteilt:

Süßgräser oder echte Gräser (Poaceae)
  • Bambus
  • Getreide
  • Ziergräser
  • Rasengräser
Ried- oder Sauergräser (Cyperaceae)
  • Zyperngras (Cyperus)
  • Seggen (Carex)
Binsengewächse (Junaceae)
  • Marbeln/Hainsimsen (Luzula)
  • Binsen (Juncus)
So vermehren sich Ziergräser

Gräser können sich mit Hilfe des Windes sowohl über ihre Samen als auch über ihre Wurzeln vermehren beziehungsweise ausweiten. Zu den hostbildenden Ziergräsern zählen:
  • Fuchsrote Segge (Carex buchananii)
  • Jade Bambus bzw. rothalmiger Schirm-Bambus (Fargesia jiuzhaigou)
  • Berg-Reitgras (Calamagrostis varia)
Hochwachsende Ziergräser wie Bambus sollten auch gegen Schneebruch gesichert werdenBei Gräsern, die die Fähigkeit haben, sich über ihre Wurzeln zu vermehren, unterscheidet man zwischen Ziergräsern, deren Wurzeln einen Horst bilden und welchen, die sich über Rhizome genannte Ausläuferwurzeln ausweiten. Möchte man die unkontrollierte Vermehrung von Ziergräsern im Garten vermeiden, die Rhizome bilden, so ist es empfehlenswert eine sogenannte Rhizomen-Sperre in den Boden einzulassen oder das Ziergras im Kübel zu pflanzen. Rhizome-bildende Gräser sind beispielsweise:
  • Zwerg-Bambus (Pleioblastus pumilus)
  • Schwarzer Bambus (Phyllostachys nigra)
  • viele weitere Phyllostachys- und Pseudosasa-Arten
Freilandgräser zu jeder Jahreszeit

An welchem Standort sich bestimmte Ziergrasarten wohl fühlen und besonders gut zur Geltung kommen, hängt von ihrer Art und ihren Ansprüchen an Licht- und Bodenverhältnisse ab. Informieren Sie sich vor der Auswahl Ihrer Ziergräser für Balkon oder Garten über deren natürliches Habitat und die dort vorherrschenden Bedingungen. So finden Sie die optimalen Ziergrasarten für den von Ihnen vorgesehenen Standort und Boden.

Optische Gesichtspunkte

Viele Ziergräser kommen in Gruppen gepflanzt gut zur Geltung, während andere als Solitärpflanzen besonders imposant wirken. Je nach ihrer Wuchsform und
Höhe können Ziergräser als Bodendecker eingesetzt werden, bilden eine reizvolle Uferbepflanzung für den Gartenteich oder leisten auch im Winter gute Dienste als Sichtschutz. Auch zur Begrünung von Trockenmauern und Dächern machen sich manche Ziergrasarten sehr gut. Als Bodendecker eignen sich beispielsweise die folgenden Ziergräser:
  • Bärenfellschwingel (Festuca gautieri. Scoparia)
  • Japansegge (Carex morrowii 'Variegata')
  • Palmwedelgras (Carex muskingumensis)
  • Silberrreiherfeder (Festuca cinera)
  • Winkelsegge (Carex rimota)
  • mittelhohe Ziergräser etwa für Staudenrabatten
  • Hirse (Panicum virgatum)
  • Niedrige Elefantengräser (Miscanthus sinensis)
  • Reitgras (Calamgrostis acutiflora)
  • Rotstrahlbusch (Panicum virgatum)
  • Schmiele (Deschampsia caespitosa)

Als Sichtschutz oder imposante Solitärpflanzen eignen sich:

  • Bambus (diverse hoch wachsend Arten)
  • Chinaschilf (Miscanthus chinensis)
  • Elefantengras (Pennisetum purpureum)
  • Pampasgras (Cortaderia selloana)
  • Riesenschilf (Miscanthus Giganteus)
Kälte- und Nässeschutz ist auch für das Pampasgras vonnötenTipp: Elefantengras kann neben seiner bestechenden Optik auch als wertvoller nachwachsender Rohstoff in Form von Heizmaterial verwendet werden.

Selbst wenn der

Frost das Überleben winterharter Gräser selten gefährdet, sollte bedacht werden, dass sie Wurzeln von Pflanzen aufgrund des nur begrenzt zur Verfügung stehenden Raums im Pflanzgefäß und der empfindlicheren Feuchtigkeitsregulierung empfindlicher sind als die von Freilandgewächsen. Daher sollten sie an besonders kalten Tagen beispielsweise mit Stroh oder einer Kokosmatte um den Pflanzbehälter geschützt werden. Auch ein Standort an einer schützenden Hauswand hilft Ziergräsern dabei, die winterlichen Temperaturen leichter zu überstehen.
Dankbare winterharte Ziergräser für Balkon und Terrasse sind beispielsweise:
  • Bärenfellschwingel (Festuca gautieri. Scoparia)
  • Blauschwingel (Festuca cinerea)
  • Fuchsrote Segge (Carex buchananii)
  • Gelbgrüne Garten-Segge (Carex hachijoensis 'Evergold')
  • Gestreiftes Garten-Pfeifengras (Molinia caerulea 'Variegata')
  • Japansegge (Carex morrowii 'Variegata')
Winterhart ist nicht gleich winterhart

Selbst wenn viele Ziergräser winterhart sind, bedeutet dies nicht zwingend, dass sie nicht trotzdem in der kalten Jahreszeit eines gewissen Schutzes vor dem Frost bedürfen. So ist es bei hoch wachsenden Ziergräsern empfehlenswert, ihre Blätter bereits vor dem ersten Frost locker zu einem Schopf zusammen zu binden, damit sie durch die Schneelast nicht zu Boden gedrückt werden. Der Rückschnitt von Ziergräsern sollte stets erst im Frühjahr nach dem Abtauen des Schnees erfolgen. Neben der reizvollen Optik im Wintergarten schützen die Halme mehrjähriger Ziergräser die Wurzelstöcke vor Wind und Kälte.

Die Wasserversorgung von Ziergräsern im Winter

Einige Ziergräser, wie beispielsweise verschiedene Bambus-Arten, benötigen auch im Winter regelmäßige Wassergaben. Denn über ihre immergrünen Blätter verdunsten sie auch bei niedrigen Temperaturen noch Wasser, welches ihre Wurzeln im gefrorenen Boden jedoch nicht nachliefern können. Es empfiehlt sich daher, an Wintertagen mit Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts die Pflanzen mit lauwarmem Wasser zu gießen. Ein Absterben der Ziergräser kann auf diese Weise vermieden werden.

Ziergräser als zauberhafter Blickfang

Ob im Garten als Sichtschutz, Bodendecker oder Uferbegrünung oder um dem Balkon filigranes Leben einzuhauchen: Ziergräser sind wundervolle und dankbare Pfleglinge, die das Auge erfreuen. Wer die Bedürfnisse seiner Ziergräser beachtet, wird viel Freude an ihnen haben.

Zusammenbinden von Gräser und Abdecken von Bodendeckern sind wichtige Winterschutz-MaßnahmenWissenswertes zu winterharten Ziergräsern in Kürze

  • Nässeschutz: Dauerhaft nasse Erde schadet vielen Ziergräsern. Töpfe sollten deshalb auf Füße oder Ziegelsteine gestellt werden, damit sie auch von rasch trocknen. Der Bodenabstand isoliert zugleich. Vermeiden Sie für Gräser Standorte unter tropfenden Dächern!
  • Kälteschutz: Die trockenen Halme bleiben während des Winters stehen, denn sie bieten den eigenen Wurzeln natürlichen Schutz. Ihre Ähren sind bei vielen Vögeln als Winterfutter beliebt. Binden Sie die Horste deshalb zu Schöpfen zusammen. Erst im Frühjahr vor dem neuen Austrieb entfernt man das Stroh. Bei größeren Gräsern den Schopf zusammenbinden und  trockenes Laub um den empfindlichen Horst legen (mit Reisig abdecken). Kleinere Gräser benötigen ebenfalls ein Blattpolster. Binden ist hier jedoch kein Muss.
  • Tipp zum Schluss: Mit bunten Schleifen werden Gräser (wie zum Beispiel Chinaschilf) zu einem witzigen und äußerst kreativen Blickfang. Das sieht nicht nur toll aus, schützt die empfindliche Mitte der Gräser, also der Herz, vor Gevatter Frost.