Brutblatt - Pflege und Vermehrung

BrutblattDas Brutblatt gehört zur großen Familie der Dickblattgewächse, deren bekannteste Vertreter das Flammende Käthchen und das Madagaskarglöckchen sind. Die sogenannten Brutblätter bildeten früher die eigene Gattung "Bryophyllum" und nehmen auch jetzt noch, bedingt durch ihre Fortpflanzungsmethode, eine Sonderstellung ein. Brutblätter sind anspruchslose Zimmerpflanzen, die leicht zu vermehren sind und fast nie von Schädlingen befallen werden.

Herkunft, Arten und Bezeichnungen des Brutblattes

Die Heimat des Brutblattes ist Afrika. Hier findet man oft meterhohe Pflanzen. Die bei uns beliebten Brutblätter dagegen erreichen in Räumen selten

mehr als 50 cm Höhe. In großen Töpfen auf Terrasse und Balkon können es jedoch imposante Pflanzen mit bis zu einem Meter werden. Die botanische Bezeichnung des Brutblattes ist Kalanchoe. Bekannt sind bei uns folgende Brutblattarten:
  • Kalanchoe daigremontianum
  • Kalanchoe tubiflora
  • Kalanchoe crenata
  • Kalanchoe beharensis
  • Kalanchoe tomentosa
Davon haben zwei Arten bei uns in Wohnungen und Büros eine große Verbreitung gefunden. Zum einen das Brutblatt Kalanchoe daigremontianum, das große, dreieckige Blätter hat und zum anderen Kalanchoe tubiflora mit röhrenförmigen Blättern. Bei K. daigremontianum sitzen die Brutknospen rund um die Blätter, bei K. tubiflora dagegen nur an den Spitzen. Beide Brutblattarten wachsen in der Regel aufrecht, die Triebe von K. tubiflora neigen sich bei höherem Wuchs jedoch gerne nach unten. Die glockenförmigen, grauvioletten Blüten bilden sich erst an ausgewachsenen, älteren Pflanzen und nur bei kühler Überwinterung. K. crenate hat rundliche Blätter und trägt wenig Brutknospen. K. beharensis wächst oft meterhoch und ist an ihren spitzen, dreieckigen Blättern erkennbar. Sie sind wollig weiß behaart. K. tomentosea ist ein Brutblatt mit fleischigen, silbrig behaarten ovalen Blättchen. Die letzten drei Arten findet man vorwiegend bei Pflanzenliebhabern und in Botanischen Gärten, da sie relativ groß werden.

Standort

Brutblätter gehören mit zu den anspruchslosesten Pflanzen und vertragen trockene Luft sehr gut. Das Brutblatt liebt einen voll sonnigen Platz, damit es kräftig wächst und eine schöne Blattzeichnung bekommt. In der Wohnung ist ein Fensterplatz nach Südwesten ideal. Im Freien sollte das Brutblatt zwar sonnig, jedoch wind- und wettergeschützt aufgestellt werden. Im Herbst muss es dann rechtzeitig vor den ersten Nachtfrösten wieder eingeräumt werden. Den Winter über lieben es Brutblätter kühler, etwa 10 °C sind ausreichend. Nur dann wachsen sie kompakt. Werden sie in beheizten Räumen überwintert und dadurch zu warm gehalten, bekommen die Pflanzen dünne, lange Triebe und es bilden sich keine Blüten aus.
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Pflege

Brutblätter sind besonders pflegeleicht. Sie lieben einen wasserdurchlässigen und lockeren Boden. Am besten ist eine Mischung aus normaler Blumenerde und Kakteenerde im Verhältnis 1:1. Das Brutblatt speichert in seinen dicken, fleischigen Blättern das Wasser. Daher gießt man erst, wenn die Erde ganz trocken ist. Staunässe und Wasser im Untersetzer sollten vermieden werden. Wird es zur Überwinterung kühler gestellt, darf man es nur ganz wenig gießen, eher wie Kakteen fast trocken halten. Auch bei der Düngung sind die Brutblätter nicht anspruchsvoll. Nur in den Sommermonaten erhalten sie drei- bis viermal eine Düngergabe mit Kakteendünger. Nach der Winterruhe, etwa im März, kann das Brutblatt umgetopft werden. Dabei kann man zu hohe Pflanzen gleichzeitig etwas einkürzen. Dies fördert auch eine schöne Verzweigung.

Vermehrung

BrutblattDie Vermehrung der Brutblätter

ist im doppelten Sinne ein "Kinderspiel". Man braucht weiter nichts zu tun, als die winzigen an den Blatträndern entstandenen neuen Pflänzchen - Kindel genannt - abzunehmen und einzutopfen. In den meisten Fällen haben sie schon an der Mutterpflanze Würzelchen gebildet. Meist fallen sie dann ab und wachsen dort weiter, wo sie den entsprechenden Untergrund finden. Das Brutblatt kann das ganze Jahr über vermehrt werden. Obwohl gerade diese Kindel das Brutblatt so interessant machen, können diese auch ohne zu vermehren abgenommen werden. Dadurch bleibt der Mutterpflanze mehr an Wuchskraft erhalten. Eine weitere Art der Vermehrung ist das Köpfen von zu groß gewordenen Pflanzen. Dabei schneidet man die Triebspitzen ab, lässt sie einen Tag antrocknen und steckt sie dann in frische Erde.

Schädlinge und Krankheiten

Das Brutblatt ist eine anspruchslose und dankbare Pflanze. Man kann wirklich sagen, es wird nie von Schädlingen und Krankheiten befallen. Steht es allerdings zu nass, verfaulen die Wurzeln und es können sogenannte Springschwänze in der Erde auftauchen. Bekommen Brutblätter lange und dünne Triebe, wurden sie zu warm überwintert. Auch bei einer Überdüngung verliert sich der
charakteristische Wuchs.

Fazit
  • Das Brutblatt ist eine anspruchslose, aber interessante Pflanze
  • Es kann ganzjährig in Räumen und im Sommer im Freien gehalten werden
  • Es ist besonders pflegeleicht
  • Es lässt sich kinderleicht vermehren
  • Es wird nicht von Schädlingen und Krankheiten befallen
Wissenswertes

Insgesamt gibt es rund 30 verschiedene Arten des Brutblattes, dementsprechend ist auch das Aussehen recht unterschiedlich.

Ursprünglich ist das Brutblatt in Afrika beheimatet. Das Besondere am Brutblatt ist seine Fähigkeit, sich vegetativ zu vermehren. Vollständig ausgebildete, kleine Jungpflanzen wachsen an den Blatträndern heran. Das Brutblatt benötigt einen sonnigen Standort, damit es seine schöne Blattzeichnung behält und kräftig wächst.

Zu hoch gewachsene Pflanzen können dabei auch eingekürzt werden, oder man nimmt dies im Hochsommer (Monat August) vor. Durch die eigenständige Vermehrung der Pflanze ist eine Anzucht von neuen Pflanzen kinderleicht. Die jungen Pflänzchen, die sich an der Mutterpflanze gebildet haben, müssen nur abgenommen werden und auf einen Topf mit Erde gesetzt werden. Eine Vermehrung kann während des gesamten Jahres vorgenommen werden. Das Brutblatt ist sehr pflegeleicht und wird nur selten von Krankheiten befallen.