Dickmaulrüssler & Dickmaulrüsslerlarven bekämpfen

Dickmaulrüssler & Dickmaulrüsslerlarven bekämpfen

Dickmaulrüssler und ihre Larven gehören zu den hartnäckigsten und lästigsten Gartenschädlingen. Die nachtaktiven Käfer mögen die Blätter vieler Zierpflanzen, wogegen ihre Larven die Wurzeln der Pflanzen schädigen.

dickmaulruessler_flBesonders gern mögen die Käfer derbe Blätter wie die von Rhododendron, Kirschlorbeer, aber auch von Rosen und Buchs.

Sie machen aber auch vor Erdbeeren, Kübelpflanzen, Stauden und anderen nicht Halt. Die Fraßstellen sind buchtenförmig, immer entlang der Blattränder. Daran ist der Dickmaulrüssler gut zu erkennen. Die Fraßstellen sind zwar nicht schön anzusehen, aber nicht

weiter gefährlich. Die Larven dagegen können richtig Schaden anrichten. Sie fressen zuerst die wichtigen Feinwurzeln, die für die Wasseraufnahme zuständig sind. Den größten Schaden verursachen die Larven, die bis zur weichen Rinde der Hauptwurzel vordringen und dort fressen. Meist geht die Pflanze dann ein, wenn nicht durch den Fraß, dann durch eindringende Bodenpilze. Die Larven fressen auch Rhizome und Knollen.

Die Dickmaulrüsslerweibchen legen ihre bis zu 800 Eier am liebsten in sandige, humusreiche Böden, in den Wurzelbereich der Pflanzen. Die Larven schlüpfen nach zwei bis drei Wochen und fangen sofort an zu fressen. Die Larven überwintern im Boden. Ab April verpuppen sie sich für etwa drei Wochen.

Bekämpfung Käfer

Die Käfer sind recht einfach zu fangen. Man kann sie nachts absammeln, im Licht von Taschenlampen oder ähnlichem. Wem das zu umständlich ist, der sollte unter die befallenen Pflanzen Blumentöpfe stellen, die mit Holzwolle gefüllt sind. Darin verkriechen sich die nachtaktiven Tiere am Tag und man kann sie aus den Töpfen sammeln.

Kontakt-Insektizide eignen sich nicht sonderlich gut für die Käfer, da diese sehr versteckt leben. Man kann aber Fraßköder verwenden. Man benutzt dazu Neempresskuchen, die rund um die Pflanzen in den Boden eingearbeitet werden. Diese Kuchen bestehen aus den Samen des Neembaumes und enthalten Neemöl, welches für Insekten giftig ist. Die Pflanzen nehmen das Gift auf. Sowohl Käfer als auch Larven hören auf, von ihnen zu fressen. Man
sollte die Neempresskuchen alle zwei Monate erneuern bzw. nachlegen.

Achtung: Neemöl wirkt auch gegen Nematoden. Man kann also nur eine Variante der Bekämpfung durchführen!

Bekämpfung Larven

Die beste Lösung Dickmaulrüsslerlarven zu bekämpfen ist die mit parasitären Nematoden. Die winzigen Fadenwürmer, die mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind, dringen in der Erde durch die Larvenhaut und Körperöffnungen ein und setzen in den Larven eine Bakterienart ab, welche die Larve innerhalb von drei Tagen tötet. Die Bakterien sind für Menschen und Tiere ungefährlich, rotten die Larven aber aus. Das liegt vor allem daran, dass sie sich in den Larvenkörpern weiter vermehren und zwar reichlich.

Fadenwürmer mit dem Handelsnamen „HM-Nematoden“ kauft man in Gartencentern oder im Internet. Pro Quadratmeter benötigt man etwa 500.000 Nematoden. Diese sollten so schnell wie möglich in den Boden gebracht werden. Bei kühler Lagerung kann man sie einige wenige Tage aufbewahren. Die Fadenwürmer benötigen reichlich Feuchtigkeit im Boden, um sich fortbewegen zu können. Staunässe ist aber ganz ungünstig. Am besten, man wässert an einem warmen Sommertag morgens den Boden richtig kräftig.  Am Abend, wenn die Sonne weg ist, bringt man die Nematoden aus. Sie sind empfindlich gegen UV-Strahlen. Am besten bringt man die

Nematoden im Gießwasser, mit der Gießkanne aus. Dazu verwendet man abgestandenes Leitungswasser. Man gießt um den Wurzelbereich der befallenen Pflanzen herum. Die Aktion sollte man mehrmals, alle sechs bis acht Wochen wiederholen. Dickmaulrüssler können bis drei Jahre alt werden. Sicherheitshalber sollte man die Behandlung also in den nächsten beiden Jahren wiederholen.drossel_fl

Die wirkungsvollste Bekämpfung mit Nematoden erfolgt zwischen April bis Juni und in den Monaten September und Oktober. Der Boden sollte über 15 ˚C warm sein. Am besten eignen sich Nematoden Heterohabditis und Steinernema.

Natürliche Feinde

Spitzmäuse, Igel, Maulwürfe, Eidechsen, Erdkröten und verschiedene Gartenvögel sind die natürlichen Feinde des Dickmaulrüsslers. Man sollte diese Tiere fördern, ihnen ausreichend Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten bieten, damit sie sich ansiedeln und wohl fühlen. So stellt sich oft ein natürliches Gleichgewicht ein. Eine gute Möglichkeit, die Käfer und Larven einzudämmen bieten frei laufende Hühner.

Chemische Mittel

Bei den chemischen Mitteln sollte man eines verwenden, das systemisch wirkt. Es wird im Wurzelbereich der befallenen Pflanzen ausgebracht. Die Pflanze nimmt den Wirkstoff auf und verteilt ihn überall. Fressen die Käfer an den Blättern oder die Larven an den Wurzeln, nehmen sie den Stoff auf und sterben.