Kohlweissling erfolgreich bekämpfen

Kohlweissling erfolgreich bekämpfen Kohl-BeetGroße Löcher in Blättern der Kapuzinerkresse sowie in Kohlpflanzen werden in den meisten Fällen von Kohlweißling-Raupen verursacht. Die Raupen des Kohlweißlings befallen sämtliche Kohlsorten wie zum Beispiel Blumen-, Weiß- und Rosenkohl sowie Speiserüben. Erste Warnzeichen sind dabei die weißen Schmetterlinge innerhalb des Gartens, wo sie ihre Eier bevorzugt auf den vorhandenen Kohlarten ablegen.

Die gefräßigen Raupen des Kohlweißlings

Schlüpfen die jungen Raupen beginnen diese sofort damit die Kohlblätter mit winzigen Löchern zu versehen. Ältere schwarz/gelb/grün gefleckte Raupen entfernen sich von

den Gruppen und verursachen entsprechend größere Löcher auf den Kohlblättern. Dabei hinterlassen sie körnige, kleinere dunkle Ausscheidungen. Die Raupen des Kohlweißlings können dabei immense Schäden innerhalb der Kohlpflanzungen verursachen. Des Weiteren bohren sie Tunnel bis zu den Herzen der jeweiligen Kohlpflanze. Die Gewächse werden dabei mit Exkrementen vergiftet, sodass sie langsam verrotten. Im Allgemeinen treten Raupen von zwei speziellen Schmetterlingsarten im Garten auf:

- Der "Große Kohlweißling" (Pieris brassicae) legt seine Eier oftmals in Gruppen zu zehn bis zwanzig Stück ab. Aus ihnen schlüpfen in ungefähr zwei Wochen die schwarz/gelb/grün gefleckten Raupen. Diese fressen sich etwa einen Monat durch die Blätter des Kohls und erlangen dabei eine maximale Länge von fünfzig Millimetern, bevor sie sich komplett verpuppt.

- Der "Kleine Kohlweißling" (Pieris rapae) legt dagegen seine Brut einzeln ab. Aus ihnen werden samtig hellgrüne Raupen schlüpfen. Diese bohren sich wiederum oftmals bis in den Kern beziehungsweise das Herz der Kohlpflanze. Kommt die Zeit der Verpuppung, verlassen sämtliche Raupen die Nahrungspflanzen. Die Raupenpuppen bleiben bis zur Häutung meistens an einer Mauer oder einem Zaun hängen. Während des Sommers danach schlüpfen dann die frischen Schmetterlinge.

Die biologische Bekämpfung des Kohlweißlings

Werden im Gartenbereich die weißen Schmetterlinge des Kohlweißlings vermehrt gesichtet, ist von einem akuten Befall auszugehen. Die Unterseite der Kohlblätter sollte des Öfteren und regelmäßig nach Eiern abgesucht werden. Sie müssen unbedingt vollständig entfernt werden. Hängen bereits Raupen an den Kohlpflanzen, sollten diese per Hand sorgfältig abgesammelt
werden. Dieser Vorgang sollte bestenfalls vor einer vollständigen Entwicklung der Kohlpflanzen geschehen.

Gefährdete Pflanzen lassen sich zudem mit einem Vlies oder feinmaschigen Netz schützen. Wird ein Vlies genutzt, kann dies allerdings an sehr heißen Sommertagen eine Überhitzung der Gewächse nach sich ziehen. Zu den natürlichen Fressfeinden der Kohlweißlinge zählen Vögel sowie Schlupfwespen. Ist der Garten zum Beispiel für Schlupfwespen äußerst attraktiv, bestehen wesentlich geringere Probleme mit derartigen Schädlingen.

Des Weiteren kann das natürliche Bakterium "Bacillus thuringiensis" die Raupen abtöten, wenn die Pflanzenblätter an Ober- wie auch Unterseite damit sorgsam besprüht werden. Dieses Bakterium ist zudem für alle weiteren Insekten unschädlich. Spezielle Pflanzenschutzmittel auf einer Basis von Bacillus thuringiensis hält der Gartenfachhandel bereit.

Zusätzlich können Maßnahmen mittels Bepflanzung von Insektenvertreibern wie beispielsweise Anis oder Beifuß vorgenommen werden. Speziell diese beiden Gewächse sind beim Kohlweißling überhaupt nicht gern gesehen beziehungsweise gerochen.

Die chemische Bekämpfung des Kohlweißlings

Reichen sämtliche biologischen Maßnahmen nicht aus, um die unterschiedlichen Stadien des Kohlweißlings zu beseitigen, bieten sich im Fachhandel auch verschiedene Produkte auf chemischer Basis an. Chemische Produkte, welche sich gegen den Kohlweißling richten, beinhalten allerdings, ähnlich wie in den Mitteln gegen

'Weiße Fliegen', oftmals die Substanz Pyrethrum. Dieses Insektizid wird aus Blüten unterschiedlicher Tanacetum-Arten gewonnen und beinhaltet zudem noch Jasmoline sowie Cinerine. Derartige chemische Produkte sollten, wenn überhaupt nach gründlicher Beratung, äußerst gut überlegt genutzt werden.

Wissenswertes

  • Betroffene Pflanzen: Alle Kohlarten und andere Kreuzblütler in unterschiedlichem Umfang, nur Grünkohl wird verschmäht.
  • Schadbild: Raupenfraß an oberirdischen Pflanzenteilen durch den Kohlweißling. Blätter sind bis auf die Rippen abgefressen.
  • Gefährlichste Zeit: Von Mai bis September
Während die bis zu 4cm lange, gelbschwarzen Raupen des großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) gesellig sind und meist nur äußere Blätter fressen, dringt die einzelgängerische Larve des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae) auch in das Innere von Kohlköpfen vor. Sie ist gründlich mit schmaler gelber Rückenlinie und wird nur ungefähr 25mm lang. Kleine schwarze Punkte sind auf der ganzen Körperoberfläche verteilt. Sowohl beim Großen als auch beim Kleinen Kohlweißling richtet erst die zweite Generation im Garten Schäden an.

Abwehr

  • Vorbeugend: Natürliche Feinde wie Schlupfwesen fördern. Mischkultur mit Tomaten und Sellerie oder Anbau unter Gemüsefliegennetz. Weitere Maßnahmen erübrigen sich damit.
  • Sanft: Junge Raupen ablesen und vernichten.
  • Härter: Nur bei starkem Befall Präparate auf Bacillus- thuringiensis- Basis spritzen.