Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative zum klassischen Holzzaun und werden dabei auf Gabionenzäune aufmerksam. Bei diesen handelt es sich um Drahtkäfige in unterschiedlichen Größen und Formen, die mit Gabionensteinen gefüllt werden und dadurch wie eine elegante Steinmauer wirken. Grundstücksbesitzer und Gartenfreunde, die sich für den Einsatz von Gabionensteinen entscheiden, sollten dafür die passende Steingröße und deren Füllmengen beachten.

Gabionensteine im Detail

Gabionensteine sind leicht aufstellbare Steinmauer-Varianten, die selbst ohne Kenntnisse im Mauerbau problemlos aufgestellt und gefüllt werden können. Die Zäune bestehen aus einem Drahtkorb, der mit Bruchsteinen in verschiedenen Körnungen gefüllt wird und so der Eindruck einer Mauer erzielt. Nicht nur Bruchsteine werden hier genutzt, sondern auch Schotter, der recht grobkörnig ist und deshalb problemlos für die Gabionen genutzt werden kann. Die folgenden Steine eignen sich hervorragend und haben sich als Füllmaterial etabliert:
  • Granit
  • Dolomit
  • Sandstein
  • Quarz
  • Basalt
  • Kalkstein
  • Grauwacke
  • Zierkies
  • Glasbrocken (kein Gestein, aber für Gabionen gern genutzt)
  • Marmor
  • Zuckerstein
  • Muschelkalk
Aufgrund dieser Vielfalt ist es notwendig zu wissen, wie allgemeine Füllmengen für Gabionenzäune ausgerechnet werden, da jeder Stein eine andere Dichte und sogar Bruchform aufweist. Sie können nicht die gleiche Menge Marmor wie Basalt bestellen, da sich die beiden Gesteine grundlegend unterscheiden und es könnte dadurch leicht passieren, dass Sie zu viel oder zu wenig geliefert bekommen. Das sollte unbedingt vermieden werden, da sonst unnötige Kosten auf Sie zukommen. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Gabionensteinen wird noch deutlicher, wenn Sie eine bestimmte Form wünschen, zum Beispiel sehr flache oder doch grob abgeschlagene Steine mit deutlich sichtbaren Kanten.

Tipp: Vor der Auswahl der Steine sollten Sie sich informieren, in welchen Farben diese geliefert werden können. Vielleicht gefällt Ihnen ein Rosenquarz im zarten Rosatönen mehr als typische Grauwackesteine, was wichtig für das jeweilige Projekt ist.

Steingröße

GabionenDie richtige Größe der Gabionensteine ist ausschlaggebend für die notwendige Bestellmenge, da dadurch bestimmt wird, wie dicht zusammen die Steine in den Drahtkörben zusammenliegen. Zudem ist die Größe wichtig, damit die Steine nicht einfach aus den Löchern der Gabionenkäfige fallen, sobald sie eingefüllt werden. Hierfür werden die Maße der jeweiligen Maschenweite benötigt, die Sie beim Kauf der Käfige nachschauen sollten, um die notwendige Steingröße herauszufinden. Mit der Maschenweite wird der Abstand zwischen den Drähten beschrieben. Typische Maschenweiten sind:
  • 50 x 50 mm
  • 50 x 100 mm
  • 50 x 200 mm
  • 100 x 100 mm
Doch gibt es noch weitere Maschenweiten, die von kleinen 30 x 60 mm bis hin zu großen 150 x 350 mm reichen und ebenfalls die Größe der Steine beeinflussen. Die Steingröße wird nämlich anhand der Maschenweite bemessen. Für einen Gabionenzaun mit einer Maschenweite von 50 x 100 mm sollten Sie Steine wählen, deren Körnung mindestens der kürzesten Weite der Maschen entspricht. In diesem Fall wären das Gabionensteine, die zum Beispiel eine Körnung von 50 - 120 mm aufweisen, und während des Füllens nicht herausfallen können. Die Größe kann aber von der Feinheit der Körnung beeinflusst werden:
  • grobe Steine: meist größer, liegen weiter auseinander, da Kanten unförmiger, weniger Steine werden benötigt
  • feine Steine: liegen dank glatterer Kanten eng zusammen, Form der Steine ist durchweg ähnlich, mehr Steine werden benötigt
Ebenfalls müssen Sie darauf achten, dass die Größe der Steine meist über ein Siebmaß erfolgt. Das heißt, die angegebene Größe ist nur eine Orientierung, da Natursteine keine identische Größe aufweisen, außer Sie werden bearbeitet. Folgende Probleme können hierbei auftreten:
  • Länge, Breite oder Dichte einiger Steine passen nicht
  • diese können entweder überhaupt nicht oder nur nach mehrmaligem Probieren eingesetzt
    werden
  • fallen häufig heraus
  • können im Extremfall nicht einmal in den Zaun passen
Dieses Problem tritt nicht bei bearbeiteten Steinen auf, die gleichmäßig in der Form sind. Diese lassen sich problemlos in den Gabionenkörben stapeln, wirken dadurch aber nicht so natürlich wie die anderen Steine. Ein Beispiel hierfür wären Pflastersteine, auch wenn diese eher seltener für Gabionen benutzt werden.

Tipp: Falls Sie nicht mehr wissen, was die Abmessung der Maschenweite Ihres Gabionenzauns ist, können Sie diese einfach mit einem Maßband oder Lineal abmessen.

Füllmengen

Nachdem Sie sich für die passende Größe der Steine entschieden haben, müssen Sie anschließend die Füllmenge berechnen. Diese Angabe ist wichtig, damit Sie ausreichend Steine zur Verfügung haben, um Ihre Gabionen zu befüllen und die optimale  Füllmenge spart Ihnen Zeit oder Kosten. Zur Berechnung werden die folgenden Größen benötigt:
  • Höhe der Gabionen in Metern
  • Breite der Gabionen in Metern
  • Länge der Gabionen in Metern
  • Gewicht der Steine pro Kubikmeter (m³) in Tonnen
GabionenViele Menschen haben hierbei schon Probleme, denn Sie wissen nicht, wieviel die einzelnen Steine wiegen. Diese Angabe ist leichter zu finden als Sie denken, denn bei jedem Hersteller muss das entsprechende Gewicht pro Kubikmeter für die spezifischen Gabionensteine angegeben werden. Zum Beispiel wiegt ein Kubikmeter Basalt 60 - 300 mm 1,5 Tonnen pro Kubikmeter, während ein Kubikmeter Jura Brocken 45 - 56 mm 1,4 Tonnen wiegen. Zwar sieht das nach einem kleinen Unterschied aus, ist aber entscheidend für die Berechnung. Die Formel lautet wie folgt:
  • Länge x Höhe x Breite x Gewicht = Ergebnis in Tonnen
Das heißt, wenn Sie einen Gabionenzaun in den Ausmaßen 10m x 2m x 1m haben und die oben genannten Jura Brocken verwenden, müssen Sie 20 m³ Zaun befüllen, was einer Füllmenge von satten 28 Tonnen entspricht. Für Jura Brocken in dieser Menge geben Sie zwischen 1.200 und 1.500 Euro aus. Achten Sie bitte darauf, dass Sie trotz dieser genauen Rechnung immer etwa 20 Prozent mehr Steine bestellen, da einige über den Transport beschädigt werden können oder aufgrund ihrer Form nicht komplett den Zaun ausfüllen. Ebenfalls kann es passieren, dass zur Füllung von Eckverbindungen mehr Steine benötigt werden. Das ist typisch für diese Form der Füllung und daher ist es wichtig, diesen Punkt nicht zu vergessen. Die Rechnung sieht wie folgt aus:
  •  Ergebnis in Tonnen + 20% = endgültige Füllmenge
Bei einer Menge von 28 Tonnen entsprechen 20 Prozent 5,6 Tonnen und so kommen Sie am Ende auf eine Füllmenge von 33,6 Tonnen. Je nach Händler unterscheiden sich die Lieferkosten.

Tipp: Falls Sie Probleme bei der Prozentrechnung haben, können Sie das Ergebnis in Tonnen einfach durch 5 teilen. Das Ergebnis entspricht 20 Prozent.

Runde Gabionen

Bei der Berechnung der Füllmenge für runde Gabionenzäune kann es häufig etwas schwieriger werden. Da es sich hier nicht um einen Quader, sondern einen Zylinder handelt, muss dementsprechend die Füllmenge berechnet werden. Dank der Kreiszahl Pi (=3,14159....) lassen sich auch runde Grundform einfach berechnen. Falls Sie sich für einen Gabionenzaun entschieden haben, der in der Grundfläche einem Kreis entspricht, benötigen Sie die folgenden Werte zum Ausrechnen des Raumvolumens:
  • Radius des Kreises
  • Höhe des Zauns
Die Formel lautet wie folgt
  • Kreiszahl Pi x Radius² x Höhe = Volumen
Bei einem kreisrunden Gabionenzaun mit einer Höhe von zwei Metern und einem Radius von einem Meter, kommen Sie auf ein Raumvolumen von 6,3 Kubikmetern. Nun müssen Sie diesen Wert zusammen mit der spezifischen Dichte der Steine pro Tonne verrechnen, also:
  • Volumen x Gewicht = Füllmenge
Werden die oben genannten Jura Brocken 45 - 56 mm genommen, die 1,4 Tonnen auf einen Kubikmeter wiegen, kommen Sie auf eine Füllmenge von 8,8 Tonnen.

Hohlzylinder
Da aber nicht jeder Gabionenzaun als reiner Zylinder eingesetzt wird, sondern eher als Hohlzylinder, müssen Sie hierfür eine andere Formel anwenden:
  • Volumen des Außenzylinders - Volumen des Innenzylinders = Volumen des Hohlzylinders
GabionenBei einem Gabionenzaun, der einen Außenradius von zwei Metern, einen Innenradius von einem Meter und eine Höhe von zwei Metern hat, kommen Sie auf ein Raumvolumen von 18,8 Kubikmetern. Danach multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Gewicht der Steine pro Tonne und Sie kommen auf die Füllmenge. Bei den schon bereits genannten Jura Brocken wäre das eine Füllmenge von 26,3 Tonnen.

Elliptischer Zylinder
Als dritte Variante finden sich elliptische Zylinder, also Gabionen, die oval in ihrer Grundform sind und deswegen noch mehr Spielraum in der Gestaltung lassen.

Die Formel lautet:
  • Kreiszahl Pi x Radius der längen Seite x Radius der kurzen Seite x Höhe = Volumen
Werden die gleichen Radien und Höhen benutzt wie beim Hohlzylinder, kommen Sie auf ein Volumen von 13,6 Kubikmetern. Multipliziert mit dem Gewicht ergibt das eine Füllmenge von 19 Tonnen.

Tipp: Da runde Gabionen niemals so akkurat wie gerade Varianten sind, sollten Sie hier zwischen 20 und 25 Prozent mehr Steine bestellen, damit die Kurven ausgeglichen werden
können.