Damit eine Hecke im Garten schön dicht und grün bleibt, ist es notwendig die richtigen Pflanzen dafür zu wählen. Neben den grundsätzlichen Ansprüchen an Winterhärte und ganzjährigem grünen Laub, ist es vor allem auch wichtig, das die Sträucher gut schnittverträglich sind und je nach Bedarf mehr oder weniger schnell wachsen.

Begriffe Winterhärte und Immergrün

Als immergrün werden Pflanzen bezeichnet, die ihr Laub nicht großflächig im Herbst oder zu anderen Jahreszeiten abwerfen. Die Erneuerung des Laubes findet in einem laufenden, kaum merklichen Prozess statt, sodass sich in der Vegetationsperiode ständig altes und neues Laub an der Pflanze befindet. Im Vergleich dazu erneuern Wintergrüne Pflanzen ihr Laubkleid im Frühjahr komplett, sie sind also einige Zeit kahl. Pflanzen, welche winterhart sind, kommen auch mit tiefem Frost gut zurecht. Der Aufbau der Blätter, Stängel und vor allem Pflanzensäfte ermöglicht ein Überdauern des Winters ohne Schäden. Während Frosthärte sich auf Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung bezieht, kennzeichnet die Winterhärte auch importierte Gartenpflanzen.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Kirschlorbeer - Prunus laurocerasus
Dieser Strauch stammt ursprünglich aus Kleinasien, ist jedoch inzwischen so gut an unser Klima angepasst, dass er nicht nur winterhart ist, sondern sich bei mangelnder Pflege auch selbst aussät und sich somit zu einem regelrechten Unkraut entwickeln kann. Bei regelmäßig geschnittenen Hecken ist diese Gefahr jedoch gering. Die Pflanzen sind besonders für größere Hecken geeignet, da sie eine Höhe von bis zu 4 m erreichen können. Die immergrünen Blätter erinnern an Lorbeer, die kleinen Steinfrüchte an Kirschen, womit der Name erklärt ist. Einige Teile der Pflanze sind giftig.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: alle normalen Gartenböden geeignet, keine besonderen Ansprüche
  • Gießen: in trockenen Sommern und Wintern
  • Düngen: im Frühjahr bei Neuaustrieb mit Kompost
  • Schnitt: gut schnittverträglich, im Frühjahr
  • Krankheiten: Pilzbefall möglich, eventuell mit Fungizid behandeln
  • Pflanzabstand: je nach Sorte und Größe 1 - 3 Pflanzen je Meter

Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Abendländischer Lebensbaum - Thuja occidentalisDie Wildform dieser Zypressenart ist in Nordamerika beheimatet, wo sie als Baum Wuchshöhen von bis zu 20 m erreichen kann. Zuchtformen für Gärten bleiben deutlich niedriger, sodass sie auch als Hecken angepflanzt werden können. Durch das immergrüne Laub sind sie blickdicht. Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle ist die Pflanze giftig.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: feucht bevorzugt, trocken toleriert, kalkhaltig, sandiger Lehmboden
  • Standort: sonnig, bis halbschattig
  • Gießen: in den ersten Jahren feucht halten, später bei großer Trockenheit, mulchen sinnvoll
  • Düngen: im Frühjahr mit Kompost
  • Schnitt: regelmäßig notwendig für dichte Hecken, Juni und August, vermeiden von zu starkem Rückschnitt
  • Krankheiten: vor allem Pilzkrankheiten, eventuell mit Fungizid behandeln
  • Pflanzabstand: zwischen 2 und 3 Pflanzen je Meter

Eibe (Taxus baccata)

Eibe - Taxus baccataDieser heimische Nadelbaum ist als Heckenpflanze sehr beliebt, da er nicht nur immergrün und winterhart, sondern auch sehr langlebig ist. Auch in Gärten wird am häufigsten die Wildart genutzt, da sie robust und preiswert ist. Die Eibe kann sowohl für niedrige Einfriedungen als auch für größere Hecken genutzt werden, entsprechend werden mehr oder weniger starkwüchsige Pflanzen verwendet. Vorsicht bei Kindern im Haushalt, Eiben sind stark giftig und ihre roten Früchte können zum Verzehr verleiten.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: lehmig, nährstoffreich, kalkhaltig, nicht zu trocken
  • Standort: schattig oder sonnig, keine besonderen Ansprüche
  • Gießen: besonders im Pflanzjahr Boden nicht austrocknen lassen, später bei Trockenheit
  • Düngen: direkt beim Pflanzen und später im Frühjahr mit Kompost
  • Schnitt: langsam wachsend, regelmäßiger Schnitt einmal pro Jahr im Frühjahr für dichtes Wachstum
  • Krankheiten: kaum anfällig, eventuell Pilzbefall
  • Pflanzabstand: schwachwüchsig bis zu 5
    Pflanzen pro Meter, starkwüchsig 3 Pflanzen

Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana)

Scheinzypresse - Chamaecyparis thyoidesÄhnlich wie der Lebensbaum stammen die Wildformen der Scheinzypresse aus Nordamerika oder Asien. Die meisten Arten wachsen als Bäume in Pyramidenform oder seltener als Sträucher. Als freier Baum kann eine Höhe von bis zu 55 m erreicht werden. Alle Pflanzenteile sind giftig, ein Verzehr führt zu Übelkeit und Erbrechen, dies gilt auch für Haustiere. Im Garten wächst die Konifere sehr gut und weist einen dichten, bei entsprechendem Schnitt auch blickdichten Wuchs auf.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: leicht sauer, feucht ohne Staunässe
  • Standort: sonnig bevorzugt, bei zu viel Schatten kümmerlicher Wuchs und Verkahlung
  • Gießen: frisch gepflanzt feucht halten, später nur bei großer Trockenheit
  • Düngen: im Frühjahr und Herbst
  • Schnitt: im Frühjahr, nicht bis ins alte Holz zurückschneiden, sonst fehlender Neuaustrieb
  • Krankheiten: Pilzkrankheiten mit Fungizid behandeln, bei Schädlingen Rückschnitt
  • Pflanzabstand: zwischen 30 bis 50 cm Abstand zwischen den Pflanzen

Immergrüne Stechpalme (Ilex aquifolium)

Stechpalme - Ilex aquifoliumBekannt ist die Stechpalme hauptsächlich als Weihnachtsdekoration. Da die Beeren im Winter mit ihrem leuchtenden Rot sehr auffallen, wird sie auch Winterbeere genannt. Charakteristisch sind die dunkelgrünen Blätter, die ledrig glänzen und an den Seiten dornig gezähnt sind. Die Stechpalme ist weltweit verbreitet und auch in unseren Breiten heimisch. Deshalb ist die Winterhärte für sie kein Problem. Wie bei der Eibe ist Vorsicht bei Kindern angebracht. Die Pflanze ist giftig, inklusive der Beeren. Als freier Baum kann die Stechpalme mehrere Meter hoch werden, genauso gut eignet sie sich jedoch als kleinbleibende Heckenpflanze.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: feucht, nährstoffreich, leicht sauer, kein kalkreicher Lehmboden
  • Standort: hell, aber nicht vollsonnig, Schatten wird vertragen
  • Gießen: nur bei großer Trockenheit
  • Düngen: im Frühjahr mit Laubkompost oder Rhododendrondünger, Rindenmulch sinnvoll
  • Schnitt: schnittverträglich bis ins Altholz, zeitiges Frühjahr oder Frühsommer
  • Krankheiten: häufig Ilex-Minierfliege, befallene Blätter und Triebe entsorgen
  • Pflanzabstand: je nach Art und Größe 2 bis 6 Pflanzen pro Meter
  • Winterschutz: empfindliche Sorten mit Vlies schützen

Liguster (Ligustrum vulgare)

Liguster - HeckeUnter den Ligustergewächsen gibt es sowohl Laub abwerfende, als auch immergrüne Sorten. Der gewöhnliche Liguster ist in Europa beheimatet und unter vielen verschiedenen Namen bekannt. Darunter sind Rainweide und Hartriegel. Bei milden Wintern wird das alte Laub nach und nach im Frühjahr bei Neuaustrieb abgeworfen. In härteren Wintern kann es vorkommen, dass das Laub früher abgeworfen wird. Blätter und Früchte der Pflanze sind giftig. Schon der Kontakt mit dem Pflanzensaft beim Rückschnitt kann zu Reizungen der Haut führen.

Tipp: Liguster eignet sich gut für naturnahe Hecken, da er ein beliebter Platz für Vögel und Insekten ist.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: trocken bis mäßig feucht, sandig bis lehmig
  • Standort: sonnig bevorzugt, schattig toleriert
  • Gießen: trockenheitsverträglich, übersteht auch längere Perioden ohne Wasser
  • Düngen: beim Pflanzen und im Frühjahr mit Kompost, mulchen sinnvoll
  • Schnitt: bei starkem Wachstum zweimal im Jahr, Frühsommer und Ende August, Verjüngungsschnitt bis ins alte Holz möglich
  • Krankheiten: recht robust, Pilzkrankheiten oder Schädlinge möglich
  • Pflanzabstand: 4 bis 5 Pflanzen pro Meter

Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Buchsbaum - BuxusDer gewöhnliche Buchsbaum ist in Mitteleuropa beheimatet. Weltweit gibt es jedoch weitere Arten des Buchsbaums, vor allem auf der nördlichen Halbkugel. Bei freiem Wachstum kann der gewöhnliche Buchsbaum bis zu 6 m groß werden. Charakteristisch für die Pflanze sind die dichte Verzweigung und die gute
Schnittverträglichkeit. Buchs kann in jede erdenkliche Form geschnitten werden und wird dazu ein- bis fünfmal jährlich zurückgeschnitten. Auch der Buchsbaum ist in allen Pflanzenteilen giftig.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: durchlässig, keine Staunässe, ansonsten anspruchslos
  • Standort: geschützt, nicht vollsonnig, Schatten bevorzugt
  • Gießen: verträgt größere Trockenheit, bewässern jedoch sinnvoll
  • Düngen: im Frühjahr Kompost oder speziellem Buchsbaumdünger
  • Schnitt: sehr schnittverträglich, je öfter er geschnitten wird, umso dichter wächst er
  • Krankheiten: Pilzerkrankung und Buchsbaumzünsler führen zu Triebsterben
  • Pflanzabstand: 10 Stück pro Meter für kleine Hecken, 5 bis 6 bei großen
  • Winterschutz: vor starker Sonneneinstrahlung schützen

Glanzmispel (Photinia x fraseri)

Glanzmispel - Phatinia fraseriDieses immergrüne Gehölz gehört zur Gattung der Rosengewächse. Die meisten Arten sind in Nordamerika oder Süd- bzw. Ostasien beheimatet. Besonders attraktiv wirken die bronzeroten Blattaustriebe. Der Strauch kann eine Höhe von bis zu 3 m erreichen. Zuchtsorten bleiben etwas niedriger. Im Alter legt die Glanzmispel vor allem in der Breite zu. Die roten Früchte, welche im Herbst gebildet werden, werden gern von Vögeln gefressen. Beim Menschen kann der Verzehr der Beeren zu Vergiftungssymptomen führen, auch wenn andere Pflanzenteile kein Gift enthalten. Besondere Vorsicht ist bei Kindern angebracht.

Ansprüche und Pflege
  • Bodenbeschaffenheit: nährstoffreich, mäßig trocken, durchlässig, keine Staunässe
  • Standort: geschützt, sonnig bis halbschattig
  • Gießen: in der Anfangszeit regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr mit Kompost
  • Schnitt: nach der Blüte im Frühjahr
  • Krankheiten: Pilzkrankheiten oder Schädlingsbefall möglich, können durch Rückschnitt beseitigt werden
  • Pflanzabstand: 2 bis 3 Pflanzen pro Meter
  • Winterschutz: teilweise frostempfindliche Sorten
Tipp: Die Sorte `Robusta´ verträgt Frost am besten.