Wenn solitäre Koniferen oder eine Koniferenhecke verschnitten werden sollen, finden sich zahlreiche widersprüchliche Angaben zum besten Zeitpunkt für die Maßnahme. Das ist verwirrend und kann den Pflanzen sogar schaden.

Zeitpunkt

Nicht nur bei Koniferenhecken, sondern auch bei solitär stehenden Gewächsen muss beachtet werden, dass es sich bei den Pflanzen um von Tieren genutzte Lebensräume handelt. Hecken aber auch dichtwachsende Gehölze werden unter anderem von Vögeln als geschützte Nistplätze verwendet. Nester fallen aufgrund des Wuchses vor dem Verschnitt nur selten direkt auf.

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet daher radikale Verschnitte in dem Zeitraum von dem 1. März bis zum 30. September. Vorsichtige Pflegeschnitte, wie beispielsweise das Entfernen abgestorbener oder beschädigter Triebe aber auch sanfte Formschnitte, bei denen die Länge der Zweige nur wenig gekürzt wird, sind hingegen ganzjährig erlaubt.

Hinweis: In vielen Fällen ist vor allem bei immergrünen Gewächsen nicht sofort ersichtlich, dass ein Vogel die Pflanze als Brutstätte gewählt hat. Auch vor Pflege- oder Formschnitten sollte daher zunächst eine Kontrolle erfolgen und das Verschneiden gegebenenfalls um einige Wochen verschoben werden, selbst wenn es erlaubt ist. Die Vorsichtsmaßnahme dient jedoch dazu, die Tiere nicht zu stören.

Notwendigkeit

Grundlegend ist das von der Art der Konifere und den gesetzlichen Gegebenheiten am Wohnort abhängig. Zwergwüchsige Formen nehmen nur wenig Platz ein und wachsen von sich aus sehr dicht. Sie eignen sich daher auch für den Balkon und kleinere Gärten und kommen in der Regel gut ohne einen Verschnitt aus.

Zu ihnen gehören

beispielsweise:
  • Zwerg-Mooszypresse, Fadenzypresse - Chamaecyparis pisifera
  • Zwerglatsche, Kriechkiefer - Pinus mugo pumilio
  • Zwerg-Lebensbaum, Zwerg-Thuja - Thuja occidentalis
  • Zwerg-Muschelzypresse, Hinoki-Scheinzypresse - Chamaecyparis obtusa
  • Zwergwacholder - Juniperus procumbens
  • Kriechwacholder- Juniperus horizontalis
  • Zuckerhutfichte, Kugelfichte - Picea glauca
  • Zwergeibe - Taxus cuspidata
  • Zirbelkiefer - Pinus cembra

Auch bei den langsam wachsenden und kleinbleibenden Varianten findet sich also eine große Auswahl und durch Zuchtformen zahlreiche verschiedene Wuchsformen und Farben. Diese sollte bereits vor der Entscheidung für Koniferen in Betracht gezogen werden, denn ein häufiges Problem bei Koniferen ist, dass sie schnell zu groß für den Standort werden.

Thuja-Hecke schneiden

Werden sie erst dann verschnitten, kann die Form stark darunter leiden und sogar Löcher können entstehen. Bei dem Schnitt in altes Holz schließen sich diese kahlen Stellen nicht mehr. Die Optik bleibt also dauerhaft beeinträchtigt. In diesen Fällen ist ein regelmäßiger Verschnitt der jungen Triebe also die bessere Variante.

Häufigkeit

Muss eine Konifere verschnitten werden, um die gewünschte Form und Größe beizubehalten, sind abhängig von der Wuchsgeschwindigkeit ein bis zwei jährliche Verschnitte angeraten. Langsam wachsende Sorten kommen mit einem jährlichen Pflegeschnitt aus. Schnellwachsende Varianten, wie beispielsweise die Thuja sollten hingegen zweimal pro Jahr zurückgeschnitten werden. Dabei werden jeweils nur die neuen,

jungen Austriebe entfernt.

Dieses Vorgehen hat gleich mehrere Vorteile. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Schonung der Pflanze durch geringen Masseverlust
  • Schnittgrenze durch den Farbunterschied klar erkennbar
  • Form und Größe werden effizient begrenzt
  • geringer Aufwand

Tipp: Wer bei dem Verschnitt der Konifere noch unerfahren ist, muss lediglich auf die Farbe der Triebe achten. Junge Austriebe sind deutlich heller, als ältere Abschnitte. Werden nur diese an der Übergangsgrenze abgeschnitten, besteht keine Gefahr für Löcher und kahle Stellen.

Optimaler Zeitpunkt

Der erste Verschnitt des Jahres kann bei nahezu jeder Konifere nach dem ersten Austrieb im Frühjahr bis hin in den frühen Sommer durchgeführt werden. Spätestens im Juni oder Anfang Juli sollte die Pflegemaßnahme erfolgen. Hierdurch lassen sich die jungen Triebe noch gut von den älteren Zweigen unterscheiden und die Gefahr für einen zu radikalen Rückschnitt wird deutlich verringert.
Der zweite Verschnitt - sofern dieser erforderlich ist - kann im späten Sommer oder frühen Herbst erfolgen. Wiederum sollte der Zeitpunkt davon abhängig gemacht werden, wann junge Triebe vorhanden sind. Spätestens Ende September oder Anfang Oktober ist die letzte Möglichkeit, einen Pflegeschnitt durchzuführen. Anderenfalls fehlt der Konifere die Kraft, um sich ausreichend auf den Winter vorzubereiten.

Ideale Bedingungen

Ob der Verschnitt der Konifere im Frühjahr, im späten Sommer oder zu beiden Zeitpunkten erfolgt - in jedem Fall sollte ein passender Tag für die Pflegemaßnahme gewählt werden. Zu vermeiden sind:

  • Frost
  • pralle Sonne
  • hohe Temperaturen
  • anhaltende Trockenheit

Ideal ist ein trüber, bewölkter Tag mit mäßigen Temperaturen. Denn die Schnittstellen verbrennen und trocknen sehr schnell aus, was zu unschönen braunen Spitzen und zur Verkahlung führen kann.

Vorgehen und Pflege

Das Schneiden einer Konifere ist an sich einfach, solange das richtige Vorgehen beachtet wird und der Pflanze im Anschluss eine entsprechende Pflege und Versorgung angedeiht. Die folgenden Schritte und Faktoren sollten berücksichtigt werden:

Sauberes Schnittwerkzeug verwenden

Um keine Krankheiten auf die frischen Schnittstellen zu übertragen, dürfen ausschließlich saubere Schnittwerkzeuge zum Einsatz kommen. Optimal ist es, diese vor dem Schneiden zu desinfizieren.

Auf die Schärfe achten

Damit die Triebe nicht gequetscht werden und sich das Abtrocknen verzögert oder Keime und

Schädlinge eindringen können, müssen die Klingen von Heckenschere oder Gartenschere scharf sein. Bei Bedarf kann ein erneutes Schärfen direkt vor dem Verschnitt erfolgen.

Übergänge genau beachten

Die helleren, jüngeren Triebe geben einen guten Anhaltspunkt, wo geschnitten werden muss. Bereits verholzte Zweige sollten nicht verletzt werden, da hierdurch nicht nur ein erneuter Austrieb entfällt, sondern auch braune oder kahle Bereiche entstehen.

Wachstumseinschränkung einplanen

Vor allem die Spitze von Koniferen sollte erst dann verschnitten werden, wenn die gewünschte Wuchshöhe erreicht ist. Denn nach dem Kürzen erfolgt kein weiterer Austrieb in die Höhe. Um dennoch eine formschöne Optik zu erzeugen, sollte von Anfang an darauf geachtet werden, das Gewächs so zu schneiden, dass nach oben eine Verjüngung erfolgt. Eine Ausnahme stellt hier die Koniferenhecke dar, bei der eine klare Linie und ein dichter Wuchs optisch ebenfalls ansprechend sind.

Regelmäßig schneiden

Häufige und regelmäßige Verschnitte sind wichtig, da jeweils nur die jungen Triebe abgeschnitten werden können, ohne Schäden an den Gewächsen zu erzeugen oder braune Abschnitte und kahle Stellen zu riskieren. Besser ist es daher jährlich oder zweimal pro Jahr einen Pflegeschnitt durchzuführen, als einmal aller zwei Jahre.

Anschließende Düngung beachten

Auch wenn der Pflege- oder Formschnitt durchgeführt wird und nur wenige Triebe verloren gehen, werden dennoch Kraft und Reserven des Gewächses reduziert. Im Anschluss sollte die Konifere daher mit Nährstoffen versorgt werden.

Thuja - Koniferenhecke

Als Düngemittel nach dem Verschnitt eignen sich unter anderem:

  • Hornspäne oder -mehl
  • Kompost
  • Koniferendünger
  • Stallmist
  • Urgesteinsmehl

Tipp: Um chemische Verbrennungen zu vermeiden und eine gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe zu begünstigen, ist ein schwemmendes Gießen empfehlenswert. Staunässe sollte dadurch jedoch nicht entstehen.

Verschnitt der Kiefer

Kiefern stellen bei dem Verschnitt eine Ausnahme dar. Die jungen Austriebe dieser Koniferenart lassen sich problemlos mit den Fingern abknipsen, um die Form oder Größe zu erhalten. Ein Verschneiden ist also nicht zwingend erforderlich. Das Entfernen der hellgrünen Triebe kann zudem schrittweise über mehrere Tage oder sogar Wochen erfolgen. Dieses Vorgehen ist insgesamt schonender für die Pflanze.