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Marmoriertechnik zur Wandgestaltung – Anleitung für Selbermacher

Die Mischung macht´s! – Marmortechnik entsteht, wenn mehrere Wandfarben gemischt werden.

Wir wollten eine Wand abwechslungsreich gestalten, die einem ziemlich kleinen Zimmer ein besonderes Gepräge und eine besondere Gemütlichkeit geben soll. Es soll ein Ruhe- und Musikzimmer in einem Ferienhaus werden, außer einem oder zwei Sofas, der Musikanlage und einem Multimedia-PC, auf dem man Fotos ansehen und Fernsehen kann, soll der Raum nicht viel enthalten. Ich habe meine Freundin Maria gefragt, wie sie ihre bunte Wand gestaltet hat, diese Wand changiert in verschiedenen Farben und sieht wirklich toll aus. Sie meinte, das werde Marmortechnik genannt und hat mir eine genaue Anleitung gegeben, die ich hier weitergeben möchte:

  • Die Marmortechnik entsteht, wenn mehrere Wandfarben gemischt werden. Marmortechnik wird dieser Wandauftrag genannt, weil die Farben verlaufen wie Kalkablagerungen in einem Marmorstein, was eine plastische Wirkung hervorruft.
  • Dazu werden auf eine Wand mehrere Farben aufgetragen, die Grundfarben bilden sozusagen die normale Steinfarbe ab, die ja auch nie gleichmäßig in einer Farbe gehalten ist. Dann kommen die Adern hinzu, die in noch etwas anderen Tönungen aufgetragen werden können oder auch in einem etwas kräftigeren Ton der Grundfarben.
  • Nehmen wir an, Ihr wollt eine Wand so marmorieren, dass das Ergebnis einer echten Wand aus hellem Marmor ähnelt. Dann braucht Ihr zuerst Dispersionsfarbe, die in Beige, einem zart rötlichen Beigeton, in Hellgelb, und etwas kräftiger in Taupe (das ist eine Mischung zwischen Beige und Grau) eingetönt wurde.
  • Das Abtönen der Farben bestimmt dabei schon zu einem wesentlichen Teil die spätere Wirkung der Wand, Ihr solltet hier ruhig eine Weile mit den verschiedensten Abtönfarben experimentieren und immer wieder ein weißes Blatt Papier “marmorieren”, um zu sehen, ob das Ergebnis Euch zusagt. Da ich Gelb nicht so mag, würde bei mir auch der hellgelbe Ton einen Schuss Grau bekommen, damit das Gelb nicht so dominant ist.
  • Ihr beginnt damit, die Wand vollflächig einzufärben, indem Ihr einen Naturschwamm in die beige Farbe taucht und die Wand damit eintupft. Dabei sollte der weiße Untergrund nicht komplett verschwinden, wie viel Weiß Ihr noch sehen lasst, ist Geschmackssache. Nun kommt der zart rötliche Beigeton an die Reihe, wieder wird ein Teil der verbliebenen weißen Fläche durch Tupfen eingefärbt. Danach kommt der dritte Farbton an die Wand, in diesem Fall das helle Gelb.
  • Ihr solltet bei diesen Arbeiten immer wieder von der Wand zurücktreten, um die Wirkung zu überprüfen. Sehr ordentliche Naturen neigen dazu, alle drei Farben in gleichmäßiger Verteilung und in gleichmäßigen Anteilen an die Wand bringen zu wollen und arbeiten lange an einem solchen Ergebnis. Aber so ist Marmor nicht, hier solltet Ihr eher jedes Perfektionsstreben in Bezug auf Gleichmäßigkeit (= Gleichförmigkeit) zügeln und/oder durch anregende Musik bei der Arbeit in andere Bahnen lenken.
  • Zum Abschluss werden die Adern gemalt, die zu jedem Marmor gehören. Gebt am besten in die Bildersuche einer Suchmaschine Marmor ein und sehr Euch an, wie Marmoradern aussehen können, dann werdet Ihr eine Vorstellung davon bekommen, was Ihr hier an die Wand bringen wollt. Eine gute Methode dafür ist, einfach einen Streifen Packpapier möglichst willkürlich mit der Hand abzureißen und auf die Wand zu legen, um dann mit dem in die taupe Farbe getauchten Schwamm die Kante entlang zu tupfen. Diese Adern können anschließend mit einem feuchten Schwamm auch noch verwischt werden, zum Beispiel wenn eine Ader zu prägnant oder zu dunkel ausgefallen ist.

Meine Freundin hat mir gleich noch mehrere Methoden derWandgestaltung zur Auswahl empfohlen: Wischtechnik, Wickeltechnik, Schablonenmalerei, für die man die Schablonen selber machen kann oder Lasieren. Mal sehen, bis zum Frühjahr habe ich noch Zeit für die Entscheidung.

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