Garten

Hexenkraut: Anwendung & Wirkung der Heilpflanze

Das Hexenkraut fühlt sich wohl in feuchten und schattigen Wäldern.

Bei der Planung der Bepflanzung eines natürlichen Gewürz- und Kräutergartens bin ich gerade auf das Hexenkraut gestoßen. War mir unbekannt, ich habe also sofort nachgeschlagen, was es mit dem Hexenkraut so auf sich hat. Hier das Wichtigste:

  • (1) Das Hexenkraut heißt eigentlich Großes Hexenkraut, trägt den lateinischen Namen Circaea lutetiana und gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse. Es wird auch Gewöhnliches oder Gemeines Hexenkraut genannt, Stephanskraut oder Waldklette.
  • (2) Die ausdauernde krautige Pflanze wächst überall zwischen Europa und Sibirien, am liebsten in feuchten und schattigen Wäldern mit stickstoffhaltigen Lehmböden. Sie wird etwa kniehoch, bildet ein kriechendes Rhizom aus, hat herzförmige, flaumig behaarte Blätter und entwickelt zwischen Mai und Juli/August weiße bis zartrosa Blüten. Aus diesen werden im Spätsommer die Samen, kleine Klettfrüchte, die sich ausbreiten, indem sie mit ihren Haken an vorübergehenden Menschen und Tieren hängen bleibt. Außerdem vermehrt sich das Hexenkraut noch kräftig vegetativ, durch verdickte Ausläufer des Rhizoms, die im Spätherbst die Verbindung zur Mutterpflanze kappen, wodurch die Pflanze wie einjährig wachsend wirkt.
  • (3) Wenn Ihr das Hexenkraut im eigenen Garten anbauen wollt, braucht Ihr also einen Platz im Garten, wo es feucht und stickstoffhaltig ist, am besten ein Stückchen Lehmboden im Schatten (unter Bäumen). Samen gibt es z. B. bei der Blauetikett Bornträger GmbH aus 67591 Offstein, www.blauetikett.de. Ihr könnt die Samen im Frühling direkt an die gewünschte Stelle aussäen, bei ausreichender Wassergabe wird sich das Hexenkraut bald zeigen.
  • (4) Das Hexenkraut hat seinen Namen bekommen, weil ihm früher magische Kräfte zugeschrieben wurden. Wenn man in früheren Zeiten die kleinen rosa Blüten des Hexenkrauts irgendwo leuchten sah im dunklen, tiefen Wald, hatte man sich meist gründlich verirrt, weil das Hexenkraut abgelegene Stellen bevorzugt. Das regte offensichtlich die Fantasie an: Das Hexenkraut wurde als Gegenzauber für den Viehschutz eingesetzt, Frauen wollten mit den frischen Blüten Männer bezirzen. Deshalb wurde der botanische Name wohl auch von Circe entlehnt, einer mächtigen Zauberin der griechischen Mythologie. In der Volksheilkunde wurde es nicht nur zur Blutstillung und als Diuretikum, bei Hautkrankheiten und Wundbehandlung eingesetzt, sondern wahrscheinlich viel häufiger als potenzieller Helfer in Liebesdingen und zum Schutz gegen böse Zauber und sonstiges Unheil.
  • (5) Diese Erwartungen an das Hexenkraut waren wohl etwas übertrieben, tatsächlich weiß man aber heute, dass das Hexenkraut adstringierend, blutstillend und harntreibend wirkt. In der traditionellen Medizin wird es heute nicht mehr eingesetzt, aber es gibt Naturheilkundige, die Hexenkraut z. B. getrocknet als Räucherung einsetzen, dann soll es den Benutzer für andere sympathisch machen. Es soll auch helfen, wenn man das Kraut bei sich trägt, dann soll es andere anziehen und sie in zuvorkommende Menschen verwandeln. Außerdem soll Hexenkraut zu diplomatischem Geschick nicht nur in Liebesdingen verhelfen, die Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit verbessern und den Träger schützen. Ähnlich wird das Hexenkraut auch in der Bachblüten-Therapie eingesetzt, nämlich um die Ausstrahlung zu verbessern und Konflikte zu lösen.
  • (6) Zu therapeutischen Zwecken werden die von Frühjahr bis Sommer gesammelten Blätter eingesetzt, die neben Gerbstoffen Oxalate und Oxalsäure enthalten. Wenn die frischen Blätter einem Salat beigegeben werden, sollen sie harntreibend wirken. Frisch zerquetsche Blätter können sollen auch als blutstillender Umschlag oder zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet werden können.
  • (7) Vorsichtig bei Versuchen mit dem Hexenkraut sollten Menschen sein, die Schwierigkeiten mit den Nieren haben oder anfällig für Gicht oder für Erkrankungen aus dem rheumatischen Bereich sind. Denn Hexenkraut enthält viel Oxalsäure, die bei den genannten Beschwerden gemieden werden sollte.
  • (8) Eine besondere Hybride des Hexenkrauts ist als Gartenpflanze bekannt, sie hat prägnante rosa gefleckte Blätter. Etwas irritierend ist, dass diese Sorte ‚Caveat Emptor‘ heißt, das ist der Fachausdruck für den Rechtsgrundsatz, der Käufern das Risiko für die Freiheit von offen sichtbaren Mängeln zuweist. Was sollte ich wohl bei diesem Hexenkraut erkennen, für das der Verkäufer dann nicht haftet?
  • (9) Ihr könnt das Hexenkraut auch zum Färben von Ostereiern benutzen. Wenn Ihr beim Garen der Eier einige Blätter Hexenkraut ins Wasser gebt, bekommt Ihr schöne naturgelbe Ostereier.

Mal sehen – wenn die Pflanze wirklich mürrische Menschen freundlich stimmt, sollte sie wohl jeder in seinem Garten stehen haben? Auf jeden Fall werde ich einmal einen Versuch mit Hexenkraut auf kleinen Wunden machen, gegen den Einsatz zum Männerbetören würde mein Mann wahrscheinlich Einspruch erheben.

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