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Duftpelargonien richtig pflegen, vermehren und überwintern

Für den von der Sonne verwöhnten Balkon oder die Terrasse sind Duftpelargonien genau die richtigen Pflanzen. Denn die dekorative und blühende Pflanze liebt einen vollsonnigen Platz, benötigt hierbei auch nur wenig Pflege. So sind Duftpelargonien, die auch als Heilpflanzen bekannt sind, vor allem auch aufgrund ihres betörenden Duftes so beliebt in der Nähe des Sitzplatzes im Sommer. Zudem sind sie bestens als Kübelpflanzen geeignet.

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Pflege

Die dekorativen Duftpelargonien verströmen einen intensiven Duft nach Minze, Rosen oder Zitrone und sind daher im Sommer der ideale Begleiter auf Terrasse oder Balkon. Die Pflanze besitzt einen buschigen Wuchs mit violetten oder rosafarbenen Blüten. Da der Duft bei der ursprünglich aus Südafrika stammenden Pflanze von den Blättern und nicht von den Blüten ausgeht, kann dieser auch außerhalb der Blütezeit genossen werden. Die Pflege der leider nicht winterharten Pflanze ist recht einfach.

Standort

Duftpelargonien mögen es vor allem luftig, hell und sonnig. Erhalten sie einen entsprechenden Standort, belohnen sie mit einer reichhaltigen Blüte. Regen und Wind bekommt ihnen nicht so gut. Da es sich bei den Pflanzen um solche handelt, die im Winter bei Kälte und Frost umziehen müssen, werden sie Idealerweise im Kübel kultiviert. So sieht der passende Standort für die Pelargonien wie folgt aus:

  • sonnig und windgeschützt
  • unter einem Dach vor Regen geschützt
  • überdachte Terrasse oder Balkon ideal
  • nicht für das Gartenbeet geeignet
  • im Winter an einem frostfreien Platz
  • Keller, frostfreie Garage, Gartenhaus oder Wintergarten
Tipp:

Da die Duftpelargonien sich im Sommer bei Temperaturen zwischen 18° und 22° Grad besonders wohlfühlen, sind sie auch für nicht so heiße Klimazonen gut geeignet, wenn hier oft die Sonne scheint.

Pflanzen

Duftpelargonien Geranien Pelargonium

Von den dekorativen Pelargonien wird keinerlei Staunässe vertragen. Daher müssen die Kübel oder Balkonkästen, in die die Pflanzen kultiviert werden, mit einer Drainage versehen werden. Hierzu werden über den Abflusslöchern im Boden vor dem Einfüllen der Erde und dem Einpflanzen Tonscherben, Steine oder Blähton verteilt. Hierüber wird Pflanzenvlies gelegt, damit die Erde die Drainage nicht verstopfen kann. Weiter wird beim Pflanzen der Duftpelargonien wie folgt vorgegangen:

  • vorbereitetes Substrat zur Hälfte einfüllen
  • Pflanzen einsetzen
  • in Kästen auf genügend Abstand achten
  • ideal sind hier 20 bis 30 cm zwischen einzelnen Pflanzen
  • restliche Erde einfüllen
  • leicht andrücken
  • gießen
Tipp:

Im gut sortierten Gartenfachhandel sind mittlerweile Balkonkästen im Angebot, bei denen eine Drainage bereits eingebaut ist.

Substrat & Boden

Als Substrat eignet sich normale Blumenerde für blühende Pflanzen aus dem Handel. Es kann aber auch extra Geranienerde genommen werden, die von der verwandten Pelargonie ebenfalls vertragen wird. Damit der Boden locker ist und keine Verdichtung durch Nässe entsteht, kann ein Teil Sand untergemischt werden.

Düngen

Damit die Duftpelargonie neben ihrem Duft, der von den Blättern ausgeströmt wird auch die dekorativen Blüten entwickelt, sollte sie von April bis Mitte September gedüngt werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Flüssigdünger aus dem Handel nutzen
  • es gibt extra Geraniendünger
  • dieser eignet sich gut für Pelargonien
  • niemals auf trockene Erde geben
  • dann könnten die Wurzeln verbrennen
  • ideal ist, den Dünger mit dem Gießwasser zu geben
Tipp:

Für die Häufigkeit der Düngergaben sollten Sie sich an die Herstellerangaben halten. In der Regel sollten die Pflanzen alle zwei bis drei Wochen mit Dünger versorgt werden, dies kann aber von Hersteller zu Hersteller variieren.

Gießen

Duftpelargonien Geranien Pelargonium

Duftpelargonien vertragen besser ein wenig Trockenheit als zu viel Wasser. Daher sollten die Pflanzen auch an heißen Tagen nur mäßig und wenn es wirklich notwendig ist gegossen werden. Ist die Erde oberflächlich abgetrocknet, kann eine mäßige Wassergabe erfolgen. Hierzu wird Idealerweise Regenwasser verwendet, doch auch Leitungswasser schadet der Pelargonie nicht, da sie keine Kalkunverträglichkeit besitzt.

Tipp:

Auch wenn die Pflanze aufgrund von Trockenheit schlaffe Blätter zeigt, dann ist dies kein Grund zur Panik, denn mit einer sofortigen Wasserzufuhr erholt sie sich auch sofort wieder.

Schneiden

Duftpelargonien blühen nur an den neuen, diesjährigen Trieben. Daher müssen die Pflanzen für eine reichhaltige Blüte regelmäßig zurückgeschnitten werden. Auch für die Überwinterung ist unter Umständen ein Schnitt nötig. Daher sollte hierbei das Folgende beachtet werden:

  • vor dem Winter
  • Knospen, Triebspitzen und Blüten entfernen
  • fast alle Blätter
  • nackte Stängel auf 10 – 20 cm einkürzen
  • alternativ im Frühling schneiden
  • vor dem ersten Austrieb die Stängel kürzen
  • das ganze Jahr über verblühte Triebe entfernen
  • regt zum Neuaustrieb an
Tipp:

Je nachdem, wie die Pflanze überwintert wird, sollte sie im Herbst oder Frühling zurückgeschnitten werden. Dies wird im Unterpunkt „Überwinterung“ nochmals ausführlich behandelt.

Vermehren

Die Duftpelargonien können ganz einfach über Stecklinge vermehrt werden, was in der Regel immer gelingt. Hierfür werden Triebe mit Blättern und ohne Blüten im Frühling oder Sommer der Pflanze entnommen. Diese können ganz einfach mit den Fingern abgeknipst werden. Dann wird weiter wie folgt vorgegangen:

  • die unteren Blätter alle entfernen
  • die oberen Blätter können am Trieb verbleiben
  • Stängel in ein Gefäß mit Wasser stellen
  • alternativ direkt in einen Topf mit Anzuchterde
  • hier die Erde feucht halten
  • wenn nötig, durchsichtige Folie überstülpen
  • heller, warmer Standort
  • keine direkte Sonneneinstrahlung

Werden die Pelargonien bereits früh im Jahr durch Stecklinge vermehrt, dann kann noch im selben Jahr mit kleinen Blüten gerechnet werden. Im nächsten Frühjahr nach dem Schnitt treibt die junge Pflanze dann bereits groß aus und steht im Sommer in voller Blüte.

Tipp:

Werden die entnommenen Stecklinge zuerst in ein Gefäß mit Wasser gestellt, kann besser erkannt werden, wann diese anfangen zu Wurzeln. Zeigen sich hier nach wenigen Wochen die ersten Wurzeln, können die neuen Pflanzen eingetopft und an den gewünschten Standort verbracht werden.

Aussaat

Duftpelargonien Geranien Pelargonium

Duftpelargonien können auch ausgesät werden. Der Samen hierzu ist im Handel erhältlich. Zu bemerken ist, dass es sich hierbei um Lichtkeimer handelt, bei denen die Samen nicht weit in die Erde gesteckt werden dürfen. Diese liegen auf der Erde auf und werden nur dünn bedeckt. Bei der Aussaat sollte weiter wie folgt vorgegangen werden:

  • Töpfe mit Anzuchterde vorbereiten
  • bester Zeitpunkt für Aussaat ist der Januar
  • Samen auf Erde legen
  • am besten eignet sich ein Zimmergewächshaus
  • alternativ abgeschnittene PET-Flasche überstülpen
  • optimale Keimtemperatur zwischen 20° und 22° Grad
  • junge Keimlinge pikieren
  • im Frühling nach den Eisheiligen ins Freie
  • dürfen nun an ihren endgültigen Standort
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Tipp:

Bevor die jungen Pflanzen im Frühling ins Freie umgesiedelt werden, sollten sie vorher langsam an die Außentemperaturen und die Helligkeit gewöhnt werden. So können sie ab März tagsüber nach Draußen und in der Nacht wieder nach Innen verbracht werden, um die Eingewöhnung zu erleichtern.

Umtopfen

Bei Duftpelargonien, die im Winter dem Topf entnommen werden, erübrigt sich ein Umtopfen. Sind die Pflanzen größer geworden, wird einfach ein größerer Topf zur Wiedereinpflanzung gewählt. Bei Pflanzen, die im Topf überwintert werden, muss im Frühling umgetopft werden und zwar immer dann, wenn Wurzeln aus dem Kübel wachsen. Dann wird ein größeres Gefäß benötigt. Ansonsten sollten der Pelargonie alle zwei bis drei Jahre ein frisches Substrat gegönnt werden. Beim Umtopfen wird vorgegangen, wie unter dem Punkt „Pflanzen“ beschrieben.

Überwintern im Dunkeln

Pelargonien sind nicht winterhart und müssen daher vor Frost und Kälte geschützt werden. Anders, als bei vielen anderen Pflanzen werden die Duftpelargonien aber dem Gefäß entnommen. Hierfür benötigen sie vorab den Herbstschnitt. Denn bei der Überwinterung sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • alle Blätter, Knospen und Neuaustriebe entfernen
  • leere Triebe auf 10 bis 20 cm einkürzen
  • Pflanze dem Topf entnehmen
  • überschüssige Erde entfernen
  • Plastikbeutel um Wurzelballen stülpen
  • nackte Pelargonie kopfüber aufhängen
  • an dunklem, kühlem Ort
  • Temperaturen zwischen 8° und 10° Celsius

So muss die Duftpelargonie im Winter nicht gegossen werden, durch die Plastikfolie über dem Wurzelballen trocknet die Pflanze nicht aus. Ab Februar werden die Pflanzen aus ihrer Winterruhe geweckt, in frisches Substrat gepflanzt, gegossen und ab April regelmäßig gedüngt. Der Standort sollte hell aber nicht zu warm sein. Erst nach den Eisheiligen dürfen die Pflanzen wieder an ihren ursprünglichen Sommerstandort zurück.

Überwintern im Hellen

Duftpelargonien Geranien Pelargonium

Soll die Pflanze hell überwintern, verbleibt sie im Topf und wird erst im Frühling vor dem neuen Austrieb richtig zurückgeschnitten. In einem solchen Fall benötigt sie jedoch über den Winter regelmäßige wenige Wassergaben. Bei der Überwinterung im Hellen sollte daher wie folgt vorgegangen werden:

  • Pelargonie mit Topf an einen geschützten Standort verbringen
  • ein unbeheizter Wintergarten ist ideal
  • ansonsten ein nicht so warmer Raum
  • Treppenhaus, Schlafzimmer oder Flur mit Fenster
  • das Düngen wird eingestellt
  • Pflanze bei Bedarf gießen
  • im Frühjahr vor dem neuen Austrieb schneiden
  • Blüten bilden sich nur an den diesjährigen Trieben
  • ab März langsam an wärmere Temperaturen gewöhnen
  • ab April mit der Düngung beginnen

Auch die Pflanzen, die in einem Topf überwintert werden, müssen spätestens im Frühjahr stark zurückgeschnitten werden, ansonsten geht dies zu Lasten einer üppigen Blüte.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Da die Pelargonie im weiteren Sinne zur Gattung der Geranien gehört, kann auch diese dekorative Pflanze von Geranienrost befallen werden. Dieser zeigt sich an braunen Blättern und entsteht vor allem dann, wenn die Pflanze insgesamt zu nass geworden ist. Ein Standortwechsel sowie das Abtrocknen der Erde sind in einem solchen Fall hilfreich. Die geschädigten Blätter sollten entfernt werden. Ansonsten haben die Pelargonien kaum mit Schädlingen zu kämpfen, im Gegenteil werden sie gerne in die Nähe von anderen Pflanzen gestellt, damit diese ebenfalls nicht befallen werden.

Tipp:

In letzter Zeit wurde leider häufiger festgestellt, dass sich die Rosskastanienminiermotte immer weiter ausbreitet und sich diese auch auf den Duftpelargonien niederlässt. Die Raupen befallen die Stängel von Innen und fressen diese von Innen auf. Wird ein Befall erkannt, muss die gesamte Pflanze zurückgeschnitten und in frisches Substrat gesetzt werden. Wespen sind natürliche Fressfeinde der Raupen.

Autor Heim-Redaktion

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