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Feldahorn-Hecke pflegen – Pflanzen, Düngen und Schneiden

Feldahorn (Acer campestre)

Längst war sie überfällig, die Ehrung zum ‚Baum des Jahres 2015‘. Der Feldahorn wartet nämlich auf mit Charakteristika, wie einem dichten, strauchartigen Habitus, rasantem Wachstum, genügsamer Schnittverträglichkeit und einer herrlichen Herbstfärbung. Dank eines günstigen Anschaffungspreises, lassen sich mit einer Feldahorn-Hecke selbst große Grundstücke perfekt einzäunen. Mit ein wenig Übung formen Hobbygärtner den Maßholder sogar zu einem immergrünen Heckentor. Lesen Sie hier nach, welche Aspekte hinsichtlich Pflanzen, Düngen und Schneiden eine Rolle spielen, um eine Feldahorn-Hecke fachgerecht zu pflegen.

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Steckbrief

  • Pflanzengattung der Ahorne (Acer)
  • Bezeichnung der Art: Feldahorn (Acer campestre)
  • Sommergrüner Laubbaum mit strauchartigem Habitus
  • Wuchshöhe ohne Schnitt: bis 15 Meter
  • Wuchshöhe in Kultur: 3 bis 5 Meter
  • Jährlicher Zuwachs: 40 bis 50 Zentimeter
  • Unscheinbare Rispenblüte im Mai
  • Leuchtende gold-gelbe bis orangefarbene Herbstfärbung
  • Typische Flügelfrüchte im Herbst
  • Gängige Bezeichnung im Volksmund: Maßholder

Neben seiner Kompetenz als blickdichte Sichtschutzhecke, gilt der Feldahorn zugleich als beliebter Nistplatz für die Vögel des Gartens.

Anzucht durch Aussaat

Die mit Abstand günstigste Methode, eine Feldahorn-Hecke anzulegen, erfolgt über die eigenhändige Anzucht von Jungpflanzen. Einzig die Tatsache, dass sich die Keimung bis zu 12 Wochen hinziehen kann, könnte den Hobbygärtner zum Kauf von vorgezogenen Bäumchen in der Baumschule bewegen. Die Aussaat selbst geht unkompliziert vonstatten. Da es sich bei den Samen um Kaltkeimer handelt, ist als Zwischenschritt eine Stratifikation erforderlich. Das bedeutet konkret, das Saatgut einem Kältereiz auszusetzen, der winterlichen Frost simuliert. So geht es Schritt für Schritt:

  • Die Samen in einer Plastiktüte mit feuchtem Sand ins Gemüsefach des Kühlschranks legen
  • Nach 8-10 Tagen herausnehmen und für 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen
  • Anzuchttöpfe mit Torf-Sand oder Kokosfasern füllen und je einen bis zwei Samen 2-3 Zentimeter tief einsetzen
  • Das Substrat anfeuchten, eine Klarsichtfolie über den Topf ziehen
  • Auf der warmen, halbschattigen Fensterbank konstant feucht halten und regelmäßig lüften

Im Anschluss an die Keimung kann auf eine Abdeckung verzichtet werden. Weiterhin halten Sie die Keimlinge leicht feucht und setzen sie nicht der prallen Sonne aus. Ab einer Höhe von 40-60 Zentimetern ist ein Feldahorn ausgereift, um im Freiland ausgepflanzt zu werden.

Tipp:

Bei einer Wuchshöhe von 60-80 Zentimetern, liegt der Pflanzenbedarf für eine dichte Feldahorn-Hecke bei 3 Bäumchen je laufenden Meter.

Standort

An die Standortbedingungen stellt ein Maßholder kaum Ansprüche. Ideal ist eine sonnige bis halbschattige Lage, denn am konstant dunklen Platz gedeiht das Gehölz nur kümmerlich.

  • Wechseltrockenes, lehmhaltiges Erdreich
  • Nährstoffreich, humos und locker
  • Gerne kalkhaltig bis neutral

Dank seines Herzwurzelsystems gedeiht die Ahorn-Art auch in trockenen, nährstoffarmen Lagen. Dort verzweigen die strauchartigen Bäume dann weiträumiger.

Pflanzen

Die vorgezogenen oder fertig gekauften Feldahorn-Bäume können als Containerware das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden. Die beste Zeit, um eine Feldahorn-Hecke anzulegen ist der frühe Herbst. Bevor die Bäume in die Erde gesetzt werden, sollte sich der Wurzelballen vollsaugen mit Wasser. In der Zwischenzeit wird der Boden gründlich aufgelockert und von groben Bestandteilen gereinigt. Es ist ratsam, zur Orientierung Schnüre zu spannen, um den geradlinigen Verlauf der Hecke sicherzustellen. So geht es weiter:

  • Pflanzlöcher ausheben mit dem doppelten Volumen der Wurzelballen
  • Den Aushub anreichern mit Hornspänen, Sand und gesiebtem Kompost
  • In feuchten Lagen an der Grubensohle eine Drainage aus Kies oder Splitt anlegen
  • Neben jedem eingepflanzten Feldahorn einen Stützpfahl einschlagen und mit Bastband verbinden
  • Feldahorn so tief einsetzen, wie er bisher stand und die Erde festtreten

Nachdem die Heckenpflanzen ausgiebig angegossen wurden, unterstützt eine Mulchschicht aus Lauberde, Kompost oder Gras das Anwachsen. Im Umkreis von 10 Zentimetern um den Wurzelhals bleibt der Boden unbedeckt. In den ersten Wochen nach der Pflanzung wird die Hecke reichlich gegossen. Gut angewachsener Feldahorn begnügt sich dem natürlichen Regenaufkommen und wird nur noch bei sommerlicher Trockenheit gewässert.

Düngen

Das zügige Wachstum von bis zu einem halben Meter im Jahr kostet den Feldahorn Energie. Eine regelmäßige Nährstoffversorgung ist somit empfehlenswert. Sofern Sie die Verwendung von Langzeitdünger favorisieren, verabreichen Sie im März und Juli jeweils eine Dosis nach Herstellerangaben. Wahlweise verwöhnen Sie die Feldahorn-Hecke regelmäßig mit Kompost und Hornspänen bis August/September. Im Spätsommer endet die Gabe von Dünger, damit kein frischer Austrieb hervorgelockt wird, der vor dem Winter nicht mehr ausreifen kann und erfriert.

Wer das herbstliche Laub an Ort und Stelle liegen lässt, gönnt seiner Feldahorn-Hecke eine wärmende Mulchdecke, die zugleich wertvolle Nährstoffe an das Erdreich abgibt. Insbesondere während des ersten Winters sind frisch gepflanzte Maßholder dankbar für diese umsichtige Pflegemaßnahme.

Tipp:

Mineralischer Langzeitdünger, wie Blaukorn, darf niemals auf ausgetrocknetes Erdreich appliziert werden. Gießen Sie daher die Maßholder-Hecke ausgiebig, bevor die Düngekörner verteilt werden.

Schneiden

Damit die starkwüchsige Feldahorn-Hecke ihren dichten Habitus behält und nicht von unten oder innen heraus verkahlt, wird sie regelmäßig geschnitten. Im Fokus stehen dabei der richtige Zeitpunkt und die adäquate Schnittführung gleichermaßen. So gehen Sie dabei vor:

  • Im laublosen Zustand erfolgt im Februar/März der Hauptschnitt an einem frostfreien Tag
  • Die gesamte Hecke gründlich auslichten, indem alles Totholz entfernt wird
  • Sichtlich verkümmerte und erfrorene Zweige an der Basis abschneiden
  • Sich kreuzende oder nach innen gerichtete Äste beseitigen
  • Anschließend die Feldahorn-Hecke insgesamt auf die gewünschte Länge stutzen
  • Von Vorteil ist eine pyramidale Formgebung mit breiter Basis und schmälerer Krone
  • Möglichst jeden Schnitt knapp über einer Knospe ansetzen

Im Anschluss an den Johannistrieb Ende Juni ist das akkurate Erscheinungsbild dem raschen Wachstum zum Opfer gefallen. Jetzt spricht nichts gegen einen weiteren Formschnitt. Beachten Sie im Rahmen des Sommerschnitts, dass dieser nicht unter praller Sonneneinstrahlung stattfindet. Sagt Ihnen im September das Erscheinungsbild der Feldahorn-Hecke nicht mehr zu, setzen Sie in der zweiten Monatshälfte ein drittes Mal die Heckenschere an.  

Die bemerkenswerte Schnittverträglichkeit ebnet den Weg, eine zu mächtig gewachsene Maßholder-Hecke deutlich zu reduzieren. Ein radikaler Rückschnitt wird grundsätzlich während der Winterruhe durchgeführt, idealerweise im Februar an einem frostfreien Tag. Selbst nach einem Verjüngungsschnitt bis auf 50 oder 60 Zentimeter Höhe, treibt die Feldahorn-Hecke willig wieder aus.

Tipps zu Pflege und Schnitt

Der Feldahorn wird meterhoch, wenn man ihn wachsen lässt, ist aber sehr gut schnittverträglich, sodass die Hecke auf jeder gewünschten Höhe und Breite gehalten werden kann. Die beste Zeit für einen Schnitt sind der Frühling und der Herbst. Durch diesen regelmäßigen Schnitt bilden die Äste neue Verzweigungen, sodass die Hecke mit der Zeit sehr dicht wird. Bei einem Schnitt direkt nach dem Sommer sollte vorher überprüft werden, ob sich noch Vogelnester in der Hecke befinden, die noch genutzt werden.

Außerdem ist es am besten, immer nur an Tagen mit bedecktem Himmel zu schneiden, damit die Blätter, die nach dem Schnitt direkt von der Sonne beschienen werden, nicht verbrennen. Normalerweise reicht ein Schnitt pro Jahr aus, weil der Feldahorn aber unter guten Bedingungen sehr schnell wächst, kann er auch zweimal pro Jahr geschnitten werden. Ein Winterschutz ist für den Feldahorn nicht nötig, denn er ist sehr gut winterhart.

Fazit

Feldahorn ist dank seiner vorteilhaften Eigenschaften prädestiniert zur Heckenpflanze. Die rasant wachsende Ahorn-Art mit einem dichten, strauchartigen Habitus, nimmt innerhalb kurzer Zeit eine mächtige, blickdichte Silhouette an. Im Fokus der Pflege steht hier der bis zu dreimalige Schnitt im Jahr, um die Form und Vitalität zu erhalten. Regelmäßig eine Dosis Kompost liefert die erforderliche Energie für das prächtige Wachstum. Abgesehen von den Wochen nach dem Pflanzen, begnügt Maßholder sich mit dem natürlichen Regenaufkommen für die Regulierung seines Wasserhaushaltes. Alles in allem hat der Feldahorn ihn verdient, den Titel zum ‚Baum des Jahres 2015‘.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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