Eine frische Rosenblüte ist ein besonderes Geschenk. Sie beeindruckt mit ihrer edlen Form und der leuchtend klaren Farbe. Als Zugabe kommt noch ein betörender Duft hinzu. Leider hat sie auch einen Nachteil: Viel zu schnell welkt sie vor unseren Augen dahin. Manchmal aber wollen wir sie ewig behalten. Trocknen verlängert ihr Dasein, wenn auch auf eine andere Art.

Welche Sorten eignen sich?

Edelweißblüten sind für die Trocknung bestens geeignet. Für Rosen gilt das ebenfalls, egal ob nur Rosenblätter oder ganze Blütensträuße getrocknet werden sollen. Alle Sorten aus der riesigen Rosenfamilie eignen sich für diese Art der Haltbarmachung. Die verwendeten Blüten sollten jedoch frisch, farbintensiv und nach Möglichkeit duftend sein.

Rosen ernten

In Blumenläden werden verschiedene Rosensorten ganzjährig angeboten. Wer Rosenstöcke im Garten hat, kann sich nach Herzenslust daran bedienen. Hier sind allerdings zeitliche Grenzen gesetzt. In unseren Breitengraden ist die Blütezeit dieser königlichen Pflanze durch das vorherrschende Klima auf einige Monate im Jahr
begrenzt.
  • Blütezeit variiert je nach Rosensorte
  • erste Blüten zeigen sich schon ab Mai
  • Blütensaison endet im Spätherbst
Aufgeblühte Rosen im Garten sind eine Zierde, die möglichst lange erhalten bleiben soll. Dennoch darf der Zeitpunkt für die Ernte nicht verpasst werden.
  • Rosen vor der Welkphase ernten
  • keine abfallenden Blätter verwenden
  • Blütenblätter sollten noch an der Pflanze haften
  • knospende Rosen nicht auseinander zupfen
Tipp: Eine Blüte, die sich etwa drei Tage in der Phase des Aufblühens befindet, eignet sich optimal zum Trocknen.

Schnittblumen schneller verarbeiten

Rosen in Sträußen welken schneller als Rosenblüten, die sich noch an der Pflanze befinden. Deswegen sollten frische Rosen höchstens zwei Tage in der Vase bewundert werden, dann ist es auch schon an der Zeit für den Trocknungsvorgang. Die meisten Blüten sind zu Beginn noch etwas geschlossen. Sobald sie sich öffnen, müssen sie getrocknet werden. Je nach Wunsch mit Stiel, einzelne Blütenköpfe oder nur die Blätter.

Edelweiß ernten

Alpen-Edelweiss - LeontopodiumIn gebirgigen Gegenden hat Edelweiß eine feste Heimat gefunden. Wenn Sie ihm beim Wandern begegnen, dürfen Sie es gern bewundern und fotografieren. Allerdings nicht pflücken! Denn das Edelweiß steht unter Naturschutz. Blüten für das Trocknen können uns nur solche Exemplare liefern, die im eigenen Garten kultiviert bzw. im Gartencenter gekauft werden.
  • auf strahlend weiße Blüten muss verzichtet werden
  • kultivierte Sorten haben leicht gräuliche Färbung
  • auch die Blütenfülle fällt im Garten bescheidener aus
  • im Juli haben sich die Blüten entwickelt
  • es kann geerntet werden

Verschiedene Trocknungsmethoden

Ob Rose oder Edelweiss, für den Trocknungsvorgang selbst spielt das eine eher untergeordnete Rolle. Je nachdem, wie viele Blüten getrocknet werden und wie das gewünschte Resultat aussehen soll, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Lufttrocknung
  • Pressen zwischen Buchseiten
  • Trocknung mit Trockensalz, Waschmittel oder Silicagel
  • Trocknung im Backofen
  • Trocknung in der Mikrowelle

Lufttrocknung

Rosen trocknenDas Trocknen an der Luft ist einfache Möglichkeit frischen Rosen und Edelweiß Feuchtigkeit zu entziehen, ohne ihre Form groß zu verändern. Nachfolgend sind die einzelnen Schritte näher beschrieben:

1. Verteilen Sie Edelweiß, ganze Rosenköpfe oder Rosenblätter auf saugfähiges Küchenpapier oder auf einem Gitter. Die Blüten bzw. Blätter sollen sich nicht berühren oder gar überlappen.

2. Stellen Sie das Ganze zum Trocknen an einen Ort, der viel Wärme bietet. Ein Heizungskeller ist ideal.

3. Wenn Sie Küchenpapier als Unterlage verwenden, dann tauschen Sie es etwa aller drei Tage aus. Oder verändern Sie die Position der Blüten hin zu Stellen, die noch saugfähig

sind.

4. Drehen Sie Blüten und Blätter regelmäßig um, damit sie von beiden Seiten gleichmäßig trocknen können.

5. Getrocknete Blüten sanft ausschütteln. Manchmal verbergen sich darin noch kleine Krabbeltierchen, die jetzt beim Schütteln herausfallen und das Weite suchen.

Tipp: Füllen sich die Blätter noch weich an, ist noch Restfeuchtigkeit in ihnen. Lassen Sie diese Blätter noch etwas trocknen, sonst kann sich Schimmel bilden.

Pressen zwischen Buchseiten

Das Pressen einzelner Blüten hat eine lange Tradition. Dabei wird eine Blüte zwischen die Buchseiten gelegt und das Buch geschlossen. Die Blüte verliert so nach und nach die Feuchtigkeit, allerdings auch ihre natürliche Form. Damit das Pressen noch besser gelingt, sollten folgende Hinweise beachtet werden.
  • Blume nicht direkt auf die Buchseiten legen
  • mit Löschblatt oder Küchenpapier abdecken
  • die Feuchtigkeit wird so besser aufgesaugt
  • die Blattseiten verschmutzen nicht
  • die Blume muss gut in Position gebracht werden
  • Blätter dürfen nicht übereinander liegen
  • ab und zu das durchfeuchtete Küchenpapier tauschen
So getrocknete Blüten und Blätter sind vollkommen flach. Sie eignen sich gut als Zierde von Briefen und Bildern.

Hinweis: Diese Methode ist nicht für große Rosenköpfe geeignet. Abgezupfte Rosenblätter können im Buch gut getrocknet werden. Auch Edelweißblüten eignen sich aufgrund ihrer Form gut für diese Pressvariante.

Trockensalz, Waschmittel und Silicagel

Trockensalz, Trockenwaschmittel und Silicagel haben die gemeinsame Eigenschaft Feuchtigkeit aufzusaugen. Diese Mittel bieten zudem einige Vorteile:
  • Trocknung geht schneller vonstatten
  • die ursprüngliche Blütenform bleibt erhalten
  • bewirken bessere Haltbarkeit
  • Trockensalz und Silicagel lassen sich mehrfach verwenden
Rosen trocknen mit SalzenSo trocknen Sie Ihre Rosen oder Edelweißblüten mit einem dieser Mittel:

1. Wählen Sie ein ausreichend großes und verschraubbares Glas.

2. Bedecken Sie den Boden mit Trockensalz, Trockenwaschmittel oder Silicagel.

3. Legen Sie darauf die Blüten.

4. Füllen Sie das Glas mit Trockensalz und Co. auf. Wenn Sie darin mehrere Blüten gleichzeitig trocknen, achten Sie darauf, dass sich diese nicht berühren.

5. Verschließen Sie das Glas und lassen Sie es für etwa vier Tage so stehen.

6. Trockensalz nimmt die Farbe der Rose auf. Wenn das Salz und die Blüte sich im Ton angeglichen haben, ist der Trocknungsvorgang abgeschlossen. Beim Edelweiß ist der Effekt aufgrund der schlichten gräulichen Färbung nicht so stark sichtbar.

Tipp: Waschmittel ist günstig und in jedem Haushalt verfügbar. Für einzelne Blüten ist es das ideale Mittel. Silicagel ist dagegen teurer aber auch mehrmals verwendbar. Wenn Sie immer wieder Blüten trocknen, ist Silicagel zu empfehlen.

Trocknen im Backofen

Das Trocknen von Rosenblättern im Backofen geht schnell und ist kostengünstig. Und so klappt es:

1. Geben Sie auf das Backblech eine Schicht Sand.

2. Verteilen Sie darauf die Blüten bzw. Blätter. Dazwischen sollte ausreichend Abstand sein.

3. Heizen Sie den Ofen auf 40 Grad Celsius auf.

4. Geben Sie das Backblech mit den Blüten für etwa 30 Minuten in den Ofen.

5. Prüfen Sie, ob die Blüten vollständig getrocknet sind. Falls nicht, verlängern sie ihren Backofenaufenthalt um einige Minuten.

Das schonende Trocknen im Backofen ist nicht nur simpel in der Handhabung, auch das Ergebnis lässt sich sehen. Die so getrockneten Blütenblätter weisen eine dekorative Wölbung auf und duften immer noch fast wie frisch gepflückt.

Trocknen in der Mikrowelle

Rosen trocknen in der MikrowelleDie schnellste Trocknung erreichen Sie mit einer Mikrowelle. Da sie inzwischen in so gut wie keinem Haushalt fehlt, sind mit dieser Art der Trocknung kaum Kosten verbunden. Das benötigen Sie dafür:
  • frische Rosen oder
    Edelweißblüten
  • eine Mikrowelle
  • saugfähiges Küchenpapier
  • zwei mikrowellengeeignete Teller
Und so funktioniert die Trocknung in der Mikrowelle:

1. Bedecken Sie einen Teller mit Küchenkrepp.

2. Verteile Sie darauf die Blüten mit jeweils ausreichend Abstand.

3. Legen Sie auf die Blüten eine weitere Lage Küchenpapier.

4. Bedecken Sie das Ganze mit dem zweiten Teller.

5. Die Mikrowelle anschalten. Bei großer Wattzahl reichen etwa 40 Sekunden aus. Bei kleinerer Wattzahl benötigt die Mikrowelle ca. 90 Sekunden.

6. Nehmen Sie die getrockneten Blüten raus.

Trocknen ganzer Sträuße

RosenstraussSchöne Rosensträuße können als Ganzes getrocknet werden. Die Rosen sollten frisch und die Blüten nur leicht geöffnet sein.

1. Schneiden Sie alle Stiele mit einem scharfen Messer schräg an.

2. Stellen Sie den Strauß in einer Vase mit einen Mischung aus gleichen Teilen Wasser und Glycerin.

3. Nehmen Sie den Rosenstrauß nach zwei Tagen aus der Vase.

4. Teilen Sie große Sträuße in mehrere kleine Bündel auf, damit das Trocknen auch gut und gleichmäßig klappt.

5. Hängen Sie den Strauß an einen luftigen, kühlen und trockenen Ort auf. Keine direkte Sonnenstrahlung.

6. Je nach Rosensorte und Größe der Blüten verbleibt der Strauß etwa 4 - 6 Tage in der hängenden Position.

7. Danach können Sie den Strauß in einer Vase ohne Wasser stellen. Darin trocknen sie noch etwa drei Wochen weiter.

Tipp: Glycerin können Sie in jeder Apotheke ohne Rezept bekommen.

Haltbarkeit

Trockene Rosen sind zwar lange haltbar, dennoch ist eine Zeitverlängerung willkommen. Sprühen Sie die getrockneten Blumen mit einem Haarspray oder Haarlack gleichmäßig an. Der störende Spraygeruch verfliegt schnell und der natürliche Rosenduft kommt wieder zum Vorschein. Glanzlack gibt seinen Glanz an die Blüten weiter. Wiederholen Sie diese Prozedur alle paar Monate. Damit erhalten Sie die Schönheit der Trockenrosen oder Edelweißblüten auf viele Jahre.