Der eigene Gemüsegarten ist die perfekte Basis für die Versorgung mit gesundem und selbst heran gezogenem Gemüse. Allerdings sind schon bei der Planung der Gemüsebeete einige bedeutende Faktoren zu beachten, damit die Gartenarbeit einfach und schnell von der Hand geht. Vor allem das Vorbereiten der Beete und Böden ist ein extrem wichtiger Arbeitsschritt, noch vor dem ersten Bepflanzen des Gemüsegartens.

1. Planung

Damit sich der Gemüsegarten gut bearbeiten und abernten lässt, braucht dieser nicht nur sinnvoll angelegte Beete, sondern auch praktische Flächen für die verschiedenen Arbeitsabläufe. Darüber hinaus sollte das Gießen nicht unterschätzt werden, denn für Gemüsebeete ist deutlich mehr Gießwasser erforderlich als für einem herkömmlichen Ziergarten. Bei der Größenordnung der Beete spielt die Anzahl der zu verköstigenden
Familienmitglieder eine entscheidende Rolle. Wenn das Platzangebot jedoch relativ beschränkt ist, dann lassen sich auch auf kleinen Flächen Gemüse, frische Kräuter und Salaten züchten. Auf diese Weise besteht der Speiseplan entweder ganz aus den saisonalen Produkten der eigenen Ernte oder wird dadurch ergänzt.
  • Fläche, Form und Einfassung lassen sich nach persönlichen Vorlieben gestalten
  • Auf homogene Gemüsekulturen achten
  • Abstellflächen und Gartenhäuschen für Geräte einplanen
  • Kompostplatz in der Nähe anlegen
  • Bei ausreichendem Platzangebot Gewächshaus und Frühbeete errichten
  • Wasseranschluss an zentraler Stelle arrangieren
  • Ideal ist ein naheliegender Brunnen
  • Für eine Familie reichen ca. 100-150 Quadratmeter an Beetfläche
  • Kartoffelanbau ist deutlich flächenintensiver

2. Beete und Wege anlegen

Gemüsebeet vorbereitenBei der Form der Beete scheiden sich die Geister, ganz klassisch sind eckige Beeteinfassungen. Allerdings setzen sich im Zuge der Permakultur und des biodynamischen Anbaus natürlich geformte Anbauflächen immer mehr durch. Wenn das Beet zu breit ist, dann lässt sich dieses nur schwer bei der Ernte und Pflege betreten. Deshalb ist das Anlegen von Wegen im Gartenbeet sinnvoll, um die Bodenstruktur nicht zu beschädigen.
  • Auf sonnigen und windgeschützten Standort achten
  • Üblich sind rechteckige und quadratische Beete
  • Ideal ist Länge und Breite von circa 0,80-1,2 m
  • Spiralförmige Einfassungen orientieren sich an natürlichen Mikrokosmen
  • Optimal sind schmale Beete, um Erreichbarkeit zu erleichtern
  • Flächen aufteilen zwischen schwachzehrende, mittelzehrende und starkzehrende Sorten
  • Holzbretter als Zaun aufstellen, um Beete vor Fressfeinden zu schützen
  • Wege in Kreuzform anlegen
  • Breiter Hauptweg, um diesen mit Schubkarre befahren zu können

3. Boden vorbereiten

Mit einem eigenen Gemüsegarten lässt sich die Qualität der Produkte besser kontrollieren und auf einen biologischen Anbau ohne Giftstoffe setzen. Damit sich die ausgesäten Gemüsesorten optimal entwickeln können, ist das richtige Vorbereiten des Bodens maßgeblich. Entscheidend ist vor allem der Nährstoffgehalt des Bodens, damit das Gemüse prächtig wachsen und gedeihen kann. Deshalb darf kein Unkraut im Gartenbeet wachsen, da dieses dem Boden viele Nährstoffe und lebensnotwendige Feuchtigkeit entzieht. Beim Umgraben ist
Vorsicht geboten, da ein zu heftiges und tiefgründiges Vorgehen das Bodenleben schädigt.
  • Bereits vor der Gartensaison Böden vorbereiten
  • Ende Februar oder Anfang März beginnen, nach dem stärksten Frost
  • Unkraut, Steine und altes Pflanzenmaterial komplett entfernen
  • Boden vorsichtig umgraben, etwa spatentief
  • Extrem nährstoffarmen Erdboden anreichern
  • Kompost und/oder Dünger ausbringen
  • pH-Wert des Bodens ermitteln und gegebenenfalls anpassen

4. Boden auflockern

Je lockerer der Boden ist, desto besser dringen Licht, Luft und Wärme in ihn ein. Damit sich die Wurzeln der Gemüsesorten optimal entwickeln können, ist ein gut belüfteter Erdboden ebenfalls wichtig. Auf diese Weise können die Wurzeln viel leichter in tiefere Bodenschichten eindringen und so besser die benötigten Nährstoffe aufnehmen, welche dort gespeichert sind. Darüber hinaus sollte der Boden über eine ausreichende Kapazität zum Speichern von Wasser verfügen, damit auch eine vorübergehende Trockenperiode gut überstanden wird. Dank kräftig ausgebildeter Pflanzenwurzeln ist die Ernte garantiert von Erfolg gekrönt.
  • Gartenerde vorsichtig lockern und lüften
  • Ideal ist eine Gartenkralle für den Lockerungsprozess
  • Alternativ lassen sich auch Grabegabel, Harken und Rechen verwenden
  • Nur saubere und scharfe Gartenwerkzeuge benutzen
  • Behutsam vorgehen, um Mikroorganismen und Kleinlebewesen zu schonen
  • Extrem festen und tonhaltigen Boden schon zum Herbstende auflockern
Tipp: Zum Anreichern von verfestigten Böden bietet sich Pflanzsubstrat mit Kokosfasern an, da dieses durch seine lockere Struktur die Wurzelentwicklung positiv fördert.

5. pH-Wert im Boden

Gemüsebeet vorbereitenDer pH-Wert des Bodens ist für eine gelungene Aussaat und erfolgreiche Ernte extrem wichtig. Um diesen festzustellen, gibt es im Fachhandel spezielle Messgeräte zu erhalten. Auf diese Weise lässt sich der pH-Wert regelmäßig, schnell und einfach ermitteln. Die meisten Gemüsesorten bevorzugen neutrale pH-Werte im Boden. Wenn der Boden zu sauer oder zu alkalisch ist, dann sollte dieser entsprechend behandelt werden. Darüber hinaus führt eine beständig neue Bepflanzung zu einer nachteiligen Veränderung des pH-Wertes. Außerdem kommt es durch das Gießen und heftige Regenfälle zum Auswaschen von elementaren Bestandteilen im Boden.
  • Vor der Aussaat unbedingt pH-Wert messen
  • Ideal ist neutraler pH-Wert im Bereich von 7
  • Bei Werten unter 6,5 ist der Boden zu sauer
  • Dann mit Kalk oder Basaltmehl anreichern
  • Bei Werten über 7,5 ist der Boden zu alkalisch
  • Dann Torf oder Granitmehl untermischen
  • Alternativ hilft auch das Beimengen von Kaffeesatz

6. Düngen & Kompost

In einem nährstoffreichen Boden wächst das Gemüse noch viel besser. Deshalb ist es empfehlenswert, die Erde vor der Aussaat mit Kompost und Dünger anzureichern. Diese enthalten eine Vielzahl an wichtigen Nährstoffen und fördern nachhaltig den Wachstumsprozess. Darüber hinaus werden auch die Bodenlebewesen durch das Untermischen von Kompost und natürlichem Dünger aktiviert. Bis zur Aussaat setzen diese Mikroorganismen und Kleinlebewesen dann lebenswichtige Nährstoffe für die jungen
Pflanzen frei.
  • Anbauflächen sanft mit organischem Dünger anreichern
  • Komposthaufen aus reinen Küchen- und Gartenabfällen anlegen
  • Nur Humus aus dem Kompost von der vergangenen Gartensaison verwenden
  • Untere Kompostschicht nutzen, obere Schicht vorher entfernen
  • Diese enthält viele Mikroorganismen und nützliche Regenwürmer
  • Ausreichend abgelagerter Pferdemist ist ebenfalls gut geeignet

7. Aussaat

Möhren - Karotten - MohrrübenWenn die Bodenstruktur fein und eben ist, dann lässt sich das Saatgut besser kontrollieren und in der erforderlichen Tiefe im Boden ablegen. Auf diese Weise wird außerdem beim darauf folgenden Angießen das Saatgut mit den feinen Erdteilchen umspült. Dergestalt erhalten die Samen einen ausreichenden Bodenschluss und können sich gut entwickeln. Allerdings kommt es auf die Gemüsekultur an, ob sich diese direkt ins Beet sähen lassen. Manche Gemüsesorten müssen im Vorfeld zu jungen Keimpflanzen vorgezogen werden.
  • Nach den letzten Frostnächten im Mai aussähen
  • Erde glätten, wässern und dann leicht mit Holzbrettchen andrücken
  • Samen in ausreichender Menge ausbringen
  • Nicht zu viel Aussaat verwenden, auf genügenden Abstand achten
  • Praktisch sind Saatbänder, mit Gemüsesamen im Papierband
  • Zuvor Rillen in die Erde ziehen
  • Dann Saatbänder ins Substrat legen, Papier zersetzt sich später
  • Als nächstes leicht mit Substrat bedecken
  • Zum Abschluss gut einwässern
  • Ideal ist Gießkanne mit aufgesetzter Gießtülle für besonders feine Tropfen