Die Kriebelmücke ist eher unbekannt und wird aufgrund ihrer geringen Größe oftmals gar nicht wahrgenommen. Die Bisse der wenigen Millimeter großen Tiere sind jedoch nicht immer harmlos. Auch wenn die Kriebelmücken im mitteleuropäischen Raum noch nicht als Krankheitsüberträger gelten müssen, so nimmt die Anzahl an behandlungsbedürftigen Entzündungen und allergischen Reaktionen dennoch zu. Mit vorbeugenden Mitteln und der richtigen Behandlung lässt sich das Risiko für die Bisse der Kriebelmücke aber reduzieren.

Erkennen

Von den Kriebelmücken finden sich allein in Deutschland über 50 Arten. Weltweit sind es mehr als 2.000 Arten. Bei nahezu allen dieser Arten sind die Weibchen sogenannte obligate Blutsauger, wobei der Großteil der Ernährung aus Blütennektar und nicht aus dem Blut von Wirten besteht. Das Erkennen der Kriebelmücken ist oftmals nicht einfach, da die Insekten
sehr klein sind. Gerade einmal zwei bis sechs Millimeter bemessen sie in der Länge.

Der Körperbau erinnert an den von Fliegen, wobei der hintere Körperabschnitt bauchig und gedrungen wirkt. Eine Erkennungshilfe ist das Auftreten in Schwärmen, das allerdings nur zum Zweck der Partnerfindung stattfindet. Die Schwärme sind in der Nähe dunkler Gegenstände und Hintergründe zu finden.

Vorkommen

Da die Eiablage der Kriebelmücke ausschließlich an oder in fließenden Gewässern erfolgt, kommen die Insekten auch hauptsächlich in deren Nähe vor. Allerdings ist dafür kein natürlicher Fluss von Nöten. Ein Wasserlauf im Garten kann ebenfalls für die Ablage der Eier verwendet werden.

Zudem finden sich die Kriebelmücken vermehrt in Gebieten mit Viehherden und Pferden, da die Weibchen der Insekten diese ebenfalls als Wirte benutzen. Besonders hoch ist die Gefahr also in der Nähe von Flüssen sowie in ländlichen Gebieten mit Weiden.

Tipp: In der Nähe von Vieh und Pferden sollte beim Aufkommen von Kriebelmücken Vorsicht walten. Durch die Bisse der Insekten versuchen diese aufgrund von Schmerzen und Juckreiz oftmals dem Auslöser zu entkommen und rennen dann "blind" teilweise auch in Hindernisse.

Biss oder Stich?

Bei den Kriebelmücken wird zwar häufig von Stichen gesprochen, genaugenommen handelt es sich jedoch um Bisse, die in der Folge ausgesaugt werden. Die Rede ist von sogenannten Pool Feedern beziehungsweise Poolsaugern. Die Mücken ritzen die Haut an, sodass sich darin Blut und Lymphe sammelt.

Die austretenden Flüssigkeiten werden mit einem Rüssel von den Kriebelmücken aufgesaugt, wobei ebenfalls Blutverdünner von den beißenden Mücken injiziert werden, damit die Flüssigkeiten verstärkt austreten. Durch die Verletzung in der Haut und die injizierte Substanz können auch Keime eindringen und Krankheitserreger übertragen werden, die wiederum Entzündungen und Infektionen auslösen können.

Biss erkennen

Kriebelmücke - SimuliidaeDer Biss der Kriebelmücke wirkt anfangs noch recht unscheinbar. Es kommt zwar zu Juckreiz und einer Schwellung, diese Anzeichen unterscheiden sich allerdings zunächst kaum vom Stich einer "normalen" Mücke, also den Stechmücken.

Der Unterschied zeigt sich dann jedoch in der Folge. Aufgrund der blutverdünnenden Stoffe kommt es häufig zu Einblutungen in die Haut, also zu Blutergüssen rund um den Biss. Zudem sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe, was zu teils starken Schwellungen und Ödemen führt. Der betroffene Umkreis um den Biss
kann mehrere Zentimeter groß sein. Trotz einer kleinen Hautverletzung sind die Auswirkungen also verhältnismäßig schwer. Hinzu kommen in der Regel noch Schmerzen.

Besonders auffällig sind die Symptome, wenn es gleich zu mehreren Bissen der Kriebelmücke kam oder ohnehin eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Insektenbisse und -stiche besteht.

Biss behandeln

Zur Behandlung der Bisse von Kriebelmücken empfehlen sich:
  • Mit klarem Wasser abspülen und mit Wundmittel desinfizieren
  • Fortgesetzt kühlen
  • Gegebenenfalls Antihistaminika bei allergischen Reaktionen
  • Cortisoncreme zur Therapie von Entzündungen und Schwellungen
Kam es zu mehreren Bissen der Kriebelmücke oder tritt eine starke allergische Reaktion auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht oder alarmiert werden. Das trifft auch dann zu, wenn in der Folge eines Bisses Fieber aufkommt. Vorsicht ist zudem vor allem bei Kindern und den folgenden Symptomen geboten:
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Starke Schmerzen
  • Starke Schwellungen
  • Schwierigkeiten beim Atmen
Die Symptome können sowohl Hinweise auf ernstzunehmende allergische Reaktionen, pseudoallergische Reaktionen oder auch eine Blutvergiftung sein.

Gesundheitsgefahr

Die Kriebelmücke injiziert in die Wunde ihres Wirtes Blutverdünner, kann während des Saugvorgangs jedoch auch Krankheitserreger übertragen. Hierzulande ist eine Übertragung zwar unwahrscheinlich, durch die Veränderung des Klimas aber möglich. In Arztpraxen fällt bereits auf, dass die Anzahl der Beschwerden durch Kriebelmückenbisse ansteigt. Eine eventuelle Erklärung hierfür ist das Einwandern von Mückenarten aus Südosteuropa.

Eine weitere potenzielle Gefahr stellen bakterielle Infektionen dar. Diese sind zwar ebenfalls eher selten, sollten aber wie erwähnt behandelt werden. Am häufigsten und in seltenen Fällen lebensgefährlich sind (pseudo-)allergische Reaktionen auf die Bisse. Da die Kriebelmücke unter anderem auch Histamin in die Wunde injiziert, werden Schwellungen und Ödeme ausgelöst. Bei sehr vielen Bissen und empfindlichen Menschen kann dies zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen.

Vorbeugung

Auch wenn die Bisse der Kriebelmücke stark jucken und schmerzen können, hat der Biss gegenüber den Stichen anderer Mückenarten einen Vorteil. Im Gegensatz zu Mücken mit einem Saugrüssel gelangen die Beißwerkzeuge nicht durch Kleidung hindurch. Bereits eine dünne Lage Stoff auf der Haut kann den Bissen also vorbeugen.
Wer häufig in Gebieten unterwegs ist, in denen viele Kriebelmückenschwärme auftreten, sollte also langer Kleidung den Vorzug geben und sich möglichst bedeckt halten.
Zusätzlich kann zur Vorbeugung von Bissen ein Repellent benutzt werden. Als besonders wirksam haben sich Präparate mit DEET sowie Icaridin erwiesen, sofern sie regelmäßig aufgefrischt werden.

Hausmittel und pflanzliche Abwehrmittel

Lavendel mit SchmetterlingAls Abwehr und somit zur Vorbeugung von Bissen der Kriebelmücke können ätherische Öle, wie Eukalyptus, Zitrus und Lavendel verwendet werden. Sie zeigen sich auf der Haut zwar nicht ganz so wirksam wie Repellents mit Icaridin oder DEET, können dafür aber auch in der Umgebung verteilt werden.
So zum Beispiel als:
  • Duftkerzen
  • Mit dem ätherischen Öl getränkte, feuchte Tücher
  • Als Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon
Kommt es dennoch zu einem Biss der Kriebelmücke, können Hausmittel Abhilfe schaffen. So zum Beispiel die Mittel, die auch bei Insektenstichen zum Einsatz kommen. Darunter:
  • Eine aufgeschnittene Zwiebel, die über den Biss gerieben wird
  • Eine halbierte Knoblauchzehe, deren Saft aufgetragen wird
  • Zitronensaft auf dem Biss
  • Eine Mischung aus einem Teil Wasser und einem Teil Essig als Umschlag
Die Hausmittel lindern den Juckreiz, wirken kühlend, können zudem Entzündungen hemmen und sind in nahezu jedem Haushalt vorhanden. Somit können sie als erste Hilfe eingesetzt werden, wenn weder Wunddesinfektion noch Cortisonsalbe sofort zur Hand sind. Ein bereits erwähntes, sehr einfaches und hilfreiches Hausmittel ist auch das Kühlen. Kalte Auflagen, kaltes Wasser oder Eis sowie Kühlkompressen können zum Einsatz kommen.

Mechanischer Schutz

Wer in Nähe von fließenden Gewässern wohnt oder selbst einen Wasserlauf im Garten hat, kann und sollte sich außer durch Kleidung auch noch auf andere Weise vor den Kriebelmücken schützen. Obwohl sich die Insekten selten in Wohnungen verirren, sind Insektenschutznetze an den Fenstern und Türen sinnvoll, um die fliegenden Parasiten fernzuhalten.

Tipp: Auf Freisitzen oder Terrassen können Moskitonetze Abhilfe schaffen.

Fazit

Die Bisse der Kriebelmücken sind schmerzhaft und können über Tage hinweg Beschwerden verursachen. Die richtigen Maßnahmen und Mittel können ihnen aber vorbeugen und sowohl Schmerzen, als auch Schwellungen und Juckreiz wirksam lindern. Dennoch sollten sie nicht auf die leichte Schulter genommen
werden.