Der Sommer könnte so schön sein - wenn, ja wenn die verdammten Mücken nicht wären. Sie können einem den Aufenthalt im eigenen Garten zur Hölle machen. Vielen Gartenbesitzern ist dabei oftmals gar nicht bewusst, dass sie sich die nervigen Quälgeister gewissermaßen selbst heranziehen. Stehende Gewässer wie beispielsweise ein Teich oder eine Regentonne sind nämlich die idealen Brutstätten für Mücken. Genau hier muss deshalb auch ihre Bekämpfung ansetzen.

Das Problem

Stechmücken benötigen zur Ablage ihrer Eier zwingend stehendes Wasser. Das kann eine Pfütze ebenso sein wie ein Gartenteich. Und natürlich ist auch die Regentonne im Prinzip nichts anderes als ein stehendes Gewässer. Jedes einzelne Mückenweibchen legt dabei ganze Eipakete ins Wasser. An besonders heißen bzw.
schwülen Tagen können dabei gerne mal mehrere hundert Eier zusammenkommen.

Es liegt auf der Hand, dass jeder Gartenbesitzer ein verdammt nerviges Problem hat, wenn diese vielen Mücken schließlich schlüpfen. Um den Prozess und damit auch eine mögliche Bekämpfung besser verstehen zu können, muss man wissen, dass aus den Eiern zunächst Mückenlarven schlüpfen. Diese bleiben zunächst noch einige Zeit im Wasser, müssen aber immer wieder zum Luftholen an die Oberfläche kommen. Damit Ihnen das gelingt, nutzen Sie die Oberflächenspannung des Wassers und genau die muss zerstört werden.

Vorbeugen

weibliche MückenlarveBevor es darum geht, wie man Mückenlarven aktiv bekämpft, sollte man sich erst einmal mit dem Thema Vorbeugen beschäftigen. Das bedeutet konkret, dass man alles dafür tun sollte, damit Mückenweibchen ihre Eier erst gar nicht im Wasser ablegen können. Der Zugang muss also verschlossen werden. Bei einer Regentonne ist das sicherlich leichter möglich als bei einem Gartenteich.

Doch auch bei der Tonne gibt es eine problematische Stelle, nämlich den Übergang zum Fallrohr, das das Regenwasser von der Dachrinne in die Tonne leitet. Deckt man die Tonne beispielsweise mit einem Deckel ab, wird an dieser Stelle dennoch immer eine Öffnung bestehen bleiben, die die Mücken garantiert finden. Statt einem Deckel empfiehlt sich deshalb die Verwendung eines feinmaschigen Fliegennetzes, durch das die Mücken nicht hindurch können. Man geht dabei wie folgt vor:
  • Fliegen- bzw. Mückennetz großzügig zuschneiden, damit es komplett über die Tonnenöffnung passt
  • eine passende, möglichst enge Öffnung für das Fallrohr in das Netzstück schneiden
  • Fallrohr abnehmen, es durch die vorgesehene Öffnung stecken und dann wieder anbringen
  • jetzt das komplettes Netzstück auf der Tonnenoberseite anbringen
  • ideal ist es, wenn es direkt unter dem Tonnenrand mit einer Schnur, die um das Fass herumführt, fest angebunden wird
  • keine Klebestreifen verwenden, da die Klebewirkung bei Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit nachlassen kann
  • den Übergang zum Fallrohr mit zusätzlichen Netzstreifen besonders abdichten
Alternativ könnte man natürlich auch aus einem Decken eine Öffnung für das Fallrohr schneiden und diese dann abdichten. Der Vorteil des Mückennetzes jedoch ist, dass sich der Wasserstand in der Tonne kontrollieren lässt, ohne es abnehmen zu müssen. Im Prinzip lässt sich übrigens auch ein Gartenteich mit einem derartigen Netz abdecken - zumindest temporär an besonders schwülen Tagen.

Tipp: Eine clevere Alternative zur Nutzung einer Tonne als Wassertank ist ein gebrauchter Intermediate Bulk Container (IBC). Er bietet nicht nur ein größeres Fassungsvermögen und mehr Komfort bei der Handhabung, sondern ist als geschlossene Einheit auch absolut mückensicher.

Mückenlarven abtöten

Hat alles Vorbeugen nichts gebracht oder hat man einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst, hilft nur noch das Abtöten der Larven, um eine Mückenplage doch noch abwenden zu können. Spätestens, wenn die Wasseroberfläche von kleinen Tierchen nur so wimmelt, wird es Zeit zu handeln. Dabei sollte man allerdings nicht auf Insektizide zurückgreifen. Die töten die Larven zwar zuverlässig ab, können aber auch das Wasser kontaminieren.

Als Gießwasser eignet es sich dann nur noch sehr bedingt. Besser ist es, sich dem Umstand zunutze zu machen, dass die Larven Luft benötigen und zum Luftschnappen an die Wasseroberfläche kommen. Zerstört man die Oberflächenspannung des Wassers, ertrinken die Larven unweigerlich, weil sie keine Möglichkeit mehr haben, sich an der Oberfläche zu halten. Mit folgenden Mittel lässt sich die Oberflächenspannung in einem stehenden Gewässer relativ problemlos zerstören:
  • Pflanzenöl
  • biologisch abbaubares Spülmittel
  • Präparate auf Eiweisbasis aus dem Handel
Am kostengünstigsten sind dabei natürlich die beiden Hausmittel Pflanzenöl und Spülmittel. Von beiden reichen in der Regel zwei, drei Esslöffel pro Tonne. Das Öl führt unweigerlich auch zum sofortigen Ersticken der Mückenlarven. Da es aber auf der Wasseroberfläche schwimmt, kann es bei starker Sonneneinstrahlung ranzig werden. Das führt nicht nur zu einer optischen Beeinträchtigung, sondern stinkt unter Umständen auch ganz enorm.
Mückenlarven mit Kaulquappe
Eine Geruchsbelästigung ist bei einem Spülmittel hingegen ausgeschlossen. Dafür kann es allerdings zu einer leichten Schaumbildung kommen. Wichtig ist bei der Verwendung eines Spülmittels, dass es auch wirklich zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist. Nur dann ist zuverlässig gewährleistet, dass das Wasser noch zum Gießen von Pflanzen verwendet werden kann.

Eiweißpräparate für den Gartenteich

Die oben beschriebenen Hausmittel bieten sich an, um Mückenlarven in einer Regentonne abzutöten. Für den Einsatz in einem Gartenteich sind sie eher nicht geeignet. Grund dafür ist einfach die größere Wasseroberfläche, die nicht nur zu mehr ranzigem Öl, sondern beim Spülmittel auch zu einer enormen Schaumbildung führen könnte. Die Larven im Teich tötet man deshalb am besten mit speziellen Mitteln aus dem Gartenfachhandel ab.

Diese Präparate basieren allesamt auf natürlichen Proteinen (Eiweißen), welche die Mückenlarven nicht vertragen. Für Menschen, Fische, andere Insekten und diverse im Teich vorkommenden Organismen sind sie hingegen vollkommen ungefährlich. Sie können deshalb auch bedenkenlos eingesetzt werden. Bei Gebrauch sollte man allerdings unbedingt die Dosierungsanleitung beachten.

Regentonne komplett leeren

Um die Probleme mit den Mückenlarven in stehenden Gewässern im Garten in den Griff zu bekommen, sollte man sie vor allem regelmäßig kontrollieren. Am besten man wirft täglich einen Blick aufs Wasser und reagiert sofort, sobald es an der Oberfläche wimmelt. Vom Schlüpfen bis zum flugfähigen Insekt benötigen die Larven übrigens ungefähr drei Wochen. Herrscht also reges Treiben in der Regentonne oder auf dem Teich, sollte man unbedingt innerhalb dieser Frist handeln.

Es gibt es noch eine ganz simple Lösung, um den Larven in der Tonne den Garaus zu machen: Man leert sie einfach komplett aus.

Die Mückenlarven benötigen das Wasser, um überleben und sich entwickeln zu können. Fehlt dieses, sterben sie unweigerlich ab. Es versteht sich allerdings beinahe von selbst, dass es sich bei dieser Maßnahme nur um eine Notlösung handeln kann. Zum einen vergeudet man dadurch nämlich wertvolles Gießwasser. Zum anderen ist dadurch natürlich auch keine dauerhafte Larvenbekämpfung möglich.

Die nächsten Mückenweibchen kommen ganz bestimmt. Vorbeugen tut deshalb zwingend Not. Oder aber man greift zu den beschriebenen Hausmitteln. Auf jeden Fall sollte man alles dafür tun, um sich den Sommer im Garten nicht durch eine Mückenplage versauen zu lassen.