Die ursprünglich aus Südamerika stammende Ismene ist eine Zwiebelblume mit außergewöhnlicher Optik. Aus einer einzigen Zwiebel treiben von Juni/Juli bis August mehrere Blütenstiele mit jeweils zwei bis fünf Blüten. Besonders beeindruckend sind die zarten, sehr schmalen, nach außen aufrollenden und leicht gekräuselten Blütenblätter. Genau diese Blüten machen diese pflegeleichte Pflanze zu einem Blickfang im Garten, auf Balkon und Terrasse.

Standortansprüche

Die auch als Schönhäutchen oder peruanische Lilie bekannte Ismene festalis liebt warme, windgeschützte, sonnige bis vollsonnige Standorte, vorzugsweise mit Nachmittagssonne. Auf pralle Mittagssonne könnten vor allem die fleischigen Blätter empfindlich reagieren. Im Freien bietet sich ein Platz vor einer wärmenden Hauswand an. Der Standort für Zimmerpflanzen sollte frei von Zugluft und kaltem Wind und mindestens halbsonnig sein. Optimal ist hier ein Platz nahe eines Südfensters. Gegen pralle Mittagssonne gegebenenfalls kurzzeitig leicht beschatten. In dunkleren Räumen sind zusätzliche Lichtquellen z.B. in Form von Tageslichtlampen empfehlenswert.

Besondere Erde benötigt die Ismene nicht. Sie kommt mit jeder guten Gartenerde
zurecht, die locker und gut durchlässig sowie mäßig fruchtbar und nicht zu nass ist. Für eine Kübelpflanzung eignet sich hochwertige Kübelpflanzenerde oder ein Sand-Ton-Gemisch. Überschüssiges Wasser sollte jederzeit gut ablaufen können und Staunässe unbedingt vermieden werden.

Pflanzen

Beste Pflanzzeit für Ismene festalis ist im Frühjahr, ab Mitte Mai. Sobald die Außentemperaturen nicht mehr unter 15 Grad fallen, kann gepflanzt werden.
  • Topfpflanzen ab März im Haus vorziehen
  • Nach den Eisheiligen ins Freie
  • Zum Schutz vor Wühlmäusen, Drahtgeflecht vor der Pflanzung einbringen
  • Zwiebeln acht bis zehn Zentimeter tief in den Boden setzen
  • Pflanztiefe abhängig von der Zwiebelgröße
  • Zwiebelhals sollte etwa bis zur Hälfte aus dem Boden herausschauen
  • Pflanzabstände von 15 bis 20 cm einhalten
  • Pro Quadratmeter etwa 16 Zwiebeln rechnen
  • Nach dem Pflanzen die Zwiebeln angießen
Bei einer Kübelpflanzung ist auf eine entsprechende Drainage zu achten. Am richtigen Standort und bei entsprechender Pflege zeigen sich etwa vier bis fünf Wochen nach der Pflanzung die ersten Blüten.

Tipp: Aufgrund der fehlenden Winterhärte ist es ratsam, Ismenen grundsätzlich im Topf zu kultivieren. Das erspart auch das Ausgraben im Herbst.

Pflege

Dieser horstbildende Sommerblüher fasziniert mit beeindruckender Blütenpracht und Wuchshöhen zwischen 50 und 80 cm. Zuerst erscheinen die riemenförmigen, dunkelgrün glänzenden Blätter und im Sommer die grazilen Blüten, die zu mehreren an den 40-60 cm langen Blütenstängeln sitzen. Schönhäutchen kommen in Einzelstellung ebenso gut zur Geltung wie in Gruppenpflanzungen oder Kombination mit anderen Blühpflanzen. Auch wenn sie als pflegeleicht einzustufen sind, kommen sie nicht ganz ohne Pflege aus.

Gießen

Beim Wasserbedarf ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Der Boden sollte weder zu nass noch zu trocken sein, wobei ein kurzzeitig trockeneres Substrat besser vertragen wird als zu viel Feuchtigkeit. Während des Wachstums, von April/Mai bis September/Oktober sollte der Boden leicht feucht sein. Sobald sich die ersten Triebe zeigen wird regelmäßig gegossen. Später, wenn sich die Blütenstände bilden, werden die Gießmengen etwas erhöht. Der Boden kann oberflächlich antrocknen, sollte aber nicht austrocknen. Bei Trockenheit während der Blüte wirft die Ismene ihre Blütenknospen ab. Im Herbst reduziert man das Gießen nach und nach, bis das Schönhäutchen die Blätter einzieht.

Düngen

Frühestens sechs Wochen nach der Pflanzung verabreicht man wöchentlich einen handelsüblichen Flüssigdünger oder Blütendünger. Kübelpflanzen, die frisch umgetopft wurden, benötigen in diesem Jahr meist keinen zusätzlichen Dünger. Das liegt daran, dass Blumenerden vorgedüngt sind, sodass die Pflanzen für eine gewisse Zeit gut mit Nährstoffen versorgt sind. Später kann im Frühjahr mit einem Langzeitdünger in Form von Granulat oder Stäbchen oder von April bis August monatlich mit einem Flüssigdünger gedüngt werden.

Überwintern

Ismene festalis ist hierzulande nicht winterhart und benötigt eine Ruhephase von drei bis sechs Monaten. Eine Überwinterung im Freien ist selbst in milden Lagen nicht empfehlenswert.
  • Im Herbst Wassergaben reduzieren
  • Zwiebeln im Kübel vor dem ersten Frost reinholen
  • Zwiebeln im Beet nach dem Verwelken der Pflanze ausgraben
  • Welke Blätter und Stängel abschneiden und Zwiebel aus der Erde holen
  • Brut- oder Tochterzwiebeln an der Mutterzwiebel belassen
  • Nach dem Ausgraben Zwiebeln abtrocknen lassen
  • Dann lose Erde vorsichtig entfernen
  • Festsitzende Erdreste noch an der Zwiebel belassen, um Wurzelschäden zu vermeiden
  • Wurzelschäden können Blüte im nächsten Jahr beeinträchtigen
  • Lose Zwiebeln in Holzwolle, Zeitungspapier oder Holzstreu liegend, lagern
  • Überwinterung dunkel, kühl, trocken, zugluftfrei aber dennoch gut belüftet
  • Idealerweise bei Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad
Im April können die Zwiebeln in frisches Substrat umgetopft und etwas wärmer gestellt werden, bei 16-18 Grad. Beim Umtopfen die Wurzeln minimal einkürzen. Frühestens ab Mitte Mai können die Töpfe wieder nach draußen und Exemplare im Beet gepflanzt werden. Ab jetzt wird wieder etwas mehr gegossen.

Tipp: Zwiebeln erst ausgraben, wenn Blätter und Stängel vollkommen welk sind. Solange die Blätter noch grün sind, zieht die Zwiebel sämtliche Nährstoffe heraus, die sie für die Überwinterung dringend benötigt.

Vermehren

Durch Brutzwiebeln
Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich über Brut- oder Tochterzwiebeln, die sich meist mehrfach an der Mutterzwiebel bilden. Die Brutzwiebeln sollten eine gewisse Größe erreicht haben, bevor man sie trennt. Die Wurzeln der Ismene mögen Störungen jeglicher Art nicht so gerne. Deshalb sollte man die Zwiebeln eigentlich nur teilen, wenn es unbedingt notwendig ist.
  • Beim Teilen der Zwiebeln sehr behutsam vorgehen
  • Wurzeln können leicht beschädigt werden oder abreißen
  • Bester Zeitpunkt zum Teilen ist im Herbst nach dem Ausgraben
  • Im Topf überwinterte Zwiebeln im Frühjahr beim Umtopfen teilen
  • Brutzwiebeln ab April an hellem Platz im Haus oder Gewächshaus vorziehen
  • Schönhäutchen frühestens Mitte Mai ins Freie
  • Gefahr von Nacht- oder Spätfröste sollte nicht bestehen
Tipp: Die Wurzeln sollten weder beim Teilen der Zwiebeln noch beim Einpflanzen beschädigt werden. Innerhalb von zwei bis drei Jahren bilden sich aus den Tochterzwiebeln neue blühfähige Ismenen.

Durch Samen
Eine Vermehrung über Samen ist wesentlich aufwendiger als die über Brutzwiebeln und nicht immer erfolgreich. Darüber hinaus ist wenig darüber bekannt, ob daraus tatsächlich Jungpflanzen entstehen und diese
überhaupt fortpflanzungsfähig sind. Mit etwas Glück bilden diese Pflanzen sogenannte Kapselfrüchte mit großen, grünen, fleischigen Samen aus, vorausgesetzt es kommt zu einer Bestäubung und es werden Fruchtknoten gebildet.
Bei Hybriden ist das nur selten der Fall. Die Samen kann man ab April in Anzuchtsubstrat aussäen und im Haus vorziehen. Sollten sich tatsächlich Keimlinge entwickeln, kann es sinnvoll sein, sie nach dem Vereinzeln bzw. Umtopfen in geeignetes Substrat, dauerhaft im Topf zu kultivieren. Das erleichtert später auch den Transport ins Winterquartier. Natürlich kann man sie auch ab Mitte/Ende Mai an einen sonnigen Platz ins Freie pflanzen.

Krankheiten

Schönhäutchen - Ismene festalisKrankheiten treten bei der Ismene festalis eher selten auf. Lediglich bei zu häufigem oder intensivem Gießen besteht die Gefahr von Fäulnis, die zumeist tödlich für die Zwiebel ist. Zwiebeln, die bereits durch zu viel Nässe geschädigt sind, können in der Regel nicht mehr gerettet werden. Umso wichtiger ist es, auf eine bedarfsgerechte Wasserversorgung und einen guten Wasserablauf zu achten.

Schädlinge

Wühlmäuse
  • Größte Gefahr für die Zwiebeln geht von Wühlmäusen und anderen Nagern aus
  • Sie haben es ausschließlich auf die Zwiebeln abgesehen
  • Zum Schutz die Zwiebel am besten samt Topf in den Boden setzen
  • Kunststofftöpfe dazu ungeeignet
  • Optimal sind natürliche Materialien wie unglasierter Ton
  • Oder vor der Pflanzung engmaschiges Drahtgeflecht auslegen
  • Drahtgeflecht sollte nicht zu großmaschig sein
  • Handelsüblicher Hasendraht sehr gut geeignet
  • Zum Verlegen zunächst entsprechend große Erdmulde ausheben
  • Tiefe und Breite der Grube von Anzahl und Größe der Zwiebeln abhängig
In die vorbereitete Erdmulde legt man das Drahtgeflecht so aus, dass sowohl der Boden als auch die Wände der Mulde damit ausgekleidet sind. Anschließend bedeckt man das Gitter mit etwas Erde, setzt die Zwiebeln ein und füllt mit Erde auf.

Blattläuse
Teilweise kann auch ein Befall mit Blattläusen auftreten, insbesondere entlang der Stängel. Zur Bekämpfung können betroffene Pflanzen mehrfach mit Brenneselsud besprüht werden, bis kein Befall mehr erkennbar ist. Vielfach bewährt hat sich auch der Einsatz natürlicher Fressfeinde wie Marienkäfer und Florfliegen.

Narzissenfliege
Probleme kann auch die Narzissenfliege machen, die die Blumenzwiebeln aushöhlt und dann ihre Eier dort ablegt. Wird ein Befall frühzeitig erkannt, kann man die Larven abtöten, indem man die Zwiebel für zwei Stunden in ein 42-43 Grad warmes Wasserbad legt. Um die Zwiebel dann vor einem erneuten Befall zu schützen, sollte sie auf keinen Fall wieder an derselben Stelle im Garten oder das gleiche Substrat eingepflanzt werden. Soll bei Topfpflanzen der alte Topf wiederverwendet werden, muss dieser zuvor gründlich gereinigt und bestenfalls desinfiziert werden. Als weitere vorbeugende Maßnahme sollten abgestorbene Zwiebeln nicht auf dem Kompost entsorgt werden.

Ismenen zur Blüte bringen

Die duftenden und formschönen Blüten der Ismene sind ein echter Hingucker. Gesunde Pflanzen blühen Jahr für Jahr. Es kann aber vorkommen, dass Pflanzen nicht richtig blühen wollen oder sie Blüten verlieren.
  • Fallen Blüten ab, ist meist Trockenheit die Ursache
  • Am besten regelmäßig aber nicht übermäßig gießen
  • Boden sollte zu keiner Zeit weder vernässen noch austrocknen
  • Bleibt die Blüte aus oder ist sehr spärlich, kann ein zu schattiger Standort ursächlich sein
  • Pflanze verwendet dann sehr viel Energie darauf, viel Blattmasse zu bilden
  • Die Blütenbildung wird vernachlässigt
  • Folglich grundsätzlich auf einen sonnigen Standort achten
  • Nach einer Teilung der Brutzwiebeln bleibt die Blüte in den ersten Jahren meist aus
  • Bis zur ersten Blüte kann es zwei bis drei Jahre dauern
  • Schönhäutchen möchten auch nicht zu dicht stehen
  • Sie sollten nicht im Wuchs bedrängt werden
  • Dementsprechend auf ausreichend große Pflanzabstände achten
Teilweise kann es auch an der Düngung liegen, wenn die Blüte mager ausfällt. Auch wenn Kompost in Sachen Düngung ein Allrounder ist, ist er für diese Pflanzen weniger geeignet. Das liegt daran, dass sein tatsächlicher Nährstoffgehalt nur schwer einzuschätzen ist. So kann es passieren, die Pflanzen an einem Nährstoffmangel leiden. Auch mineralische Dünger, die insbesondere zu verstärkter Laubentwicklung und weniger zur Blütenbildung beitragen, sind eher ungeeignet. Empfehlenswerter sind handelsübliche Flüssigdünger.