In der freien Natur wachsen Lilien, bot. Lilium, in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel. Die Gattung Lilium umfasst etwa 125 Arten, von welchen viele winterhart sind. Die Angabe "winterhart" bezieht jedoch auf ausgepflanzte Lilien, denn in der Kübelkultur macht der deutsche Winter den Pflanzen zu schaffen. Deshalb überstehen sie die kalte Jahreszeit nur mit Hilfe der Hobbygärtnerin/des Hobbygärtners.

Standort

  • Lilien im Topf müssen kühl überwintert werden. Das ideale Winterquartier hat folgende Eigenschaften:
  • kühl (5 Grad Celsius)
  • dunkel
  • wind- und
    regengeschützt
  • trocken

Diesen Anforderungen entspricht beispielsweise ein trockener, unbeheizter Keller oder eine Garage. Das unbeheizte Stiegenhaus kommt für Lilien nicht in Frage, da es zu hell und zu warm ist.

Überwintern im Inneren

Bei der Überwinterung von Lilien überwintert die nicht die ganze Pflanze, sondern nur ihr unterirdischer Teil, die Zwiebel.
Deshalb müssen die Pflanzen vorbereitet werden. Dazu gehört:

  • Düngergaben ab Ende August einstellen
  • oberirdische Pflanzenteile zurückschneiden (etwa handbreit über dem Substrat)

Wie bei den Gartenkollegen sollten Sie die oberirdischen Pflanzenteile erst zurückschneiden, wenn sie komplett verwelkt sind. Sind die oberirdischen Pflanzenteile braun und verdorrt, ist das ein Zeichen, dass die Zwiebel alle Nährstoffe aus den grünen Teilen der Pflanze gezogen hat. Denn diese Nährstoffe dienen ihr als Vorrat für die kalte Jahreszeit.

Tipp: Damit Sie mit dem Schnittwerkzeug keine Krankheitserreger übertragen, sollten Sie nur sauberes bzw. desinfiziertes Werkzeug verwenden. Denn Pilzinfektionen sind eine der größten Gefahren beim Überwintern der Pflanzen.

Bei der Frage, wie die Zwiebel konkret überwintert, stehen Ihnen zwei Varianten zur Verfügung:

Zwiebeln im Topf belassen
Bei Lilium ist es nicht notwendig, die Zwiebeln auszugraben und einzulagern. Stellen Sie das Pflanzgefäß mitsamt der Zwiebel einfach an einen entsprechenden Standort. Wichtig ist, dass die Erde sehr trocken ist.

Zwiebeln ausgraben
Sollen die Zwiebeln nicht im Pflanzgefäß überwintern, dann können Sie sie auch ausgraben. Gehen Sie dabei nach folgender Anleitung vor:

  • Zwiebeln ausgraben
  • Oberirdische Pflanzenteile (Stängel und Laub)
    vorsichtig entfernen
  • Anhaftende Erde unter fließendem Wasser entfernen
  • Zwiebeln ein paar Tage an einem kühlen und luftigen Ort trocknen lassen (Temperaturschock vermeiden)
  • Temperatur: 15 bis 20 Grad Celsius
  • Ort: Garage oder Schuppen

Lilien überwinternSind die Zwiebeln gut abgetrocknet, können Sie eingelagert werden. Dazu eignen sich trockene Behältnisse wie zum Beispiel

  • eine Holzkiste
  • ein Karton mit Luftlöchern

Beide Behältnisse werden vorab mit Holzwolle gefüllt. Legen Sie die Zwiebeln so hinein, dass sie sich gegenseitig nicht berühren, um Schimmelbildung zu vermeiden. Bedecken Sie anschließend die Zwiebeln mit Holzwolle, sie sollen richtig schön eingebettet sein. Danach kommen sie ins Winterquartier.

Pflege

Da sich die Zwiebeln während des Winters in einer Ruhephase befinden, brauchen sie keine Pflege. Allerdings sollten Sie ausgegrabene Zwiebeln regelmäßig auf Schimmelbildung überprüfen. Bei der Überwinterung im Topf sollten Sie kontrollieren, ob sich an den noch verbliebenen Resten der oberirdischen Pflanzenteile Schimmel gebildet hat. Stellen Sie eine Pilzinfektion fest, sollten Sie die entsprechenden Zwiebeln bzw. Pflanzen sofort entfernen.

Während Düngergaben den gesamten Winter über entfallen, gehen die Meinungen, ob die Zwiebeln im Topf gegossen werden sollten, auseinander. Zwar herrscht Übereinstimmung darüber, dass das Substrat während der kalten Jahreszeit sehr trocken gehalten werden muss, jedoch wird vereinzelt die Empfehlung ausgesprochen, den Pflanzen ungefähr einmal im Monat Wasser zu geben. Auf der anderen Seite wird empfohlen, die Zwiebeln überhaupt nicht zu gießen.

Beginn und Ende der Freiluftsaison

Die Freiluftsaison für Topflilien endet spätestens mit dem ersten Frost. Mit diesem ist auch der Zeitpunkt zum Abschneiden der oberirdischen Pflanzenteile gekommen. Die Freiluftsaison beginnt, wenn keine (Nacht-)Fröste mehr drohen. Diese Witterung ist in den meisten Regionen Deutschlands ab Mitte Mai nach den Eisheiligen gegeben. Trotz dieses späten Starts der Freiluftsaison müssen die Pflanzen nicht bis dahin im Winterquartier bleiben, sondern sie dürfen dieses bereits vorher verlassen. Stellen Sie das Pflanzgefäß ab Februar an einen hellen Fensterplatz, denn dies regt den Neuaustrieb an. Außerdem können sich die Pflanzen so langsam an das Licht gewöhnen.

Überwintern im Freien

Da hierzulande die Temperaturen im Winter oft unter fünf Grad Celsius fallen, kommt für Topflilien eine Überwinterung im freien nur in Ausnahmefällen in Frage, nämlich in sehr milden Regionen. Aber auch dort, brauchen die Pflanzen einen Winterschutz, nachdem sie, wie bei der Überwinterung im Inneren, vorbereitet worden sind. Denn die Kälte dringt schnell durch die dünnen Wände des Topfes ins Substrat ein und lässt es durchfrieren. Daher müssen die Zwiebeln von allen Seiten geschützt werden:

  • Seitenwände des Topfes mit einem Kälteschutzvlies oder einem ähnlichen Material umhüllen (einpacken)
  • von unten: Pflanzgefäß auf eine Holz- oder Styroporplatte stellen
  • von oben: Substrat mit Reisig oder Laub gegen Kälte, Nässe und Schnee, gut abdecken

Eine weitere Schutzmaßnahme bezieht sich auf den Standort. Dieser sollte windgeschützt sein. Gegen Regen und Schneefall schützen sie die Pflanzen, indem Sie sie unter einen Dachvorsprung oder eine Überdachung stellen. Da die Zwiebeln dunkel überwintern sollen, dürfen Sie auch nicht in der prallen Sonne stehen, denn die Wärme der Sonne ist für sie ein Zeichen zum

Austreiben.