Wenn es Zeit für die Herbstbepflanzung wird, greifen viele immer wieder auf die gleichen Pflanzen zurück - meist auf solche die gerade im Discounter das Angebot bestimmen. Dabei finden sich deutlich mehr Möglichkeiten zur Gestaltung des Grabs in Herbst und Winter. Worauf es dabei ankommt und was möglich ist, erfahren Interessierte hier.

Auf Qualität achten

Im Herbst findet sich in Discountern eine große Menge an saisonalen Gewächsen. Leider haben diese aber oftmals schon einige Tage im dunklen Lager oder einem Transporter verbracht und sind daher geschwächt. Dadurch gehen sie oftmals innerhalb kurzer Zeit ein. Wer die Gewächse einpflanzen und länger als ein paar Wochen
etwas von ihnen haben möchte, sollte daher in Qualität investieren und die Pflanzen lieber in einer Gärtnerei kaufen.

Auf essbaren Schmuck verzichten

Äpfel, Kürbisse und Nüsse werden häufig auf herbstlichen Gestecken und Kränzen verwendet. Leider locken diese herbstlichen Dekorationen neben Vögel aber auch Eichhörnchen, Mäuse und Ratten an. Bei der herbstlichen Grabbepflanzung sollte daher lieber auf diese Schmuckelemente verzichtet werden. Alternativ können künstliche Varianten verwendet werden.

Farbe ohne Blüten?

Durch buntlaubige und wintergrüne Staudenpflanzen können dem Grab auch ohne Blüten farbige Akzente verliehen werden. Gut geeignet sind beispielsweise Purpurglöckchen (Heuchera), Funkie (Hosta) und die buntlaubige Ölweide (Elaeagnus pungens 'Maculata'). Der Vorteil dieser Gewächse ist, dass sie den Winter gut überstehen - solange sie eingepflanzt sind. Lediglich bei einigen Funkien-Sorten muss darauf geachtet werden, dass das Wachstum gegebenenfalls begrenzt werden muss, denn diese werden sehr üppig und können daher vor allem für Urnengräber schnell zu groß werden.

Heide als Klassiker

Heidekraut - EricaWinterharte Sorten der Heide (Erica) sind herbstliche Klassiker für Fensterbrett, Garten und auch den Friedhof. Sie sind in verschiedenen Farben von Weiß bis Karminrot und Purpur erhältlich und blühen häufig auch dann noch, wenn sich bereits der erste Schnee ankündigt. Besonders schön ist es, wenn verschiedene Farbtöne miteinander kombiniert werden, beispielsweise ein Trio aus weißen, rosafarbenen und purpurnen Blüten. Mit den kleinen Gewächsen lassen sich auch Muster und Ränder formen. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Größe. Durch diese eigenen sie sich auch wunderbar für Urnengräber.

Silberblatt als widerstandsfähiger Kontrast

Zu der fröhlich gefärbten Heide passt das widerstandsfähige Silberblatt (Lunaria) wunderbar als Kontrast. Das immergrüne Gewächs kann jedoch auch mit leuchten gelben, orangenen oder roten Blüten kombiniert werden, passt getrocknet in herbstliche Gestecke und Kränze und wirkt auch in Schalen sehr dekorativ.

Klassische Blühpflanzen für das Grab

Zu den klassischen Blühpflanzen für die Herbstbepflanzung auf dem Friedhof gehören unter anderem:
  • Alpenveilchen
  • Astern
  • Chrysanthemen
  • Hornveilchen
  • Stiefmütterchen
  • Strauchveronika
  • Zyklamen
Sie alle bringen im Herbst farbige Akzente in die Grabbepflanzung, sind in zahlreichen verschiedenen Tönen erhältlich und sind vergleichsweise pflegeleicht. Zudem lassen sie sich gut miteinander kombinieren. Bleibt nicht viel Zeit für die Grabpflege, sollten Alpenveilchen und Hornveilchen der Vorzug gegeben werden. Sie sind anspruchslos, blühen im Herbst und gehören im Frühling zu den ersten Gewächsen, die wieder Knospen und Blüten austreiben. Davon abgesehen finden sich einfache und gefüllte, mehrfarbige, groß- und kleinblütige Sorten. Dadurch kann auch dann für Abwechslung gesorgt werden, wenn nur Alpenveilchen und Hornveilchen als Blühpflanzen auf das Grab gesetzt werden.

Gräser als Akzent

Gräser in die Grabbepflanzung zu integrieren wirkt zunächst ungewöhnlich. Die Gewächse setzen jedoch einen Akzent und gestalten durch
einen kleinen Höhenunterschied die Bepflanzung dynamischer. Hinzu kommt, dass einige Arten im Herbst blühen und zudem winterhart sind.

Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass kleinbleibende Gräser-Arten gewählt und diese in ihrer Ausbreitung begrenzt werden. Besser ist es also, die Gräser in Schale oder Topf zu setzen oder eine Wurzelsperre zu integrieren. Zudem sollten die Ähren nach dem Vertrocknen abgeschnitten werden, damit sich die Samen nicht in der Umgebung ausbreiten können.
Geeignete kleinbleibende Arten und Sorten sind unter anderem:
  • Blauschwingelgras
  • Japanisches Blutgras
  • Kalmus
  • Kleines Lampenputzgras
  • Pfeifengras
  • Plattährengras
  • Seggen, wie Fuchsrote Segge und Japan-Segge
  • Stachelschwingel

Platten integrieren

BodendeckerSoll das Grab nicht zwei- bis dreimal jährlich neu bepflanzt aber dennoch mit wechselnden Blühpflanzen geschmückt werden, ist die Kombination aus Bodendeckern und Platten ideal. Die Bodendecker sind die Basis der Bepflanzung und dienen als Hintergrund. Auf die Platten können bepflanzte Schalen gestellt oder Kränze und Gestecke gelegt werden, die als saisonale Verschönerung und Farbpunkte fungieren. Der Pflanzenschmuck auf dem Friedhof wird durch die Kombination aus Blatten und bepflanzten Schalen deutlich einfacher, Unkraut jäten ist lediglich an den Platten notwendig und die sonstige Pflege beschränkt sich auf das Gießen und Entfernen des Laubs.

Lücken lassen

Eine üppige Bepflanzung, die aus dichtwachsenden Bodendeckern und einigen blühenden Akzenten besteht, kann ein schöner Anblick sein. Oftmals erfordern derartig üppig bepflanzte Gräber jedoch auch einiges an Pflege. Eine Alternative hierzu ist es, bewusst Freiräume zu lassen. Eine Bepflanzung am Rand, in der Mitte farbige Akzente oder bepflanzte Schalen und freie Bereiche, die mit Kies oder Mulch gefüllt werden, erzeugen ein sehr ordentliches und gepflegtes Bild - ohne, dass auf den saisonalen Pflanzenschmuck verzichtet werden muss. Das Gießen und der Verschnitt der Pflanzen gestalten sich aber ebenso einfach, wie die Beseitigung von Laub. Zudem kommen einzelne Gewächse so deutlich besser zur Geltung.

Weniger ist mehr

Zehn verschiedene Pflanzen in zehn verschiedenen Farben, Formen und Größen - dadurch können Gräber schnell überladen wirken. Bei der Bepflanzung gilt daher: Weniger ist mehr. Die Pflanzenauswahl sollten auf drei bis fünf verschiedene Sorten begrenzt werden. Gleiches gilt bei stark unterschiedlichen Farben. Wird die Gestaltung Ton in Ton gehalten, dürfen es hingegen mehr Nuancen sein.