Radieschen sind das perfekte Gemüse für Anfänger, denn der Erfolg ist schon nach einem Monat sichtbar. Doch nicht selten kann es zu Misserfolgen während der Wachstumsphase kommen, sodass die Ernte geringer als gedacht ausfällt. Ein wichtiger Aspekt im Anbau ist das Pikieren. Zu dicht wachsende Pflänzchen müssen vereinzelt werden, denn nur so sichern Sie sich eine schmackhafte Ernte.

Sorten wählen

Der Ertrag richtet sich maßgeblich nach der Sorte. Es gibt Frühjahrs-, Sommer- und Herbstsorten, die in den jeweiligen Jahreszeiten angebaut werden sollten. Vor allem Frühjahrs- und Herbstsorten benötigen
als Kurztagpflanzen weniger Licht als die Sommersorten. Sie gedeihen am besten, wenn die Tage noch möglichst kurz sind. Übermäßige Sonne führt dazu, dass die Radieschen kleiner und holziger werden. Sie schießen sehr schnell ins Kraut, denn sie nutzen die Nährstoffe aus der Knolle für die Sprossbildung.

Tipp: Radieschen eignen sich für eine Mischkultur, in der die Pflanzen zusätzlich profitieren. Setzen Sie die Pflanzen zwischen Schnittlauch, Erdbeeren, Salat oder Bohnen, um den Ertrag noch etwas zu erhöhen.

Keimtest

Bereits vor der Aussaat lassen die Samen einen ersten Rückschluss auf die Größe der Ernte zu. Machen Sie einen Keimtest, um die Keimfähigkeit von selbst gesammeltem Saatgut festzustellen. So sichern Sie die Qualität ihres Saatguts und schließen Misserfolge durch nicht gekeimte Samen aus. Der Test kann auch bei gekauftem Saatgut durchgeführt werden. Wenn Sie Samen von einem zertifizierten Fachhändler kaufen, sichern Sie sich einen hohen Keimerfolg und können auf den Test verzichten. Für den Keimtest benötigen Sie nichts weiter als zwei Tücher Küchenkrepp.
  • Tücher befeuchten
  • etwa 30 Samen zwischen dem Krepp ausbreiten
  • bei etwa 20 Grad Celsius im Minigewächshaus lagern
  • Küchenkrepp konstant feucht halten

Ertrag optimieren

Radieschen - Raphanus sativusNach etwa zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Nun können Sie zählen, wie viele Samen gekeimt sind. Wenn nur jedes zweite Samenkorn Keimblätter zeigt, sollten Sie bei der Aussaat zwei Samen pro Pflanzloch ausstreuen. Passen Sie die Aussaatmenge Ihrem Zählergebnis an. Radieschen eignen sich nicht nur für die Aussaat im Beet. Die Samen können auch
im Balkonkasten gezogen werden. Gute Erträge erzielen Sie auch im Hochbeet, denn dieses bietet gegenüber dem Beet einen tiefgründigeren Boden.

Aussaat

Vor dem Säen muss das Substrat vorbereitet werden, denn Radieschen bevorzugen einen krümeligen Boden mit guter Durchlässigkeit. Nachdem Sie den Boden geharkt haben, können Sie ein Zentimeter tiefe Rinnen ins Beet ziehen. Die Reihen sollten in einem Abstand von zehn Zentimeter zueinander liegen, damit sich die Pflanzen gut ausbreiten können. Im Abstand von vier Zentimeter wird ein Korn gelegt. Nach der Aussaat werden die Samen mit Erde bedeckt und leicht angedrückt. Die anschließende Bewässerung ist notwendig für eine erfolgreiche Keimung. Um den Keimerfolg zu erhöhen, können Sie das Beet mit einem transparenten Gartenvlies bedecken.
  • Reihensaat vereinfacht das Pikieren
  • je nährstoffreicher und lockerer der Boden, desto enger der Abstand
  • Angaben auf der Tüte sind Empfehlungen für normale Böden

Saatzeitpunkt

Radieschen werden im Frühbeet ab Februar oder März vorgezogen, da es zu dieser Zeit noch zu kalt für eine Direktaussaat im Freiland ist. Wenn es die Bedingungen zulassen, können Sie das Saatgut ab Mitte März auch im Beet ausstreuen. Aufgrund der geringen Reifezeit von vier bis sechs Wochen können Sie schon im Frühling Ihr erstes selbst angebautes Gemüse ernten. Säen Sie pro Woche einen Meter Samen aus, bis Ihr Saatgut verbraucht ist. So können Sie über fünf bis sechs Wochen jederzeit frische Radieschen ernten und müssen sich keine Sorgen über Massenerträge machen, die nicht verzehrt werden können.

Tipp: Radieschen sollten nicht in die Nachbarschaft von Gurken oder Melonen gesät werden. Diese Pflanzen entziehen den roten Knollen Wasser, sodass sie holzig schmecken.

Keimlinge pikieren

Es ist mühselig, jedes Korn einzeln zu setzen. Nicht selten kommt es vor, dass sich mehrere Körner ein Pflanzloch teilen. In diesem Fall sollten Sie die Jungpflanzen schnellstmöglich vereinzeln, sobald sich Keimblätter zeigen. Wenn die Pflanzen zu eng beieinanderstehen, konkurrieren sie um Licht und Nährstoffe. Die Knollen haben keinen Platz, um sich zu entfalten. Das führt dazu, dass Ihre Ernte spärlich ausfällt. Radieschenkeimlinge reagieren sehr empfindlich auf das Umpflanzen. Daher sollten Sie zu dicht stehende Pflanzen aussortieren, sodass an der Stelle nur noch ein Keimling stehen bleibt. Dabei ist eine ruhige Hand gefragt, denn oft werden auch die Keimlinge in Mitleidenschaft gezogen, die weiter wachsen sollen.

Anleitung zum Ausdünnen:
  • schwache und mickrige Keimlinge aussortieren
  • Pinzette verwenden
  • Pflänzchen an der Basis herausziehen
  • Nachbarpflanze leicht mit einem Pikierstab andrücken und stabilisieren

Jungpflanzen aussortieren

Um zu verhindern, dass die zarten Nachbarpflänzchen beschädigt werden, können Sie die Keimlinge zwei bis drei weitere Wochen wachsen lassen. Auch dann ist eine Vereinzelung noch möglich, da die Pflanzen noch kein verzweigtes Wurzelsystem entwickelt haben. Gehen Sie mit der Hand durch jede einzelne Reihe und drücken Sie die Laubblätter leicht zur Seite, um den Abstand zwischen den Stängeln einschätzen zu können. Stellen Sie sich vor, wie viel Platz eine Radieschenknolle im reifen Zustand einnehmen würde. Entsprechend dieser Vorstellung werden überschüssige Pflanzen entfernt. Greifen Sie die Jungpflanze nahe der Bodenoberfläche und ziehen Sie diese gerade aus dem Boden.
Tipp: Die aussortierten Pflänzchen müssen nicht auf dem Kompost landen. Sie sind eine leckere Beilage im
Salat.