Bambus - BambusoideaeEs gibt viele Pflanzen, wie zum Beispiel der beliebte Bambus, die sich unterirdisch durch die sogenannten Rhizome vermehren. Dies geht ganz schnell und wenn diesen schlängelnden Wurzeln kein Einhalt geboten wird, dann können die Pflanzen ungehindert überall im eigenen und sogar bis auch in Nachbars Garten hinein wachsen. Hiergegen hilft eine Rhizomsperre, die in die Erde, um die Pflanze herum, bei der Erstbepflanzung eingesetzt wird. Diese Sperren gibt es fertig im Handel zu kaufen, wer es selber bauen möchte, findet hier die Anleitungen dazu.

Rhizomsperre Definition

Verschiedene Pflanzenarten besitzen auch verschiedene Wurzeln. So gibt es die Flachwurzler, die Tiefwurzler und solche Pflanzen, wie zum Beispiel der im Garten beliebte Bambus, die Rhizome besitzen. Werden diese Rhizome nicht an einer Ausbreitung gehindert, wachsen im gesamten Garten und sogar auch im Nachbargarten die Pflanzen aus dem Boden. Damit die Erdsprossen, aus denen die neuen Pflanzen heranwachsen, sich nicht überall unterirdisch verbreiten können, wird eine Sperre benötigt. Diese muss das Gebiet ebenfalls unter der Erde eingrenzen, in dem sich die Pflanze ausbreiten darf. Die Rhizomsperre
muss so dicht sein, dass keine Sprossen hindurch dringen können. Diese sehen in der Regel wie folgt aus:
  • aus widerstandsfähigem Kunststoff
  • Polyethylen (HDPE)
  • Polypropylen (PP)
  • sind in Rollenform erhältlich
  • für kleinere Eingrenzungen eignen sich auch Plastik- oder Metallwannen
  • auch eine alte Regentonne aus Plastik kann für kleine Beete genutzt werden
  • Teichfolie, Dachpappe oder andere Planen nur bedingt geeignet
  • nur für leichtere Rhizome zu empfehlen
  • Bambus-Rhizome können sich durchbohren

Eigenschaften

Damit die gewählte Rhizomsperre auch die gewünschte Wirkung erzielt, muss sie bestimmte Zwecke erfüllen. Daher ist im Vorfeld auch immer über die Größe der gewünschten Fläche sowie über die Stärke der Triebe nachzudenken. Zudem sollte die eingesetzte Rhizomsperre die folgenden Eigenschaften mitbringen, da ansonsten die Festigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden könnte:
  • über der Erde befindliche Teile dürfen nicht durch die Sonne beeinträchtigt werden
  • Frost darf nicht zu Brüchigkeit führen
  • sie muss resistent gegenüber Nagetieren sein
  • sie darf keine Schadstoffe in die Erde abgeben
Tipp: Nur eine Plastikfolie um die Pflanze in die Erde zu geben, bringt nicht den gewünschten Effekt. Der Hobbygärtner sollte sich vor dem Kauf der Sperre daher im Handel bereits gut beraten lassen, auch wenn der Kauf mit ein paar Kosten mehr verbunden sein könnte.

Pflanzen mit Rhizomen

marokkanische MinzeDass Bambus sich im Garten ungehindert ausbreitet, wenn ihm kein Einhalt geboten wird, das ist jedem Hobbygärtner klar. Doch es gibt viele weitere Pflanzen, die sich ebenfalls unterirdisch ihren Weg über die Rhizome suchen und dann an einer ganz anderen Stelle im Garten oder sogar beim Nachbarn anfangen, aus diesen Erdsprossen wieder aus dem Boden zu sprießen. Es dauert nur wenige Zeit, und der gesamte Garten kann erobert sein, andere Pflanzen haben in einem solchen Fall oft keine Chance mehr, zu überleben. Doch welche Pflanzen besitzen Rhizome, die direkt bei der Pflanzung durch eine Sperre eingedämmt werden sollten. Hier werden einige der Exemplare vorgestellt:
  • Himbeersträucher gehören ebenfalls zu den rhizombildenden Gewächsen
  • Flachwurzler, dennoch Sperre in eine Tiefe von 40 cm einbauen
  • neue beliebte Pflanze Sanddorn
  • hier ist eine Tiefe von 60 cm einzuplanen
  • oft beliebt im Garten, der Essigbaum
  • Wurzeln nicht so stark, wie beim Bambus
  • es genügt eine Teichfolienstärke als Sperre
  • Minze wird ihr kein Einhalt geboten, erobert sie den ganzen Garten
  • Idealerweise im Gefäß kultivieren
Natürlich gibt es noch viel mehr Pflanzen, die eine Wurzelsperre benötigen. Idealerweise wird der Verkäufer beim Kauf im guten Gartenfachhandel direkt danach gefragt, ob die Pflanze sich unterirdisch über Rhizome vermehrt. Ist dies der Fall, sollte nicht darauf verzichtet werden, die Sperre direkt bei der Pflanzung mit einzusetzen, auch wenn dies im ersten Moment mehr Arbeit bedeutet. Denn ansonsten kann eine Vermehrung schlecht kontrolliert werden und die nachhaltige Entfernung kann dann meist nur von Fachkräften durchgeführt werden.

Benötigtes Werkzeug

Vor dem Einbau sollte das benötigte Werkzeug und Material zusammengestellt werden. Je nachdem, für welche Pflanze die Sperre benötigt wird, muss die Dicke der eingesetzten Folien gewählt werden. Für den Einbau sollte ein kleiner Bagger, der in einem Fachhandel gemietet werden kann, verfügbar sein. Denn ein Beet, dass auch gut zwölf Quadratmeter betragen kann, mit einem Spaten und einer Schaufel bis auf eine benötigte Tiefe von 65 cm auszuschachten bringt dann doch sehr viel Arbeit und Kraftaufwand mit sich. Gerade bei den Bambuspflanzen muss sehr tief ausgegraben werden, damit sich die Rhizome nicht einen Weg unter der eingebauten Sperre suchen. Weiteres Werkzeug wird wie folgt benötigt:
  • Akkuschrauber
  • kleinen Bohrer
  • zum Verschrauben der Verschlussschiene
  • alternativ Folienschweißgerät oder Heißluftföhn

Standort wählen

Nun wird der Standort für die Pflanze gewählt. Ein Bambus sollte zum Beispiel mindestens eine Fläche von drei Quadratmetern erhalten, in der er sich ausbreiten kann, idealer ist allerdings ein größeres Beet. Mit einem Spaten wird die Umrandung abgestochen, danach kann der gesamte Umfang ausgemessen werden. Entsprechend wird die Rhizomsperre dann in der bestimmten benötigten Länge im Handel gekauft. Wichtig ist, dass die Sperre an der Naht gut abschließt, damit hier keine Wurzeln hindurch passen. Wurde der Standort gewählt und entsprechend das Material besorgt, kann es ans Einbauen gehen.

Einbauen

Himbeeren RhizomIdealerweise wird bei großen Flächen ein kleiner Bagger gemietet, mit dem das Beet ausgeschachtet werden kann. Dann geht die Arbeit schneller
von der Hand. Diese Bagger sind stunden- oder tageweise mietbar. Zwar wird es dadurch ein wenig teurer, doch wenn ein großes Beet etwa 60 Zentimeter ausgeschachtet werden muss, dann ist dies mit dem Spaten nicht so schnell erledigt. Beim Einbauen sollte sodann wie folgt vorgegangen werden:
  • Kunststofffolie auf gewünschte Länge schneiden
  • in beide Enden Löcher für die Aluminiumschiene bohren
  • sorgfältig arbeiten, Löcher müssen sich auf gleicher Höhe befinden
  • Folie rund um das Beet einsetzen
  • etwa fünf bis zehn Zentimeter sollten aus der Erde später herausschauen
  • so wird verhindert, dass Wurzeln über die Sperre hinweg wachsen
  • im oberen Bereich die Sperre leicht schräg anlegen
  • so wachsen die Wurzeln nicht nach unten, sondern eher nach oben
  • die Enden mit einer Aluminiumschiene an den Löchern mit Schrauben befestigen
  • alternativ mit Folienschweißgerät oder Heißluftföhn verschließen
Ist die Folie um das Beet herum von Innen angebracht, wird ein Teil der Erde entlang der Sperre wieder eingefüllt, damit diese befestigt ist. Dann können die gewünschten Pflanzen eingesetzt und die restliche Erde wieder eingefüllt werden.

Tipp: Wer eine Rhizomsperre aus widerstandsfähigem Kunststoff einbauen möchte, sollte sich eine weitere Person zu Hilfe holen, denn es kann recht schwer werden, die harte Folie von der Rolle zu wickeln und rund um das Beet im Boden zu versenken, so dass auch keine Wurzeln einen Weg finden können. Und auch beim späteren Befestigen der Naht sind vier Hände hilfreicher als nur zwei.

Sperre aus Wanne oder Tonne

Für nur kleine Beete, die angelegt werden sollen, etwa für einen einzelnen Himbeerstrauch oder einem Minzgewächs kann alternativ auch eine Wanne aus Plastik oder Metall gewählt werden, auch eine alte Regentonne auf die gewünschte Höhe geschnitten, kann genutzt werden. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • Beet entsprechend der Größe der einzusetzenden Wanne ausheben
  • Boden aus Wanne oder Regentonne entfernen
  • alternativ Löcher bohren, um das Gießwasser abfließen zu lassen
  • dann in das Beet einsetzen
  • etwa fünf bis zehn Zentimeter sollten über der Erde sein
  • Erde zum Teil einfüllen
  • gewünschte Pflanzen einsetzen
  • restliche Erde auffüllen
Tipp: Bei kleinen Beeten eignen sich diese Wannen gut, da die Wände sehr fest sind und die Wurzeln auch keinen Weg nach unten finden. Ebenso besteht für die Rhizome keine Möglichkeit, durch eine eventuelle Naht hindurch zu kommen, da die Wanne nahtlos eingesetzt wird.

Rhizomsperre aus Teichfolie und Co.

Bedingt zu gebrauchen ist auch Teichfolie, die allerdings nur bei Pflanzen mit schwächere Rhizombildung eingesetzt werden kann, da ansonsten die dünnere Folie schnell durchbrochen werden kann. Auch ist diese Folie meist nicht fest genug, um nach oben aus dem Boden genügend Schutz gegen hier wachsende Wurzeln zu bieten. Auch Dachpappe ist nicht immer eine gute Wahl. Doch gerne werden diese Materialien genutzt, wenn sie von anderen Arbeiten noch im Schuppen stehen und übrig sind. Wird Bambus gepflanzt, sollten diese Materialien nicht genutzt werden. Den Himbeeren oder dem Sanddorn kann hiermit jedoch Einhalt geboten werden. Wer jedoch ganz sicher gehen möchte, der baut eine Sperre aus festen Kunststoffmaterialien ein.

Tipp: Gerade, wenn Bambus an einem Teichufer angepflanzt wird, wird hier immer geraten, diesen zusätzlich noch mit einer Sperre aus festem Kunststoff zu umgeben, da die Teichfolie hier in keiner Weise ausreicht, um dem vermehrten Wachstum nach Außen Einhalt zu gebieten.  

Nachträglich einbauen

Natürlich können Rhizomsperren auch nachträglich eingesetzt werden, wenn dies beim Pflanzen versäumt wurde oder der Garten schon in dieser Form übernommen wurde. Befinden sich bereits überall im Garten die Wurzelausläufer, wird dies daran erkannt, dass überall die entsprechenden Pflanzen aus der Erde schießen. Diese müssen dann so schnell wie möglich entfernt werden. Ebenso müssen alle Wurzelausläufer von der Mutterpflanze bis zu den Tochterpflanzen abgestochen und Idealerweise ganz aus der Erde entfernt werden. Gerade beim Bambus kann dies sehr schwer sein, denn dieser verfügt über sehr starke Wurzeln, die sich nicht einfach durchtrennen lassen. Dann wird auch schon mal eine Säge oder eine Axt benötigt. Bei der Einsetzung der Sperre wird dann wie folgt vorgegangen:
  • rund um die Pflanze einen Spalt von etwa 60 cm Tiefe ausheben
  • hier hinein die Sperre setzen
  • etwa fünf bis zehn Zentimeter nach oben hinausschauen lassen
  • oberen Rand ein wenig nach Innen verbiegen
  • mit Aluschiene schließen
  • Erde wieder in den Spalt füllen
Die nächsten Monate sollte immer Ausschau nach eventuell sprießenden Keimlingen außerhalb des Beetes gehalten werden. Denn es kann immer sein, dass nicht alle Wurzeln entfernt wurden. Auch können die Tochterpflanzen, bereits eigene Rhizome außerhalb des Beets gebildet haben, die weitere neue Pflanzen hervorkommen lassen.

Fazit
Wer sich neue Pflanzen in den Garten holt, der sollte sich vorab darüber schlau machen, ob diese Rhizome, also unterirdische Läufer bilden, aus denen sich dann überall im Garten neue Pflanzen aus der Erde bilden können. Beim Bambus wissen die meisten Hobbygärtner, dass dieser eine Rhizomsperre benötigt, viele andere Pflanzen, wie zum Beispiel die schmackhafte Himbeere oder die Minze werden hier jedoch vergessen. Der Einbau ist einfach, wenn die Anleitung hierzu befolgt wird und sollte auf jeden Fall auch bei der Erstbepflanzung durchgeführt werden. Denn es ist zwar nicht unmöglich aber auf jeden Fall schwerer, wenn die Sperre noch nachträglich eingebaut werden muss, um einen bereits entstandenen Schaden zu begrenzen. Idealerweise wird für die Sperre immer eine robuste Kunststofffolie eingesetzt. Wenn mit Materialien wie Teichfolie oder Dachpappe gearbeitet werden soll, ist dies nie ein hundertprozentiger Schutz, dass die Pflanze sich nicht doch ausbreiten kann, da es sich hierbei um Material handelt, dass manche Rhizome leicht durchbrechen können. Alternativ für kleine Beete können jedoch Wannen aus Plastik oder Metall oder alte Regentonnen genutzt werden, die auch einen ausreichenden Schutz bieten.