HibiskusMeist werden Pflanzenschädlinge am Hibiskus (bot. Hibiscus) erst dann entdeckt, wenn bereits die ersten sichtbaren Gesundheitsschäden zu sehen sind. Dies betrifft vor allem den Hibiskus im Garten. Spätestens dann ist zu reagieren. Für die meisten Schädlinge gibt es chemische Gifte im Fachhandel zu erwerben. Viele von diesen sind oft nicht umweltfreundlich und manchmal so stark konzentriert, dass sie auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Sinnvoller ist es, auf natürliche Bekämpfungsmittel zu setzen. Welche das sind, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.  

Blattläuse

Der Hibiskus zieht vor allem dann Blattläuse an, wenn frische Triebe sprießen. An ihnen sammeln sich ganze Blattlauskolonien. Zu erkennen sind sie an ihrer kleinen kugelförmigen Form. Farblich zeichnen sie sich in Schwarz oder Hellgrün von den saftig grünen Trieben des Hibiscus ab. Sie messen eine Größe von etwa zwei Millimeter und befallen auch Blüten und Blätter. Hier ernähren sie sich
von dem Pflanzensaft, den sie aus der Pflanze heraussaugen. In der Folge verfärben sich die Blätter braun und sterben ebenso wie die Triebe, ab. Blüten bleiben geschlossen und fallen runter.  

Bekämpfung

Handelt es sich um einen Hibiskus als Zimmerpflanze, sollte dieser beim Entdecken von Blattläusen unverzüglich aus der Nähe anderer Pflanzen entfernt werden. Beim in ein Gartenbeet eingepflanzten Hibiskus, ist dies vor allem bei größeren Exemplaren nicht möglich. Kleinere Hibisken und insbesondere Jungpflanzen mit starkem Blattlausbefall, sollten vorsorglich aus der Gartenerde in einen Kübel umgepflanzt und isoliert werden.

Ob umgestellt oder nicht, die Blattläuse sind relativ einfach abzusammeln. Dazu reicht es aus, mit leicht zusammengedrückten Daumen und Zeigefinger die Schädlinge an dem betroffenen Pflanzenteile abzustreifen. Da Sie auf diese Weise aber nicht alle erreichen oder eventuell einige übersehen, gehen Sie in den nächsten Bekämpfungsschritt über, wobei sie auf natürliche Art effektive Ergebnisse erreichen können, ohne die chemische Keule anwenden zu müssen:
  • Pflanze mit kräftigem Wasserstrahl abduschen
  • Seifenlauge herstellen: ein Esslöffel Seife auf ein Liter Wasser
  • Alternativ: Brennnesseln zerhacken und mit Wasser einen Aufguss herstellen
  • Zimmer- und Gartenhibisken tropfnass mit der Seifenlauge oder Brennnesselaufguss einsprühen
  • Vorgang eine Woche lang alle zwei Tage wiederholen
  • Bei starkem Befall Pflanzenteile mit der Lauge oder dem Aufguss einreiben
  • Nach circa zehn Tagen kann die Pflanze zurück an ihren gewohnten Standort
TIPP: Einige Hibisken benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb zum Beispiel die Chinesische Hibiskussorte nach dem Einsprühen mit einer lichtdurchlässigen Plastiktüte weitgehendst luftdicht überzogen werden sollte.

Pflanzenmittel

Unkomplizierter und weniger aufwendig klappt die Schädlingsbekämpfung von Blattläusen an Hibisken auch durch biologische Produkte. Empfehlenswert sind Pflanzenmittel, die den Inhaltsstoff "Neem" enthalten. Optimal eignen sich Neem-Sticks oder Neem in flüssiger Form zum Gießen. So gelangen die Wirkstoffe direkt in die Wurzeln und wirken von innen. Sie ziehen bis in die Blattspitzen und bekämpfen Blattläuse, wenn diese den Pflanzensaft heraussaugen.

Vorbeugung

Wenn Sie regelmäßig alle vier bis acht Wochen Ihrem Hibiskus-Exemplar eine Dusche mit Seifenlauge/Brennnesselaufguss gönnen oder mit einem Neem-Produkt gießen, halten Sie Blattläuse auf sicherem Abstand. Zudem können Sie insbesondere den Gartenhibiskus mit bestimmten Kräutersorten umranden. Salbei, Lavendel sowie Bohnenkraut und Thymian eignen sich optimal zur Blattlaus-Vorbeugung. Ihr Duft wehrt die Schädlinge ab.

Bei Zimmerhibisken empfiehlt es sich, einige Kräuterstiele oder -blätter unter die Erde beziehungsweise das Substrat zu heben. Durch Feuchtigkeit werden ihre Duftstoffe freigesetzt und gelangen über die Wurzeln in das Pflanzeninnere, was dazu führt, den Blattläusen den Appetit zu verderben.

Spinnmilben

HibiskusVor allem der Zimmerhibiskus ist im Winter aufgrund trockener Luftverhältnisse durch Heizungsbetrieb besonders gefährdet, von Spinnmilben befallen zu werden.
Zu erkennen sind diese an ihrer gelben, orangen oder rot-gefärbten Farbe sowie beim genauen Hingucken, an ihren vier Beinpaaren. Zu finden sind sie überwiegend an den Blattunterseiten, wo sie sich festsaugen. Spätestens ist der Befall mit Spinnmilben auffallend, wenn sie kleine weiße Gespinste verbreiten, die sich über die Blätter und manchmal an den Hibiskusstiele ziehen. Die Blätter reagieren auf diesen Befall mit einer gelben Verfärbung und fallen dann letztendlich ab.  

Bekämpfung

Bei der Bekämpfung von Spinnmilben hat sich eine natürliche Methode als sehr wirksam bewiesen:
  • In der Dusche oder im Gartenbeet Hibiskus mit hohem Wasserdruck abduschen
  • Spülmittellösung herstellen: zwei Esslöffel Spülmittel pro einen Liter Wasser
  • Blätter sorgfältig mit der Spülmittellauge abwischen
  • Nach jedem Abwischen eines befallenen Blattes, Lappen oder Schwamm in der Lauge
    säubern
  • Pflanze eine transparente Plastiktüte oder einem Kunststoffmüllsack umstülpen
  • Diesen luftdicht verschließen
  • So für circa eine Woche den Hibiskus ruhen lassen
TIPP: Für größere Gartenhibisken reichen normale Müll- oder Plastiktütengrößen meist nicht aus. Optimal eignen sich hier Kunststofffolien, wie sie zum Beispiel zum Malern im Fachhandel oder in Baumärkten erhältlich sind.

Schädlingsbekämpfungsmittel

Im Pflanzenfachhandel werden zahlreiche Insektizide angeboten, die speziell gegen Spinnmilben wirken. Hier ist es ratsam, auf ein natürliches, biologisch abbaubares Produkt zurückzugreifen. Chemische Insektizide sollten nur im Freien angewendet werden, da sie in geschlossenen Räumen unter Umständen auch auf die menschliche Gesundheit negativ wirken können.

So wurde zum Beispiel mehrfach bemerkt, dass sich Asthma durch die Anwendung chemischer Produkte verschlimmerte. Deshalb sind natürlich wirkende Schädlingsbekämpfungsmittel wie unter anderem von Bayer angeboten werden und ebenso effektiv wirken, ratsamer.

Vorbeugen

Insbesondere Zimmerhibisken sollten vorsorglich regelmäßig eingesprüht werden. Vor allem in der Winterzeit und bei trockener Raumluftfeuchtigkeit bewährt sich diese Prophylaxe gegen Spinnmilben, da sie Feuchtigkeit scheuen. Tägliches Lüften unterstützt das Vorbeugen zusätzlich. Steht die Pflanze im Gartenbeet, wirkt eine regelmäßige Dusche vorbeugend, vor allem an heißen Sommertagen. Aber Vorsicht: den Hibiskus niemals in praller Sonne bewässern.

Käfer

Nicht alle Käfer sind als Pflanzenschädlinge unterwegs. Viele von ihnen besitzen eine besondere Aufgabe im Ökosystem und sollten nicht getötet werden. Allerdings machen einige Exemplare vor allem Hibisken das Leben schwer. Dazu gehören insbesondere der Dickmaulsüssler (Otiorhynchus) sowie der Speckkäfer (Dermestidae), der sich grundsätzlich gern an Zierpflanzen vergreift. Marienkäfer hingegen sind sehr wertvoll für Pflanzen. Sie fressen zum Beispiel lästige Blattläuse.
Hibiskus
Einen Käferbefall ist an einem Hibiscus in der Regel an halbmondförmigen oder kreisrunden Löchern sowie abgefressenen Kerben an den Blättern zu vermuten. Die Pflanzen verwelken plötzlich und das Gehölz des Hibiskusstamms verkümmert. Zudem sind die Käfer mit bloßem Auge erkennbar, da sie je nach Art, bis zu 14 Millimeter oder mehr groß sind. Einige sind Nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in der Pflanzenerde. Andere hingegen verbreiten sich auch im Umfeld außerhalb von Pflanzen oder tauchen in die Blumenerde ein, sobald sie eine Gefahr erahnen. Somit ist es nicht ganz einfach, Käfer optisch wahrzunehmen, sodass typische Pflanzenschäden mehr auf einen Befall hinweisen.
Aktiv sind sie insbesondere von Mai bis Oktober, wobei auch im Winter vereinzelte Tiere zur Nahrungsaufnahme am Hibiscus zu sehen sind.

Bekämpfung

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Käferbefall vorliegt oder ob es sich um einen Pflanzenschädling handelt, können Sie das Weglocken probieren. Dazu stellen Sie neben die Hibiscuspflanze eine Schale oder einen Blumentopf, den Sie mit feuchter Pappe, Holzwolle und/oder Heu befüllen. Dies zieht die meisten Käfer vor allem zum Schlafen an. Früh morgens oder vor Anbruch der Nacht können Sie dann den Topf in eine Plastiktüte ausschütten und sehen, ob sich darin Käfer befinden. Sollte dies der Fall sein, wiederholen Sie diese Lockmethode mehrfach, bis keine Käfer mehr zu entdecken sind.

Befinden sich Käfer sichtbar an Ihrem Hibiskusexemplar, legen Sie ein Tuch oder Haushaltspapier unter den Pflanzentopf. Schütteln Sie nun den Stamm, sodass die Käfer herunterfallen. Auf dem Tuch oder Papier gelandet, können Sie diese nun absammeln und ins Freie entlassen.

Schädlingsbekämpfungsmittel

Da Käfer gern und schnell ihre Larven in Hibiskuserde ablegen, ist vor allem bei einem stärkeren Befall eine chemische Schädlingsbekämpfung ratsam, um schnell Herr der Situation zu werden. Produkte auf natürlicher, biologischer Basis benötigen in der Regel einige Tage, um effektiv wirken zu können. Während dieser Zeit könnten schon die ersten Larven ausgelegt sein, die oftmals eine andere Schädlingsbekämpfung benötigen, als erwachsene Käferarten.
Hibiskus
Der Gartenfachhandel hält hier einige Angebote bereit, wie unter anderem "Permethrin". Dabei handelt es sich um ein Muskel- und Nervengift, das zügig wirkt. Um sich nicht selbst mit dem Gift zu belasten, ist es empfehlenswert, die Anwendung nur im Freien vorzunehmen und vor allem Kinder sowie Haustiere bei der Behandlung in sicherem Abstand zu halten.

Vorsorge

Effektiv lässt sich gegen einen Käferbefall mit dem Gießen von Knoblauchtee vorbeugen. Je nach Gießrhythmus sollte dieser jedes zweite Mal mit in das Gießwasser gemischt werden.

Fazit
Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Käfer können einen großen Schaden an Ihren Hibiscus anrichten und nicht selten zum vollständigen Absterben führen. Deshalb sollten Sie Ihre Pflanzen stets auf einen eventuellen Befall prüfen, um schnell mit einer geeigneten Bekämpfungsmaßnahme wie hier beschrieben, reagieren zu können.