Wenn Sie Läuse an Ihren Himbeersträuchern entdecken, dann sollten Sie relativ schnell handeln. Zum einen können sich die Tierchen explosionsartig vermehren, zum anderen aber auch Viren übertragen und Pilzerreger anziehen. Diese Krankheiten sind schwerer zu bekämpfen. Außerdem können sie weit größeren Schaden anrichten als die Läuse und Ihre Ernte deutlich mindern.

Hausmittel gegen Blattläuse auf Himbeeren

Die beiden Arten der Himbeerblattlaus überwintern als Eier im Boden oder an den unteren Enden der Himbeerruten. Relativ früh im Jahr entwickeln sich die Larven, so dass die jungen Läuse schon im März schlüpfen können. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der Sie Ihre Himbeersträucher auf einen Befall untersuchen sollten. Sehen Sie sich vor allem die Unterseiten der Blätter an, hier finden

Sie manchmal ganze Nester oder Kolonien von Kleinen Blattläusen. Die Große Blattlaus tritt dagegen eher einzeln auf. Beide Arten können Sie jedoch auf die gleiche Art bekämpfen.

Hausmittel und mechanische Mittel zur Bekämpfung von Blattläusen:

  • absammeln (bei geringem Befall)
  • scharfer Wasserstrahl
  • Fressfeinde
  • Niembaum-Präparate
  • Mischung aus Wasser, Öl und Seife
  • Kräutersud (Brennnessel, Knoblauch, Rainfarn)
  • radikaler Rückschnitt

Absammeln

Das Absammeln von Blattläusen empfiehlt sich nur bei einem geringen Befall, sonst wird es sehr mühsam. Alternativ können Sie einzelne befallene Blätter auch einfach abzupfen und im Hausmüll entsorgen. Kontrollieren Sie in den nächsten Tagen Ihre Himbeersträucher regelmäßig. Nicht selten treten kurz nach einzelnen Läusen ganze Kolonien auf.

Scharfer Wasserstrahl

Blattläuse können Sie auch mit einem scharfen Wasserstrahl von Ihren Pflanzen vertreiben. Meistens überleben die Läuse diesen Angriff nicht. Da aber Eier übrigbleiben können, sollten Sie die Behandlung nach einige Tagen wiederholen. Ist der Boden schön durchlässig, dann ist die Behandlung nebenwirkungsfrei. Das Wasser versickert einfach und die Ruten trocknen rasch ab.

Fressfeinde

Läuse auf Himbeeren bekämpfen(Fast) keine Arbeit haben Sie, wenn Sie mit Fressfeinden die unerwünschten Gäste bekämpfen. Nicht nur Marienkäfer und Florfliegen mögen Läuse, auch Vögel und verschiedene Larven, zum Beispiel von Schwebfliegen und Schlupfwespen ernähren sich davon. Weitere Fressfeinde sind Spinnen und Raubwanzen. Einige diese Feinde können Sie als Larven oder Eier im Fachhandel kaufen. Das empfiehlt sich vor allem für befallene Pflanzen in Gewächshäusern. Im Garten sollten sie einfach für gute Lebensbedingungen für diese Nützlinge sorgen.

Niembaum-Präparate

Fertige Niembaum-Präparate bekommen Sie im Fachhandel, Samen auch im Reformhaus. Beide sind umweltfreundlich und wirken als natürliches Insektizid. Aus den Samen können Sie selbst einen Sud herstellen. Niem soll auch als Fungizid wirken, also gegen Pilzinfektionen.

Mischung aus Wasser, Öl und Seife

Ein weiteres Hausmittel gegen Blattläuse und andere Schädlinge ist eine Mischung aus Wasser, Öl und Seife

oder Spülmittel. Es ist jedoch mit Vorsicht zu verwenden. Es töte nämlich nicht nur die unerwünschten Schädlinge sondern auch einige nützlich Insekten. Zudem kann die Lösung die Blattporen Ihrer Himbeersträucher verstopfen und damit Ihre Sträucher schädigen. Auch die Alternative einer Schmierseifenlauge ist zwar wirksam aber nicht unkritisch. Sie tötet unter Umständen nützliche Bodenbewohner ab, wenn sie in der Erde versickert.

Kräutersud

Einen Kräutersud können Sie recht einfach aus verschiedenen Kräutern herstellen. Brennnessel, Knoblauch und Rainfarn eignen sich besonders gut. Bei Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm reicht es, wenn Sie das Kraut (ca. 100 Gramm auf einen Liter Wasser) etwa 12 bis 24 Stunden lang in Wasser einweichen.
Andere Kräuter, wie Rainfarn, schwarzer Tee oder Wermut sollten Sie lieber aufkochen, denn dann entfalten sich die Wirkstoffe besser. Auch Knoblauchsud wird mit kochendem Wasser hergestellt. Lassen Sie etwa 50 Gramm zerquetschte Zehen ungefähr 30 Minuten darin ziehen. Abgekühlt und in eine Blumenspritze gefüllt lässt sich der Sud leicht auf den befallenen Pflanzen verteilen. Je nach verwendetem Kraut hilft der Sud auch gegen Pilzinfektionen (Knoblauch, Ackerschachtelhalm, Zwiebel).

Radikaler Rückschnitt

Himbeeren vor Läusen schützenHaben Sie sehr viele Himbeersträucher, von denen aber nur einzelne stark mit Blattläusen befallen sind, dann denken Sie über einen radikalen Rückschnitt nach, bevor die lästigen Tierchen auf die anderen Sträucher übergehen. Ein Rückschnitt ist auch zu empfehlen, wenn andere Maßnahmen und Hausmittel keine oder nur eine unbefriedigende Wirkung zeigen. Zwar fällt dann eventuelle eine Ernte geringer oder auch ganz aus, aber ein erneuter Befall im nächsten Jahr kann so möglicherweise vermieden werden.

Früchte nach der Behandlung essen?

In der Regel werden die Himbeersträucher schon gegen einen Blattlausbefall behandelt lange bevor sie Früchte ansetzen. Die Himbeeren können Sie dann unbesorgt essen. Anders sähe es aus, wenn Sie beispielsweise Brennnesseljauche zu spät verwenden (während der Fruchtbildung). Das könnte sich eventuell negativ auf den Geschmack auswirken.

Hausmittel zur Vorbeugung von Blattläusen

Damit Blattläuse gar nicht erst bei Ihren Himbeeren auftauchen, können Sie einige Maßnahmen zur Vorbeugung treffen.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Blattlausbefall:

  • Sträucher nicht zu dicht pflanzen
  • sonniger Standort
  • Ruten hochbinden
  • Brennnesseljauche
  • naturnaher Garten mit vielen natürlichen Fressfeinden
  • robuste Sorten auswählen

Sträucher nicht zu dicht pflanzen

Stehen Ihre Himbeersträucher dicht an dicht, dann können sich eventuell vorhandene Schädlinge leicht ausbreiten und Ihren gesamten Bestand befallen. Außerdem hält sich die Feuchtigkeit nach einem Regenguss zwischen dicht beieinander stehenden Pflanzen viel länger, während sie bei größeren Zwischenräumen schneller durch Wind und Sonneneinstrahlung abtrocknen kann.

Sonniger Standort

Himbeersträucher bevorzugen einen sonnigen Standort und

einen lockeren, durchlässigen Boden. Hier gedeihen sie besser als auf schweren, feuchten Böden oder im Schatten. Dadurch sind die Ruten auch widerstandsfähiger und robuster.

Ruten hochbinden

Durch das Hochbinden der Ruten bekommen die Himbeeren mehr Luft und Sonnenlicht. Sie trocknen nach einem Regenguss schneller ab.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche gegen Blattläuse an HimbeerenBrennnesseljauche ist nicht zu verwechseln mit Brennnesselsud. Die Jauche wird meistens in größeren Mengen angesetzt und vergärt langsam. Da dieser Vorgang sehr geruchsintensiv ist, sollten Sie die Jauche möglichst weit weg von Ihrer Terrasse oder dem bevorzugten Aufenthaltsort im Garten entfernt ansetzen. Denken Sie dabei auch an die Nase Ihres Nachbarn. Die fertige Jauche wird im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt, dann können Sie Ihre Himbeersträucher damit gießen. Brennnesseljauche ist reich an Stickstoff und stärkt die Widerstandskraft von Pflanzen.

Naturnaher Garten & natürlichen Fressfeinden

In einem naturnahen Garten mit vielen heimischen Pflanzen und (Wild-)Kräutern fühlen sich Vögel, Igel, Insekten und viele andere Nützlinge wohl. Sie sorgen für ein natürliches Gleichgewicht zwischen den Lebewesen und vertilgen so manchen Schädling.

Robuste Sorten auswählen

Im Handel gibt es inzwischen viele Himbeersorten, die besonders resistent gegen Krankheiten und Schädlingsbefall sind. Generell sollen zum Beispiel die Herbstsorten widerstandsfähiger sein als die Sommersorten.