Egal, ob sich die Blattläuse an Zimmerpflanzen, im Gewächshaus oder auch an den Rosen im Garten befinden. Wer sie biologisch bekämpfen möchte, benötigt vor allen Dingen eines: Ausdauer. Blattläuse können unglaublich hartnäckig sein, aber Sie müssen einfach ein wenig mehr Durchhaltevermögen zeigen. Haben Sie sich entschlossen, den Schädlingen auf den Leib zu rücken, müssen Sie unermüdlich Ihre Pflanzen überwachen, damit Sie nicht einmal eine einzelne Laus übersehen, die in kürzester Zeit wieder für eine neue Population sorgen kann.

Befall erkennen

Allein in Mitteleuropa kommen über 800 verschiedene Blattlausarten vor. Darunter sind Arten mit grünem, gelbem, rötlichem, fast durchsichtigem und auch schwarzem, kugeligem Körper vertreten. Die Tierchen sind zwar nur wenige Millimeter groß, können dafür aber bei Pflanzen großen Schaden anrichten. Das gilt vor allem für den Fall, dass sie in großer Zahl auftreten. Blattläuse befallen so gut wie jede Pflanzenart, egal, ob in der freien Natur, in der Wohnung oder im Gewächshaus.
Ab dem Frühjahr schlüpfen die Läuse aus den Eiern, die an der Pflanze überwintert haben. Und bereits nach kurzer Zeit sind die Schädlinge geschlechtsreif und sorgen ihrerseits für Nachwuchs. Alle Blattlausarten sammeln sich vorzugsweise an den jungen Triebspitzen und Blüten an. Aber auch unter den Blättern und in den Blattachseln sind sie häufig anzutreffen. Blattläuse saugen Pflanzensäfte, deshalb verkümmern befallene Triebe und sterben schließlich ab. Zudem scheiden die Schädlinge als Abfallprodukt Honigtau
aus, der Zucker enthält und neben anderen Insekten auch Rußtaupilze anlockt.

Befallstärke

Je nachdem, ob sich die Blattlauspopulation auf der Pflanze noch im Anfangsstadium befindet oder schon weiter fortgeschritten ist, empfehlen sich andere Maßnahmen zur Bekämpfung. In jedem Fall müssen Zimmerpflanzen und Kübelpflanzen isoliert werden, damit die Parasiten nicht auf andere Pflanzen übergehen.

Schwacher Befall

Sind erst einzelne Blattläuse auf dem Gewächs erkennbar, können diese entweder mit Wasser, einer Pinzette oder einem feuchten Wattebausch entfernt werden. Ab sofort ist eine tägliche Kontrolle notwendig.

Mittlerer Befall

Je nach Pflanzenart und Standort (Zimmer, Gewächshaus oder Freiland) eignen sich diverse Hausmittel zur Bekämpfung der Blattläuse. Im Vorfeld bedarf es jedoch einer mechanischen Vorreinigung.

Starker bis sehr starker Befall

Lässt sich mit Hausmitteln nichts mehr gegen die Ausbreitung der Schädlinge ausrichten, ist unbedingt ein starkes Einkürzen der Triebe notwendig, um die Hauptvorkommen der Blattläuse zu eliminieren. Der Schnitt darf keinesfalls auf den Kompost geworfen werden, sondern muss im Hausmüll entsorgt werden. Zusätzlich empfiehlt sich ein systemisch wirkendes Mittel oder die Entsorgung der befallenen Pflanze.

Mechanische Reinigung

BlattläuseDamit ein biologisches Mittel auch wirklich effektiv wirken kann, ist im Vorfeld unbedingt eine mechanische Säuberung der Pflanze notwendig. Untersuchen Sie die Pflanze gründlich, um erkennen zu können, wie stark und an welchen Stellen sich die Blattläuse befinden.

Zimmerpflanzen

Entdecken Sie an Ihren Zimmerpflanzen Blattläuse, sollten Sie nicht gleich zu Pflanzenschutzmitteln greifen. Am einfachsten ist es, das Gewächs zunächst mit Wasser abzuwaschen.
  • Pflanze in die Dusche oder Badewanne stellen
  • Topf mit Mülltüte/Plastiktüte umhüllen und am Stamm zusammenbinden
  • so wird die Blumenerde nicht ausgeschwemmt
  • Blätter und Stängel von allen Seiten (vor allem auf der Unterseite) abbrausen
  • dazu auch die Pflanze auf die Seite legen
Wer die Blattläuse nicht mit den Händen abwischen möchte, nutzt am besten - vor allem für die Entfernung in den Blattachseln - eine weiche Zahnbürste. Nach dem Abbrausen muss die Pflanze unbedingt von den übrigen Zimmerpflanzen isoliert werden. Ein etwas kühleres, helles Zimmer eignet sich hierfür bestens. Ist das nicht möglich, packen Sie die gesamte Pflanze in einen großen durchsichtigen Plastiksack. Auf diese Weise erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit lokal. Kontrollieren Sie die Pflanze in den nächsten Tagen regelmäßig. Die Nachkommen der Blattläuse können noch bis zu zwei Wochen später aus den versteckten Eiern schlüpfen und für einen erneuten Befall sorgen.

Gewächshaus- und Freilandpflanzen

Auch bei Freilandpflanzen gilt die Regel, dass größere Ansammlungen von Blattläusen bereits im Vorfeld beseitigt werden sollten, bevor die Pflanze mit einem entsprechenden Hausmittel eingesprüht wird. Da die Gewächse nicht ausgegraben und unter die Dusche gehalten werden können, ist hier eine andere Methode als bei Zimmerpflanzen notwendig. Am besten schneiden Sie alle befallenen Blüten und Triebspitzen großzügig ab und entsorgen diese im Hausmüll.
Da die Blattläuse auf den Pflanzen überwintern, ist es ratsam, Sträucher im Frühjahr zurückzuschneiden. Auf diese Weise entfernen Sie bereits einen Großteil der Eier, die sich bevorzugt an den Triebspitzen befinden. Sollte es trotz aller vorbeugender Maßnahmen zu einem Befall mit Blattläusen kommen, sollte dieser so früh wie möglich erkannt werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher unerlässlich.

Bekämpfung

Mit einer rein mechanischen Entfernung der Parasiten ist es bei Blattläusen aber noch lange nicht getan. Grundsätzlich erwischt man niemals wirklich alle Läuse sowie deren Eier und Larven. Der Einsatz von chemischen oder systemischen Mitteln sollte immer nur als letzter Ausweg gewählt werden, wenn den saugenden Schädlingen mit Hausmitteln nicht beizukommen ist. Es gibt eine Vielzahl von Hausmitteln, mit denen Sie Blattläuse biologisch bekämpfen können. Zu den wirksamen Hausmitteln gegen Blattläuse gehören:

Seifenlauge
Zur effektiven Bekämpfung von Läusen hat sich ein Mittel ganz besonders bewährt: Seifenlösung. Verwenden Sie dafür am besten Kern- oder Schmierseife. Im Gegensatz zu normalen handelsüblichen Seifenprodukten haben reine Kernseife und Schmierseife den Vorteil, dass sie nicht parfümiert sind und auch sonst keine für die Pflanze schädlichen
Inhaltsstoffe enthalten.
  • 20 g Schmierseife (Kali-Seife) - entspricht etwa 1-2 Esslöffel
  • alternativ 20 g Kernseife (Natronseife) - am besten kleine Stückchen
  • in einem Liter Wasser lösen
Das Gemisch bildet auf den Schädlingen einen Film, sodass die Blattläuse nicht mehr atmen können und relativ schnell absterben.
schwarze Blattläuse
Tipp: Noch effizienter wird die Seifenlauge, wenn Sie etwas Spiritus (ein Schnapsglas voll) zugeben.

Schwarzer Tee
Auch mit schwarzem Tee lassen sich die lästigen Sauginsekten effektiv ausrotten. Stellen Sie dazu einen Teesud her.
  • 2 Teebeutel schwarzer Tee
  • mit einem Liter kochendem Wasser übergießen
  • mindestens 15 Minuten ziehen lassen
  • abkühlen lassen
Rapsöl
Erfolgsversprechend im Kampf gegen Blattläuse ist auch der Einsatz von Speiseölen wie Rapsöl. Das natürliche Öl bildet nicht nur einen schmierigen Film auf den Blättern der Pflanze, was den Parasiten das Festhalten erschwert, sondern schließt die Läuse auch luftdicht ein.
  • 1 Liter Wasser
  • 80 ml Rapsöl
  • etwas Spülmittel (als Emulgator)
  • gut mischen
Waschnuss-Schalen
Die Schalen der Waschnuss (Sapindus mukorossi) haben eine schädlingsbekämpfende Wirkung. Sie enthalten Saponin, das ist eine seifenähnliche, natürliche Substanz. Daraus lässt sich ein preiswertes, ungiftiges und geruchloses Mittel gegen Blattläuse herstellen. Waschnüsse sind im Bioladen oder guten Drogeriemärkten erhältlich.
  • zehn Waschnüsse zerkleinern
  • in 1 Liter Wasser aufkochen
  • Sud abkühlen lassen
  •  Feststoffe abseihen
Tipp: Neben den oben genannten Hausmitteln eignen sich für Freilandpflanzen auch weitere Hausmittel, die wegen ihres strengen Geruches im Haus nur bedingt zum Einsatz kommen.

Brennnesselsud
BrennnesselsudBrennnesseln wachsen überall am Wegesrand und auch oft im eigenen Garten. Es ist also nicht besonders aufwendig, an die oft verkannte Nutzpflanze zu gelangen. Brennnesseln sind nicht nur zum Düngen von Pflanzen (als Jauche) geeignet, sondern auch ein effektives Hausmittel gegen lästige Blattläuse. Das Brennnesselgift tötet die Blattläuse ab. Zur Herstellung von Brennnesselsud benötigen Sie ansonsten nur einen Eimer und etwas Wasser.
  • einen halben Eimer (10 l) mit frischen Brennnesseln füllen
  • Brennnesseln zerkleinern
  • Eimer mit Wasser auffüllen
  • Sud mindestens 12 Stunden stehen lassen
  • Feststoffe abseihen
  • feinmaschiges Sieb oder ein altes Geschirrtuch verwenden
  • Brennnesselwasser auffangen
Ackerschachtelhalm
Die Wirkung des Ackerschachtelhalmes gegen Blattläuse geht auf den hohen Gehalt an Kieselsäure zurück. Die Kieselsäure stärkt die Zellen der Pflanze, sodass es die Schädlinge schwer haben, durch die Blattoberfläche zu stechen und den Pflanzensaft zu saugen.
  • 100 g frischer Ackerschachtelhalm
  • nur die grünen, oberirdisch wachsenden Teile verwenden
  • alternativ 10 g getrockneten Ackerschachtelhalm
  • 1 Liter Wasser
  • 24 Stunden einweichen
Essigwasser
Treten Blattläuse Freilandpflanzen auf, empfiehlt sich eine selbst hergestellte, ungiftige Mischung aus Haushaltsessig, Wasser und ein wenig Spülmittel. Mit dieser Lösung sprühen Sie beispielsweise Ihre Rosen gründlich von allen Seiten ein. Die Mischung besteht aus:
  • 4,5 Litern Wasser
  • 500 ml Haushaltsessig (5% Essigsäure)
  • etwa 10 ml Spülmittel
  • gut durchmischen
Zitrone
Ähnlich wie Essig wirkt auch Zitrone. Schneiden Sie dazu die Zitronen in Scheiben oder kleine Stücke und kochen Sie diese in Wasser auf. Nach dem Abkühlen sieben Sie die Stücke ab und verwenden den Sud als Spritzmittel.
  • 3 Zitronen
  • 2 Liter Wasser
Knoblauch
Sollten sich auf den Pflanzen auf Balkon oder im Garten plötzlich größere Populationen an Ameisen einfinden, ist das in der Regel ein eindeutiges Anzeichen für einen Blattlausbefall. Um Knoblauch effektiv als Hausmittel gegen die saugenden Parasiten einzusetzen, gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Möglichkeiten:
grüne Blattläuse auf einer Rosenpflanze
Variante A:
Ist der Befall nur gering, reicht es aus, neben jeden Pflanzenstängel eine geschälte Knoblauchzehe in die Erde zu stecken. Diese sollte zur Hälfte aus dem Erdreich herausschauen. So kann der Knoblauch seine ätherischen Öle auch über die Luft rund um die Pflanze verteilen und damit die Blattläuse vertreiben.

Variante B:
Die zweite Variante besteht aus einem Knoblauchsud, der auf die befallene Pflanze gesprüht wird. Die Herstellung ist denkbar einfach:
  • drei große Knoblauchzehen halbieren
  • in einen Liter Wasser legen
  • zwei Wochen ziehen lassen
  • Sud durch ein Sieb oder Tuch gießen
Zwiebelsud
Bei noch nicht weit fortgeschrittenem Befall mit Blattläusen ist auch ein Zwiebelsud erfolgsversprechend.
  • zwei große Zwiebeln klein schneiden
  • in einem Topf mit etwa zwei Liter Wasser zum Kochen bringen
  • 30 Minuten ziehen lassen
  • nach dem Abkühlen Zwiebeln absieben
Oregano
Oregano, den wir als Zier- und Gewürzpflanze kennen, enthält wirksame Substanzen gegen Blattläuse. Das Spritzmittel ist einfach herzustellen und sehr umweltverträglich. Für den Sud benötigen Sie:
  • 100 g frischen Oregano
  • alternativ 10 g getrocknetes Gewürz
  • 1 l Wasser
Geben Sie den Oregano in einen Topf und überbrühen ihn mit einem Liter kochendem Wasser. Nach etwa 30 Minuten können Sie die Kräuter absieben. Der abgekühlte Oreganosud wird nach dem Abkühlen drei zu eins mit Wasser verdünnt (drei Teile Wasser, ein Teil Sud) und ist dann sofort einsatzbereit.

Neemöl
Ein weiteres effektives Antiläusemittel wird mit Neemöl hergestellt. Neemöl (Niemöl) gibt es in der Drogerie oder auch in der Apotheke.
  • 1 Teelöffel Neemöl
  • 1 Liter Wasser
  • ein Spritzer Seife als Emulgator (ohne Parfüm und Zusatzstoffe)
Kartoffeln
Besonders die Läuse an Rosen und im Gewächshaus lassen sich gut mit Kartoffeln bekämpfen. Das Kochwasser des Nachtschattengewächses enthält Solanin, das die Läuse nicht vertragen. Verwenden Sie hierfür aber nur abgekühltes Brühwasser, das kein Speisesalz enthält.

Milch
Frische Milch enthält nicht nur Bakterien, die gegen Pilze wirken, sondern zusätzlich viele andere Inhaltsstoffe wie Lecithin, mit denen man Schädlinge wie Blattläuse bekämpfen kann.
  • ein Teil frische Kuhmilch
  • zwei Teile Wasser

Anwendung

schwarze BlattläuseFüllen Sie eines der oben genannten Mittel gegen die Blattläuse in eine Sprühflasche und nebeln Sie alle Stellen, an denen sich die saugenden Schädlinge befinden, damit ein. Vergessen Sie dabei nicht, auch die Blattunterseiten und die Blattachseln zu benetzen.
  • Pflanzen tropfnass einsprühen
  • mehrere Tage hintereinander behandeln (mindestens zwei bis drei)
  • Prozedur nach 10 bis 14 Tagen wiederholen
Die Nachkommen schlüpfen nach einer Woche bis zu 14 Tagen aus den Eiern. Auch sie müssen abgetötet werden. Wird eine Nachbehandlung vergessen, beginnt der Befall nach dieser Zeit schlagartig von Neuem. Eine weitere Kontrolle ist nach jeweils 10 Tagen notwendig.

Vorbeugende Maßnahmen

Blattläuse befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen, deshalb ist es ratsam, Zier- und Nutzpflanzen unter optimalen Bedingungen zu kultivieren. Die Schädlinge lassen sich außerdem durch verschiedene Düfte und Pflanzenwirkstoffe vertreiben. Diese Pflanzen werden zwischen die Kulturpflanzen gesetzt. Zur Vorbeugung gegen Blattläuse sind folgende Maßnahmen wirkungsvoll:
  • im Winter für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen (bei Zimmerpflanzen)
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden
  • für optimale Temperatur und Lichtverhältnisse sorgen
  • Topfpflanzen regelmäßig umtopfen
  • Bohnenkraut und Lavendel zwischen die Kulturpflanzen setzen
Fazit
Welche Methoden und welche Mittel effektiv gegen Blattläuse wirken, ist vor allem von der Stärke des Befalls abhängig. Ist der Befall noch gering bis mittel, helfen die unterschiedlichsten Hausmittel, die in der Regel als Lösung oder Sud auf alle Teile der Pflanze aufgesprüht werden. In diesem Fall sind Hartnäckigkeit und Ausdauer gefragt, denn die Pflanze muss für mindestens zwei bis drei Wochen intensiv behandelt und regelmäßig kontrolliert
werden.