Blattläuse gelten als Schädling Nummer eins an vielen Nutz-, Zier- und sogar Zimmerpflanzen. Erst einmal auf Ihren Lieblingen angekommen, ist es oft mühsam, die unliebsamen Schädlinge wieder los zu werden. Und doch gibt es wirksame Hausmittel, mit denen Sie einer neuen Zuwanderung vorbeugen und die Ausbreitung auf Ihren Pflanzen gezielt verhindern können.

Ätherische Öle

Was Menschen auf Grund ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften schätzen, Läuse überhaupt nicht. Mit den Dämpfen ätherischer Öle lässt sich gezielt vorbeugen, ohne dass aufwändige, unschöne oder häufig auch nur schwierig umsetzbare Maßnahmen erforderlich werden.

  • Abwehrmechanismus: Duftstoffe erzeugen abschreckende Zone um Pflanzen
  • Eingesetzte Stoffe: Zwiebeln, Knoblauch, konzentrierte Öle wie
    Teebaumöl, Eukalyptusöl etc.
  • Umsetzung: Knoblauch- bzw. Zwiebelstücke um Pflanzen ins Erdreich stecken, konzentrierte Öle tropfenweise über das Gießwasser einbringen, oder direkt auf das Erdreich tropfen
  • Geeignet für: Topf- und Kübelpflanzen, Blumenkästen

Thymian gegen BlattläuseACHTUNG: Bestimmte Öle können bei direktem Kontakt mit Blättern oder Zweigen der Pflanzen nachteilige Auswirkungen auf die Pflanzenteile haben. Beispielsweise Thymian und Oregano Öl, sowie Öle aus Zimtblättern oder Zimtrinde, sowie Nelken- und Bohnenkraut Öl wirken stark hautreizend. Dieselbe Wirkung kann auf Blatthaut und Rinde empfindlicherer Pflanzen auftreten.

Bei der unverdünnten Verwendung dieser Öle sollten Sie daher unbedingt vorsichtig vorgehen und den direkten Kontakt zwischen Öl und Pflanze vermeiden. Andernfalls können optische oder sogar funktionale Beeinträchtigungen von Flecken über welken Stellen bis hin zu absterbenden Trieben die Folge sein.

Insektenschutzgitter

Zugegebenermaßen sind sie kein echtes Hausmittel, aber auch mit Insektenschutzgittern lässt sich einem Befall wirkungsvoll vorbeugen. Dicht um die zu schützenden Gewächse geschlossen, finden Blattläuse keinen Weg mehr an den von ihnen begehrten Pflanzensaft. Anders herum finden die einmal hinein gelangten Tiere auch keinen Weg mehr heraus, so dass selbst ein moderater Befall einer einzelnen, für sich eingenetzten Pflanze nicht tragisch erscheint.

  • Abwehrmechanismus: mechanische Sperren verhindern Zugang der Läuse zu Pflanzen
  • Eingesetzte Stoffe: engmaschige Nylonnetze, eventuell tragende Unterkonstruktion aus Aluminium-, Kunststoff- oder Holzstäben
  • Umsetzung: Umhüllung einzelner Pflanzen mit Netz, bei Pflanzbeeten oder Blumenkästen netzbespanntes Gestell über Beet stellen
  • Geeignet für: Einzelpflanzen, Pflanzkästen und -beete, wegen Einschränkung der Optik auf Nutzpflanzen (Obst / Gemüse) beschränkt

Fliegengitter als MückenschutzTIPP: Je größer ein Insektengitter ist, umso schwieriger ist es, den Kontakt zum Erdreich, sowie die Gießöffnungen vollständig dicht zu erhalten. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen trotz Netz daher regelmäßig auf einen Neubefall, um

frühzeitig eingreifen zu können.

Mischkulturen

Was die Blattlaus bereits kennt, das nimmt sie auch gerne weiter in Anspruch. Daher breitet sich ein Befall besonders gerne und in besonders hohem Tempo in Monokulturen aus. Die wiederkehrende Umgewöhnung an eine neue Wirtspflanze kann die Wanderung der Läuse dagegen verzögern oder sogar vollständig zum Erliegen bringen.

  • Abwehrmechanismus: Variation des Pflanzenangebots, damit wiederkehrende Neuanpassung der Laus erforderlich
  • Eingesetzte Stoffe: keine zusätzlichen Stoffe erforderlich, gegebenenfalls andere Pflanzenarten zur Zwischenpflanzung, im Gemüsebeet durch Durchmischung aber keinerlei Zusätze nötig
  • Umsetzung: unterschiedliche Pflanzen im Wechsel einsetzen, möglichst auch bei der übernächsten Pflanze nicht wieder auf das Ursprungsgewächs zurückkommen
  • Geeignet für: Pflanzbeete, Nutz- und Zierpflanzen gleichermaßen

Abwehrpflanzen

Ähnlich den ätherischen Ölen sind auch bestimmte Pflanzen in der Lage, durch abgesonderte Öle, Duftstoffe und andere Substanzen den Übertritt von Blattläusen von einer zur nächsten Pflanze zu unterbinden. Werden diese Gewächse gezielt zwischen die zu schützenden Pflanzen gesetzt, bilden sie einen effektiven Schutzmechanismus, der einen flächendeckenden Befall verhindern kann.

  • Abwehrmechanismus: pflanzeneigene Stoffe mit auf Läuse abschreckender Wirkung
  • Eingesetzte Stoffe: Duftstoffe und ätherische Öle
  • Umsetzung: Pflanzung von Bohnenkraut, Rosmarin, Thymian oder Lavendel zwischen den schützenswerten Gewächsen
  • Geeignet für: Pflanzbeete und Pflanzkästen, Nutzpflanzen wie Zierpflanzen

TIPP: Kombinieren Sie die Abwehrpflanzen mit dem Werkzeug der Mischkulturen, um noch besser gegen Blattläuse vorbeugen zu können. Den Läusen wird der Übergang zur nächsten Pflanze verleidet, während sie am Zielort ohnehin veränderte Bedingungen vorfinden. Nur ein wirklich intensiver Befall wird sich unter diesen Voraussetzungen trotzdem weiter ausbreiten.

Nützlinge

MarienkäferSie werden es nie schaffen, die Blattlaus vollständig aus Ihrem Garten zu vertreiben. Bleibt ihre Zahl jedoch gering, ist die Gefahr eines schädlichen Befalls ebenso niedrig. Während sie selbst einzelne Exemplare gar nicht wahrnehmen, freuen sich ihre Fressfeinde umso mehr über die gelegentlichen Appetithappen. Sie dagegen profitieren in der Form, dass Ohrenkneifer, Marienkäfer und andere Insekten an Ihrer statt den Läusen vorbeugen und einen massiven Befall verhindern. Die Läuseplage vermeiden Sie daher gezielt, wenn Sie den Fressfeinden der Blattlaus günstige Lebensbedingungen verschaffen.

  • Abwehrmechanismus: Dezimierung der Läusepopulation durch Fressfeinde
  • Eingesetzte Stoffe: natürliche Feinde der Blattläuse, z.B. Ohrenkneifer, Florfliegen, Marienkäfer etc.
  • Umsetzung: Insektizide vermeiden, Nektarreiche Blumen, wie Veilchen, Pfingstrosen, Sonnenblumen oder Astern als Nahrungsangebot vorsehen, Wohnmöglichkeiten in umgedrehten, strohgefüllten Blumentöpfen anbieten
  • Geeignet
    für:
    alle Anbauformen und alle Pflanzenarten, ausgenommen Zimmerpflanzen

HINWEIS: Im Idealfall sollten allgemein insektenfreundliche Grundvoraussetzungen auf dem Balkon oder im Garten geschaffen werden. Andernfalls wird die Wirkung dieser Maßnahme auf bestimmte Zeiten abgegrenzt. Da beim Marienkäfer ausschließlich die Larven Läuse vernichten, wäre die alleinige Förderung dieser Tierart nur in der unmittelbaren Zeit nach dem Schlüpfen der Larven wirksam. Je breiter die Basis der Fressfeinde der Läuse aufgestellt wird, umso eher ergänzen sich die einzelnen Insekten zu einem dauerhaft wirksamen Schutzmechanismus.

Günstige Bedingungen vermeiden

Zwar gibt es keine nachgewiesenen Pflanzenarten, die von Läusen besonders bevorzugt werden. Allerdings kann eine Pflanze in einen Zustand geraden, die den Blattläusen die Vermehrung erleichtert. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ihre Widerstandsfähigkeit herabgesetzt ist. Beispielsweise kann das der Fall sein, bei:

  • Krankheit
  • falscher Düngung
  • falscher Pflege, z.B. übermäßiger Schnitt, falsche Wassergaben

All diese Dinge führen zu einer Schwächung der Widerstandsfähigkeit der Pflanze. Den Läusen fällt es dann besonders leicht, an den begehrten Pflanzensaft zu kommen, da die Blatthaut dünner, brüchiger oder sogar bereits geschädigt ist. Übrigens kann auch eine besonders gut gemeinte Düngung zu einer erhöhten Anfälligkeit führen! Wird beispielsweise zu viel Stickstoff zugeführt, erhalten Pflanzen einen Wachstumsschub. Das beschleunigte Größenwachstum geht aber zu Lasten der Stabilität der Blatthaut, so dass auch hier Läuse perfekte Vermehrungsbedingungen vorfinden.