Damit die Anzucht von Jungpflanzen aus Samen gut gelingt, wird häufig spezielle Anzuchterde verwendet. Sie hat andere Eigenschaften als gewöhnliche Erde und gibt den jungen Pflanzen beste Startbedingungen.

Merkmale von Pikiererde

  • Möglichst keimfrei
  • frei von Unkrautsamen oder -bestandteilen
  • wenige Nährstoffe
  • gute Durchlässigkeit
  • feinkrümelig

Durch die kleinkörnige Bodenstruktur wird es den Pflanzen erleichtert, ihre

jungen und noch feinen Wurzeln im Substrat auszubreiten. Die wenigen Nährstoffe zwingen die Pflanzen zur Ausbildung langer und kräftiger Wurzeln.
Keimfreiheit garantiert, dass sich kein Unkraut bildet und Bakterien und Pilze keine Chance haben. Gute Anzuchterde schimmelt nicht.

Nicht notwendige Stoffe für Anzuchterde

Torf wird zwar immer noch häufig empfohlen, sollte wegen der Abbaumethoden jedoch nicht mehr im Garten verwendet werden. Beim Torfabbau werden Moore zerstört. Außerdem speichert Torf zwar viel Wasser, kann beim Austrocknen das Substrat jedoch sehr undurchlässig machen. Das gleiche gilt für jede Art von Fasern, etwa Kokosfaser.
Dünger sind als Zugabe nicht notwendig, da sich im Kompost genügend Nährstoffe befinden. Zu viel Dünger schadet dem Wachstum der Jungpflanzen eher. Die feinen Wurzeln könnten verbrennen.

Hinweis: Zur Verbesserung der Mineralstoffzusammensetzung können Sie etwa Gesteinsmehl untermischen.

Pilze in Pikiererde

Im Gegensatz zu Schimmel können andere Pilzarten jungen Pflanzen sogar beim Wachstum helfen. Dazu gehören so genannte Mykorrhiza-Pilze. Dabei handelt es sich um Bodenpilze, die mit Pflanzen eine Symbiose eingehen. Sie helfen den Pflanzen bei der Aufnahme von Wasser oder Nährstoffen. Da sich das Pilzgeflecht, auch wenn es nicht mit bloßem Auge sichtbar ist, weit besser im Boden ausbreiten kann als die Wurzeln von Pflanzen, profitieren die Pflanzen von dieser Symbiose, wachsen

kräftiger und sind weniger anfällig gegen Schädlinge oder Krankheiten.

Mutterboden für Anzuchterde

Mykorrhiza-Pilze verwenden

Es gibt den Bodenverbesserer in unterschiedlichen Varianten im Handel zu kaufen. Darunter Pulver zum Streuen oder Anrühren mit Wasser oder Granulate, die außerdem die Bodenstruktur verbessern. Nicht geeignet ist Volldünger mit Mykorrhiza-Pilzen als Zusatzstoff. Mykorrhiza-Pilze können schon unter die Aussaaterde gemischt werden. Das Pilzgeflecht verbindet sich später mit den Wurzeln der Keimlinge. Bis sich ein positiver Effekt einstellt, kann es eine Weile dauern.

Hinweis: Die Pilze niemals vor dem Sterilisieren untermischen. Sie werden wie Schimmelpilze bei großer Hitze abgetötet.

Selbst hergestellter Aussaaterde

Zusammensetzung

  • gewöhnliche Gartenerde, Mutterboden
  • Kompost
  • Sand

Stellen Sie Ihr Substrat im Frühling her, können Sie auch die Erde von Maulwurfshaufen verwenden, die meist eine sehr feine Struktur aufweist. Der Kompost muss gut abgelagert sein, verrotteter Stallmist eignet sich wegen der groben Struktur und der vielen Nährstoffe nicht. Für Jungpflanzenerde kann jede, nicht zu feine Sand Art verwendet werden. Sie soll das Substrat auflockern und durchlässiger machen. Um diesen Effekt zu verbessern, können Sie zusätzlich noch etwas Perlit untermischen.

Hinweis: Perlit besteht aus zerkleinertem und hitzebehandeltem vulkanischem Gestein mit sehr großer, poröser Oberfläche. Es ähnelt vom Aussehen her Styropor.

Anzuchterde herstellen

  1. Es wird ein Drittel Mutterboden, ein Drittel Kompost und ein Drittel Sand verwendet. An der grundsätzlichen Zusammensetzung ändern auch Zusatzstoffe nichts, die sie vielleicht verwenden wollen
  2. Sieben Sie Mutterboden und Kompost
    möglichst fein. Dadurch entfernen Sie Wurzeln, Steine oder Holzstücke.
  3. Mischen Sie das Substrat in einem Eimer oder einer größeren Wanne kräftig durch.
  4. Damit die Aussaaterde nicht schimmelt, und damit alle tierischen oder pflanzlichen Schädlinge beseitigt werden, sterilisieren Sie das Substrat. Am einfachsten geht das im Backofen.
  5. Verteilen Sie Ihre Aussaaterde auf einem tiefen Backblech, eventuell müssen Sie den Vorgang mehrfach wiederholen, wenn Sie viel Substrat herstellen wollen.
  6. Schieben Sie das Backblech bei 120 Grad für etwa 45 Minuten in den Backofen. Entscheidend ist weniger die Höhe der Temperatur, als viel mehr wie lange die Hitze einwirken kann.
  7. Sie können die Aussaaterde auch in die Mikrowelle geben, wenn es sich um kleine Mengen handelt.
  8. Lassen Sie die selber hergestellte Pikiererde auskühlen und mischen Sie erst dann eventuell gewünschte Zusatzstoffe unter.
  9. Danach können Sie das Substrat sofort verwenden.