Wer eine besonders umweltschonende und kostengünstige Methode sucht, um seine Pflanzen zu düngen, ist mit der Verwendung von Kaffeesatz gut beraten. Denn dieses vermeintliche Abfallprodukt ist frei von Schadstoffen und lässt sich in vielerlei Hinsicht weiterverwenden. Besonders gerne wird der Kaffeesatz von Hobbygärtnern als natürliches Düngemittel eingesetzt. Für welche Pflanzen sich das Hausmittel am besten eignet, lesen Sie hier!

Kaffeesatz im heimischen Garten

Kaffeesatz enthält zahlreiche Mineralien, wobei insbesondere der Gehalt an Kalium, Stickstoff und Phosphor erwähnenswert ist. Denn diese Stoffe benötigen die Pflanzen, um wachsen und gedeihen zu können. Zudem werden von dem Kaffeesatz Regenwürmer magisch angezogen, welche wiederum durch ihre Bewegungen das Erdreich auflockern. Doch nicht nur das, sie hinterlassen zugleich Kot, welcher ebenfalls wichtige Nährstoffe für die Pflanzen liefert. Obendrauf hält Kaffeesatz etliche Schädlinge und Ungeziefer fern und senkt den pH-Wert der Erde. Daher kommt dieses Hausmittel insbesondere Pflanzen zugute, welche einen sauren Humusboden bevorzugen.

Beerensträucher

Für viele Hobbygärtner gelten Beerensträucher als unabdingbar in der Gestaltung ihres Gartens. Zurecht, denn die Sträucher sind nicht nur ein optischer Blickfang, sondern bilden zudem schmackhafte Früchte aus, welche zum Naschen einladen. Die gesunden, kalorienarmen Beeren wachsen am besten, wenn sie an einem möglichst sonnigen Standort angebaut werden. Die meisten
Beerensträucher bevorzugen einen lockeren, humosen sowie tiefgründigen Boden. Gedüngt werden die Sträucher meist im Frühjahr und im Herbst, wobei insbesondere Kompost zum Einsatz kommt. Diese Beerensträucher können Sie zudem ohne Bedenken mit Kaffeesatz düngen:

Blaubeeren

Heidelbeeren - Blaubeeren - Vaccinium myrtilluDie Blaubeeren bevorzugen einen vollsonnigen Standort, welcher zugleich vor Wind und Witterung geschützt ist. Am besten gedeihen sie in einem naturbelassenen Boden, wie beispielsweise in einem saureren Sandboden. Das Erdreich sollte möglichst sowie durchlässig und kalkfrei sein. Damit der Strauch von Juli bis September seine schwarzblauen, runden Beeren trägt, ist das regelmäßige Gießen essenziell. Die Blaubeeren vertragen zwar keine Staunässe, jedoch benötigen sie reichlich Feuchtigkeit. Hierfür lohnt es sich, die Pflanzen mit einer Mulchschicht zu versorgen, in welche der Kaffeesatz eingearbeitet wird.
  • Lateinische Bezeichnung: Vaccinium myrtillus
  • Synonyme: Heidelbeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere
  • Gattung: Heidelbeeren (Vaccinium)
  • Wuchshöhe: bis zu 2 Meter
  • Wuchsform: Zwergstrauch
  • Besonderheiten: wird bis zu 30 Jahre alt

Brombeeren

Brommbeere - Rubus sectio rubusDie Brombeeren werden am besten in einem feuchten Boden gesetzt, welcher zudem humos, gut durchlüftet und leicht sauer ist. Bei der Standortwahl ist der Strauch nicht sonderlich anspruchsvoll, denn er fühlt sich sowohl an einem sonnigen als auch an einem halbschattigen Plätzchen wohl. Gedüngt wird die Pflanze ab Anfang April, wobei das Anlegen einer Mulchschicht ratsam ist, um etwaiges Unkraut zu unterdrücken. Wird die Pflanze fachgerecht gepflegt, bildet sie meist blauschwarze Früchte, welche optisch zwar Beeren ähneln, jedoch in Wirklichkeit Sammelsteinfrüchte sind. Zudem wird die Brombeere oft als Heilpflanze bei Durchfall, Zahnfleischentzündungen oder Erkältungen eingesetzt.
  • Lateinische Bezeichnung: Rubus sectio Rubus
  • Synonyme: Waldbeere
  • Gattung: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 3 Meter
  • Wuchsform: Kletterstrauch
  • Besonderheiten: wird als Heilpflanze verwendet

Johannisbeeren

rote Johannisbeere - Ribes rubrumDie anspruchslosen Johannisbeeren können sowohl an einem sonnigen oder halbschattigen Platz angebaut werden. Allerdings entwickelt sich die Süße der Früchte umso besser, je sonniger die Pflanze steht. Dieser Beerenstrauch bevorzugt einen feuchten Boden, allerdings verträgt er keine Staunässe. Zudem ist darauf zu achten, dass dieser humus- und nährstoffreich ist. Am besten wird der Boden im Frühjahr mit reichlich Kompost ausgestattet und anschließend gemulcht. Der Kaffeesatz kann hierbei sowohl in den Kompost als auch in die Mulchschicht eingearbeitet werden.
  • Lateinische Bezeichnung: Ribes
  • Synonyme: Ribisel, Meertrübeli
  • Gattung: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
  • Wuchshöhe: 1 bis 1,5 Meter
  • Wuchsform: Strauch
  • Besonderheiten: meist laubabwerfend, selten immergrün

Gemüsepflanzen

Immer mehr Hobbygärtner nutzen ihren Garten, um sich selbst zu versorgen und schmackhaftes Gemüse anzubauen. Insbesondere naturbewussten Personen schwören auf die Selbstversorgung, zurecht! Denn nur durch den Eigenanbau besteht die Gewissheit, dass die Pflanzen nicht mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen in Berührung kommen. Die Nährstoffversorgung lässt sich mit zahlreichen organischen Düngern sicherstellen, wobei einige Gemüsesorten auch problemlos mit Kaffeesatz gedüngt werden können.

Kürbis

Hokaido-KürbisWer in seinem Garten die schmackhaften Kürbisse anbauen möchte, sollte ausreichend Platz hierfür haben. Zudem benötigen die Kürbisgewächse mindestens sechs Stunden Sonnenlicht pro Tag, weshalb sie bevorzugt an einem sonnigen bis vollsonnigen Standort angebaut werden. Gegossen werden die Pflanzen
regelmäßig, sodass der Boden konstant feucht ist. In das Gießwasser wird wöchentlich ein stickstoffreicher Volldünger eingemischt, um die Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Alternativ hierfür eignet sich allerdings auch Kompost, in welchen der Kaffeesatz eingearbeitet wird.
  • Lateinische Bezeichnung: Cucurbita
  • Synonyme: Melonenfrucht
  • Gattung: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
  • Wuchshöhe: mehrere Meter
  • Wuchsform: niedrigliegend und krautig
  • Besonderheiten: benötigt enorm viel Platz

Gurken

GurkenDie Gurken bevorzugen einen vollsonnigen Standort, welcher zudem windgeschützt ist. Bei der Wahl des Bodens ist darauf zu achten, dass dieser humos und locker ist. Bei dieser Gemüsepflanze handelt es sich um einen Starkzehrer, weshalb sie stets mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden möchte. Da sie zugleich einen hohen Wasserbedarf hat, ist das Anlegen einer Mulchschicht ratsam. Denn dadurch bleibt das Erdreich länger feucht, was wiederum den Früchten zugutekommt. Die Gurken können problemlos mit Kaffeesatz gedüngt werden, zumal dieser auch in die Mulchschicht eingearbeitet werden kann.
  • Lateinische Bezeichnung: Cucumis sativus
  • Synonyme: Kukumber
  • Gattung: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 3 Meter
  • Wuchsform: rankend oder am Boden
  • Besonderheiten: bei den Früchten handelt es sich eigentlich um Beeren

Tomaten

TomatenDie Tomaten zählen zu den Gemüsepflanzen, die am meisten von der Düngung mit Kaffeesatz profitieren. Denn sie sind ebenfalls Starkzehrer und müssen laufend mit Nährstoffen versorgt werden. Zudem benötigen sie laufend viel Wasser, weshalb das Mulchen der Tomatenpflanzen ebenso ratsam ist. Um eine ertragreiche Ernte sicherzustellen, sollte das Nachtschattengewächs an einem warmen und sonnigen Standort angebaut werden.
  • Lateinische Bezeichnung: Solanum lycopersicum
  • Synonyme: Liebesäpfel, Paradiesapfel, Paradeiser
  • Gattung: Nachtschattengewächsen (Solanaceae)
  • Wuchshöhe: 30-400 cm
  • Wuchsform: abhängig von Sorte
  • Besonderheiten: bei den Früchten handelt es sich botanisch gesehen um Beeren

Zucchini

ZucchiniDas mediterrane Gemüse lässt sich problemlos im heimischen Garten anbauen, sofern diesem ein sonniger sowie warmer Platz zur Verfügung gestellt wird. Die Zucchini benötigen zudem ausreichend Platz, welcher zudem geschützt sein sollte. Der Boden sollte locker und gut durchlässig sowie humos und nährstoffreich sein. Um die Pflanzen vor Unkraut zu schützen, lohnt sich das Anlegen einer Mulchschicht. Diese hat zudem den Vorteil, dass der Boden länger feucht bleibt.
  • Lateinische Bezeichnung: Cucurbita pepo
  • Synonyme: Zucchetti
  • Gattung: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
  • Wuchshöhe: 1 bis 1,5 Meter
  • Wuchsform: krautig, kriechend
  • Besonderheiten: Blüten sind essbar

Zierpflanzen

Für die meisten Hobbygärtner ist der Anbau von Zierpflanzen im heimischen Garten kaum noch wegzudenken. Die Auswahl der dekorativen Pflanzen ist enorm und bietet dem Hobbygärtner die Möglichkeit, den Garten ganz nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Viele dieser Zierpflanzen lassen sich zudem kostengünstig mit Nährstoffen versorgen, indem sie mit Kaffeesatz gedüngt werden. Insbesondere die nachstehenden Pflanzen profitieren von dem Hausmittel:

Engelstrompete

Engelstrompete - BrugmansiaDie Engelstrompete besticht durch ihre gelben Blüten, welche sowohl duftend als auch unangenehm riechend sein können. Sie bevorzugen einen windgeschützten Platz und sollten nicht der direkten Mittagssonne ausgesetzt werden. Aufgrund ihrer großen Blätter haben sie einen dementsprechend hohen Wasserbedarf, weshalb sie vor allem im Sommer täglich gegossen werden sollten. Die Engelstrompete gilt zudem als Starkzehrer und wird oftmals von Schnecken befallen. Deswegen profitiert die dekorative Pflanze umso mehr von dem Kaffeesatz. Denn zum einen wird sie dadurch mit ausreichend Nährstoffen versorgt und zum anderen hält das Hausmittel die Schnecken fern.
  • Lateinische Bezeichnung: Brugmansia
  • Synonyme: Baum des bösen Adlers, Burundanga
  • Gattung: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Wuchshöhe: 2 bis Meter
  • Wuchsform: Sträucher oder Bäume
  • Besonderheiten: alle Pflanzenteile sind stark giftig

Geranien

Geranie - Pelargonie pelargoniumDie Geranien, deren korrekte Bezeichnung Pelargonien ist, stammen aus Südafrika und bevorzugen dementsprechend einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort. Sie haben zudem einen hohen Wasserbedarf, weshalb der Boden stets gleichmäßig feucht sein sollte. Optimal ist für diesen Starkzehrer zudem ein durchlässiger sowie nährstoffreicher Boden. Am besten wird direkt beim Einpflanzen ein Langzeitdünger in das Erdreich eingearbeitet. Die Geranien werden wöchentlich oder 14-tägig gedüngt, indem ein Flüssigdünger in das Gießwasser gemischt wird. Wird diese Zierpflanze fachgerecht gepflegt, schmückt sie den Garten mit ihren prächtigen Blüten. Diese können rosa, weiß bis hin zu rot oder violett gefärbt sein sowie Muster wie Streifen oder Flecken tragen.
  • Lateinische Bezeichnung: Pelargonium
  • Synonyme: Storchschnabel
  • Gattung: Storchschnabelgewächse
  • Wuchshöhe: bis 50 Zentimeter
  • Wuchsform: buschig
  • Besonderheiten: blüht dauerhaft

Hortensien

HortensienDer natürliche Bestand der Hortensie findet sich hauptsächlich in den gemäßigten bis warm temperierten Gebieten Ostasiens. In heimischen Gärten bevorzugt sie einen halbschattigen bis schattigen sowie windgeschützten Standort. Der optimale Boden ist humusreich und hat einen pH-Wert zwischen 5 und 6. Die Hortensie hat einen zudem einen hohen Nährstoffbedarf und sollte dementsprechend ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Beim Gießen ist darauf zu achten, dass diese Zierpflanze Regenwasser bevorzugt und keine Staunässe verträgt. Bei fachgerechter Pflege bildet die Hortensie von Juli bis August zahlreiche Blüten, welche weiß, blau, rot, grün oder violett gefärbt sein können.
  • Lateinische Bezeichnung: Hydrangea
  • Gattung: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 2 Meter
  • Wuchsform: Halbstrauch oder Strauch
  • Besonderheiten: rosafarbene Bauernhortensien können Blütenfarbe zu blau wechseln

Rhododendren

RhododendronDie Rhododendren sind besonders dekorative Zierpflanzen und erscheinen wie gigantische Rosensträucher. Von den Rhododendren sind weltweit rund 1000 verschiedene Arten bekannt, wobei einige von ihnen über mehrere Meter hoch werden können. In den heimischen Gärten werden jedoch meist niedrig wachsende Arten bevorzugt angebaut. Die Rhododendren werden am besten in einen lockeren, humosen sowie sauren Boden gepflanzt. Bei der Standortwahl ist zudem darauf zu achten, dass die Pflanze nicht der direkten Sonne ausgesetzt ist. Zudem hat haben die Rhododendren einen hohen Feuchtigkeitsbedarf, weshalb sie insbesondere in trockenen Perioden regelmäßig gegossen werden sollte.
  • Lateinische Bezeichnung: Rhododendron
  • Synonyme: Alpenrose, Rosenbaum
  • Gattung: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Wuchshöhe: bis zu mehreren Metern
  • Wuchsform: meist kleine Blütensträucher
  • Besonderheiten: einige Arten sind Bäume
Fazit
Kaffeesatz ist ein kostengünstiges sowie umweltschonendes Düngemittel, welches sich zum Düngen für zahlreiche Pflanzen eignet. Ob Beerensträucher, Nutz- oder Zierpflanzen - etliche Pflanzen in den heimischen Gärten profitieren von den Inhaltsstoffen des Kaffeesatzes. Zudem lockt das Hausmittel nützliche Regenwürmer an und hält zugleich Schädlinge und Ungeziefer
fern.