Der pH-Wert im Erdboden setzt sich aus dem Säure- und Basengehalt zusammen und kann extrem variieren. Die Höhe dieses Wertes ist von vielen Faktoren abhängig und kann auch vom Gärtner aktiv verändert werden, wenn dies erforderlich ist. Pflanzen sind naturgemäß perfekt an die pH-Werte ihrer ursprünglichen Standorte angepasst und brauchen diesen dann auch in ihrem neuen Zuhause.

Torf

Torf ist eine althergebrachte Methode, mit der der pH-Wert im Boden gesenkt werden kann. Dieses Material verfügt über saure Eigenschaften und lässt sich über einen längeren Zeitraum im Boden einarbeiten. Allerdings wird Torferde aus dem Moor gewonnen, einem sehr sensiblen Ökosystem, das mit dem Abbau nach und nach zerstört wird. Durch die Gewinnung dieses Sediments werden wichtige Lebensräume negativ beeinflusst, die dortige Flora und Fauna leiden extrem
darunter.
  • Torf im Boden über mehrere Tagen bis hin zu Wochen einarbeiten
  • Jedoch zerstört Abbau von Torferde das Ökosystem Moor
  • Besser auf umweltfreundlichere Alternativen zurückgreifen

Kompost aus Eichenlaub

Zur Senkung des pH-Wertes im Boden ist ebenfalls ein Kompost aus Eichenlaub gut geeignet. Dieses ist einfach herzustellen, vor allem, wenn eine Eiche im heimischen Garten steht. Darüber hinaus wachsen Eichen in vielen Parks und den deutschen Wäldern.
  • Reines Eichenlaub hat einen äußerst sauren pH-Wert
  • Fängt beim Zersetzen an, nach und nach noch mehr Säure abzugeben
  • Selbst kleine Mengen wirken stark auf den bisherigen pH-Wert ein
  • Hat keinen negativen Einfluss auf den Erdboden
  • Auf die Reinheit des Komposts achten, nur Eichenlaub verwenden

Nadelerde

RasenEbenfalls sehr einfach ist die Verwendung von Nadelerde, also der Erde aus der direkten Umgebung von Nadelbäumen. Auch Nadelbäume können den Boden säuern und dadurch einen zu hohen pH-Wert nachhaltig senken. Im Ausgleich lässt sich im Anschluss die Gartenerde von der bearbeiteten Pflanzstelle an der ausgehobenen Stelle rund um den Nadelbaum auffüllen.
  • Nadelerde rund um den Stamm ausheben
  • Diese dann an dem gewünschten Platz einarbeiten
  • Im Anschluss pH-Wert regelmäßig messen
  • Prozess solange wiederholen, bis erforderlicher Wert erreicht ist

Eisensulfat

Eisensulfat ist eine gute Alternative zu Torf und lässt sich vor allem bei extrem verdichteten Lehmböden anwenden. Dabei handelt es sich nicht um einen organischen Stoff, vielmehr ist Eisensulfat ein Salz der Schwefelsäure.
  • Eisensulfat wirkt äußerst schnell im Boden
  • Entwickelt zeitnah die benötigte Säure
  • pH-Wert lässt sich bereits innerhalb von zwei Wochen ersichtlich senken
Tipp: Vorsicht beim Umgang mit Eisensulfat, dieser Stoff hinterlässt unansehnliche Rostflecken auf der Kleidung, den Oberflächen und Wegen im Garten.

Traubentrester

Als Traubentrester werden die festen Rückstände bezeichnet, die bei der Pressung von Trauben für die Weinherstellung anfallen. Diese pflanzlichen Rückstände eignen sich hervorragend für das Senken des pH-Bodenwertes. Da die Trester nicht künstlich hergestellt werden, können diese ohne Probleme ihre Säure an den neuen Standort abgeben.
  • Natürliches Material, enthält reine Traubensäure und Gärstoffe
  • Zerstört- keine wichtigen Mikroorganismen im Boden
Tipp: Traubentrester sind über Winzer zu erhalten.

Mulchschicht

Für das Senken des pH-Wertes eignet sich auch eine Mulchschicht, die entweder in Eigenregie hergestellt oder über den Fachhandel bezogen wird. Mit dieser Mulchschicht wird nicht nur der pH-Wert verändert, sondern auch der Boden gedüngt. Auf diese Weise wird auch das gesunde Wachstum der Pflanzen nachhaltig gefördert. Dabei spielen die Eigenschaften von Nadelbäumen eine wichtige Rolle, die auch über das Holz wirksam sind.
  • Besteht aus Mischung von zerkleinertem Nadelholz
  • Es können unterschiedliche Nadelhölzer verwendet werden
  • Verstärkter Effekt durch die Zugabe von zerkleinertem Eichenlaub
  • Mulchschicht in einer Dicke von fünf Zentimeter auftragen
  • Zusätzlich organischen Stickstoffdünger einarbeiten
  • Gut dafür geeignet sind Hornspäne

Kaffeesatz

Kaffeesatz als DüngerAuf der Basis von Kaffeesatz lässt sich ebenfalls eine wirksame Mischung herstellen, mit der es zu einer Senkung des pH-Wertes kommt. Da in den meisten Haushalten täglich Kaffee getrunken wird, ist dieses Material leicht zu bekommen. Mit dem Hinzufügen von anderen organischen Materialien werden die Pflanzen zur gleichen Zeit mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt.
  • Gebrauchten Kaffee sammeln
  • Mit zerkleinertem Nadelholz und den dazugehörigen Nadeln vermischen
  • Ebenfalls
    klein zerhacktes Eichenlaub beimengen
  • Dünger auf Stickstoff-Basis hinzufügen, um Effekt zu verstärken

Schwefel

Reiner Schwefel ist ein wirksames Element für die Senkung der pH-Werte, welches ebenfalls bei stark verdichteten Böden angewendet wird.
  • Schwefel wirkt über einen Zeitraum von mehreren Monaten
  • Bereits in der vorherigen Saison einarbeiten
  • pH-Bodenwert wird kontinuierlich gesenkt
  • Im Folgejahr ist dann die Erde sofort zum Anpflanzen bereit

Gießen mit Regenwasser

Der pH-Wert von alkalischen Böden lässt sich nicht nur mit sauer wirkendem Dünger senken, sondern auch durch das Gießen mit Regenwasser. Dieses hat in der Regel einen sauren pH-Wert und ist außerdem für die Pflanzen viel bekömmlicher als das oft zu harte Wasser aus der Leitung.
  • Regenwasser hat normalerweise einen pH-Wert von 5-6
  • Vor dem Verwenden über einen Zeitraum von einigen Wochen messen
  • pH-Wert kann sich regional unterscheiden
  • Wichtige Faktoren sind Regen in der Stadt oder auf dem Land
  • Regenwasser in Gefäßen zum Auffangen sammeln, z. B. große Tonnen oder Teiche
  • Zum Senken des Wertes ist konsequentes Gießen erforderlich

Methoden zum Ausbringen

RasendüngerBeim Ausbringen von Dünger und anderen Produkten zum Senken des pH-Wertes sollte der Boden nicht komplett umgegraben werden. Durch die mechanische und maschinelle Bearbeitung wird die Bodenstruktur und das Leben im Erdboden zerstört. Bis sich danach wieder ein gesundes Gleichgewicht aufgebaut hat, kann es Wochen oder sogar Monate dauern.
  • Boden vor dem Ausbringen oberflächlich Lockern
  • Mit Hacke, Kralle oder Rechen nur die oberste Bodenschicht bearbeiten
  • Grabgabel vorsichtig in die Erde stecken und diese hin und her bewegen
  • Erdschichten nicht zu sehr durcheinander bringen
  • Dann das Produkt nach und nach einarbeiten

Zeigerpflanzen

Ein wichtiges Charakteristikum für einen Boden mit einem zu hohen pH-Wert sind die Zeigerpflanzen. Da sich die meisten Pflanzen an bestimmte Werte angepasst haben, breiten sich diese an einem idealen Standort stark von allein aus. Speziell Stauden bilden dann große und gesunde Horste aus, ohne dass der Gärtner helfend eingreifen muss. Der basische Boden zeichnet sich vor allem durch viel Kalk aus, den nicht alle Pflanzenarten gleich gut vertragen.
  • Übermäßiges Wachstum von bestimmten Pflanzen ist Hinweis auf alkalische pH-Bodenwerte
  • Basische Böden werden von Löwenzahn, Ackerwinde, Kuhschelle, Brennnessel, Acker-Rittersporn, Klatschmohn und Huflattich bevorzugt
  • Dort fühlen sich auch Salbei, Wegwarte, Taubnessel, Ringelblume, Storchschnabel und Leberblümchen wohl
  • Typische Pflanzen für kalkreiche Böden sind: Wolfsmilch, Leinkraut, Hauhechel, Gänsedistel, Ehrenpreis und Sichelmöhre
  • Kamille ist ein Indikator für neutrale pH-Werte und Verdichtungen im Boden
  • Zeigerpflanzen für saure Böden sind: Sauerampfer, Stiefmütterchen, Sauerklee und Schachtelhalm
  • Auch Heidelbeeren und Stechpalmen gedeihen hervorragend im sauren Boden
  • Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Besen- und Lavendelheide sind auf niedrige pH-Werte angewiesen